ejaugsburg / Pixabay
Politik

Reizthema Klimawandel – Ein Plädoyer für eine ehrliche und realistische Debatte

18. November 2019

Der Klimawandel und das CO2 sind emotionale Reizthemen geworden, bei denen eine sinnvolle und sachliche Diskussion fast nicht mehr möglich ist. Daher will ich mal einen Versuch machen, eine These aufzustellen, der vielleicht die meisten zustimmen können.

Der Grund für diesen Beitrag von mir ist ein Spiegel-Artikel. Unter dem Titel „„Brown to Green“-Report zur Klimakrise – Industrieländer treiben die Welt Richtung drei Grad Erwärmung“ erschien ein Artikel, der darauf hinweist, dass der Ausstoß von CO2-Emissionen trotz aller Lippenbekenntisse der Politik zum Klimaschutz und zum Pariser Abkommen weiterhin steigen wird:

„Die CO2-Emissionen der führenden Industrie- und Schwellenländer sinken nicht – sie steigen. Das ist besonders dramatisch, weil die G20 für 80 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind.“

Das ist bekannt und trotz CO2-Zertifikaten, die sich in der Praxis als Subventionen für die großen Energiekonzerne entpuppt haben, entfernen sich auch Deutschland und die EU von ihren Versprechen, die sie in Paris gegeben haben. Auch das Klimapaket der Regierung wird daran nichts ändern, es wird nur ein weiteres Konjunkturprogramm für die Energiekonzerne werden und den Strom für die Verbraucher in Deutschland noch weiter verteuern.

Die Sendung „Die Anstalt“ hat das kürzlich humorvoll, aber komplett faktenbasiert aufgezeigt. Ich kann jedem diese Sendung nur empfehlen, denn in leichter Art bringt sie dem Zuschauer schwere Kost näher. Lassen Sie sich dabei nicht zu oft zum Lachen bringen, sondern beachten Sie die dort aufgeführten Fakten, die Sie mit Quellenangaben auf der Seite der Sendung überprüfen können. Nur zur Info: Der Faktencheck zur Sendung umfasst über 100 Seiten, man sollte also tatsächlich genau hinhören, was in der Sendung humoristisch mitgeteilt wird. Es ist eigentlich gar nicht lustig.

Es ist völlig egal, ob Sie an den menschengemachten Klimawandel glauben, oder nicht. Und egal, wie jeder dazu stehen mag, eines ist Fakt: All die Versprechungen der Politik werden nicht umgesetzt.

Das kann nur zweierlei bedeuten: Entweder gibt es den menschengemachten Klimawandel nicht und hier wurde nur ein Vorwand gefunden, um Energiekonzerne auf Kosten der Verbraucher zu subventionieren, oder es gibt den menschengemachten Klimawandel und wir müssen uns damit abfinden, dass er kommen wird, weil niemand ernsthaft etwas dagegen tut.

Suchen Sie es sich aus.

Mehr Möglichkeiten gibt es nicht, egal wie intensiv die Friday-Kids hüpfen und egal, was Aktivisten und Grüne uns alles erzählen. Es gibt nur diese zwei Möglichkeiten.

Es ist ja de facto auch unmöglich, etwas gegen den menschengemachten Klimawandel (wenn es ihn denn gibt) zu tun. Die ärmeren Länder der Welt haben einen Aufholbedarf. Sie möchten auch Strom haben, Licht und Kühlschränke, ihre Smartphones aufladen und ja, sie wollen auch Wirtschaftswachstum. Und wer in einem Land, in dem die Menschen vor 30 Jahren noch am Lagerfeuer gesessen haben, nun Fabriken baut, der muss sich nicht wundern, dass der Energiebedarf dort steigt. Und wir, die wir diesen Luxus schon haben, haben kaum das Recht, diesen Ländern zu sagen, dass sie darauf weiterhin verzichten sollen.

Aber wir sind ja auch selbst nicht bereit, von dem Luxus Abschied zu nehmen. Wir mögen unsere Kühlschränke, Waschmaschinen, Handys, Klimaanlagen, Autos und Uraubsreisen. Und wer sein Gewissen beruhigen will, der zahlt eben für jede Flugreise einen Beitrag an irgendein Projekt, gerade so, als ließe sich damit das auf der Reise verbrannte Kerosin zurückgewinnen.

Wer nun fordert, die unterentwickelten Länder sollten doch direkt mit erneuerbaren Energien beginnen, der verkennt, wie teuer die sind. Von technischen Problemen abgesehen, denn nachts scheint keine Sonne und der Wind weht nirgendwo konstant. Das heißt, man braucht immer fossile Energieträger, um die Stromnetze stabil zu halten. Die sich entwickelnden Länder haben aber nicht das Geld, sich die teureren alternativen Energien hinzustellen und parallel auch noch die fossilen Energiekraftwerke als Backup für windstille Nächte zu unterhalten. Das bekommen wir ja nicht einmal im reichen Europa hin, wie soll das dann in Afrika gehen?

Hier bestellen!

Wer das Thema realistisch anschaut, der kann nicht umhin festzustellen, dass der Energieverbrauch in den nächsten Jahren steigen wird und damit zwangsläufig die Verbrennung fossiler Energieträger und damit auch der CO2-Ausstoß. Der weltweite Mehrbedarf an Energie lässt sich durch alternative Energien nicht auffangen, nicht einmal zusammen mit der Atomkraft, die kein CO2 ausstößt, dafür aber künftigen Generationen die Hypothek der Endlagerung der strahlenden Abfälle auflädt.

Anstatt Schattendiskussionen über das CO2 zu führen, sollten wir uns ernsthaft damit beschäftigen, ob es den menschengemachten Klimawandel gibt. Denn wenn das tatsächlich so ist und wir ihn – wie gesehen – nicht aufhalten können, dann sollten wir über die Folgen nachdenken und besser daran gehen, uns darauf vorzubereiten, anstatt mit neuen Klimapaketen Subventionen in die falsche Richtung zu leiten, die auf das eigentliche Problem ohnehin keinen Einfluss haben.

Oder wir stellen fest, dass es den menschengemachten Klimawandel nicht gibt. Dann sollten alle, die uns unter diesem Vorwand Milliarden aus der Tasche gezogen haben, um die Industrie zu subventionieren, wegen schweren, bandenmäßigen Betruges vor Gericht gestellt werden.

Was auch immer die Wahrheit ist, eines ist sicher: Wir werden den weltweiten CO2-Ausstoß nicht reduzieren können und deutsche Versuche, im Alleingang die Welt zu retten, sind in der Vergangenheit noch nie gut ausgegangen. Das gilt wohl auch bei diesem Thema.

Im übrigen gibt es weit wichtigere Themen beim Umweltschutz, wie zum Beispiel:

  • Das massenhafte, durch den Menschen verursachte Artensterben
  • Plastikmüll, der aus den Meeren inzwischen als Mikroplastik in unserer Nahrung nachweisbar ist
  • Überdüngung, die zu Nitrat im Trinkwasser führt
  • multiresistenten Keimen, die durch die Massentierhaltung und damit verundene Antibiotika entstehen werden.

Das sind viel gefährlichere Probleme, die uns heute schon akut gefährden und nicht erst, wenn im Jahre 2050 eventuell der Meeresspiegel ansteigt. Dazu habe ich schon ausführlich geschrieben.

Es ist höchste Zeit für eine realistische Diskussion über diese Probleme! Stattdessen wird von Politik und Medien eine Schattendiskussion über CO2 befeuert, die zu keinen Lösungen führen kann, weil der weltweite CO2-Ausstoß unweigerlich weiterhin wachsen wird.

Sogar dann, wenn wir in Deutschland morgen alle Kraftwerke abschalten, Autos stehen lassen und nie wieder in ein Flugzeug steigen. Denn: Allein der Anstieg des weltweiten CO2-Ausstoßes ist größer, als der gesamte CO2-Ausstoß Deutschlands.


Thomas Röper – www.anti-spiegel.ru

Thomas Röper, Jahrgang 1971, hat als Experte für Osteuropa in verschiedenen Versicherungs- und Finanzdienstleistungsunternehmen in Osteuropa und Russland Vorstands- und Aufsichtsratspositionen bekleidet, bevor er sich entschloss, sich als unabhängiger Unternehmensberater in seiner Wahlheimat St. Petersburg niederzulassen. Er lebt insgesamt über 15 Jahre in Russland und betreibt die Seite  www.anti-spiegel.ru. Die Schwerpunkte seiner medienkritischen Arbeit sind das (mediale) Russlandbild in Deutschland, Kritik an der Berichterstattung westlicher Medien im Allgemeinen und die Themen (Geo-)Politik und Wirtschaft.

Thomas Röper ist Autor des Buches „Vladimir Putin: Seht Ihr, was Ihr angerichtet habt?“