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Zwischen Endsiegparolen und Hetzjagd auf Trump – ist seine Ära zu Ende?

9. November 2020

Jetzt haben sie Oberwasser, die Trump-Hasser. Und gleichzeitig explodieren die Gerüchte auf der Gegenseite, das Präsident Trump in einem furiosen Prozess eine beispiellose Wahlfälschung entlarven wird, geheime Wasserzeichen auf den Wahlzetteln werden Fälschungen epischen Ausmaßes aufdecken. Es wurden massenweise Wahlzettel von republikanischen Wählern im Müll gefunden. An der kanadischen Grenze wurden Tausende „Republikanerwahlzettel“ entdeckt, die vernichtet werden sollten. Es klingt ein bisschen nach „Geheimwaffe“ und einem „Endsieg“, der immer noch möglich ist.

Aber die Chancen stehen nicht gut, Freunde. Sehr, sehr wahrscheinlich werden wir mit dem Abtritt Präsident Trumps und dem Antritt der Marionette Joe Biden den Turbo-Gang in die neue Weltordnung antreten. Ich hänge mich mal ganz weit aus dem Fenster und prognostiziere: Huawei wird mit 5G nach einer kurzen Schamfrist wieder in den USA im Geschäft sein, Präsident Joe Biden hat gute Verbindungen nach China und China wird mehr oder weniger schnell überall seine unterirdischen Bambuswurzeln treiben und Firmen übernehmen, Häfen, Wasserwerke, Flughäfen. Besonders neuralgische Punkte der amerikanischen Gesellschaft. Und dank 5G wissen sie über alles und jeden Bescheid.

Präsident Trump wird also noch ein letztes Gefecht liefern. Wie heißt das römische Sprichwort „Wehe den Besiegten!“ (vae victis!). Die andere Seite hat alles eingesetzt, was möglich war und ja, sie haben mit Sicherheit betrogen. Und das auch noch mit dem selbstgefälligen Gefühl, auf der „guten Seite“ zu stehen. Der Zweck rechtfertigt jedes Mittel. Und nun dürfen sie alles auspacken, was ihnen an Gemeinheiten einfällt, um dem Verhassten zu schaden. Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Was gibt es Billigeres und Erbärmlicheres, als nachzutreten? Das ist so ziemlich das Niveauloseste überhaupt. Nur, wer hätte etwas anderes erwartet?

Sie selbst können es noch nicht einmal erwarten. Mit dem Verlust des Präsidentensessels verliert nämlich Präsident Donald Trump auch seine Immunität. Und schon soll er wegen diverser Vergehen bald vor Gericht stehen: Betrug, Steuerhinterziehung, Spendengeld-Missbrauch und sexuellen Missbrauch. Na, noch was in Petto? Schwarzfahren? Eierdiebstahl?

Da sind die millionenschweren Korruptionsvorwürfe gegen Joe Biden und seinen Sohn Hunter Biden so gut wie belegt. Auch die sexuellen „Merkwürdigkeiten“ von Vater und Sohn haben die Runde gemacht. Die Ukraine-Affäre, das monströse Busrisma-Gehalt, die auf Hunter Bidens Laptop gefundenen Dateien … alles Schnickenfittich? Offenbar. Alle freuen sich ein Loch in den Bauch, dass der halbdemente, korrumpierbare, im Zwielicht des sexuellen Missbrauchs stehende Joe Biden Präsident wird. Oh. Mein. Gott.

Inzwischen ist es – wenn man Realist ist – sehr unwahrscheinlich, dass Trump noch das Rennen gewinnt. Und wenn nicht, dann werden sie ihn fertig machen. Jede auch nur vermeintliche Hassrede im Netz zieht maximale Strafen nach sich. Aber der ungezügelte Hass, der Trump jetzt ungebremst treffen wird, wird epochal sein. Eine Lawine von Prozessen wird gegen ihn hereinbrechen. Die Gewalt in den USA wird auf allen Ebenen ausufern. Mir tun die Menschen leid.

Mehr als 30 Verfahren rollen auf Noch-Präsident Trump zu, ganz vornedran ätzt sein Lieblingsfeind-Medium, die New York Times. Zwölf der Verfahren sind Untersuchungen des Kongresses gegen Donald Trump. Auf der US-Bundesebene sind es acht Prozesse. Acht weitere strengen diverse Bundesstaaten gegen ihn an.

n-tv schreibt:

„Die meisten Sorgen dürfte sich Trump angesichts des Prozesses machen, den die Staatsanwaltschaft von Manhattan gegen ihn als den Geschäftsführer der Trump Organization führt. Dabei geht es um Bankbetrug, Versicherungsbetrug, Steuerhinterziehung und Bilanzfälschung. Im Zusammenhang mit diesen Ermittlungen will die Staatsanwaltschaft auch einen Blick auf die Steuererklärungen Trumps der vergangenen acht Jahre werfen. Bisher hat Trump die nicht vorgelegt und ist auch einer entsprechenden Vorladung nicht gefolgt.“

Ach? Seit acht Jahren hat Donald Trump seine Steuererklärungen nicht vorgelegt? Er ist aber erst seit vier Jahren Präsident? Das ist so ein schönes Beispiel. Klingt dramatisch. Huuuh, er zeigt sie nicht vor! Der Schuft! Warum will die Staatsanwaltschaft die persönlichen Steuererklärungen der vergangenen acht Jahre im Zusammenhang mit den Ermittlungen (gegen eine Firma) sehen? Was geht das die Staatsanwaltschaft so ganz genau an?

Wenn man weiß, wie die amerikanische Steuerbehörde funktioniert – und das weiß ich nun mal ein bisschen, denn ich hatte 14 Jahre einen US-Amerikaner als Mann (leider am Krebs verstorben) –  der weiß, dass das IRS gar nicht überschätzt werden kann. Das sind Vollstrecker, die das Recht haben, mit gezogener, entsicherter Waffe in Privathäuser einzudringen. Mit denen ist überhaupt nicht zu spaßen. Das kann nur bedeuten, dass es nicht die amerikanische Steuerbehörde IRS ist, mit der Trump zu tun hat. Der IRS würden nicht abwarten, ob Donald Trump da irgendwann irgendetwas vorlegt. Die haben auf alles Steuerliche Zugriff, und wenn jemand nicht zahlt, was er muss, wird‘s zappenduster. Dass die Staatsanwaltschaft etwas „im Zusammenhang mit“ sehen möchte, mag sein. Vielleicht gibt es tatsächlich so etwas wie einen Prominentenbonus beim IRS, dann gilt das aber auch für andere Milliardäre und Politiker, wie Joe Biden & Family, der sicherlich auch seine Korruptionszahlungen kaum bei der Steuerbehörde angemeldet hat.

„Stormy Daniels“, ein Sexsternchen, hatte Präsident Trump bereits wegen sexuellen Missbrauchs vor die Schranken des Gerichtes gebracht und musste mit Schimpf und Schande abziehen. Damals hechelten Donald Trumps Hasser der Verurteilung des Präsidenten entgegen. Die Sache platzte. Sie hatte gelogen. Es stimmte einfach nicht, was Stormy Daniels da an Vorwürfen sexueller Übergriffe gegen Donald Trump vorbrachte. Ob die Vorwürfe von Summer Zervos und E. Jean Carroll zutreffen, sollte ein Gericht entscheiden, nicht die Presse im Vorhinein. Bei anderen dringend Tatverdächtigen legt unsere Presse immer ganz besonderen Wert auf die Begriffe „mutmaßlich“ und spielt selbst schreckliche, brutale Vergewaltigungen herunter, wenn der Täter eine schützenswerte Gruppenzugehörigkeit hat. Donald Trump ist all dieser Taten noch lange nicht überführt, aber die Vorverurteilungen in der Presse und deren jubelnder Unterton sind peinlich in ihrem Kontrast zur Berichterstattung über Straftaten anderer Täter, wie zum Beispiel Joe Bidens Korruption.

Dann soll es noch um eine Schadenersatzklage des Investors Orestes Fintikles gehen, der ein ehemaliger Geschäftspartner Trumps war. Beide haben zusammen eine Hotelanlage in Panama City entworfen und gebaut. Die Trump Organization hat die Anlage verwaltet. Orestes Fintikles wirft der Trump-Verwaltungsgesellschaft Misswirtschaft vor. Da mag diese Firma zwar vielleicht schadensersatzpflichtig werden, FALLS sie Misswirtschaft betrieben hat, Trump selber wird das aber wahrscheinlich gar nicht betreffen. Der CEO dieser Verwaltungsgesellschaft dürfte das Problem haben.

In einem weiteren Prozess beschuldigt sein ehemaliger Anwalt, Michael Cohen, Trump, mehr als zwei Millionen Dollar Honorar nicht gezahlt zu haben, berichtete Reuters im März vergangenen Jahres. Wie bitte? Zwei Millionen Dollar Honorar für einen Anwalt? Wie viele hundert Jahre hat dieser Anwalt für Trump gearbeitet? Und wenn er so ein guter und gewiefter Anwalt ist, ein Teufelskerl, der das wert ist, und seine Ansprüche gegen Trump berechtigt sind, warum schafft ein solcher Millionen-Spitzenanwalt es dann jahrelang nicht, seine Ansprüche durchzusetzen?

Nach der Watergate-Affäre drohte Richard Nixon ebenfalls eine Verurteilung. Da ihn sein Amtsnachfolger Gerald Ford jedoch umfassend begnadigte, blieb ihm diese Schmach erspart.“ Nun, diese Größe wird weder Joe Biden zeigen, noch seine Vizepräsidentin Harris. Aus dieser Ecke ist nicht nur keine Gnade zu erwarten, stattdessen eher blanker Hass und Rachsucht.

Sehr wahrscheinlich würden diese Prozesse, wenn sie denn überhaupt gegen Trump ausgehen, in Geldstrafen münden. Donald Trump verfügt über ein privates Vermögen von 2,5 Milliarden Dollar. Der Mann hatte es gar nicht nötig, eine Position als Präsident anzustreben, um an Geld zu kommen. Sollten seine Firmen nicht in der Lage sein, einem eventuellen Richterspruch von ein paarhundert Millionen Dollar insgesamt genüge tun zu können, rückte erst dann möglicherweise Donald Trumps privates Vermögen ins Blickfeld des Zielfernrohrs. Aber auch das würde den Mann nicht an den Bettelstab bringen. Deswegen wird er sicher nicht nervös.

Das, was an der ganzen Sache so niederschmetternd ist, ist, dass die USA in keinem Fall einer guten Zukunft entgegenblickt. Ob nun Präsident Trump an der Macht bleibt oder Biden/Harris den Stab übernimmt: In den USA wird es keinen gesellschaftlichen Frieden geben. Keine der beiden Seiten wird sich friedlich arrangieren. Wir könnten einem zweiten Amerikanischen Bürgerkrieg entgegensehen, dessen Auswirkungen auch nach Europa reichen würden.