Die Armut­s­krieger: Afrikas Despe­rados stürmen Europas Grenzanlagen

Seit fünf­und­zwanzig Jahren ver­sucht die Euro­päische Union mit zwei Grenz­zäunen zu ver­hindern, dass illegale afri­ka­nische Ein­wan­derer über die Süd­spitze Spa­niens nach Europa gelangen. Einer der Zäune steht nahe der Exklave Ceuta an der spa­ni­schen Land­grenze zu Marokko, von wo aus es noch ungefähr zwanzig Kilo­meter übers Wasser bis zum euro­päi­schen Festland sind. Anfangs schei­terte der Versuch der Grenz­si­cherung an einem viel zu kurz gera­tenen und bei weitem nicht aus­rei­chend hohen Zaun. Immer wieder machten sich Glücks­ritter aus Afrika mit Erfolg auf den Weg nach Europa. Erst 2005 gelang es Spanien, die illegale Mas­sen­ein­wan­derung mit­hilfe eines auf sechs Meter Höhe ver­dop­pelten und auf eine Länge von über vier­und­zwanzig Kilo­metern aus­ge­dehnten Mehr­fach­zauns effek­tiver zu unter­binden. Mit Sta­chel­draht gesi­chert und strengstens bewacht, hielt er seither Afrikas Despe­rados davon ab, in Scharen illegal nach Europa ein­zu­wandern. Jetzt ist die am besten gesi­cherte Grenz­anlage Europas gefallen. 600 afri­ka­nische junge Männer haben am Don­nerstag den Zaun bei Ceuta gestürmt und sich damit Zugang zur Euro­päi­schen Union ver­schafft. Mit selbst­ge­bauten Flam­men­werfern und ätzendem Brandkalk griffen sie die völlig über­for­derten Grenz­po­li­zisten an, die – euro­päisch zivi­li­siert – keine Waffen ein­setzen durften und den zu allem ent­schlos­senen Mob pas­sieren lassen mussten, der sich den Kameras mit mar­tia­li­schen Gesten als Eroberer des euro­päi­schen Kon­ti­nents präsentierte.

Spa­niens sozia­lis­ti­scher Regie­rungschef Sánchez hat bereits ange­kündigt, den Sta­chel­draht an den Grenz­zäunen ent­fernen zu lassen

Seit wenigen Wochen wird Spanien nach rund sechs­einhalb Jahren unter kon­ser­va­tiver Führung wieder sozia­lis­tisch regiert. Und das bleibt nicht ohne Folgen: In atem­be­rau­bender Geschwin­digkeit wurde die Ein­wan­de­rungs­po­litik der Vor­gän­ger­re­gierung revi­diert. Während, von der deut­schen Öffent­lichkeit nur wenig wahr­ge­nommen, spa­nische Patrouillen jah­relang rund um die Uhr Schlep­per­boote abfingen und zurück nach Afrika eskor­tierten, erreichen inzwi­schen mehr Migranten die EU auf der Mit­tel­meer­route über Spanien als über Italien. Die Vor­zeichen haben sich umge­kehrt, denn nun sind es die Ita­liener, die ihre süd­lichen Häfen kon­se­quent vor ille­galer Ein­wan­derung schützen. Wäh­rend­dessen hat Spa­niens Regie­rungschef Pedro Sánchez bereits ange­kündigt, den Sta­chel­draht an den Grenz­zäunen ent­fernen zu lassen. Dies wird Zehn­tau­sende junger Männer moti­vieren, den Grenz­über­tritt eben­falls in Angriff zu nehmen. Im Grunde könnte Spanien die Zaun­anlage damit auch gleich ganz abreißen. Denn während der durch­schnitt­liche Mit­tel­eu­ropäer Sport nur aus dem Fern­sehen kennt, ist ein sechs Meter hoher Klet­terzaun ohne jede Abwehr­vor­richtung für junge Afri­kaner ein lächer­liches Hin­dernis. Doch nicht nur darin zeigen sich die Unter­schiede, die viel grund­sätz­licher sind: Hier die satten Europäer, weich­ge­spült und wei­nerlich, dort die kämp­fe­ri­schen Afri­kaner, abge­brüht und abge­härtet. Im Kampf um die üppig gefüllten Fleisch­töpfe Europas stehen sich zwei Kul­turen völlig unter­schied­licher Prägung gegenüber – mit vor­ge­zeich­netem Ausgang.

Wir Europäer, vor allem aber wir Deutsche, müssen uns ein­ge­stehen, dass der soge­nannte UN-Migra­ti­onspakt für uns uner­füllbar ist

Kein Mensch kann etwas dafür, in welches wirt­schaft­liche oder soziale Umfeld er hin­ein­ge­boren wird. Und natürlich ist es eine huma­nitäre Pflicht, dort zu helfen, wo die Not groß ist. Dies muss aller­dings vor Ort geschehen, nicht im eigenen Land, weil jeder noch so solide unter­füt­terte Sozi­al­staat irgendwann an seine Grenzen gerät. Es ist in diesem Zusam­menhang weder ras­sis­tisch, noch frem­den­feindlich, den seligen Peter Scholl-Latour zu zitieren, der einmal treffend fest­stellte, dass selbst zu Kal­kutta werde, wer halb Kal­kutta bei sich auf­nehme. Damals ging es um die Armut im mitt­ler­weile auf­stre­benden Indien. Heute sind es vor allem die Regionen des Mitt­leren Ostens und Afrikas, aus denen die Armut Mil­lionen von Men­schen zu uns treibt. Doch es muss jedem klar sein, dass Europa nicht in der Lage ist, Afrika aus­zu­halten – und das im dop­pelten Wortsinn. Deutschland kann dies schon gar nicht. Dazu reicht ein ein­facher Blick auf die demo­gra­fi­schen Daten. Wir Europäer, vor allem aber wir Deutsche, müssen uns ein­ge­stehen, dass der soge­nannte UN-Migra­ti­onspakt für uns uner­füllbar ist. Egal, wie viele NGOs ihre Mit­ar­beiter demons­trieren lassen. Egal, wie viele links-grüne Jour­na­listen feuchte Augen bekommen. Egal, wie viele Poli­tiker uns das Gegenteil ein­reden. Unser Gesell­schafts­system, unsere demo­kra­ti­schen Insti­tu­tionen und unsere Rechts­ordnung fußen auf Über­zeu­gungen und Werten, die ein leichtes Opfer für Men­schen sind, die aus Regionen stammen, in denen das Recht des Stär­keren gilt. Wir werden dem, was da kommt, nicht gewachsen sein, wenn wir so wei­ter­machen wie bisher.


Zuerst ver­öf­fent­licht auf Liberale Warte