Brandstifter Maas - Collage Hanno Vollenweider - Bild Heiko Maas: By Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0, Link
Islamismus & Terror

Heiko Maas: Mit Blindheit gegen Unwissen und Antisemitismus

29. Januar 2019

Von Roger Letsch – Außenminister Heiko Maas beweist wieder einmal, wie oberflächlich und eindimensional sein Denken ist. Richtig ist, dass der Antisemitismus zunimmt in Europa und in Deutschland. Maas blickt jedoch in die falsche Richtung, wenn er mal wieder die Gefahr von rechts propagiert und die Gefahr des millionenfach importierten islamischen Antisemitismus ignoriert. Der Islam als Quelle des Hasses kommt in Heikos Schulaufsatz, dem „Die Welt“ eine Bühne gab, überhaupt nicht vor. Und er macht unverzeihliche Kategoriefehler, wenn er anmahnt, Gedenkstätten wie das Haus der Wannseekonferenz zu besuchen, wo der Massenmord an den Juden geplant wurde. Auschwitz, Bergen-Belsen, Buchenwald… das alles sind genuin deutsche Schreckensorte, an denen gewiss deutsche Jugendliche etwas über ihre Großväter und Urgroßväter lernen können – den islamischen Antisemitismus tangieren sie nicht, weil diese Orte nur Teil der deutschen Vergangenheit sind, nicht aber der Vergangenheit von Migranten aus Syrien, Sudan oder Afghanistan.

Das heißt natürlich nicht, dass man das spezifisch deutsche Erinnern unterlassen sollte. Die Geschichte ist wie sie ist und es ist wichtig, sie zu kennen. Aber der zunehmende Antisemitismus in Deutschland speist sich nicht allein aus völkisch-rassisch-nationalem Murks, sondern immer stärker aus einem vom Islamismus gekaperten linken Internationalismus. Das äußert sich in BDS-Boykotten von israelischen Waren und jüdischen Künstlern und Sportlern, UN-Sanktionen im Minutentakt gegen Israel, Hamas-Solidarität, verdrehender Berichterstattung über Anschläge und Raketenbeschuss Israels aus dem Gazastreifen und vor allem in dem beharrlichen Schweigen der Bundesregierung zu solchen Vorfällen.

Statt BDS auf die Liste der Terrorunterstützer zu setzen, lässt man deren Schreihälse gewähren. Statt die Drohungen Teherans gegen Israel ernst zu nehmen, kuschelt man mit den Mullahs, um die guten Geschäfte nicht zu gefährden. Statt Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, wettert man gegen Trump, der dies angeblich nur tat, um seinem jüdischen Schwiegersohn einen Gefallen zu tun. Statt bei hanebüchenen Verurteilungen Israels bei der UN konsequent mit „Nein“ zu stimmen, enthält Deutschland sich oft der Stimme und reiht sich manchmal sogar in die Phalanx der islamischen Staaten ein, für die noch der letzte umfallende Sack Reis in Rāwalpindi einen Vorwand liefert, Israel zu verurteilen.

Seltsame Vorstellungen von Liberalität

Schon die erste Aussage des Elaborats von Heiko Maas zeigt, wie wenig unser Außenminister sein Land kennt. „Die Auseinandersetzung mit dem NS-Unrecht hat dazu beigetragen, dass unser Land heute liberal ist.“ Die Vorstellung, Deutschland sei ein liberales Land, kommt natürlich von der in linken Kreisen sehr häufigen falschen Verdrahtung des Begriffes „liberal“. Denn diese Freiheit definiert man gern als etwas, das der Staat seinen Bürgern schenkt, nicht als Freiheit jedes einzelnen Bürgers von der Gängelung eben dieses Staates. Gerade was diesen Aspekt angeht, hat die Gängelung der Bürger in den letzten Jahren sehr stark zugenommen.

Außerdem ist es geradezu unanständig, die Überwindung der NS-Zeit zu einer Art Katharsis aufzublasen, so als wäre Deutschland zu lichten moralischen Höhen gelangt, weil man sich mit deutschem Unrecht auseinandersetzte. Dieser Zungenschlag ist typisch für die deutsche Politik der letzten Jahre, impliziert er doch eine moralische Überlegenheit, die sich aus dem größtmöglichen Kontrast zwischen dem absoluten Verbrechen des Holocaust und des absolut Guten der Weltrettung ergibt. Politiker, die noch im Jahr 2019 in ihren Reden reflexhaft Halteleinen am Nationalsozialismus anbringen, um angesichts ihres eigenen kleinen Lichts mehr Strahlkraft zu bekommen, sind in Wirklichkeit geschichtsvergessene kleine Wichte, die keine Antworten auf die Fragen der Gegenwart haben.

Juden kommen im maasschen Sinne des Begriffes „liberal“ nur vor, wenn man mit ihnen Identitätspolitik machen kann, während man auf der anderen Seite ausgerechnet jene Kräfte hofiert und finanziert, die mit der jüdischen Identität so ihre „Probleme“ haben und die sich auch nicht mit dem Verweis auf den Holocaust wegerziehen lassen. Deutsche Gelder fließen an Islamverbände mit eindeutiger Agenda, deutsche Gelder fließen ebenfalls, gelenkt vom Außenministerium und der EU, nach Gaza und füllen dort die Kriegskasse der Hamas. Ein Blick auf unser Nachbarland Frankreich und den dort zunehmenden Antisemitismus sollte unserem Außenminister sein Amt eigentlich erlauben. Die in jüngster Zeit zunehmenden Morde und Gewalttaten gegen französische Juden, deren zunehmende Verunsicherung und daraus folgend die stark gestiegene Auswanderung nach Israel, sprechen eine deutliche Sprache. Die Täter waren radikalisierte junge Muslime, Migranten wie Franzosen, denen nicht mit Besuchen in Gedenkstätten oder warmen Worten eines Politikers beizukommen ist.

Der zunehmende Antisemitismus in Deutschland speist sich aus denselben Quellen, doch Heiko Maas rührt alle Vorfälle zusammen und ruft zum „Kampf gegen rechts“, den er jedoch mit falschen Beispielen begründet. Den Hitlergruß zeigen neben deutschen Volldeppen auch die Anhänger von Hamas und Hisbollah, es ist deren offizielles Erkennungszeichen. Der Mann, der als Täter im Berliner „Kippa-Vorfall“ verurteilt wurde, war kein deutscher Neonazi, sondern Syrer und der jüdische Junge, der an einer Berliner „Schule ohne Rassismus“ geschlagen und bedroht wurde, musste sich nicht vor seinen deutschen Mitschülern fürchten – davon gab es in seiner Klasse ohnehin kaum welche.

Maas, der zu den lautesten Posaunenbläsern gehörte, welche die Vorgänge in Chemnitz am liebsten zu einem faschistischen Putschversuch aufgeblasen hätten, zeigt auch in seinem Gastbeitrag in der Welt, wie erschreckend naiv und rückwärtsgewandt sein Blick auf den grassierenden Antisemitismus in Deutschland ist. Denn während der tapfere Heiko noch versucht, die Machtergreifung der Nazis im Jahr 1933 zu verhindern, wird in München der Karikaturist Dieter Hanitzsch für sein Lebenswerk ausgezeichnet – obwohl er die SZ wegen einer stereotypen und stürmerreifen Karikatur verlassen musste. In Köln wurde jahrelang die vor Lügen, Unterstellungen und antisemitischen Stereotypen nur so strotzende „Klagemauer“ von Walter Herrmann auf der Domplatte geduldet.

Die deutsche Politik vergießt Krokodilstränen der Reue in die Vergangenheit, zeigt sich aber blind gegenüber den neueren Ausprägungen des Antisemitismus in Deutschland, weil sie ihn durch ihre monochrome Geschichtsbrille einfach nicht erkennen kann. Der latent vorhandene Bodensatz von ultrarechten, unbelehrbaren, ressentimentgeladenen Vollidioten dürfte in Deutschland erfreulicherweise nur wenige Promille betragen. Die waren und sind leider unerreichbar für Belehrung und Aufklärung, ganz gleich, ob es sich um engagierte Überlebende der Shoah als Vortragsreisende handelt oder um moralisch aufgeblasene Außenminister, die „wegen Auschwitz“ in die Politik gingen. Wir sollten jedoch ausreichend Rechtsmittel haben, um mit diesem Problem fertig zu werden.

Die Quelle und Erklärung für die aktuelle Zunahme des Antisemitismus findet sich hingegen nicht in Schriften, die den Nationalsozialismus verherrlichen, sondern in dessen dankbaren Rezipienten in Teheran, Ramallah, Gaza oder Kabul, weshalb eine „Immunisierung“ durch Besuche in Auschwitz oder dem Haus der Wannseekonferenz auch nicht funktioniert. Die Vorstellung, wir könnten es schaffen, dem aufwachsenden latent antisemitischen Bevölkerungsanteil hierzulande im Zuge der staatlich verordneten Integration auch gleich unsere Vergangenheit und unsere Schlussfolgerungen daraus aufs Gewissen zu laden, um sie so gegen Antisemitismus zu immunisieren, der bei vielen ganz andere Quellen hat, könnte sich als gigantische soziologische Fehlleistung erweisen. Die Fehlbesetzung des höchsten diplomatischen Amtes Deutschlands mit Heiko Maas darf man hingegen bereits heute als gesicherte Erkenntnis sehen.

Als Ralph Giordano im Jahr 2008 eine vielbeachtete Rede auf der „kritischen Islamkonferenz” hielt, war Maas im Saarland Landespolitiker, sein „Erweckungserlebnis” lag also bereits hinter ihm. Es scheint jedoch nicht so, als hätte er viel gelernt von einem Überlebenden der Shoah, der bereits vor mehr als zehn Jahren überdeutlich machte, welche Probleme auf Deutschland zukommen, wenn es weiterhin seiner Obsession für die Opfer der Vergangenheit frönt und gleichzeitig die Täter der Zukunft gewähren lässt.


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