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Hybride Kriegsführung: Sind wir in einem versteckten Krieg?

28. Juni 2020
Obwohl es zwischen den großen Staaten keinen Krieg gibt, zeigen sich überall Destabilisierungs-Tendenzen. Immer wieder wird sichtbar: Aus dem Ausland wird kräftig mitgemischt. Ein Kommentar.

Große Staaten wie die USA, Russland, China und die anderen Industriestaaten führen keinen offenen Krieg miteinander. Sie können es nicht, weil der Schaden und das Risiko zu immens wären. Dennoch versuchen sich die einzelnen Staaten gegenseitig zu schaden, durch Nadelstiche, die man nicht als Krieg bezeichnen kann. Trotzdem sind diese Nadelstiche eine Art von Kriegsführung, die nur als solche nicht erkennbar ist.

Allgemein versteht man unter »Hybridkrieg« eine Mischung von zumeist verdeckt zur Anwendung gebrachter Konfliktmittel mit dem Zweck, die Schwelle zwischen den völkerrechtlich angelegten binären Zuständen Krieg und Frieden zu verwischen. In Syrien und im Jemen kann man offen von »Stellvertreterkriegen« sprechen, aber anderswo läuft es verdeckter.

Akte mit quasi-kriegerischem Charakter sind Sanktionen (wie gerne von den USA angewandt) oder Cyber- und Hackerangriffe (die beispielsweise immer aus China kommen). Hinzu kommen Einmischungen in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten, um dort die politische Opposition zu stärken. Hier kommen oft die sogenannten »Nichtregierungsorganisationen«, kurz: NGOs, ins Spiel.

Ein Paradebeispiel eines verdeckten Hybridkrieges war die Ukraine-Krise, bei dem die EU und die USA mit Russland um den Einfluss in Kiew rangen. Geheimdienste, NGOs, von außen finanzierte »Farben-Revolutionen« und schließlich die mit mit verdeckten Armeeeinheiten besetzte Krim sind alles Kennzeichen eines vielfältigen Hybridkrieges, der nicht als normaler Krieg angesehen werden kann.

Angesichts der Destabilisierungen in vielen Staaten zurzeit (Unruhen in den USA, in Hongkong, in Lateinamerika, in Großbritannien, in Frankreich) und angesichts der internationalen Vernetzungen stellt sich daher die berechtigte Frage, ob nicht derzeit ein ganzes Netz von verdeckten geheimdienstlichen Operationen gerade dabei ist, die westliche Welt, wie wir sie kennen, aus den Angeln zu hebeln.

Das Zutun der Mainstream-Medien dagegen ist offensichtlich: Sie heizen die Konflikte an, funktionieren wie ferngesteuert, um beispielsweise die derzeitige US-Regierung ins Wanken zu bringen. Der Propagandakrieg ist klar erkennbar für jeden, der die Berichterstattung unterschiedlicher Medien miteinander vergleicht. Der Kampf um die Vorherrschaft im Internet ist ebenfalls kein Geheimnis, die einzelnen Operationen dort allerdings schon.

Es ist also nicht auszuschließen, dass die verschiedenen Aspekte einer hybriden Kriegsführung immer deutlicher zutage treten und einen internationalen Konflikt offenbaren, der globale Ausmaße annimmt. Wir befinden uns in einer Zeit des Umbruchs, die noch sehr ungemütlich werden kann.


Quelle: freiewelt.net