Politik

Im Westen totgeschwiegen: Politische Morde in der Ukraine nach dem Maidan, 13 Beispiele

8. Mai 2019

Während die deutschen und westlichen Medien die Ukraine nach dem Maidan unter Poroschenko als Hort der Demokratie gefeiert haben und Merkel sich 16 Mal mit Poroschenko getroffen hat, um ihm ihre Unterstützung zuzusagen, gab es in der Ukraine nach dem Maidan viele Morde an kritischen Journalisten und Oppositionellen.

In der Ukraine gibt es Geheimgefängnisse für politische Gefangene, in denen Menschen spurlos und ohne Kontakt zur Außenwelt verschwunden sind, in denen gefoltert und vergewaltigt wurde und wird. Das UNHCR hat diese Zustände in über 20 Berichten zur Menschenrechtslage in der Ukraine gemeldet, aber die westlichen Medien haben es konsequent verschwiegen. Und als ein ukrainischer Geheimdienstmitarbeiter kürzlich nach Russland geflohen ist und über all diese Dinge im Detail berichtet hat, war das den westlichen Medien ebenfalls keine Meldung wert.

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Abgesehen von den hunderten Namenlosen, die in diesen Gefängnissen verschwunden oder unbemerkt von der Öffentlichkeit zu Tode gekommen sind, gab es auch eine Reihe von prominenten Regimegegnern in der Ukraine, die ermordet wurden oder unter mysteriösen Umständen zu Tode gekommen sind. Diese Liste zeigt die bekanntesten Fälle der Nach-Maidan-Zeit.

  1. August 2014: Valentina Semenjuk-Samsonenko, Vorsitzende des Fonds für Staatseigentum der Ukraine wurde erschossen.
  2. Januar 2015: Nikolay Sergienko, ehemaliger stellvertretender Chef der Eisenbahn wurde erschossen.
  3. Januar 2015: Alexey Kolesnik, ehemaliger Vertreter des Gebietes Charkov wurde erhängt aufgefunden.
  4. Februar 2015: Andrey Kusmenko, populärer Sänger unter dem Künstlernamen Kusma Skrjabin, starb nach Veröffentlichung eines Anti-Kriegs-Liedes unter merkwürdigen Umständen bei einem Verkehrsunfall.
  5. Februar 2015: Sergey Walter, ehemaliger Bürgermeister von Melitopoia, wurde erhängt aufgefunden.
  6. Februar 2015: Michail Tschetschetov, ehemaliger Vertreter der „Partei der Regionen“, deren Regierung beim Maidan weggeputscht wurde, stürzte aus einem Fenster in den Tod.
  7. März 2015: Stanislav Melnik, ehemaliger Abgeordneter der „Partei der Regionen“, wurde erschossen.
  8. März 2015: Alexander Pekluschenko, ehemaliger Gouverneur von Saporozhe, wurde erschossen.
  9. März 2015: Sergey Melnitschuk, ehemaliger Staatsanwalt in Odessa, stürzte aus einem Fenster in den Tod.
  10. April 2015: Sergey Suchobok, Journalist aus Donezk, wurde ermordet.
  11. April 2015: Olga Moros, Chefredakteurin der Zeitung „Neteschenski Vestnik“, starb durch Genickbruch.
  12. April 2015: Oleg Kalschnikov, Abgeordneter der Rada der „Partei der Regionen“, wurde erschossen.
  13. April 2015: Oles Busina, oppositioneller Journalist und Autor, wurde erschossen.

Aber wenn die zum Beispiel Korrespondenten deutscher Medien aus Moskau oder Kiew berichten, wie es Christina Hebel vom Spiegel tut, dann findet sich über diese Dinge kein Wort, stattdessen wird von den „Erfolgen“ unter Poroschenko berichtet.


Wenn Sie sich für die Ukraine nach dem Maidan und für die Ereignisse des Jahre 2014 interessieren, als der Maidan stattfand, als die Krim zu Russland wechselte und als der Bürgerkrieg losgetreten wurde, sollten Sie sich die Beschreibung zu meinem Buch einmal ansehen, in dem ich diese Ereignisse detailliert auf ca. 800 Seiten genau beschreibe. In diesen Ereignissen liegt der Grund, warum wir heute wieder von einem neuen Kalten Krieg sprechen. Obwohl es um das Jahr 2014 geht, sind diese Ereignisse als Grund für die heutige politische Situation also hochaktuell, denn wer die heutige Situation verstehen will, muss ihre Ursachen kennen.

 


Thomas Röper – www.anti-spiegel.ru

Thomas Röper, Jahrgang 1971, hat als Experte für Osteuropa in verschiedenen Versicherungs- und Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet, bevor er sich entschloss, sich als unabhängiger Unternehmensberater in seiner Wahlheimat St. Petersburg niederzulassen. Er lebt insgesamt über 15 Jahre in Russland und betreibt die Seite  www.anti-spiegel.ru. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

Thomas Röper ist Autor des Buches „Vladimir Putin: Seht Ihr, was Ihr angerichtet habt?“


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