Fake-Mes­sungen in Oldenburg: Wunder der Umwelt­mes­sungen — Abgase ohne Autos

Am Sonntag, 29. Juli 2018, schnellten die Werte für NO2 in die Höhe. Sie lagen 20 µg/Kubikmeter über dem Grenzwert von 40 µg/m3. Ein Mess-Wunder: An diesem Tag war die Straße gesperrt. Es fand ein Mara­thonlauf statt.
(Von Holger Douglas)
Ein Umwelt­wunder ist zu besich­tigen. Kein Auto auf einer nor­ma­ler­weise sehr belebten Straße – dennoch regis­triert eine Umwelt­mess­station hohe Stick­oxid­werte. Geradezu sen­sa­tionell ist das, was eine Mess­station am Hei­li­gen­geistwall in Oldenburg misst.
Am Sonntag, 29. Juli 2018, schnellten die Werte für NO2 in die Höhe. Sie lagen 20 µg/Kubikmeter über dem Grenzwert von 40 µg/m3. Da geschah das Wunder: An diesem Tag war die Straße gesperrt. Es fand ein Mara­thonlauf statt. Über »Hohe Stickoxid-Werte trotz gesperrter Straße« wundert sich sogar der NDR in einem Beitrag.
Die Station am Hei­li­gen­geistwall in Oldenburg sieht aus, als wäre der Con­tainer für die Sperr­müll­sammlung hin­ge­stellt worden. Ver­rostet, ver­ranzt, ver­dreckt. Unten führt ein abge­ris­sener Schlauch heraus, durch das Loch kann alles Mög­liche und Getier ins Innere gelangen.
Dort soll eine hoch­emp­find­liche Mess­ap­pa­ratur sehr genaue che­mische Ana­lysen der Luft vor­nehmen. Sie soll messen, ob 40 µg oder 41 µg oder mehr NOx in der Luft sind. Die Mess­ge­nau­igkeit der Ver­fahren wird all­gemein mit 2,5 µg/m3 ange­geben. Der lausige Zustand des Con­tainers ging bereits aus den Bildern hervor, die uns sei­nerzeit TE-Leser Ulrich H. schickte.
Dennoch: Das ist die einzige Mess­station in Oldenburg, unmit­telbar am Stra­ßenrand gelegen, dort, wo man sicher sein kann, hohe Werte zu erwi­schen. In der Umgebung gibt es noch ein paar billige Pas­siv­sammler. Die messen übrigens allesamt unauf­fällige Werte.
Ein Ergebnis der Mes­sungen also: Ein fast auto­freier Sonntag und dennoch eine Über­schreitung des Grenz­wertes von 40 µg/Kubikmeter Luft. Der maximale Wert lag bei 54 Mikro­gramm pro Kubik­meter Luft. Das war kurz nachdem die Mara­thon­läufer an der Station vor­bei­ge­rannt sind. Haben die so viele Stick­oxide aus­ge­atmet? Oje – und der Fein­staub vom Abrieb der heißen Sohlen erst!
Die Stadt Oldenburg jeden­falls hat vom staat­lichen Gewer­be­auf­sichtsamt Hil­desheim eine Über­prüfung der Anlage gefordert. Die misst offen­sichtlich Mist. Die Mit­ar­beiter mit offen­kun­digem Händchen für Betriebs­feiern und schwarzen Kassen sind bisher ratlos. Eine Antwort haben die Experten für die Luft­mess­sta­tionen bisher nicht. Sie ließen zwar eine App ent­wi­ckeln, mit der sich jeder Smart­phon­ebe­sitzer in Nie­der­sachsen über die Luft­qua­lität infor­mieren und abschätzen kann, ob und wann er zu einem vor­zei­tigen Todesfall wird. Aber Fragen nach der Qua­lität und Serio­sität der Mes­sungen konnten sie bisher nicht beantworten.
Die Sta­tionen sind häufig dort plat­ziert, wo garan­tiert hohe Mess­werte zu erwarten sind. So wurde die Mess­station in Oldenburg im Jahre 2010 umge­stellt. Vorher waren die Mess­werte mit 36 µg/m3 zu gering.
Ver­treter des Luft­mess­netzes Nie­der­sachsen infor­mierten im Jahre 2010 den Umwelt­aus­schuss des Stadt­rates, dass nach ersten Mes­sungen die Kon­zen­tration von NOs in der Stadt am Hei­li­gen­geistwall am höchsten sei – und nach den Maß­gaben des Luft­mess­netzes muss an dem »maß­geblich höchst­be­las­teten Stra­ßen­ab­schnitt« gemessen werden. Das stimmt zwar nach EU-Vor­gaben nicht, nach denen Mes­sungen, die reprä­sen­tativ für ein Gebiet sind, gemacht werden sollen. Das bedeutet: Nicht an der maxi­malen Stelle.

DIE SPINNEN

Die Umstellung ist mess­tech­nisch pro­ble­ma­tisch. Die Ent­wicklung der Werte über die Jahre kann also nicht mehr mit­ein­ander ver­glichen werden. Doch selbst mit einer solch extrem ungüns­tigen Plat­zierung gelingt es kaum, die maxi­malen Grenz­werte zu erreichen. Die Werte für NO2 dürfen nach den Vor­gaben kurz­fristig 200 µg/Kubikmeter Luft erreichen. Sonst dürfte kein Auto mehr fahren, denn in der Rushhour können Abgase kurz­fristig ansteigen und wieder absinken. Doch auch diese Werte liegen weit jen­seits, unterhalb von nach­ge­wie­senen gesund­heit­lichen Schä­di­gungen. Erstaunlich: Oldenburg hat keine Über­schreitung dieses Wertes zu melden. Der Maxi­malwert für den Ein­stunden-Mit­telwert beträgt 112 µg/Kubikmeter. Wohl­ge­merkt: An einer der ungüns­tigsten Stelle gemessen, ein paar Meter weiter, sehen die Werte wieder ganz anders aus. Das belegen die Werte der soge­nannten Pas­siv­sammler, die ziemlich ungenau zwar, aber bil­liger Mess­werte in der Umgebung der Mess­station liefern sollen. Die liegen mit ihren Durch­schnitts­werten allesamt weit unter dem Grenzwert.
»Das stinkt gewaltig«, meint Jasper Ritter von der Nord­west­zeitung und schreibt in seinem Kom­mentar:
»Doch ist die Luft in Oldenburg wirklich so schlecht? Die Ergeb­nisse der Pas­siv­sammler haben gezeigt, dass jen­seits des Hei­li­gen­geist­walls die Welt in Ordnung ist. Und: Sie lassen auch den Schluss zu, dass wohl irgendwas mit der Mess­stelle dort nicht stimmen kann.
Der Marathon hat das erneut unter­mauert. Wenn kein Auto fährt und nur Men­schen laufen, dann werden fast schon Grenz­werte über­schritten. Das stinkt gewaltig. Woran das Mess­problem liegt, muss nun endlich mal seriös ermittelt werden.«
Zwei­fel­hafte Mes­sungen sollen die Grundlage für Fahr­verbote und für die Hatz gegen den Diesel mit Schäden in Mil­li­ar­denhöhe liefern.

WENN DER GRÜNE ARM ES WILL

Wis­sen­schaftler emp­fehlen ein pro­bates Mittel: Für flüs­sigen Verkehr sorgen. Weniger Stau pro­du­ziert weniger Abgase. Eine alte Weisheit. Doch die meisten rot-grün ange­hauchten Stadt­planer setzten bisher immer darauf, den Auto­fahrern das Auto­fahren zu ver­gällen und den Verkehr zu stoppen. Grenz­werte senken und Sta­tionen umstellen – so lassen sich leicht anhal­tende Grenz­wert­über­schreitung und gefähr­liche Luft behaupten. Dubiose Abmahn­vereine, wie die soge­nannte »Deutsche Umwelt­hilfe« (DUH), können Panik schüren und ihr fettes Geschäft weiter darauf auf­bauen. Dabei muss eher die Frage beant­wortet werden, welche Ver­ant­wortung eine solche Orga­ni­sation hat, die auf­grund win­diger Mess­ergeb­nisse die Mär von Tau­senden von Toten in die Welt setzt.
Der Beitrag erschien zuerst bei Tichys Ein­blick hier
Anmerkung der Redaktion
Soeben erreicht uns die Pres­se­mit­teilung des AfD MdB Marc Bernhard mit der Überschrift:
Fahr­verbote wegen Grenzwert-Dogmen
Darin fordert er, den Stick­stoff­dioxid-Grenzwert endlich zum ersten Mal über­haupt objektiv wis­sen­schaftlich zu über­prüfen. Die AfD fordert dies seit Monaten, aber alle anderen Frak­tionen haben sogar die von der AfD bean­tragte Exper­ten­an­hörung abgelehnt.
„Man muss ja schon ziemlich große Angst haben, wenn man sich nicht einmal traut, einer Anhörung zuzu­stimmen, die klären soll, ob es gerecht­fertigt ist, den Men­schen das Auto und damit ihre Freiheit wegzunehmen.“
Bernhard, der auch Mit­glied im Umwelt­aus­schuss ist: „Im Bun­destag wird jetzt fast jede Woche über Diesel-Fahr­verbote gesprochen. Für die Men­schen ver­ändert sich aber nichts, rein gar nichts! Der Stick­stoff­dioxid-Grenzwert von 40 Mikro­gramm ist völlig will­kürlich! Er stützt sich aus­schließlich auf rein theo­re­tische Hoch­rech­nungen ohne jeden prak­ti­schen Bezug.”
Der füh­rende Lun­gen­ex­perte Pro­fessor Köhler ver­gleicht die theo­re­ti­schen Hoch­rech­nungen mit dem „Hexen­hammer“ im Mittelalter:
„Da geht es darum, wie und mit welchen Expe­ri­menten man eine Hexe erkennt. Das wird durchaus rational erläutert. Aber die Grund­frage, ob Hexen über­haupt exis­tieren, wird nie gestellt.“
“Und genauso ist es im Deut­schen Bun­destag, wenn es um Stick­stoff­dioxid geht“, so Bernhard, und er führt weiter aus:
„Alle kli­ni­schen Studien der WHO, den Grenzwert von 40 Mikro­gramm zu bestä­tigen, sind kra­chend gescheitert.
Beim Rauchen einer ein­zigen Ziga­rette atmet man 50.000 Mikro­gramm Stick­stoff­dioxid ein. Eine Schachtel ent­spricht also einer Million Mikro­gramm. Wenn also bereits 40 Mikro­gramm diese Aus­wir­kungen hätte, wie immer wieder behauptet wird, hätte Helmut Schmidt keine einzige Legis­la­tur­pe­riode überlebt.“
Die AfD fordert seit Monaten, den Grenzwert zum ersten Mal über­haupt objektiv wis­sen­schaftlich zu überprüfen.
Selbst in Kali­fornien mit den strengsten Umwelt­vor­schriften der Welt gelten 100 Mikro­gramm. Also das Zwei­ein­halb­fache wie in Deutschland. Die US-Umwelt­be­hörde hat diesen Grenzwert kürzlich nochmal aus­drücklich bestätigt, da dieser, so wörtlich: „Einen ange­mes­senen Schutz der öffent­lichen Gesundheit gewähr­leistet und ins­be­sondere eine aus­rei­chende Sicher­heits­marge gerade auch für ältere Per­sonen, Kinder und Men­schen mit Asthma berücksichtigt.”


Quelle: www.eike-klima-energie.eu