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Wirtschaft & Finanzen

Wirtschaft & grüne Politik: Leichen pflastern ihren Weg – die Talfahrt hat aber gerade erst begonnen

22. Januar 2020

Ökonome sehen pessimistisch in die Zukunft. Ein Star der Zunft, Bert Rürup malt düstere Aussichten. Bald wird es vorbei sein mit Wirtschaftswachstum und dem „zweiten deutschen Wirtschaftswunder“. 15 Jahre habe es nun Aufschwung gegeben, aber das sei nun vorbei.

Dass die „goldenen Jahre“ nun unweigerlich zu Ende gehen, hat mehrere Gründe. Die exportorientierte, deutsche Industrie wird zum Ersten darunter leiden, dass die USA in Handelskonflikten und ihrer Wirtschaftspolitik wieder stark auf die nationalen Vorteile ausgerichtet sind. „Make America great again“ beinhaltet ganz zuvörderst, internationale Industrie und Wertschöpfung wieder in den USA anzusiedeln, sei es mit Lock-Angeboten oder Druck.

Dazu kommt, dass die deutsche Autoindustrie dort ein freundlicheres Umfeld findet, als „daheim“. Das ist auch nicht zuletzt dem Experten-Sachverstand der grünen Kobold-Ökonomen zu verdanken. Die grüne Hetzjagd auf die Autoindustrie hat schwere Schäden verursacht. Während die Wenigsten sich ein Elektroauto leisten können oder wollen, traut sich gleichzeitig kaum noch jemand, sich einen Benzin- oder Dieselwagen neu zu kaufen, weil niemand weiß, was der grünen Verbotspartei noch so einfällt.

Das führt in der ehemaligen Glanz- und Paradeindustrie Deutschlands, dem Autobau samt Zulieferern zu einer sich entwickelnden Katastrophe: Die Umstellung auf Elektromobilität und die CO2-Reduktionszwänge könnten in Deutschland allein im Autobau bis 2030 bis zu 410.000 Arbeitsplätze kosten. Davon 88.000 in der Antriebs-Branche, also Motoren und Getrieben. Zu diesem Ergebnis kommt die NPM (Nationale Plattform Zukunft der Mobilität) in ihrem 1. Zwischenbericht zur strategischen Personalplanung und -entwicklung im Mobilitätssektor.

Nicht nur die Autoindustrie und deren Zulieferer denken intensiv darüber nach, ihre Fertigungsstätten ins EU-Ausland zu verlegen. Insbesondere energieintensive Industriezweige wie Chemiewerke, Pharmazeutische Industrie, Aluhütten, Gießereien usw. sind auf eine zuverlässige Stromversorgung mit genügend Power angewiesen, was mit grünem Strom nicht zu leisten ist. So wird das Aluminiumwerk in Grevenbroich am Rhein kaum eine Wahl haben, als ins „schmutzige Ausland“ auszuweichen. Das Braunkohlekraftwerk gibt es nicht mehr und fällt eine der teuren Anlagen für nur zwei Stunden aus, ist sie „nur noch Schrott“. Bei Wind-und-Solarstrom kann man aber von diesem Fall sicher ausgehen. Nun bangt die Belegschaft um ihre Jobs. Das Leichtmetall Aluminium, was hier hergestellt wird, wird aber benötigt, um E-Autos leichter zu machen und deren Reichweite und Energiebilanz zu verbessern. Oder die Firma Wacker AG, die polykristallines Silizium für Solarzellen herstellt, ist auch ein energieintensives Unternehmen und wird nicht weiter in Deutschland produzieren können, wenn der unsichere, grüne Strom kommt. Genau wie die Verbundwerkstoffe für Windräder oder verschiedene Speichertechnologien für Strom, sind diese Industrien auf eine sichere, grundlastfähige Energieversorgung angewiesen.

Sogar die Industrie für die Energiewende wird die Energiewende nicht überleben, wenn sie nicht ins Ausland abwandert. Und so verspricht die Energiewende plus klimaneutrale Industrie nicht das „Green Deal“-Wachstumsprogramm der Frau van der Leyen zu werden, sondern ein Deindustrialisierungsprogramm für Deutschland, was Millionen von Arbeitslosen produziert, die auch nicht mehr von den Sozialkassen aufgefangen werden können. Schon jetzt steht Monat für Monat eine neue Welle von Arbeitsplatzvernichtung an. Hier sie Sammlung aus dem Januar:

Der Autobauer Opel erlebte im Dezember einen wahren Albtraum. Der Absatz seiner Fahrzeuge brach um 35% ein. Die Motorenproduktion von Opel im österreichischen Wien-Aspern muss sich erneut verkleinern. Vor einem Jahr arbeiteten hier noch 1.350 Opelaner. Von den übriggebliebenen 900 Mitarbeitern müssen nun wiederum 270 gehen: Erhalten bleibt nur die Getriebeproduktion. Opel will in den nächsten Jahren insgesamt 13.100 Stellen abbauen.

Nach Buderus Edelstahl Wetzlar mit 300 Entlassungen, geht jetzt der Automobilzulieferer Schlemmer in die Knie und stellt einen Insolvenzantrag.

In Lüdenscheid wird der Novelis Standort geschlossen. 200 Arbeitsplätze gehen dort verloren.

Gerüchte um die Schließung der Firma Harman in Straubing verdichten sich. Der Hersteller für Navigationsgeräte und Infotainmentsysteme wird zumindest der Großteil der Angestellten bald auf der Straße stehen. 700 Arbeitsplätze sich zumindest in großer Gefahr. Bei einer Schließung des Werkes sind alle Arbeitsplätze verloren.

Die Supermarktkette „real“ will vor dem Verkauf an Finanzinvestoren noch einen Kahlschlag beim Personal durchziehen. Der Gesamtbetriebsrat rechnet mit etwa 10.000 Arbeitslosen. Die Metro AG, reals Mutterkonzern, verkauft Ende des Monats alle 277 Real-Filialen an das deutsch-russische Konsortium X-Bricks.

Autobauer BMW ist trotz Umstrukturierung weiter unter Druck.  Die Gerüchte über einen kommenden, drastischen Stellenabbau heizen die Atmosphäre im deutschen Prestigekarossen-Hersteller auf. Tausende Stellen stehen im Feuer.

Der Roboterherstelle Kuka streicht in den Werken Augsburg und Obernburg 255 Stellen.

Im März wird der Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler weitere 1.300 Arbeitsplätze abbauen. Ausdrücklich wegen des „Transformationsprozesses“ in der Automobilbranche und den Handelsproblemen mit China und der USA.

Beim Kontakte-Hersteller Doduco ist ein gravierender Personalabbau geplant. Von bis zu 120 Arbeitsplätzen ist die Rede. Die Beschäftigten wurden vorab in einer Mitarbeiterversammlung informiert. In der Goldstadt und in Sinsheim zählt Doduco über 700 Beschäftige.

Der Abbau von Personalkapazitäten in Bayerns Metall- und Elektroindustrie ist nach Angaben ihrer Verbände „in vollem Gange“. Rund 45 Prozent der Unternehmen hätten Zeitkonten abgebaut, 36 Prozent die Zeitarbeit zurückgefahren, ein Viertel der entsprechenden Betriebe habe zudem Schichten gestrichen und 17 Prozent darüber hinaus auch Personal abgebaut.

„Unsere Industrie steckt mitten in einer Rezession“, sagte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt in München. Der Grund: Die „Entwicklungen bei der Energie- und Mobilitätswende sowie dem Klimawandel sind unberechenbar und unsere Unternehmen erwarten eine weitere Belastung ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten.

Die Stimmung in der oberfränkischen Metall- und Elektroindustrie (M+E) ist so schlecht wie seit zehn Jahren nicht mehr. „Wir befinden uns in der Rezession. Die Realität hat viele Optimisten eingeholt“, skizzierte der oberfränkische Regionalvorsitzende Thomas Kaeser die aktuelle Situation. Der vor zwölf Monaten begonnene Personalabbau werde sich verstärkt fortsetzen. Nach 20 Prozent im Juli 2019 wollen aktuell über 65 Prozent der Betriebe Stellen streichen.

Das Unternehmen Rehau AG, einer der größten Arbeitgeber in Oberfranken, weitet die Kurzarbeit an mehreren Standorten aus. Dort arbeiten aktuell nun etwa 80 der 160 Mitarbeiter kurz. Nach Information des Unternehmens sind von der neu angeordneten verkürzten Arbeitszeit insgesamt rund 380 Beschäftigte betroffen. In der Frankenwald-Stadt werden laut Firmenangaben Produkte für den Geschäftsbereich Automotive hergestellt, welcher der Automobilindustrie zuliefert.

Die Hypovereinsbank-Mutter Unicredit streicht 8.000 Stellen. Dabei wird auch die HVB in Deutschland betroffen sein, wie aus den Plänen hervorgeht.

Audi streicht Tausende Stellen in Deutschland: Audi steht unter Druck. Nun einigt sich das Unternehmen mit seinem Betriebsrat auf ein weitreichendes Paket, Abbau Tausender Stellen inklusive. Davon verspricht sich der Autohersteller Einsparungen in Milliardenhöhe.

Bosch kündigt Abbau von weiteren 600 Stellen an: Die Stellenstreichungen beim Autozulieferer Bosch gehen weiter. Deutschlandweit sollen im Geschäftsbereich Automotive Electronics bis Ende 2022 rund 600 Stellen abgebaut werden.

Daimler streicht weltweit mehr als 10.000 Stellen: Dass der Sparkurs von Daimler-Chef Källenius nicht ohne Stellenabbau funktioniert, war klar. Nun liegt erstmals eine Zahl auf dem Tisch. Aus Sicht des Konzerns sei das Personal – gut 178.000 Leute allein in Deutschland – schon ganz grundsätzlich zu teuer. Auch die Einhaltung der strenger werdenden Vorgaben der EU für den Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) der Neufahrzeuge koste viel Geld.

VDA-Chef rechnet mit 70.000 Jobs weniger wegen E-Autos: Der Autolobbyist Bernhard Mattes rechnet damit, dass die Umstellung auf Elektroantriebe die Autobranche in Deutschland Zehntausende Jobs kostet. «Wir gehen davon aus, dass etwa 70.000 Stellen wegfallen».

Continental-Beschäftigte protestieren gegen Stellenabbau: Bei Continental hängt der Haussegen schief, seitdem das Management einen Konzernumbau samt Stellenstreichungen verkündet hat. Tröten, Rasseln, Trillerpfeifen. Dazu Dutzende Transparente und ein stilisierter Sarg, der den Verlust von 340 Arbeitsplätzen im fernen Oppenweiler betrauert.

Stellenabbau und Verkäufe: BASF verkauft Geschäft an US-Unternehmen – für über 3 Milliarden Euro. Bei der BASF werden dieses Jahr Stellen abgebaut und Teile der Firma verkauft. Nun wird die Bauchemie-Sparte an ein US-Unternehmen verkauft.

Porzellan-Manufaktur streicht jede dritte Stelle – Schock in Meißen: Ein Traditionsunternehmen plant drastische Sparmaßnahmen, die viele Mitarbeiter treffen.

Stahlkrise – Stellenabbau bei Saarstahl und Dillinger: Aufgrund von Einsparkursen sollen bei Saarstahl und Dillinger 1.500 Stellen wegfallen.

Enercon: Der angekündigte Stellenabbau und Werk-Schließungen beim Windanlagen-Hersteller Enercon in Magdeburg trafen Belegschaft und Politik überraschend. Am härtesten ist von den Maßnahmen bei Enercon der Standort Magdeburg betroffen. Hier sollen bis zu 1.600 Stellen abgebaut werden. Deutschlandweit sollen knapp 3.000 Stellen gestrichen werden.

Entlassungen in Bad Schmiedeberg – Verpackungsunternehmen Colep geht ins Ausland. 156 Mitarbeiter verlieren ihren Job. Am Mittwochabend, 15.01.2020 teilte das Unternehmen mit, dass ein Teil der Produktion ins Ausland verlagert wird.

Der Autohersteller Ford plant an seinem zweitgrößten deutschen Produktionsstandort in Saarlouis einen Jobabbau. Es zeichnet sich ein deutlicher Stellenabbau ab. Wie viele Arbeitsplätze in dem traditionsreichen Werk Saarlouis wegfallen, ist dem Unternehmen zufolge noch nicht sicher.

TKSY – Stellenabbau verkündet: Thyssenkrupp System Engineering (TKSY) in Bremen Farge hat objektiv eine schwierige Auftragslage. Der Betrieb steht mitten im Wandel der E-Mobilität. Die Verbrennertechnologie wird weniger nachgefragt, die E-Mobilität bringt noch nicht die Aufträge, um diese Lücke zu schließen. Vor diesem Hintergrund hat TKSY 300 Entlassungen – rund ein Drittel der Belegschaft – angekündigt.

Manor kündigt langjährigen Angestellten: Die Warenhauskette baut ihre Onlinestrategie weiter aus, schließt Filialen und entlässt Mitarbeitende. Insgesamt verlieren 87 Mitarbeitende ihre Stelle, darunter ein Dutzend Warenhausdirektoren.

Belegschaft in Unruhe: Drohen Massenentlassungen bei der Firma Reform? Unruhe in der Belegschaft der Reform Grinding Technology GmbH in Fulda. Seit einer Mitarbeiterversammlung letzte Woche fürchten die rund 80 Mitarbeiter des Unternehmens um ihre Arbeitsplätze, von bevorstehenden Massenentlassungen ist die Rede.

Uelzen: Froneri informiert über geplanten Jobabbau. Der Lebensmittelhersteller Froneri Schöller informiert heute seine Belegschaft über den geplanten Stellenabbau im Uelzener Werk. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, sollen von der Entscheidung 85 Mitarbeiter betroffen sein.

Uelzen – Einigung im Kampf um Jobs bei Thermo Fisher in Langenselbold: 55 Mitarbeiter müssen gehen. Wie die IG Metall in einer Pressemeldung mitteilt, sieht die Einigung vor, dass bis September 80 Arbeitsplätze abgebaut werden. Nachdem mehrere Mitarbeiter bereits gekündigt haben und befristete Arbeitsverträge ausgelaufen sind, seien aktuell noch 55 Beschäftigte von betriebsbedingten Kündigungen betroffen.

Unilever streicht 100 Jobs in Schaffhausen. In Schaffhausen werden 100 Arbeitsplätze abgebaut. Das wäre jede dritte Stelle dort, wie Unilever-Sprecher Konstantin Bark am Freitagnachmittag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda zu einer entsprechenden Meldung des Lokalradios Munot sagte.

Auch die so hochgelobte Digitalisierung kostet enorm Arbeitsplätze: Laut einem Bericht des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales fallen in Deutschland allein aufgrund der voranschreitenden Digitalisierung bis 2025 1,3 Millionen Jobs weg