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Nizar Marouf: Hoch erfolgreich, vernetzt, weltoffen. Sein Problem: Ehefrau Sawsan Chebli

28. Oktober 2018

Frau Staatssekretärin Sawsan Chebli täte gut daran, sich für eine Weile aus dem Rampenlicht herauszuhalten. Ihre Einlassungen sind weder ihrer Karriere noch der ihres Schutzpatrons, des Berliner Bürgermeisters Michael Müller und auch nicht den Geschäften ihres Mannes, Nizar Maarouf förderlich. Die Dame sorgt für Verstimmung und Probleme, sobald sie von sich reden macht.

So präsentiert sich Frau Chebli öffentlich als moderate Muslima, modern und weltoffen, gerne mit Rolex am dünnen Hangelenkchen, ihr Umgang ist aber ein vollkommen anderer. Sie gründete den Verein Junger Muslime „Juma“, der sich aber bester Beziehungen mit dem türkischen Verband Ditib erfreut, der als deutscher Interessensverband des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan gilt, welcher bei seinem letzten Besuch in Deutschland siegessicher das Handzeichen der türkischen grauen Wölfe in die Kameras der Presse hielt. Es tummeln sich so allerlei merkwürdige Leute in der Juma, wie beispielsweise eine Juma-Aktivistin, die mit Maschinenpistole im Holocaust-Mahnmal Berlin für Fotos posierte. Frau Chebli selbst ist auf Fotos auch durchaus in der ersten Reihe bei Reden von radikalen Imamen, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden, zu sehen. Beispielsweise bei Imam Abdul Adhim Kamouss, der mit dem späteren IS-Terroristen Deso Dogg/Denis Cuspert in einem Video posierte. Das ZDF recherchierte, dass Frau Chebli über die „Islamische Gemeinschaft Deutschland“ Verbindungen zur Islamistischen Muslimbruderschaft hat, berichtet die Berliner Zeitung. Was sich mittlerweile für ihren Mentor Michael Müller als eine politische Belastung manifestiert.

Der weltoffene, moderne Habitus steht Frau Staatssekretärin recht gut. Wird sie angesprochen auf den ja recht bekannten, radikal-islamistischen Hintergrund, auf dem sie sich bewegt, kontert sie auf ihr Aussehen verweisend: „Ich, eine Islamistin? Schauen Sie mich doch an!“.

Sawsan Cheblis Ehemann, Herr Nizar Maarouf, ist global vernetzt, weltoffen und beruflich sehr erfolgreich. Er steht in geschäftlicher Verbindung mit dem Gesundheitsnetzwerke „Vivantes“, das in öffentlicher Hand im Besitz des Landes Berlin ist und über 10 Klinikstandorte mit 6.000 Betten und 16.000 Mitarbeiter verfügt. Mehr als eine halbe Million Patienten im Jahr werden hier behandelt.

 

 

Es ist kein Zufall, dass PR und öffentlicher Auftritt sehr stark auf international gebürstet sind. Die First-Class Komfort-Kliniken holen unter der Ägide von Herrn Nizar Maarouf immer mehr internationales, zahlungskräftiges Klientel nach Berlin. Deutsche Heilkunst hat einen guten Ruf in der Welt und ist im internationalen Vergleich nicht teuer. Dabei liegt das Augenmerk der Werbung ganz klar auf der arabischen Welt – mit Erfolg. Die Berliner Morgenpost beschreibt den luxuriösen Service für die muslimischen Patienten mit leiser, arabischer Musik auf den Zimmern, vom Lieferservice gebrachtes Halal-Essen vom Feinsten und leistungsstarkem Internet in Luxus-Umgebung. Gebetsteppiche und Koran sind auf Anfrage vorhanden. Man kann auch seine persönlichen Diener mitbringen. Es gibt eine Mini-Bar, einen großen Flachbildfernseher, Klimaanlage und für Politiker und hohe Geschäftsleute auch mit Sicherheitstechnik ausgestattete Suiten.

Die Patienten/Gäste kommen zwar von überall her in deutsche Kliniken, aus China, Russland, den Staaten und den wohlhabenden, arabischen Ländern, doch Vivantes hat sich ganz besonders auf die Araber spezialisiert. Diese Patienten, so die MoPo wünschen mehr Luxus und Betreuung.

Für die Vivantes-Kliniken ein gutes Geschäft, sie sind ausgebucht. Sie können sich die Spezialisten erster Klasse heranholen. Und im Umfeld entstehen neue Geschäftsmöglichkeiten für Dolmetscher, Lieferservices, arabische Videoverleihe, wie auch professionelle Vermittler, die gegen Gebühr alles an Reiseplanung, Annehmlichkeiten, Familienunterbringung, Visa, Währungsumtausch und Formalitäten für arabische Patienten vor Ort in Berlin regeln.

Nizar Maarouf ist ein veritabler Wirtschaftsfaktor in Berlin und Gründungs- und Beiratsmitglied der DAFG, der Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft e.V. und war desahlb auch intensiv involviert, den Besuch Seiner Königlichen Hoheit, des Prinzen Salman bin Abdulaziz Al Saud in Berlin vorzubereiten. Er ist überdies auch im Direktorium des GHORFA, der Arabisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer und des Deutschen Orient-Institutes und auch noch Mitglied im Beirat der Quadriga-Universität Berlin. Auf der Seite „Board of Trustees“ des Deutschen Orient Institutes ist sein Name direkt mir der Vivantes Klinik verlinkt.

Ob es einem so erfolgreichen Top-Wirtschaftsmann recht sein kann, dass, gibt man seinen Namen in Google ein, erst einmal zwei Seiten mit Beiträgen über die von seiner Ehefrau geschossenen Böcke gefüllt sind? Und die Strecke, die sie vorweisen kann, ist beachtlich.

Offensichtlich sind die brillanten Beziehungen von Herrn Maarouf ein bedeutender Faktor für den Erfolg der Vivantes Kliniken, denn auch in anderen großen Städten versuchen sich Kliniken darin, mit international ausgerichteter PR zahlungskräftiges, internationales Klientel – vor allem aus dem arabischen Raum – heranzuholen. Das scheint aber nicht ganz so einfach zu sein und risikobehaftet, fehlen einem die Connections. Das Klinikum Stuttgart jedenfalls steckt bis über die Halskrause in Schwierigkeiten. Die Pleite der medizinisch gut ausgerüsteten Kliniken Stuttgart hängt mit sehr undurchsichtigen „Abrechnungsdifferenzen“ bei verschiedenen Scheichs zusammen. Das Drama kam schon im Dezember 2015 ans Licht.

Das Katharinenhospital war bis dato wirtschaftlich erfolgreich. Unter Linksgrüner Stadtregierung erwirtschaftete es Defizite bis 26 Millionen Euro. Dabei war in den letzten Jahren fast eine Milliarde investiert worden. Doch anders als unter der Führung des geschickten und gut vernetzten Geschäftsführers von Vivantes, kam die Stuttgarter Klinik nicht an ihr Geld. Die libyschen Scheichs zahlten einfach nicht. Beste Behandlung für 28,4 Millionen Euro, aber 9 Millionen fehlen.

Zur Zeit wird das undurchsichtige Geflecht von falschen Abrechnungen, überhöhten Abfindungen, Betrug und dubiosen Verträgen mit arabischen Staaten von der Staatsanwaltschaft durchforstet:

Die Machenschaften der International Unit am Klinikum erfüllen alle Voraussetzungen, um einer der größten Skandale der Stuttgarter Nachkriegsgeschichte zu werden. Es geht um Betrug, Bestechung und Untreue, es geht um Kriegsversehrte und schwerreiche Scheichs, es geht um dubiose Verträge mit Staaten wie Libyen und Kuwait – kurz: Es geht um einen Plot, der locker für einen mehrteiligen Agententhriller reichen würde.