Wirtschaft

Airbus A380-Pleite: Freu Dich Michel, Du darfst 700 Millionen zahlen!

22. Februar 2019

Das ehrgeizige Airbusprojekt A380 steht bereits nach 12 Jahren vor dem Aus. Die Produktion des Gigaliners wird in spätestens zwei Jahren eingestellt. Es war eines der ambitioniertesten und teuersten Projekte der Luftfahrt. Das Flugzeug setzte neue Maßstäbe, was Komfort und Luxus betrifft. In der ersten Klasse kann man Suiten mit Doppelbett und abschließbaren Türen buchen. Aber auch in der Business Class gibt es Luxus. Einige A380-Megaliner bieten den Gästen geräumige Bars und kleine Sitzgruppen, Onboard Lounges und Duty Free Shops, in denen man über den Wolken ganz normal, wie in einem Laden einkaufen kann. Die Fluggäste sind auch durchweg von dem luxuriösen Ambiente angetan. Und doch wird die Produktion eingestellt.

Die Argumente der Fluggesellschaften, die die bereits bestellten, hochgelobten Luxusliner der Lüfte wieder abbestellen, lauten dagegen sehr einfach: Zu teuer, zu groß, zu hoher Spritverbrauch, zu schwer. Aus der Traum, doch das Erwachen wird teuer. Der Airbus war das kühne Projekt Europas, mit dem Europa den Amerikanern mal zeigen wollte, was eine Harke ist. Man wollte dem großen US-Rivalen Boeing die Dominanz streitig machen. Es schien vollkommen klar, dass der A380 den Boeing-Jumbo747 bei den Großflughäfen dieser Welt vom Platz fegen würde. Es war ein harter Kampf um die Lufthoheit in der Langstrecke. Ein hochriskantes Duell – und die Amis haben gewonnen.

Airbus war ein typisches „Wir-müssen-ein-geeintes-Europa-aus-dem-Boden-stampfen-Projekt“. Die Luftfahrtunternehmen Europas wurden von der Politik mehr oder weniger mit vorgehaltener Pistole zu dem gemeinsamen Projekt zusammengebracht. Damals hieß das Ganze noch European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) und hinter den Kulissen krachte es gewaltig: „Der Riesenflieger war nur durch eine Zangengeburt auf die Welt gekommen, die interne Reibereien in dem europäischen Konzern brutal offengelegt hatte. Die Fabriken in den verschiedenen Ländern arbeiteten mehr gegen- als miteinander. Ganze Managerschichten mussten ausgetauscht werden.“

Das europäische Prestigeprojekt hat eine Bruchlandung hingelegt und es scheint einer der teuersten Irrtümer der Luftfahrtgeschichte zu werden. Wenn im Jahr 2021 die Produktion ausläuft, werden nur 251 Megajets verkauft sein. Boeing verkaufte von seinem Jumbojet 747 ganze 1.500 Stück. Fünfzig Jahre läuft dessen Produktion. Der Airbus-Gigant stirbt im jugendlichen Alter von 14 Jahren. Europas Stolz ist eine krachende Niederlage.

Immerhin ist der angerichtete Schaden genauso epochal und gigantisch, wie das Flugzeug. Da stehen 20 Milliarden Entwicklungskosten im Raum, die einfach verloren sind. 3.500 Beschäftigte, die nun bald auf der Straße stehen, werden kaum so leicht eine neue Arbeit finden und zu einem großen Teil in die Sozialsysteme wandern. Einige kann Airbus aber in der Produktion des gut laufenden A320 unterbringen.

Es gab Staatsdarlehen, um das ehrgeizige Projekt A380 ans Laufen zu bringen. Noch 290 Exemplare müssten verkauft werden, um die Kredite an die Staaten zurückzuzahlen. Doch daraus wird nichts. Mehr als 17 A380 werden nicht mehr gebaut.

Auch Deutschland wird einen Teil des gewährten Staatskredites abschreiben müssen. Wieviel verloren ist, will das Bundeswirtschaftsministerium nicht sagen. Wegen des Schutzes von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen. Insgesamt, so überschlägt das Handelsblatt grob, dürfte noch rund eine Milliarde Euro von diesen Krediten ausstehen. Die Welt hat jedoch einfach mal im Bundesanzeiger die Bilanz von Airbus Deutschland nachgeguckt:

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie zur Finanzierungsunterstützung für die Entwicklung gewährte Darlehen für die A380 betrug in 2017 nach planmäßiger Tilgung 721 (i.V. 759) Millionen Euro.“

Da 15 Riesen-Airbusse ausgeliefert wurden, ergibt sich eine Rückzahlungsrate von etwa 2,5 Millionen Euro pro Flugzeug. Das ergibt ein Minus von etwa 682,5 Millionen Euro für den Steuerzahler.

Eine Steilvorlage für den finanzpolitischen Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Kay Gottschalk:

Der deutsche Steuerzahler darf mal wieder für die Unfähigkeit der eigenen Regierung haften. Der Berliner Flughafen, Stuttgart 21, die Elbphilharmonie, das reicht alles noch nicht. Nein, da wurde sich noch ein nicht wettbewerbsfähiges Flugzeug gegönnt.

Welche Manager dieses Mal mit Millionen für Ihre Lobbyarbeit belohnt wurden, man wird es vielleicht nie erfahren.

Die Verantwortlichen in Berlin müssen endlich lernen, dass das Geld der Steuerzahler kein Spielgeld ist. Projekte dieser Art müssen seriös geprüft werden, bevor auch nur ein Euro investiert wird. Gemäß unserer Forderung muss Steuerverschwendung endlich strafbar werden.“


Ad
Ad

Jetzt eintragen und News kostenlos per E-Mail erhalten:

Ad
Ad
Ad
Ad
Ad
Ad
Ad