Zwei­fel­hafte Medizin – Psy­cho­pharmaka über­schätzt und schädlich!

Die Natur­heil­kundler und Alter­na­tiv­me­di­ziner, Heil­prak­tiker und Kräu­ter­kundler müssen sich ständig gegen das Vor­urteil der Schul­me­di­ziner wehren, es sei ja ganz nett, was sie da so Heil­kun­diges treiben, aber es sei wir­kungslos und daher gefährlich, weil es den Kranken davon abhalte, recht­zeitig die echten und wirk­samen Behand­lungs­me­thoden der einzig nach wis­sen­schaft­lichen Kri­terien behan­delnden Schul­me­dizin in Anspruch zu nehmen. Alles andere sei Betrug, Quack­sal­berei und habe allen­falls Placebo-Wirkung.

Die Beweis­kraft gespon­serter Studien

In die gleiche Kerbe schlägt die Phar­ma­in­dustrie. Ein Medi­kament habe so viele Tests und Prü­fungen zu durch­laufen, dass, wenn es schluss­endlich auf den Markt kommt, seine Wirk­samkeit mehr als bewiesen sein, und seine Sicherheit eben­falls. Nun, wir alle kennen die Bei­spiele, wo das nicht  der Fall ist. Studien über Studien werden als Belege für Phar­ma­zeu­tische Pro­dukte vor­gelegt und ver­öf­fent­licht, doch immer wieder stellt sich heraus, dass der Auf­trag­geber und Finanzier solcher Studien fast immer genau der Her­steller ist, der das wun­derbare Prä­parat auf den Markt bringen und ver­kaufen will.
Außerdem sind die Studien für die Zulassung unge­heuer teuer. Die Kosten gehen in die Mil­lio­nenhöhe. Solche Summen können sich kleine Her­steller von Natur­heil­mitteln gar nicht leisten, egal, wie gut das Mittel wirkt. So musste vor einigen Jahren ein im Rheinland ansäs­siger Her­steller von Herz- und Kreis­lauf­me­di­ka­menten auf Stro­phan­tin­basis auf­geben, weil man die alte Zulassung ein­kas­sierte und die Hürden für eine Neu­zu­lassung zu hoch waren. Preis­werte The­rapien und nicht phar­ma­ko­lo­gisch her­ge­stellte Medizin ver­derben den Markt
Der Spiegel ver­öf­fent­lichte 2010 einen Artikel zu diesem Thema und schrieb: „Problem phar­ma­ge­s­pon­serter For­schung illus­triert ein Review von Leucht und seiner Arbeits­gruppe für evi­denz­ba­sierte Psych­iatrie. 2006 trugen die Experten 42 Studien zusammen, welche die Wirk­samkeit jeweils eines Neu­ro­lep­tikums mit der eines anderen ver­glichen. 33 davon hatten Phar­ma­un­ter­nehmen finan­ziert. Das wenig über­ra­schende Ergebnis: Das Prä­parat des Sponsors schnitt in neun von zehn Fällen besser ab als das Vergleichspräparat.“
Der kana­dische Medi­ziner Joel Lexchin von der York Uni­versity in Toronto unter­suchte Neu­ro­leptika und Anti­de­pressiva, aber auch Medi­ka­mente gegen Arthritis und Throm­bosen. Es waren ins­gesamt 30 ver­schiedene Studien: „Demnach gelangten die von der Phar­ma­in­dustrie bezahlten Tests dreimal häu­figer zu wunsch­ge­mäßen Ergeb­nissen als solche mit anderen Geld­gebern. Publi­zierte For­schungs­er­geb­nisse seien sys­te­ma­tisch im Sinne der for­schenden Phar­ma­un­ter­nehmen verzerrt.“
 

Psy­cho­pharmaka – ein rie­siger Markt

Der ganze Bereich der psy­chisch wirk­samen Medi­ka­mente, ob Anti­de­pressiva, Sedative, Stim­mungs­auf­heller, Neu­ro­leptika usw. ist ein Mil­li­ar­den­markt. Immer mehr Men­schen haben Bur­nouts, endogene und exogene Depres­sionen, leiden unter dau­er­haften Ver­stim­mungen und Ängsten. Man müsste über die eigene Lebens­führung nach­denken, über eine Gesell­schaft, die offenbar den fal­schen Weg geht, wenn so viele Men­schen auf ver­schiedene Weisen so restlos unglücklich, ver­zweifelt und ratlos sind. Aber nein. Der Mensch muss funk­tio­nieren in seinem Sklaven-Hams­terrad, und klappt das nicht wunsch­gemäß, hilft man mit ein paar Psy­cho­pharmaka-Drogen nach.
Immer mehr Men­schen gehen zwar bereits einen anderen Weg mit Selbst­hil­fe­gruppen, Gesprächs­the­rapien, Aus­stei­ger­zeiten, radi­kaler Änderng der Lebens­um­stände und sanften natur­heil­kund­lichen Mitteln, wie zum Bei­spiel Johan­nis­kraut-Kon­zen­traten oder Homöo­pathie. Dagegen muss die Phar­ma­in­dustrie antreten mit ihren Ver­sprechen, dass eine bequeme Pille am Morgen schneller, besser und bequemer wirkt, als der ganze Voodoo-Natur­heilkram, der auf­wändig, zeit­raubend, unbequem, extrem mühsam und dazu auch noch unbe­wiesen sei.

Psy­cho­pillen – nicht besser als Placebos?

Als ob es nicht schon mühsam genug für die Phar­ma­buden ist, ihre Anti­de­pressiva & Co auf dem Markt durch­zu­setzen, erschien ein Artikel in der Newsweek, dass Anti­de­pressiva nicht viel wirk­samer sind als Pla­cebos. Der Beitrag bezieht sich auf eine Unter­su­chung der beiden Autoren und For­scher auf dem Gebiet der Psy­cho­logie Irving Kirsch und Guy Sapi­rstein der Uni­ver­sität Con­nec­ticut. Sie stellten bei der Aus­wertung vieler Studien zu den Wir­kungen von Anti­de­pressiva tat­sächlich fest, dass sich das Befinden der Ver­suchs­per­sonen unter Ein­nahme der Psy­cho­pharmaka in vielen Bereichen deutlich bes­serte. Als die For­scher aber diese Ergeb­nisse mit der Kon­troll-Gruppe ver­glichen, die bei den jewei­ligen Studien unwis­sentlich Pla­cebos, also unwirksame Tabletten ein­nahmen, stellte sich heraus, dass der Unter­schied in der Wirkung minimal war. Die Pati­enten, die lediglich unwirksame Placebo Pillen geschluckt hatten, erreichten eine Ver­bes­serung ihres Befindens von 75% im Ver­gleich zu den Ver­suchs­per­sonen, die das Medi­kament ein­nahmen. Anders­herum gesagt: Drei­viertel der Wirkung von Anti­de­pressiva beruhen auf dem Placebo-Effekt, also auf der Erwartung und Über­zeugung, dass es ja wirken muss.
In seinem Buch „Ana­tonie einer Epi­demie“ stellt der Autor Robert Whitaker anhand einer umfas­senden Meta-Analyse der Langzeit-Wir­kungen und ‑Aus­wir­kungen fest, dass zum Bei­spiel ADHS-Medi­ka­mente keine erwiesene Wirkung haben, aber im Lauf der Zeit zu bipo­laren Stö­rungen führen und dass es Schi­zo­phrenen Pati­enten ohne Medi­ka­mente besser geht als mit. Das ver­ur­sacht keine Jubel­stürme bei der Pharmaindustrie.
In den Ver­ei­nigten Staaten ist das Schlucken von Psycho-Medi­ka­menten noch sehr viel weiter ver­breitet als in Europa. Die Ärzte sind auch sehr viel schneller mit solchen Ver­ord­nungen zur Hand und fast jeder Ame­ri­kaner, der was auf sich hält, hat seine wöchent­lichen Sit­zungen bei seinem Psych­iater oder Psy­cho­logen. Das hat aber kei­neswegs dazu geführt, dass die US-Bürger ein geistig und see­lisch sta­biles, gesundes, glück­liches Völkchen sind. Die Zahlen von Psycho-Pati­enten steigen wei­terhin ständig und auch der Konsum von Psy­cho­pharmaka, und das über Jahre und Jahre. Autor und Ent­hül­lungs­jour­nalist Robert Whitaker hatte dies beob­achtet und stellte sich die ein­fache Frage: „Wenn unsere Medi­ka­mente zur Prä­vention psy­chi­scher Erkran­kungen so wirksam sind, dachte ich mir, warum sind so viele Men­schen nicht mal fähig zu arbeiten? Ich dachte, wir sollten mal auf die lang­fris­tigen Ergeb­nisse schauen und uns fragen: Was zeigen die Beweise? Gibt es eine lang­fristige Ver­bes­serung oder nicht?“

„Psych­ia­tri­scher Erkran­kungen“ – eine selbst­ge­machte und künstlich ver­breitete Epidemie

Whitaker war ursprünglich hoch ange­se­hener Medi­zin­jour­nalist bei der Albany Times Union und schrieb auch immer wieder für den Boston Globe.
1998 gelangte seine im Boston Globe ver­öf­fent­lichte Repor­ta­gen­serie über Recherchen zu Schä­di­gungen durch Psych­iatrie in die End­auswahl für den Pulitzer-Preis. Als er seine Unter­su­chungen begann, glaubte er selbst noch an die Mär vom wis­sen­schaft­lichen Fort­schritt, die die Psychiatrie
seit Jahr­zehnten in der Öffent­lichkeit ver­breitete. Der Öffent­lichkeit machten die Psych­iater weis, solche Ver­fahren würden Psy­chosen heilen, indem sie die Hirn­chemie ins Gleich­ge­wicht bringen.
In seinem Buch “Bad Science, Bad Medicine, and the Enduring Mistre­atment of the Mentally Ill” (“Ver­rückt in Amerika – untaug­liche Wis­sen­schaften, untaug­liche Arz­nei­mittel und die fort­dau­ernde Miss­handlung der psy­chisch Kranken”) legt Whitaker dar, dass sich die psych­ia­tri­schen Erkran­kungen, seit sie in den Sieb­ziger Jahren „in Mode“ kamen, epi­de­mie­artig ver­breitet haben. Es gibt aber nicht nur immer mehr Men­schen, bei denen diese Krank­heiten aus dem psy­chi­schen Spektrum dia­gnos­ti­ziert werden, auch der Ein­zelne wird nicht geheilt, sondern bleibt in einer Dau­er­schleife der Psy­cho­the­rapien und Ver­schrei­bungen von Psy­cho­pharmaka gefangen. Whitaker geht sogar so weit, dass der ganze Markt der Psych­iater und deren The­rapien, Sit­zungen und Ver­schrei­bungen von dafür ent­wi­ckelten Medi­ka­menten in den 70gern erfunden wurde, weil er unge­heuer lukrativ ist. Man habe das „Medi­zi­nische Modell der psych­ia­tri­schen Erkran­kungen“ erfunden, und eine „öffent­liche Geschichte“ dazu, die immer mehr Men­schen davon über­zeugte, dass ihre per­sön­lichen oder beruf­lichen Pro­bleme psy­chische Erkran­kungen seien, die sie mit den wis­sen­schaftlich geprüften und hoch­wirk­samen Medi­ka­menten und einer, zwei, drei Psy­cho­the­rapien beheben könnten. Es gebe, so Whitaker, einen wirt­schaft­lichen Anreiz, eigentlich ganz normale als negativ emp­fundene Gefühle, Ver­hal­tens­weisen, Cha­rak­terzüge und Befind­lich­keiten als Symptom psy­chi­scher Krank­heiten zu defi­nieren, die man mit Medi­ka­menten heilen könne. „Zahl­reiche Krank­heiten wurden regel­recht erfunden, um pas­sende Medi­ka­mente dafür zu ent­wi­ckeln“, schreibt Whitaker.

Erfundene Krank­heiten

Bei jemanden, der früher einfach als schüchtern gegolten hätte, dia­gnos­ti­ziert man dann eine „Soziale Phobie“, die mit einem Antid­pres­sivum wie Paxil behandelt werden musste. Auf­ge­weckte, bewe­gungs­freudige Kinder, meist Buben, die im Klas­sen­zimmer nicht still sitzen wollen und können, sind nicht mehr einfach wilde Jungs, sondern hatten auf einmal ein Auf­merk­sam­keits-Defi­zi­t/­Hy­per­ak­ti­vitäts-Syndrom (ADHS) und sollten Ritalin schlucken.
Die ver­schrie­benen Anti­de­pressiva zeigten sehr wohl auch Wirkung bei schweren Depres­sionen, die auch zwei­felsohne eine ernste Krankheit sind. Robert Whitaker stellte nur fest, dass Leute, die zwar an ihren Depres­sionen arbei­teten, aber keine Psy­cho­pharmaka nahmen, meistens wieder gesund wurden. Die­je­nigen, die Anti­de­pressiva ein­nahmen, erfuhren zwar kurz­zeitig eine Ver­bes­serung, litten aber dann oft lebenslang unter chro­ni­schen Depressionen.
Das wussten die Her­steller dieser Medi­ka­mente von Anfang an – und die ver­schrei­benden The­ra­peuten eben­falls. Die erste Generation anti­psy­cho­ti­scher Medi­ka­mente ver­ur­sachte durch Blo­ckieren des Hirn­bo­ten­stoffs Dopamin und Abschalten vieler höherer Hirn­funk­tionen eine arz­nei­mit­tel­in­du­zierte Hirn­pa­tho­logie. Nach der Markt­ein­führung von Neu­ro­leptika wie Chlor­pro­mazin und Haldol sprachen die Psych­iater selbst davon, die Wirkung dieser Medi­ka­mente sei prak­tisch eine Art „che­mi­scher Lobotomie“.

„Töd­liche Psy­cho­pharmaka und orga­ni­siertes Leugnen“

Robert Whitaker ist mit seinen Recher­che­er­geb­nissen nicht allein. Peter Gøtzsche ist ein Aus­nahme-For­scher. Durch seine jah­re­lange Arbeit in der Cochrane Col­la­bo­ration, die er 1993 mit­be­gründete, ist er geschult im Auf­spüren von Falsch­aus­sagen, die sich meist auf über­trie­benen Heil­wir­kungen von Medi­ka­menten beziehen. Minutiös durch­schaut er die ein­ge­reichten Zulas­sungs­daten und kon­fron­tiert die Her­steller mit tat­sächlich beob­ach­teten Wir­kungen. Auch er hat sich damit nicht nur Freunde gemacht.
Doch niemand kann ihm unsau­beres Arbeiten oder unbe­wiesene Behaup­tungen unter­stellen. Seine Arbeiten basieren auf exakter wis­sen­schaft­licher Beweis­führung und erscheinen fast aus­schließlich in den wich­tigsten medi­zi­ni­schen Fach­zeit­schriften. In seinem Buch  „Töd­liche Psy­cho­pharmaka und orga­ni­siertes Leugnen“ kommt er zu fol­genden Feststellungen:

  • Anti­de­pressiva bringen mehr Schaden als Nutzen
  • Anti­de­pressiva machen abhängig
  • Ein dau­er­hafter Gebrauch von Anti­de­pressiva erhöht das Rück­fall­risiko und kann chro­nische Depres­sionen erzeugen
  • Anti­de­pressiva sind „Zer­störer des Sexuallebens“
  • Anti­de­pressiva haben über­haupt keinen Nutzen bei 90 Prozent aller Depres­sionen und selbst bei den ver­b­lei­denden 10 Prozent ist der Nutzen kli­nisch kaum relevant.
  • Anti­de­pressiva erhöhen bei Men­schen bis 40 Jahren das Suizidrisiko
  • Anti­de­pressiva erzeugen schwere, ernst zu neh­mende Nebenwirkungen
  • Ein Entzug von Anti­de­pressiva kann auch viele Monate oder sogar Jahre nach der letzten Tablette ernst­hafte Sym­ptome nach sich ziehen.
  • Anti­de­pressiva haben über­haupt keinen Nutzen bei Kindern und Jugend­lichen. Zu ihren Risiken gehört jedoch eine Ver­dop­pelung des Sui­zid­ri­sikos. Deshalb, sollte man sie bei Kindern und Jugend­lichen niemals einsetzen.
  • Depres­sionen lassen sich effi­zient und dau­erhaft mit Psy­cho­the­rapie, Sport und anderen Methoden bekämpfen

Medi­ka­mentöse Psy­cho­the­rapie führt in die Abhängigkeit

Peter Gøtzsche refe­riert, was enga­gierte Psych­iater und Autoren wie David Healy, Peter Breggin, Robert Whitaker, Irving Kirsch, Joseph Glen­mullen und viele andere seit Jahren schreiben:
„Die medi­ka­mentöse The­rapie führt in die Abhän­gigkeit. Das ist eines der best­ge­hü­teten Geheim­nisse der Psych­iatrie. Den Pati­enten fällt es schwer, die Mittel abzu­setzen, weil dies Ent­zugs­sym­ptome auslöst. Es ist unglaublich, dass füh­rende Psych­iater diese Tat­sache seit vielen Jahr­zehnten bestreiten und dass die meisten von ihnen heute noch ent­schieden leugnen, dass SSRI abhängig machen können.“
Peter Gøtz­sches ernüch­terndes Fazit ist, dass es keine psych­ia­trische Erkrankung gibt, bei der es Pati­enten besser geht, wenn sie dau­erhaft Medi­ka­mente ein­nehmen. Statt­dessen erhöhen, so Gøtzsche, sämt­liche Psy­cho­pharmaka bei einer Dau­er­be­handlung das Risiko an schweren Neben­wir­kungen zu erkranken. Viele Sub­stanzen greifen zudem die Gehirn­sub­stanz an und führen zu deren Abbau.

Unfä­higkeit, einem nor­malen Leben nachzugehen

Robert Whitaker, der eigentlich nur her­aus­finden wollte, wie es denn sein kann, dass so viele Men­schen, die sich ver­trau­ensvoll in die Hände der Psych­iater und der Phar­ma­in­dustrie begeben, auch nach län­gerer Behandlung nicht wieder in der Lage sind, ein nor­males Leben zu leben und einem Beruf nach­zu­gehen. Und er musste fest­stellen, dass das Ergebnis heißt: „Weil sie sich in die Hände von Psych­iatern und der Phar­ma­in­dustrie begeben haben,“
Es gibt einen tat­säch­licher Anstieg von Fällen, die auf­grund von psy­chi­schen Erkran­kungen unfähig sind, ihrem gewöhn­lichen Leben nach­zu­gehen. Einer von 50 Ame­ri­kanern gilt mitt­ler­weile als psy­chisch krank – vor dem Einsatz von Psy­cho­pharmaka war es gera­demal einer von 300. Und dieser Anstieg pas­siert nicht trotz, sondern gerade wegen der Medi­ka­mente, meint Whitaker: „Was Sie bei jeder Klasse dieser Psy­cho­pharmaka fest­stellen werden, ist auf lange Sicht eine Ver­schlech­terung der Ziel­sym­ptome der Depression oder Psy­chose oder Angst im Ver­gleich zu Pati­enten, die mit einem Placebo behandelt wurden. Selbst beim Ziel­symptom ent­wi­ckelt sich eine größere Häu­figkeit und Schwere der Sym­ptome. Und Sie werden einen ziemlich bedeu­tenden Pro­zentsatz der Pati­enten sehen, bei denen neue und schwere psych­ia­trische Sym­ptome erst durch die Droge selbst aus­gelöst werden.“

Das Gehirn passt sich an die Medi­ka­mente an

Mitt­ler­weile hat man auch her­aus­ge­funden, warum das so ist – und auch die Psych­iatrie und die Phar­ma­ko­logie weiß es: Das Gehirn reagiert auf eine Weise auf die Psy­cho­pharmaka, die ver­sucht, alles aus­zu­gleichen, was die Drogen bewirken. Und damit ent­steht das Problem: Regis­triert das Gehirn, dass ein Dopa­min­blocker seine eigene Dopa­min­er­zeugung blo­ckiert, kämpft das Gehirn dagegen an, indem es mehr Dopamin pro­du­ziert und mehr Rezep­toren für Dopamin, um „seinen Nor­mal­zu­stand“ wieder her­zu­stellen. Anti­de­pressiva, die den Sero­ton­in­spiegel erhöhen, um die Depression zu lindern, funk­tio­nieren eine Weile, doch dann schaltet das Gehirn die Pro­duktion von Sero­tonin immer weiter ab und baut die dazu­ge­hö­rigen Rezep­toren ab, weil nach seinem Dafür­halten zu viel Sero­tonin vor­handen ist. Damit ver­schärft das Psy­cho­phar­makum genau das, was es ja eigentlich beheben soll.
Das hat auf Dauer noch eine weitere, schäd­liche Wirkung, die über die dau­er­hafte Schä­digung des che­mi­schen Gleich­ge­wichtes im Hirn hin­ausgeht: Sogar der kör­per­liche Aufbau, die Phy­sio­logie des Hirns ändert sich. Damit wird der Mensch wirklich auch phy­sisch – und nicht nur psy­chisch – geschädigt und chro­nisch krank und zeigt nun irrever­sibel genau die Sym­ptome, die die Medi­ka­mente heilen sollten.
Ins­be­sondere Kinder, deren Gehirn sich erst noch richtig „ver­drahten“, ent­wi­ckeln und formen muss, dürfen – diesen Erkennt­nissen Rechnung tragend – in keinem Fall mit diesen Mitteln behandelt werden. Auch nicht bei ADHS, will man sie nicht lebenslang zu tat­sächlich psy­chisch und phy­sisch schwer gestörten Pati­enten machen.


Zuerst erschienen bei Connectiv.events