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„Schlag ins Herz der USA“ – Warum Nordkorea noch eine Rechnung mit den USA offen hat (Video)

29. Juli 2017

Lästige Regierungen anderer Staaten zu stürzen, ist eine Methode der US-amerikanischer Interessenswahrnehmung und ein oft und gern angewandtes Mittel ihrer Außenpolitik. Das funktioniert nicht immer, wie die Beispiele Kuba mit Fidel Castro und Syrien mit Assad zeigen, stürzt auch bisweilen ganze Länder in Chaos, Krieg und Zerstörung, wie wir am Beispiel Ukraine und Libyen sehen.

Seit einigen Wochen ist zu beobachten, wie ein Konflikt mit Nordkorea langsam immer weiter hochgekocht wird. Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un springt allerdings auch zuverlässig auf jede Provokation an, droht mit apokalyptischen Vergeltungsschlägen und beantwortet jede Drohung erwartungsgemäß mit einer noch Größeren.

So auch diesmal: In der letzten Woche machte Mike Pompeo, der Direktor des US-Geheimdienstes CIA, Andeutungen, dass in Nordkorea ja auch ein Regierungswechsel denkbar sei. Man mag von Kim Jong Un halten, was man will, aber der Mann ist sich mit Sicherheit darüber im Klaren, dass die USA solche „regime-changes“ schon mehrfach durchgeführt haben. Die Antwort Nordkoreas fällt entsprechend markig aus: „Sollten die USA es wagen, das geringste Anzeichen eines Versuchs zu zeigen, unsere oberste Führung zu beseitigen, werden wir mit unserem mächtigen Atomhammer, der mit der Zeit geschliffen und gehärtet wurde, einen erbarmungslosen Schlag in das Herz der USA machen“ ließ sich das nordkoreanische Außenministerium vernehmen.

Dieses Foto der US-Army war lange als“top secret“ klassifiziert. Es zeigt eine Massenerschießung angeblicher Kommunisten in Taejon, Juli 1950, fotografiert von US-amerikanischen Offizieren. Man vermutet Massengräber mit den Überbleibseln zehntausender koreanischer, politischer Gefangener.  (AP Photo/National Archives, Major Abbott/U.S. Army, File)

Manche fragen sich, warum Nordkorea – schon seit langem – sich derart aggressiv gegen die USA verhalten. Bisher hatten die USA zwar immer wieder verbale Attacken wegen Nordkoreas Atomprogramm gestartet, aber wirklich gefährlich schien das bisher nicht zu sein. Ein echter, militärischer Showdown mit Nordkorea dürfte nicht wirklich realistisch sein. Abgesehen davon, dass die militärischen Möglichkeiten der USA in dieser Region der Erde mittlerweile sehr überschaubar geworden sind, hat weder China noch Südkorea ein Interesse daran, in eine nukleare Auseinandersetzung ihres Nachbarn hineingezogen zu werden.

Der Grund für das instantane An-die-Kehle-springen Nordkoreas und seinen tiefsitzenden Hass auf die USA, der in der Bevölkerung herrscht, liegt in der Vergangenheit. Er ist so profund, dass die Nordkoreaner sich – egal, wie hart das Leben unter Kim Jong Un sein mag, geschlossen hinter ihn scharen werden, wenn es gegen die USA geht. Dies sollte man wissen, wenn man die möglichen Entwicklungen, die Reaktionen und Gegenreaktionen im Zusammenhang mit Norkorea verstehen will.

Diese Filmdokumentation über die fast vergessene und kaum bekannte Geschichte Nordkoreas zeigt, warum es in Nordkorea einen so tief sitzenden Hass auf die Amerikaner gibt.  Manche kennen die Vorgänge vielleicht in Ansätzen aus dem Geschichts-Unterricht: Der Korea-Krieg. Das Video zeigt die Kriegsverbrechen der USA im Korea-Krieg 1950. Diese historischen Aufnahmen und Interviews sind kein nordkoreanisches Material, sondern wurden von Kameramännern der US-Streitkräfte aufgenommen.
Ein Film von Jeremy Williams und einem amerikanisch-koreanischen Team.