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Whistleblower Politik

Was will die katholische Kirche noch vertuschen? – „Kommission gegen Missbräuche“ mit fragwürdigem Personal besetzt

10. Dezember 2018

Die Infiltrierung der Bischöfe und selbst der Vatikanämter von homosexuellen Seilschaften wird immer deutlicher – jetzt auch in der Kommission für die Missbrauchsfälle?

Der Vatikan hat die Gründung einer Kommission zur Untersuchung für Missbrauchsfälle bekanntgegeben. Nachdem Papst Franziskus die amerikanischen Bischöfe in ihren Bemühungen blockiert hatte, gab jetzt der Vatikan bekannt, dass Bischöfe weltweit zu einer Konferenz vom 21.-24. Februar nach Rom berufen werden, um sich mit den Missbrauchsfällen in der Kirche auseinanderzusetzen.

Auffällig bei der Zusammensetzung der Kommission ist Mitglied Kard. Blase Cupich – Franziskus enger Vertrauter und Sprachroht des liberalen Katholizismus – und die Abwesenheit von Kard. Seán O‘Malley, dem Präsidenten für die Päpstliche Kommission zum Schutz von Minderjährigen.

Cupich ist seit langem Papstfavorit und fiel in der Vergangenheit durch Stellungnahmen bezüglich der Missbrauchsskandale auf, wobei er sich nicht um die Opfer kümmerte, sondern die Bedeutung der Aufarbeitung abwertete: „Wir haben eine größere Agenda, als uns davon ablenken zu lassen.“

Während einer Versammlung der amerikanischen Bischofskonferenz drückten einige konservative Bischöfe ihre Enttäuschung über die Blockade des Papstes bezüglich ihrer Initiative aus, wobei Cupich aus dem Publikum den Papst verteidigte: „Es ist deutlich, dass der Heilige Stuhl die Missbrauchskrise ernst nimmt.“

Kardinal O’Malley ist Mitglied des sogenannten „C9“ Papstrates und kritisierte den Papst öffentlich für sein Verhalten bezüglich Missbrauchsopfern in Chile und die Handhabung des Viganò Briefes, der Vertuschung des ehemaligen Erzbischofs von Washington, Theodore McCarrick, aufdeckte. Es sei verständlich, dass die Papstaussagen bei den Opfern „großes Leid“ auslösten, erklärte er; der Papst scheine „die Leidenden zu verlassen, obwohl sie schreckliche kriminelle Angriffe auf ihre menschliche Würde erleiden mussten, und er verweise Überlebende in verrufenes Exil.“

O’Malley offenbarte Ende November in Boston seine Arbeit als Anlass des Bischofstreffens im Februar: „Der Vorschlag für ein solches Treffen wurde von der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen ausgearbeitet, vom Kardinalsrat überprüft und anschließend vom Heiligen Vater angenommen. Ich freue mich, dass dieses Treffen vom Heiligen Vater einberufen wurde, und ich werde gerne daran teilnehmen.“

Die Einberufung des Treffens ging also nicht von Franziskus aus, vielmehr scheint es, dass er von seinen (guten) Ratgebern, dazu gedrängt werden musste. Wobei O’Malley nicht Teil der Vorbereitungskommission ist.

Für den aufmerksamen Beobachter allerdings löst dies keine Verwunderung aus, da O’Malley öffentlich den Papst kritisiert hatte – etwas, das in der Regierung des „Diktatorpapstes“ keinen Platz findet.

Cupich verlieh weniger als zwei Jahre vor der öffentlichen Ächtung McCarricks, den „Geist von Papst Franziskus“-Preis an McCarrick. Er gilt als sein enger Freund und wurde wenig später zum Kardinal gemacht, ähnlich wie Kardinal William Tobin und Kevin Farrell, die sich alle als liberale Kirchenmänner herausgestellt haben.

Der Name „McCarrick“ ist im Nachhinein von der Webseite des „Geist von Papst Franziskus“-Preises gelöscht worden.

Ein weiteres Mitglied der Kommission ist Jesuitenpater Hans Zollner, der seit 2014 auch als Mitglied der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen wirkt.

Vielversprechend scheinen also die Ergebnisse dieser Kommission – jedenfalls in dieser Zusammensetzung – nicht zu werden.

(jb)


Quelle der Erstveröffentlichung: FreieWelt.net


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