Wirtschaft

Deutschlandstipendium – Kein Allheilmittel für den Fachkräftemangel

13. März 2019

Die Studienanfängerzahlen steigen. Und doch verzeichnen viele Branchen einen Fachkräftemangel. Das Deutschlandstipendium, 2011 von Ex-Bildungsministerin Annette Schavan ins Leben gerufen, sollte Abhilfe schaffen. Die geplanten Kennzahlen waren vielversprechend, wurden aber bis heute meilenweit verfehlt.

Schleppender Beginn des Deutschlandstipendiums

Das ehemalige Prestigeprojekt von Annette Schavan hatte 2011 einen sehr schleppenden Beginn zu verzeichnen. Gut 2,2 Millionen Studierenden standen gerade mal 5.400 Stipendiaten  gegenüber. Somit haben im ersten Jahr von der Begabtenförderung lediglich 0,2 Prozent der Studierenden profitiert. Zu allem Überfluss floss die Hälfte der bewilligten 14 Millionen Euro wieder zurück in den Bundeshaushalt und gingen so für Investitionen in Bildung verloren.

Ursprüngliches Langzeitziel waren 160.000 Stipendiaten oder 8 Prozent aller Studierenden. Die Realität sieht heute weitaus nüchterner aus. 2017 lag die Anzahl der Studenten mit Deutschlandstipendium bei knapp 26.000 und damit noch immer unter einem Prozent der Studierenden. Die Grünen übten schon Mitte 2012 Kritik, dass das „mit großem Tamtam eingeführte Stipendienprogramm gänzlich ungeeignet sei, zur überfälligen sozialen Öffnung der Hochschulen beizutragen“.

© BMBF 2018

Fördererstruktur des Deutschlandstipendiums

Die Finanzierung des Stipendiums für Begabte erfolgt je zur Hälfte vom Bund und von Unternehmen, Privatpersonen, Stiftungen und Vereinen. Letztere brachten dabei 2017 ein Budget von 26,9 Millionen Euro auf. Von den 429 Hochschulen in Deutschland beteiligten sich 2017 304 an der Vergabe des Stipendiums. Das sind gut 70 Prozent.

Die Ramboll Management Consulting GmbH wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Begleitstudie beauftragt. Eine repräsentative Umfrage befasste sich unter anderem mit den Motiven der Fördermittelgeber. Demnach waren die häufigsten Motive:

  • Wunsch, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen
  • Möglichkeit, mit begabten Studierenden in Kontakt zu treten
  • Studierende finanziell zu entlasten

Jytte Theilen von der CasinoTest.de Ltd. gehört zu den Privatpersonen, die seit Ende 2018 die Universität Kassel mit 150 Euro im Monat unterstützt. Die Spitzenredakteurin verfasst beruflich Testberichte und Vergleiche zum Thema Online-Glücksspiel. Wer die Casino Bonusübersicht von Jytte Theilen liest, könnte denken, sie gehört selbst zu den Hochbegabten. Nach ihrer Motivation befragt, gab die waschechte Kölnerin an: „Ich bin froh, einen kleinen Teil für die Zukunft der jüngeren Generationen beitragen zu können. Das Deutschlandstipendium halte ich auch deshalb für eine sinnvolle Sache, weil auch soziales Engagement oder persönliche Umstände Kriterien für eine Förderung sind.“

Sozialstruktur der Stipendiaten spiegelt die Sozialstruktur der Studierenden wider

Die Begleitstudie der Ramboll Management Consulting GmbH brachte außerdem ans Licht, dass sich die Sozialstruktur der Stipendium-Empfänger mit dem Rest der Studierenden ziemlich ähnelt. Demnach waren im Wintersemester 2014/15 52 Prozent aller Stipendiaten männlich und 48 Prozent weiblich. Das entsprach zum damaligen Zeitpunkt auch der Verteilung bei den Studierenden insgesamt. 2017 lag der Anteil der weiblichen Stipendiaten knapp über 50 Prozent, was auch in etwa der Anzahl weiblicher Studierender insgesamt entsprach.

Auch bei der Altersstruktur und bei der Betreuung eigener Kinder gab es nur geringfügige Abweichungen. Eine deutlichere Abweichung gab es bei den gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Während nur sechs Prozent der Stipendiaten mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu kämpfen hatte, lag der Anteil bei den Studierenden insgesamt bei 14 Prozent.

Die meisten Stipendiaten kommen aus Nordrhein-Westfalen

2017 erhielten insgesamt 4.711 Studenten, die in Nordrhein-Westfalen studieren, das Deutschlandstipendium. Damit führt das Bundesland die Liste der Anzahl der Stipendiaten nach Bundesland mit großem Abstand an. Es folgen Bayern mit 2.426 Stipendiaten und Hessen mit 2.147 Stipendiaten.

Die wenigsten Stipendiaten gab es 2017 in Schleswig-Holstein mit 163 Empfängern des DStip. Allerdings sind im nördlichsten Bundesland auch nur fünf Hochschulen angesiedelt. Bei den Stadtstaaten liegt Berlin mit 718 Stipendiaten an vorderster Front, gefolgt von Hamburg mit 331. In Bremen vergaben die vier dort Ansässigen Hochschulen immerhin an 198 Studierende das Stipendium.

Die meisten Studenten mit einem Deutschlandstipendium weist die Universität Frankfurt/M. mit 1.084 Stipendiaten auf. Es folgen die TU München mit 906 und die TH Aachen mit 824.


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