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Politik

Gestohlen oder verloren? Der Bundeswehr fehlen dutzende Kriegswaffen und fast 20.000 Schuss Munition

4. Oktober 2019

Eine sehr beunruhigende Nachricht: Die Bundeswehr meldet den spurlosen Verlust von 39 Waffen, 39 Waffenteilen 19.445 Schuss Munition. Bei den verschwundenen Waffen handelt es sich um sechs Maschinengewehre vom Typ MG3, elf Gewehre vom Typ G3, vier Gewehre vom Typ G36, sechs Signalpistolen und zwei Pistolen vom Typ P8, Außerdem fehlen 30 Waffenrohre für Das Maschinengewehr Typ MG3. Das Verschwinden der Waffen verteilt sich auf mehrere Jahre.

Von den fast 20.000 Patronen, mehrere Hundert Kilogramm Munition, verschwanden  schon 2014 in der Waldkaserne von Hilden. Besonders interessant: In der Hildener Kaserne sind etwa 750 Soldaten stationiert, darunter auch Angehörige des Militärischen Abschirmdienstes (MAD). Die Aufgabe des MAD ist es hauptsächlich, zu ermitteln, ob Erkenntnisse mit Extremismusbezug zu möglichen Tatverdächtigen vorliegen, wie es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Martina Renner heißt.

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Dabei gab die Bundesregierung auch die Information heraus, dass das Bundesverteidigungsministerium gegenwärtig 34 private Sicherheitsunternehmen mit insgesamt 7.012 Mitarbeitern beschäftigt, die für die Bewachung von Bundeswehrstandorten und -liegenschaften unter Vertrag sind. Nicht selten wird aber auch hier der Bock zum Gärtner gemacht. Ein tschetschenisches Islamisten-Brüderpaar, Islam und Shamil M., schon als Jugendliche mit besten Kontakten in die islamistische Szene und zu polizeibekannten Gefährdern ausgestattet, wurde mehrfach als Sicherheitskräfte bei Fußballspielen von Werder Bremen und SC Paderborn eingesetzt. Shamil M. soll in einem Chat auf die Frage „Was ist für Dich ein schöner Tag?“ mit einem herzhaften „Allahu Akhbar“ plus drei Bomben-Icons geantwortet haben. Da ist er für ein vollbepacktes Fußballstadion ja gerade der richtige Schutzpatron.

Es geht aber noch schlimmer: Sami Ben Mohamed A. (alias: Abdallah Al Maghrebi alias Abu Al Moujtaba), ein Leibwächter Osama Bin Ladens, ein erfahrener Terrorist, der in Afghanistan im Terrorcamp eine profunde Ausbildung genoss, arbeitete später tatsächlich unerkannt als Security-Mitarbeiter der Firma Klüh Security GmbH an Flughäfen. Auch der polizeilich als islamischer Gefährder klassifizierte Mohammed T. fand dort eine verantwortungsvolle Tätigkeit. Die Sicherheitsfirma Klüh schützt Prominente, Großveranstaltungen, Flughäfen, Banken, Krankenhäuser und: EINRICHTUNGEN DER BUNDESWEHR.

Das sollte sie aber, denn wir leben nicht gerade in friedlichen, entspannten Zeiten. Es gibt genügend „Interessengruppen“, von den extremen Flügeln der Klima- oder Linksaktivisten, Antifa, von Rechtsextremen bis hin zu militanten Islamisten, die ein großes Interesse an Waffen haben. Das beweisen schon die spärlichen, aber doch auffindbaren Meldungen von ausgehobenen Waffenlagern in der Umgebung von Moscheen. Rechtsextreme neigen allerdings dazu, legal angemeldete Waffen zu besitzen, während das bei Linksextremen ganz anders aussieht. Ein Sprecher des Berliner Innensenates formulierte es so: „Es entspricht nicht dem Selbstverständnis von Linksextremisten – insbesondere nicht von Autonomen –, den Besitz oder Gebrauch von Waffen vorher bei einer staatlichen Stelle anzumelden.”

Großes Interesse an Feuerwaffen haben sie aber schon. Der Focus berichtete im August 2018, dass einem Geheimbericht des LKA Berlin zufolge, sich linke Autonome und Straßenkämpfer an biedere Schützenvereine herangewanzt haben, um eine Schießausbildung und Training an Schusswaffen zu erhalten. Dabei gingen sie laut dem vertraulichen LKA-Bericht sehr klandestin und schlau vor

Sie knüpften gezielt Bekanntschaften mit Mitgliedern von Berliner Schützenvereinen und Schießsportclubs. Weder ihre Kleidung, Aussehen oder Reden ließen erahnen, dass sie gewaltbereite Linksextremisten sind. Sie waren kumpelig und fachsimpelten freundlich und stammtischmäßig, wie ganz bürgerliche Hobby- und Freizeitschützen über Waffentechnik, Munition und Kalibergrößen mit den aufgeschlossenen Schützenbrüdern. Dabei wirkten sie so vertrauenserweckend, dass – laut LKA-Bericht – die Schützenvereine die sympathischen, jungen Nachwuchstalente auf offizielle Schießstände in Berlin und Brandenburg einluden.

„Im Rahmen eines Gefahrenabwehrvorgangs“, so heißt es in der Verschlussakte, „wurden die an den Schießübungen beteiligten Personen (von der Polizei) angesprochen und zu Wohlverhalten verpflichtet.“ Die linksradikalen Schützenbrüder blockten ab. Auf die dringliche Frage, welchem Zweck die schnelle Schießausbildung diene, zuckten sie nur mit den Schultern. Der Berliner Verfassungsschutz hatte indes schon vor Jahren vor einer steigenden Brutaliät in extremistischen Zirkeln gewarnt. Zunehmend werde nicht nur der Angriff auf Sachen und Institutionen, sondern auch gegen politische Gegner diskutiert.“

Man darf also von einer gewissen Wahrscheinlichkeit ausgehen, dass die bei der Bundeswehr abhanden gekommenen Waffen weniger in der rechtsextremistischen Szene anzutreffen sein werden, als bei gewaltbereiten Islamisten und Linksextremisten … oder auf Schwarzmärkten im Ausland.

Dem Bericht zufolge tauchten bislang neben zwei Waffen und einem Waffenteil auch 3.474 Schuss Munition wieder auf. Es ist unklar, ob die 1.000 Schuss Munition, die bei Franco A. gefunden wurden, aus diesen verschwundenen Beständen stammen.

Im vergangenen Jahr hatte der „Spiegel“ bereits den größeren Zeitraum seit 2010 betrachtet. In diesem waren demnach insgesamt 75 Gewehre und Pistolen aus Bundeswehrbeständen verschwunden.


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