Kol­lision Gut­mensch versus Rea­lität: Flücht­linge zer­stören Miet­wohnung — Behörden zahlen aber nicht

Oberndorf am Neckar im Land­kreis Rottweil ist ein beschau­liches Klein­städtchen. Vier­zehn­tausend Ein­wohner zählt es. Und schon 3000 v. Chr. Ist diese Gegend besiedelt worden. 70 n. Chr. Kamen die Römer und sie­delten sich an.
Heute kommen Leute aus allen mög­lichen Ecken der Welt, sogar ins kleine Oberndorf. Und die Familie Kartje wollte ihr großes Herz für Flücht­linge zeigen und ver­mietete eine frisch und auf­wendig reno­vierte Wohnung an eine Flücht­lings­fa­milie aus Somalia. Dafür nahm das Ehepaar Karte sogar einen Kredit auf. Neue Küche, Bad frisch gefliest … ganz vor­bild­liche Mit­men­schen, die sich darauf ver­lassen haben, dass a) die Flücht­lings­fa­milie sich vor Dank­barkeit gar nicht fassen kann und die Wohnung sauber und intakt hält und b) dass die öffent­liche Hand sich tat­sächlich um alles kümmert und im Zwei­felsfall auch irgend­welche Schäden bezahlt. Also, kurzum, eine sichere Bank. Man tut pla­kativ Gutes, geht kein Risiko ein und hat eine reno­vierte Wohnung — ein toller Deal.
Warum auch nicht? Die Kartjes wähnten sich im Glanze der Recht­schaf­fenheit und überdies hatte das Land­ratsamt und der Flücht­lin­ge­hel­fer­kreis „offene Hände“ — nach Aus­kunft der Kartjes – ver­sprochen, sie bräuchten sich um nichts zu kümmern.
Die soma­lische Familie zog 2016 ein und ein Jahr ging alles gut. Die Räume seien „tiptop“ gewesen zitiert der „Schwarz­wälder Bote“ die Ver­mie­terin. Dass Frau Karte „immer alles tiptop“ vorfand, lässt ver­muten, dass die Dame sich immer wieder in der Wohnung ihrer Mieter umsah und alles über­prüfte. Und solange die Behörden die Miete zahlten und über das Blei­be­recht oder Asyl ent­schieden, hat sich die Flücht­lings­fa­milie das wahr­scheinlich auch gefallen lassen und wollte mög­li­cher­weise lieber keinen Ärger mit den Behörden.

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Aber auf einmal kam keine Miet­zahlung mehr. Ein Problem für die Kartjes, denn sie brauchen die Miete, um den Kredit für die Reno­vierung abzu­zahlen. Sie beschwerten sich bei der Behörde, wo denn die Miete bleibe, wurden dort aber trocken abge­bürstet. Der Mieter sei nun „berufs­tätig und müsse seine Miete selbst bezahlen“, beschied man Frau Kartje. Man habe die Anfragen der Kartjes damit „abge­speist“, dass sie ja eine Räu­mungs­klage erheben könnten, um die nicht zah­lenden Mieter aus der Wohnung zu bekommen.
Das kostet aber nicht nur Geld, wie der Schwarz­wälder Bote schreibt, sondern auch viel Zeit und Nerven. Und besonders bei einer Flücht­lings­fa­milie als Mieter hätten die Kartjes wahr­scheinlich vor Gericht zu hören bekommen, dass sie zwar wei­terhin Anspruch auf Miet­zahlung haben, man aber aus huma­ni­tären Gründen eine Flücht­lings­fa­milie nicht einfach auf die Straße setzen könne.
Offenbar haben die schutz­su­chenden Mieter aber auch nicht mehr daran gedacht, den Kartjes die Tür auf­zu­machen, um deren Kon­troll­gänge über sich ergehen zu lassen, denn wie der Schwarz­waldbote schreibt, dass die Ver­mieter „Anfang des Jahres endlich Zutritt zur Wohnung“ erhalten haben. Wenn also ein Jahr lang ab 2016 alles prima lief, dann muss irgendwann 2017 die Miete nicht mehr ein­ge­troffen und der Zutritt zur Wohnung ver­weigert worden sein. Heißt, ein Jahr oder mehr konnten die schutz­su­chenden Mieter aus Somalia in der Wohnung tun, was sie wollten, und das taten sie anscheinend auch.
Das Bad sei kom­plett ver­schimmelt gewesen, das Laminat in der Diele auf­ge­weicht, die Wohnung ein Sau­stall. Eine kaputte, ver­müllte Wohnung und „vor­neweg 10.000 Euro Sach­schaden“ ist die traurige Bilanz. Den Mietern wurde auf der Stelle gekündigt, diese ließen sich mit dem Auszug aber offen­sichtlich Zeit:
„Schließlich zogen die Mieter aus. Dabei hätten sie Möbel aus dem Fenster geworfen und das Trep­penhaus beschädigt. Die Wohnung sei kom­plett hinüber und nicht mehr bewohnbar, die neue Küche kaputt. Bei der Schlüs­sel­übergabe dieser Tage sei das Ganze nun eska­liert. Gisela Kartje räumt ein, die Inte­gra­ti­ons­be­auf­tragte, die bei der Woh­nungs­übergabe dabei gewesen sei, mit unflä­tigen Schimpf­worten titu­liert zu haben. Ihr sei einfach der Kragen geplatzt.“ schreibt der Schwarz­wälder Bote.
Der Orts­bür­ger­meister, Herr Acker betont vor der Presse, man habe die Frau Kartje öfter darauf hin­ge­wiesen, dass das Ver­hältnis zu ihren Mietern ein pri­vat­recht­liches sei, bei dem sie selbst mit Anwalt und Klage auf Pro­bleme reagieren müsse. Nicht die Stadt Oberndorf habe die Wohnung ange­mietet und sei deshalb auch nicht zu belangen, da kein Ver­trags­partner. Auch nicht bei „Geflüch­teten“.
Frau Kartje sieht das anders. Wenn die ört­liche Hilfs­or­ga­ni­sation und die Behörden darum werben, Migranten eine Wohnung zu ver­mieten, überdies noch mit Ver­spre­chungen, man werde sich um alles kümmern, dann stehen sie auch bei auf­tre­tenden Pro­blemen mit in der Pflicht. Will man das nicht, muss man vorher klar machen, dass man nur als Ver­mittler handelt, weiters aber mit der Sache nichts zu tun hat. Das ist ver­ständlich. Vor allem kann man nicht einfach, nachdem ein Jahr lang behör­den­seits die Wohnung bezahlt wurde, plötzlich, ohne die Ver­mieter zu kon­tak­tieren, die Miet­zah­lungen kom­men­tarlos ein­stellen. Eine Infor­mation an die Ver­mieter „Herr XYZ hat nun eine bezahlte Beschäf­tigung ange­nommen und ist nach Para­graph 12345 ab dem sounso­vielten Oktember selbst für seine Miet­zahlung ver­ant­wortlich“ wäre sicher fair gewesen.
Aber so ist es nun einmal geworden in Merkel-Deutschland. Die Regierung macht die Grenze auf, was danach pas­siert, nachdem weit über eine Million Men­schen einfach herein gekommen sind (Angela Merkel: „nun sind sie halt da“), dürfen die Bürger zusehen, wie sie die ent­ste­henden Pro­bleme lösen. Die Kom­munen suchen hän­de­ringend nach Wohnraum für die Geflüch­teten und gehen auf Haus­be­sitzer zu. Stehen diese aber am Ende oft vor ihrem rui­nierten Objekt und damit bis­weilen auch selbst vor dem Ruin, haben die Behörden damit plötzlich nichts mehr zu tun. Von den dunklen Seiten der Will­kom­mens­kultur will man nichts wissen, das passt nicht ins geschönte Bild.
Ähnlich erging es den Flücht­lings­bürgen, die völlig empört waren, wenn die Bürg­schaft dann tat­sächlich schlagend wurde (für die aber wohl offenbar dann doch der Steu­er­zahler her­halten muss). Auch die Kartjes waren sich sicher, kein Risiko ein­zu­gehen, sonst hätten sie nicht einen Kredit auf­ge­nommen für die Reno­vierung. Das tut man nur, wenn man sich sehr sicher fühlt. Das ist nämlich auch die Kehr­seite der Gut­men­schen: Sie sonnen sich gern im Glanze ihres vor­bild­lichen Gut­men­schentums, gehen aber selbst­ver­ständlich davon aus, dass ihnen kein Schaden zuge­mutet werden kann, so wun­derbare, poli­tisch kor­rekte Vor­bilder, die sie ja sind.
Im Zwei­felsfall soll eben der Steu­er­zahler blechen. Mora­lische Über­le­genheit zum Null­tarif und pla­kative Selbst­dar­stellung auf anderer Leute Kosten. Nur klappt das nicht immer.