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Politik

SPIEGEL-Gefechte: Die Namen jener, die Relotius hochjubelten, werden getilgt

16. Januar 2019

Götz Aly, renommierter Historiker und Politikwissenschaftler, stellte in der Berliner Zeitung laut die Frage, wer es eigentlich war, der Claas Relotius mit Preisen überhäufte und warum sich diese Persönlichkeiten nun in Schweigen hüllen.

Götz Aly, der den Mainstream immer wieder in Wallung versetzt, indem er den Mythos der 68-er Generation entzaubert oder öffentlich fragt: „Wie links war die NSDAP?“, bezog auch zum Fall des Spiegel-Märchenerzählers Relotius Stellung. In seiner Kolumne in der Berliner Zeitung thematisierte er das „Schweigen der Juroren“, die Claas Relotius all die vielen Journalistenpreise zujubelten. Doch ausgerechnet der Absatz, der die Namen der Juroren beinhaltet, sei laut Perlentaucher aus mutmaßlich kollegialer Rücksichtnahme nicht veröffentlicht worden.

Jedoch zirkuliere auf Facebook eine vollständige Version von Götz Alys Artikel, der folgende Namen nennt:

◾Gerhard Fürst (Bischof, Diözese Rottenburg-Stuttgart)

◾Tina Hassel (ARD),

◾Brigitte Huber (Chefredakteurin, Brigitte),

◾Claus Kleber (ZDF),◾Friedrich Küppersbusch (TV-Produzent),

◾Markus Lanz (Moderator),

◾Caren Miosga (ARD),

◾Ines Pohl (Chefredakteurin, Deutsche Welle),

◾Evelyn Roll (Journalistin, Autorin);

◾Theo Sommer (vormals Chefredakteur der Zeit),

◾Jörg Thadeusz (Moderator, WDR),

◾Ulrich Wickert (Stifter).

Zwischenzeitlich sind die Namen fast überall getilgt.

Auch das Reporter-Forum, das Relotius mehrfach ausgezeichnet hat, habe seine Texte von der Website genommen, berichtete schon vor ein paar Tagen Kurt Sagaz im Tagesspiegel. Auch in der Süddeutschen findet man keine Relotius-Beiträge mehr.

„Die Tatsache, dass die Namen der Laudatoren, die Jury-Begründungen und die Lobreden auf den Preisträger Relotius aus dem Internet getilgt sind, finde ich antiaufklärerisch“, stellt Götz Aly in seiner Kolumne fest. Nur wer diese Texte kompakt veröffentlicht und die Namen der jeweils Beteiligten nenne, würde ein ernsthaftes Interesse daran zeigen, aus diesem, den deutschen Journalismus schwer belastenden Betrugsfall, zu lernen, so der Historiker. (SB)


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