Anti­biotika – Ein Feind des Darms und was Sie sonst noch beachten sollten

Die Ent­de­ckung des Anti­bio­tikums Peni­cillin gilt als Mei­len­stein in der Medi­zin­ge­schichte. Zahl­reiche zuvor unheilbare Krank­heiten sind seither behandelt worden. Anti­biotika sind medi­zi­nische Wirk­stoffe, die gegen Infek­tionen durch Bak­terien und einige wenige Pilze ein­ge­setzt werden. Anti­biotika helfen nicht gegen Krank­heiten, die durch Viren, z.B. Husten, Schnupfen, Bron­chitis oder Grippe, aus­gelöst werden. Bekannte Anti­biotika-Gruppen sind Peni­zilline, Tetra­zy­kline und Chlor­am­phe­nicole. Je nach Wirk­stoff sinkt dadurch zumindest vor­über­gehend auch die Zahl unter­schied­licher Darm­bak­terien. Anti­biotika können Leben retten, werden aber viel zu häufig und feh­lerhaft ein­ge­setzt. Der Nachteil häu­figer Ein­nahmen sind Durch­fälle, Übelkeit und Anti­bio­ti­ka­re­sis­tenzen (Wider­stand) durch die Zer­störung wich­tiger Darm­bak­terien. Die größte Neben­wirkung kann jedoch die Schä­digung des Immun­systems sein.
Die größten Feinde des Darms sind Anti­biotika (schä­digen die Darm­flora und pro­du­zieren Gifte), Cor­tison, Hormone, Schad­stoffe im Essen, Umwelt­gifte und Schwermetalle.
Anti­biotika stören das bio­lo­gische Gleich­ge­wicht der Darm­flora und begüns­tigen das Wachstum krank­heits­er­re­gender Keime. Sie ver­nichten nicht nur die „bösen“ Bak­terien, sondern auch die „guten“ Bak­terien und schä­digen die Darm­schleimhaut. Anti­biotika schaffen Sied­lungs­plätze von anae­roben Fäulnis- und Krank­heits­keimen. Sie töten die Bak­terien, aber keine Viren.
Anti­biotika beein­flussen die Auf­nahme von Mikro­nähr­stoffen, da sie bei der Auf­nahme im Körper die­selben Stoff­wech­selwege haben. Zum Teil kon­kur­rieren sie dabei um die­selben Enzyme und Trans­portwege. Durch die Wech­sel­wirkung der Arz­nei­mittel unter­ein­ander kann sich dies auch auf den Mineral- und Vitamin-Haushalt aus­wirken. Die Ein­nahme von Anti­biotika schädigt auch die Mito­chon­drien. Für einen nega­tiven Effekt reicht schon eine ein­malige Anti­biotika-Behandlung aus.
Die Anti­biotika-asso­zi­ierte Diarrhoe (Durchfall) bezeichnet einen durch die Ein­nahme von Anti­biotika ent­stan­denen Durchfall. Unter Anti­biotika-asso­zi­ierte Diarrhoe werden unter­schied­liche Krank­heiten zusam­men­ge­fasst, die alle zu einem Durchfall während oder bis zu acht Wochen nach Ein­nahme eines oder meh­rerer Anti­biotika führen.
Dabei spielt es keine Rolle, ob das Anti­bio­tikum geschluckt oder als Infusion direkt in das Blut gegeben wird. Anti­biotika können auch eine blei­bende Schä­digung der Darm­flora ver­ur­sachen, ins­be­sondere bei häu­figer oder hoch­do­sierter Gabe dieser Medi­ka­mente in der Kindheit.
Die Wirk­stoffe Cipro­flo­xazin, Levo­flo­xazin oder Oflo­xazin und Chi­nolone sind derzeit die am häu­figsten ver­ord­neten Anti­biotika. Sie können jedoch ernste Neben­wir­kungen ver­ur­sachen, zum Bei­spiel Seh­nen­risse, Haut- und Ner­ven­schäden, psy­chische Pro­bleme wie Panik­at­tacken, Angst­zu­stände, Ver­wirrung und Depression. Manche Beschwerden bleiben bestehen, selbst wenn das Anti­bio­tikum abge­setzt wird. Wis­sen­schaftler machen schon länger darauf auf­merksam. 2016 wurden in den USA strenge Warn­hin­weise für die Mittel ver­öf­fent­licht. (Quelle: test.de)
 
Neben­wir­kungen von Antibiotika

  • Angst­zu­stände
  • Depres­sionen
  • Haut­re­ak­tionen wie Rötungen und Juckreiz
  • Herz­jagen (Tachy­kardie)
  • Kopf­schmerzen
  • Krampf­an­fälle
  • Leber­funk­ti­ons­störung und Leberentzündung
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall und Übelkeit
  • Mus­kel­schmerzen und Krämpfe
  • Nie­ren­ver­sagen
  • Ohren­sausen
  • Schei­denpilz-Infek­tionen
  • Schwer­hö­rigkeit
  • Schwindel
  • Seh­stö­rungen
  • Zittern

Dies sind nur einige der mög­lichen Neben­wir­kungen. Die kom­plette Liste auf dem Bei­pack­zettel ist wesentlich länger.
 
Anti­biotika in Lebensmitteln
Die ca. 736 Tonnen Anti­biotika, die in der indus­tri­ellen Mas­sen­tier­haltung in Deutschland jährlich ver­füttert werden, sind eine Gefahr für die Tiere, aber auch für die Men­schen. Denn auch in Tieren ent­wi­ckeln sich resis­tente Bak­terien, die wir mit dem Fleisch mit­essen. Unge­ahnte Über­tra­gungswege können sogar Veganer krank machen. Auch auf Sprossen, Salat, Tomaten, Gurken und Kar­toffeln konnten mul­ti­re­sis­tente Keime nach­ge­wiesen werden. Die Bak­terien gelangen über die Abluft der Ställe oder die Gülle in die Umwelt und kon­ta­mi­nieren so selbst die Gemüsefelder.
Anti­biotika im Fleisch können bei emp­find­lichen Men­schen zu all­er­gi­schen Reak­tionen führen.
Nicht nur Anti­biotika können die nütz­liche Darm­flora aus dem Gleich­ge­wicht bringen. Andere Medi­ka­mente haben einen ähn­lichen Effekt, wie eine Studie zeigt. Demnach hemmt jedes vierte der für die Unter­su­chung ana­ly­sierten nicht anti­bio­ti­schen Medi­ka­mente das Wachstum von Bak­terien, die natür­li­cher­weise im mensch­lichen Darm vor­kommen – vom Ent­zün­dungs­hemmer bis zum Antipsychotikum.
 
Helden im Darm – mit der rich­tigen Darm­flora zur Gesundheit
Men­schen reden nicht gerne über Pro­bleme mit ihrem Darm – sie reden über­haupt nicht gerne über dieses Organ. Dabei ist der Darm so wichtig!
Ein funk­tio­nie­render Darm ist das Wich­tigste für unsere Gesundheit. Im Darm, dem größten mensch­lichen Immun­organ, befinden sich etwa 80 Prozent aller Immun­zellen, die unseren Orga­nismus vor Viren, Bak­terien, Umwelt­giften und Krank­heiten schützen.
Die Erfor­schung der Magen-Darm-Welt und ihrer Bewohner boomt seit etwa zehn Jahren. In diesen wenigen Jahren hat man die zen­trale Stellung des Darms und des Mikro­bioms (= Gesamtheit aller Bak­terien in unserem Ver­dau­ungs­trakt) in Bezug auf die Nähr­stoff­auf­nahme und auf alle Regu­la­ti­ons­me­cha­nismen ent­schlüsselt. All­ergien, Nah­rungs­mit­te­l­un­ver­träg­lich­keiten und andere Erkran­kungen sind ein Zeichen dafür, dass Ihr Immun­system nicht richtig funk­tio­niert. Die Ursachen können viel­fältig sein, oftmals ent­steht eine Störung der Darm­flora durch falsche Ernährung, Umwelt­gifte und Antibiotika.
 
Die Gesundheit beginnt im Darm 
Unser Körper besteht zu 90 Prozent aus Mikroben – das sind Bak­terien, Viren und Pilze – und nur zu 10 Prozent aus Mensch. Deshalb müssen wir für unsere „guten“ Bak­terien sorgen. Im Darm eines Men­schen leben Bil­lionen von Darm­bak­terien. Sie wohnen an den inneren Schleim­häuten des Darms und werden in ihrer Gesamtheit als Darm­flora bezeichnet.
Im Darm, dem größten mensch­lichen Immun­organ, befinden sich etwa 80 Prozent aller Immun­zellen, die unseren Orga­nismus vor Viren, Bak­terien, Umwelt­giften und anderen Belas­tungen schützen.
Die Darm­bak­terien sind sehr wichtig für unsere Gesundheit. Sie steuern das Immun­system, ver­sorgen uns mit Vit­aminen, beein­flussen das Kör­per­ge­wicht und schützen uns vor Darm­er­kran­kungen. Eine gesunde Darm­flora ist lebensnotwendig.
Eine gestörte Darm­flora kann Ursache vieler Krank­heiten sein, wie zum Bei­spiel All­ergien, Erkältung, Depression, Nah­rungs­mit­te­l­un­ver­träg­lich­keiten, Rheuma, Krebs und viele andere.
„In dem ‘Bericht zum Krebs­ge­schehen in Deutschland’ von 2016 berichtet das Robert-Koch-Institut, dass in Deutschland etwa 483.000 Men­schen an Darm­krebs erkrankt sind – jährlich gibt es etwa 58.900 Neuerkrankungen.

„Ein gesunder Darm ist die Wurzel aller Gesundheit.“

(Hip­po­krates)

Die Bedeutung der Bak­terien für unsere Gesundheit wird in den letzten Jahren immer deut­licher, und sie über­steigt die Vor­stellung frü­herer Ärzte und Wis­sen­schaftler bei weitem. Heute wissen wir:
Die Bak­terien in unserem Darm ver­sorgen uns nicht nur mit Nähr­stoffen und halten uns Krank­heits­er­reger vom Hals, sie greifen auch über Boten­stoffe in unseren Stoff­wechsel ein und können wahr­scheinlich sogar unser Ver­halten beeinflussen.
In den letzten Jahren bekommen die uns besie­delnden Bak­terien so viel Auf­merk­samkeit wie noch nie. Wis­sen­schaftler erfor­schen das ver­steckte Mikro­ben­reich mit Hoch­druck und haben einen neuen Aus­druck dafür geprägt: die Mikro­biota. Für die Gesamtheit der Mikroben-Gene in und auf unserem Körper fanden sie den Begriff Mikrobiom.
Der Darm kann u.a. für All­ergien, Nah­rungs­mit­te­l­un­ver­träg­lich­keiten, Immun­stö­rungen, Haut­er­kran­kungen, Migräne, Alz­heimer, Krebs, Depres­sionen, Über­ge­wicht, Autismus und ADHS ver­ant­wortlich sein.
 
Syn­biotika – Helfer für die Darmflora
Als Syn­biotika bezeichnet man Nah­rungs­mittel und Nah­rungs­er­gän­zungs­mittel, die Pro- und Prä­biotika ent­halten. Dabei haben Pro­biotika die Aufgabe, die Darm­flora wieder ins Gleich­ge­wicht zu bringen, während Prä­biotika jene Stoffe sind, die den Bak­terien Energie liefern. In Kom­bi­nation unter­stützen sie die spe­zi­fische Ver­mehrung lebens­wich­tiger Bak­terien in unserem Darm und fördern ihre Akti­vität und Überlebenschance.
Sowohl Prä­biotika als auch Pro­biotika fördern eine gesunde Ver­dauung und stärken unser Abwehr­system, denn sie unter­stützen die Darm­flora und ver­hindern die Ver­mehrung schäd­licher Bakterien.
Sie sind in ver­schie­denen Lebens­mitteln ent­halten, können aber auch als Nah­rungs­er­gän­zungs­mittel ein­ge­nommen werden. Wer seine Darm­flora auf­bauen will, sollte regel­mäßig pro­bio­tische und prä­bio­tische Lebens­mittel essen und als Nah­rungs­er­gän­zungs­mittel ein­nehmen, um die Darm­tä­tigkeit dau­erhaft zu verbessern.
Das Buch „Helden im Darm“ erklärt Ihnen, wieso es zu einer gestörten Darm­flora kommt und was Sie gegen all diese vielen Ver­dau­ungs­be­schwerden wie Bauch­krämpfe, Blä­hungen, Durchfall, Ver­stopfung, Ver­dau­ungs­rück­stände, Bauch­spei­chel­drü­sen­schwäche, Magen­säu­re­mangel und Nah­rungs­mit­te­l­un­ver­träg­lich­keiten und ‑all­ergien, wie Fruktose‑, Laktose, Gluten- und Hist­amin­in­to­leranz, und Darm­er­kran­kungen wie Leaky-Gut-Syndrom, Darm­krebs, Darm­ent­zündung, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Diver­ti­ku­litis, Reiz­darm­syndrom machen können.

Helfen Sie Ihrem Darm wieder zu voller Gesundheit.

Bringen Sie Ihre Darm­flora mit den „guten“ Darm­bak­terien wieder ins Gleichgewicht.

Wie das geht, erfahren Sie in diesem Buch.

Nur wenn es dem Darm gut geht, geht es auch Ihnen gut.

Helden im Darm — Mit der rich­tigen Darm­flora zur Gesundheit
ISBN 9783981537574, 161 Seiten, gebunden, 17,90 €