Politik

Postmarxistischen Rattenfänger – Unterwegs im linken Irrgarten

20. November 2017

Die Beharrlichkeit der linken Ideologen in Politik, Medien und Kunst ist erstaunlich.  Obwohl sich die denkenden Bürger (zumindest in Österreich) bereits mehrheitlich vom linken Irrweg auf die rechten Pfade begeben haben, werden die postmarxistischen Rattenfänger nicht müde, mit ihren abgenützten Schalmeien weiterhin das süßlich klingende Lied von der besseren Welt zu blasen.

Alles ohne Grenzen

Nach wie vor versuchen linksgesinnte Meinungsträger und -macher, das Volk zu überzeugen, dass nur die linke Weltanschauung die allein selig machende sei: Dazu gehören das grenzenlos vereinte Europa ohne Nationen, die überall wirksame Gleichheitsphilosophie bis zum letzen Binnen-I, die permissive Haltung gegenüber der Massenmigration, die fast schon erbarmungslose Toleranz für alle(s), der habituelle Opfer- und Schuldgestus, die völlige Beliebigkeit der Haltungen, der schäumende Feminismus, die Schwächung der Männer usw. – alle diese Dinge (und nur sie!) werden nach Ansicht der Marx-Epigonen den Menschen eines Tages endgültig befreien können.

Verschwurbelt, aber gefährlich

Stichwort Kunst: Unter den beharrenden linken Kräften finden sich viele illustre Namen, die in der Kunst und in der Literatur zu Recht ihre Plätze erobert haben. Politisch finden die Künstler und Literaten aber einfach nicht aus ihrem linksideologischen Irrgarten hinaus. Zuletzt fiel etwa der bekannte  Autor und Alt-Trotzkist Robert Menasse anlässlich der Verleihung des Deutschen Buchpreises mit sehr merkwürdigen politischen Äußerungen auf. Über seine die Zukunft Europas betreffenden Einheitsstaat-Ideen braucht man nicht weiter nachzudenken, sie sind, was sie sind: Absurd und daher auch destruktiv – und sie halten keinem logischen Argument stand.

Freilich sind solche Gedanken durchaus gefährlich, denn die trotzkistische Denke ist häufig auch bei politisch Aktiven anzutreffen – also bei den Verantwortungsträgern. Wenn diese Gedankenwelt immer wieder durch Stimmen aus Kunst und Literatur bestärkt wird, entsteht bei diesen Leuten förmlich der Eindruck einer höheren Legitimation. Das ist natürlich auch gewollt. Man braucht die künstlerisch gestützte Selbstaffirmation, denn sonst existiert keine weitere Legitimation für die Linken.  Die eigene Haltung wird in Folge durch moralische Zuschreibungen gefestigt: Man erklärt „das Linke“  zur einzig humanen Ideologie, lädt dieselbe mit Menschlichkeits-Phrasen auf und wähnt sich am Ende im totalen Recht.

Der Osten ist die Zukunft

Zum Glück gibt es in der tendenziell und absurderweise stetig nach links driftenden EU schon länger starken Gegenwind von Rechts:  Durch das neue Selbstbewusstsein der Osteuropäer sind beachtliche national orientierte Kräfte präsent, die eine Realisierung der altlinken Wünsche verhindern. Die Bürger der ehemaligen Ostblockstaaten wissen genau, was die linke Ideologie anrichtet und sie agieren dementsprechend klug. Das wird ihnen natürlich im Gegenzug von den Linken als antiliberal, reaktionär und fremdenfeindlich ausgelegt. In einer perfiden Taktik wird das, was angesichts der gegenwärtig großen europäischen Probleme politisch genau richtig ist, als schlecht für die Menschen bezeichnet.

Der Schriftsteller und Slawismus-Experte Martin Pollack schlägt in dieselbe linke Kerbe, wenn er in einem Standard-Gastkommentar moniert, die Erosion der Demokratie würde von rechten osteuropäischen Politikern ausgehen. Seiner Ansicht nach würden besonders in Polen und in den anderen Visegrad-Staaten massive illiberale Tendenzen der Zivilgesellschaft langsam den Garaus machen. (Dazu muss man wissen, dass der Terminus Zivilgesellschaft vor bald 100 Jahren vom italienischen marxistischen Ideologen Antonio Gramsci erfunden wurde.)  Nach Pollacks Meinung kommt aus dem Osten nichts Gutes, wenn es um demokratiepolitische Fragen geht. Redet man aber mit Ungarn, Polen oder Tschechen, so sind sie in überwiegender Zahl der Ansicht, ihre politischen Vertreter haben völlig recht und wir im ehemaligen Westen wären nicht ganz richtig im Kopf, was etwa die Migrationspolitik betrifft.

Hauptberuf: Links

Stichwort Kommentar im Standard: In der nämlichen Redaktion sitzt der gewichtige Hohepriester der linken Meinungsmache. Ex cathedra wirft dort Hans Rauscher auf der Titelseite seine „Einser-Kastln“ ins Leservolk und legt auf der Kommentar-Seite oft noch nach. Schreiben kann er, das muss man ihm lassen, aber er schreibt halt letztlich meistens das Falsche, weil er nach seinen immer wieder durchaus treffenden Darstellungen von Sachverhalten regelhaft die falschen Schlüsse zieht.

Mit seiner letzten Kolumne hat sich Rauscher nun selbst überrundet: Er beschreibt richtigerweise die „Ausländerfrage“ als das dringlichste Thema der Wiener Politik – aber nur, um dann den Teufel mit dem Beelzebub austreiben zu wollen, indem er den Kampf gegen Rechts als die vordringlichste Aufgabe der Wiener SPÖ sieht. Also jener Partei, die in der „Ausländerfrage“ gemeinsam mit den Grünen auf ganzer Linie seit Jahrzehnten und auf Kosten der Wiener totalversagt hat. Medizinisch betrachtet ist so eine Conclusio ein schwerer und lebensbedrohlicher Kunstfehler. Richtig wäre es, den Rücktritt der gesamten Wiener Linken zu fordern, damit nach Neuwahlen endlich eine Mitte-Rechts-Regierung die Malaise reparieren kann.

Irreführung der Bevölkerung

Die Linken betreiben mit ihren Argumentationslinien nicht nur Geschichts- und Gegenwartsklitterung, sondern sie versuchen auch immer wieder, ihre intellektuell unredlichen politischen Umdeutungen zu platzieren. Und sie verwechseln Ursache mit Wirkung: Die aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklung ist keine gelenkte Aktion von „Rechts“, sondern sie ist eine natürliche Reaktion auf zuviel „Links“. Statt innezuhalten und diese notwendige Gegenbewegung zu akzeptieren, kommen Linke ständig mit more of the same daher. Sie agieren dabei wie Feuerwehrleute, die Brandsätze ins schon lodernde Hochhaus schmeissen, weil sie den Spruch, dass man Feuer am besten mit Feuer bekämpft, falsch verstanden haben.

Die große Chance

Wir stehen in Europa kurz davor, das linken Zeitalter endlich zum Abschluss bringen zu können und damit dem Kontinent eine neues, kantiges und definiertes Profil zu verpassen. Die Bürger könnten endlich aus dem Labyrinth herausfinden, das ihnen die 68er hinterlassen haben und durch das sie die alten und neuen Linken weiterhin treiben wollen. Aufgabe jedes logisch denkenden Mensch ist es, immer wieder und wieder auf die Tricks der Rattenfänger hinzuweisen, ihre Fehler aufzuzeigen und ihre Ideologie zu bekämpfen, wo immer man sie findet.

Dr. Marcus Franz / thedailyfranz.at