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TKKG – Kinderdetektive im Kreuzfeuer der linken Inquisition

25. September 2020

Die achtziger Jahre – Nena und ihre 99 Luftballons, knallbunte Klamotten mit Schulterpolstern, peinlichste Frisuren und… TKKG. Ob Eltern, Großeltern oder Kinder, TKKG war immer mit dabei. Man musste nicht lange nachdenken, was man denn mitbringen oder schenken könnte: TKKG-Bücher oder Kassetten waren immer willkommen. Und irgendwie waren wir uns alle damals nicht bewusst, dass wir Nazis waren. Nicht einmal knatschelinke Eltern hatten ein Problem mit den Geschichten der vier Kinderdetektive.

Außer damals ein Nachbar. Die Dorfkinderbande, die damals durch‘s Dorf und die angrenzenden Wälder und Wiesen stromerte, waren glühende TKKG-Fans, immer auf der Suche nach etwas Verdächtigem (und die Anführerin dabei ein Mädchen). Unser Nachbar fuhr einen schwarzen Mercedes mit getönten Scheiben. Außerdem nahm er bisweilen einfach den Feldweg hinten zum Dorf hinaus, um nicht den großen Bogen bis zur Bundesstraße ausfahren zu müssen. Mit einem Wort: Er war sehr verdächtig.

Die selbsternannte Detektivbande lauerte ihm auf, um einen Reifenabdruck abzunehmen und anhand eines Vergleichs mit den Reifenspuren auf dem Landwirtschaftsweg herauszufinden, wohin der verdächtige Mann denn so geheimnisvoll fuhr. Dazu spachtelten sie einen dicken Brocken Bastelgips auf einen der Hinterreifen seines Mercedes. Dumm nur: Sie bekamen ihn nicht mehr runter – und verdrückten sich leise, still und heimlich nach Hause. Als der ahnungslose Nachbar am nächsten Tag mit seinem Auto losfuhr, polterten mit lautem Geprassel die Gipsbrocken im Kotflügel herum und er bekam einen Mordsschrecken. Die Sache klärte sich auf, es war auch nichts passiert, aber die Bewunderung des Nachbarn für die Ermittlungstätigkeiten der Kinder hielt sich in Grenzen. Allerdings nicht wegen Rechtsradikalismus.

TKKG – das sind Tim, Karl, Klößchen und Gaby und natürlich sind die abenteuerlichen Detektivgeschichten für Kinder – ohne besonderen Tiefgang. Sie sind auch nicht politisch oder ideologisch motiviert. Sie wollen nicht belehren, sondern spannende Unterhaltung liefern, keine Psychogramme erstellen, keine sozialen Problematiken erörtern. Dabei bedient sich der Plot natürlich auch üblicher Klischees. Die Charaktere sind typisch und so zusammengestellt, dass sie ebenfalls klischeehaft, aber passend sind. Heute noch gibt es in den Erwachsenenkrimis den leicht abgehoben-verschusselten oder exzentrischen, aber genialen Tüftler und hyperintelligenten Detektiv (wie Monk, Herule Poirot, Miss Marple, …). Und für ein tolles Team braucht man nun mal den überdies den Draufgänger, der im Zweifelsfall auch kämpfen kann (wie James Bond) und den, der einiges an Mitteln und Ressourcen hat (wie Q) hat und die Einfühlsame, Empathische, die das Gewissen der Gruppe ist und einen guten Instinkt hat. Davon leben seit jeher die A-Teams, Criminal Minds, CSI-Folgen etc. pp.

Doch: Vorbei! Bei TKKG schlägt die PC-Inquisition zu, nachdem „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ schon erlegt, seziert und kastriert auf Linie gebracht worden ist. Kurz und gut: Annika Leister für Bento analysiert die Machart von TKKG und stellt fest: TKKG ist BÖSE! Und Achtung, jetzt kommt‘s: „Tim, Karl, Klößchen und Gaby hätten vermutlich AfD gewählt.“

Frau Leister spult das ganze Political Correctness-Programm ab: Frauenhass, Fremdenfeindlichkeit, Mobbing, Rassismus, Gewalt, emotionale Grausamkeit, Pauschalisierung, Verachtung gegenüber Obdachlosen usw. usf. Der sportliche Tim übt sich ständig im „Bodyshaming“ gegen den übergewichtigen „Klößchen“, Täter sind oft Ausländer und werden auch gleich pauschal verdächtigt, also pures Racial Profiling (vielleicht mal den Lagebericht des BKA lesen?). Und natürlich „Victim Shaming“, das darf auch nicht fehlen. Männliche Machtphantasien werden bedient – kurz und gut: Sie sind allesamt verfluchte Rassisten und Sexisten und verderben die Kinder, ja, erziehen sie zu Rechtsradikalen und Nazis.

Oh-mein-Gott! Wie konnten Eltern nur damals die arglosen Kleinen mit diesem ideologischen Giftmüll füttern! Tja, aber irgendwie sind die lieben Kleinen, die damals alle TKKG kannten und konsumierten aber überhaupt nicht alle Nazis geworden, seltsam, nicht wahr? Und sie wählen auch nicht alle AfD, das wäre doch schon irgendwie aufgefallen. Sie prügeln sich weder durchs Leben, noch unterdrücken sie Frauen und die Mädels stehen auch nicht schüchtern am Herd.

Wie schrieb ein Kommentator so hübsch unter den entsprechenden Artikel im linken Tagesspiegel?

Der bekannte Alptraum aller Eltern: spielst deinem Kind nichtsahnend das erste Mal TKKG vor und es steht am nächsten Morgen mit Hitlerbart vor dir.“