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Die Kleinkraftwerke der Zukunft (+Video)

9. Februar 2020

Nun ist der Kohleausstieg beschlossen. Damit wird die zuverlässig produzierte Grundlast um 2030 herum endgültig futsch sein. Also ist es Zeit, sich mit Alternativen zu beschäftigen. Mein Jüngster sagt immer, dass es reicht, wenn man die 50 Meter um sich rum sauber hält. Nehmen wir mal an, dass er recht hat. Sein Orakel würde auf dezentrale Energierzeugung hindeuten.

Um die notwendigsten Funktionen aufrechtzuerhalten, muss man einen Generator anschaffen. Die Familienmodelle haben so um die 10 kW Leistung. Da kann man noch kochen, backen und die Waschmaschine betreiben. Die Kühltruhen, der Compi, der Dyson und die Beleuchtung fallen da mit ab. Wenn ich den Rotek-Generator mit 10 kW Leistung durchrechne (er ist nur ein Beispielgerät), komme ich beim derzeitigen Dieselpreis auf Stromkosten von 50 Centern pro kWh. Wenn nach einem Generalstreik oder dem Zusammenbruch der Zentralregierung die Energiesteuer wegfallen würde, wären es noch etwa 30 Center.

Das ist natürlich teurer als die großtechnische Erzeugung in Kraftwerken. Alle Skaleneffekte sind hin. Deshalb wäre es überlegenswert, in kleineren übersichtlichen Gemeinden einen gemeinsamen gebrauchten Schiffsdiesel anzuschaffen, der mit einem Stromerzeuger verbunden wird. Da kommt man so in die Größenordnung von 500 bis 1000 kW Leistung und einen Strompreis von 20 bis 25 Centern (ohne Steuern, mit Anschaffung und Personalkosten) pro kWh. Ich denke, wenn die zentrale Stromversorgung zusammenbricht fragt niemand mehr nach Genehmigungen, Emissionen und Immissionen. Not kennt kein Gebot.

Hier ein Video mit dem technischen Prinzip eines Generators, leider nicht firmenneutral:

Solche Spieldinger wie im Video sind nur für den Notfall, nicht als permanent laufendes Kleinkraftwerk zu betreiben. Für ein Privatkraftwerk sollte man um die 10 kW vorhalten, weil man sonst beim Kochen mit mehreren Platten gleich auf dem Schlauch steht. Mit 2 kW gibts nur noch Eintopf. Ich kann mich erinnern, wie ich 1970 auf einem Zeltplatz mit einem Spirituskocher einen Topf Nudeln gekocht hatte, auf dem Niveau würde das laufen, wenn die Leistung nicht stimmt. Auch eine Waschmaschine zieht beim Heizen schnell mal 2 kW.

Ich habe ein paar befreundete Haustechniker gefragt, ob sich die Verschaltung mit einer eigenen PV-Anlage verlohnt. Wegen den teuren Batterien wirklich nicht. Wenn man die Sonne bedarfsgerecht an- und abknipsen, könnte würde es Sinn machen. Hey, Petrus, ich brauch grad mal 20 Minuten Sonne für drei Schnitzel braten! Der wird mir was husten, weil er das selbst beim besten Willen mit dem aktuellen Bedarf der anderen 3000 Millionen Leute nicht abstimmen kann. Dasselbe trifft für ein Windrädchen im Garten zu. Der Kraftstoffzufluss für den Generator ist bedarfsgerecht, der Wind schert sich einen Teufel um die wechselnde Leistungsaufnahme der Waschmaschine, des Herds oder der Spüle.

Ist alles ein bisschen doof und lästig, was die maximal halbgebildeten Berliner im Energiesektor gerade befehlen. Aber Napoleon, Hitler und Stalin haben uns Deutsche nicht vernichten können, Dr. Merkel wird es auch nicht schaffen.


Quelle: prabelsblog.de