Verschwörungen, Enthüllungen & Unglaubliches

„Fragile Männerbilder“, Corona und Verschwörungstheorien

4. Januar 2021

Man rühre für einen ungenießbaren Diffamierungs-Auflauf das politisch-korrekte Narrativ vom bösen, weißen Mann, mit der immer lauter und zahlreicher werdenden Kritik an den verheerenden Maßnahmen „gegen Corona“ zusammen, füge die Massen-Demonstrationen der verzweifelten und wütenden Bürger in den Städten hinzu, schmeiße die kritischen Ärzte und Wissenschaftler unbesehen hinein und rühre alles kräftig zusammen. Dann picke man sich drei der bekanntesten, führenden Köpfe des Widerstandes heraus und beize sie in einem Video lang genug in Häme. Dazu engagiere man zwei Protagonisten, die diese Männer mit rein zeitgeist-basierten Behauptungen in einem schlecht zusammengeschnittenen Video herunterputzen und schichte das Ganze in die Auflaufform eines seichten pseudophilosophisch-linguistischen Traktats über den Begriff „Verschwörungstheorie“, koche es in der „Zeit“ gar und serviere es als wissenschaftlich-intellektuelle Erkenntnis in der Rubrik „Gesellschaft“.

Der Beitrag als solcher ist nicht besonders erwähnenswert. Zumindest kann man dem Autor Michael Butter nicht vorwerfen, dass er Hetze betreibt. Seine akademischen Überlegungen, welche Bezeichnung von Verschwörungsdingsdabumsda ihm die Passendste erscheint, sind nette und nicht uninteressante Übungen. Aber wen interessiert es denn wirklich, welchen Begriff Herr Butter nun für die vielen verschiedenen Menschen, die man im Mainstream mit dem Wort „Verschwörungstheoretiker“ belegt und deren verschiedene „Verschwörungstheorien“ für das, was auf der Welt geschieht, zutreffender findet: Verschwörungserzählung? Verschwörungsmythos? Verschwörungsideologie? Oder lieber doch Verschwörungstheorie?

Offen gestanden die, die er damit meint, interessiert‘s am wenigsten.

Wenden wir uns dem eingebetteten Interview zu. Das ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie man hochgpflegten, intellektuell und wissenschaftlich daherkommenden Ideologiekrampf verzapfen kann und sich selbst ins Knie schießt.

Bitte ansehen, auch wenn‘s weh tut:

Das Video eröffnet mit dem Text „Bilder fragiler Männlichkeit. Damit beschäftigt sich Rolf Pohl hauptberuflich“. Nach ein paar Filmfetzen von Szenen aus den Grundrechte-Demos erscheint dann der Herr Professor Pohl im Bild und verkündet: „Die Idealisierung von Helden ist eine zutiefst in unserer Kultur verankerte, männliche Erzählung.“

Ähm, ja. Und nicht nur in unserer Kultur. Überall, selbst in der Tierwelt, ist das so von Anbeginn der Zeit. Was der Herr Professor da so im Subtext mitschwingen lässt – dass das Held-Sein eigentlich so eine überholte Marotte des weißen Mannes ist – ist eines der wichtigsten und ältesten Prinzipien auf unserem Planeten. Bei fast allen Lebewesen, die mehr als ein paar Zellen entwickelt haben, hat sich – bis auf wenige Ausnahmen – das Prinzip männlich-weiblich als erfolgreichstes und widerstandsfähigstes herausgebildet (bitte jetzt nicht die Seepferdchen, Schnecken u.a. anführen. Bekannt, aber Ausnahmen). Und fast bei allen Tieren (nein, nicht bei Spinnen und Tiefseefischen), ist das Männchen deutlich größer, stärker, durchsetzungsfähiger und kämpferischer als das Weibchen. Es unterliegt einem wesentlich stärkeren Selektionsdruck und muss sich beweisen, um seine Gene weiter zu verbreiten. Das sorgt in der gnadenlosen Natur dafür, dass der Nachwuchs immer einen möglichst kräftigen und gesunden Genpool erhält. Ein Rudel von Tieren, das starke, kampffähige Männer hat, genießt bessere Jagderfolge oder kann sich besser gegen Feinde und Räuber verteidigen.

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Bei einer Herde Büffel, die sich mit Raubtieren konfrontiert sieht, bilden die starken Bullen einen Schutzkreis um die Kühe und Kälber und senken die Hörner zum Angriff. Wenn Löwen jagen, treiben die Löwinnen die Beute dem Löwenmann zu, dem als Größten und Stärksten die bisweilen nicht ungefährliche Aufgabe zukommt, die Beute direkt im Angriff zu erlegen. Auch Menschen organisierten sich von Anfang an so, dass immer die Männer die Beschützer der Sippe oder des Stammes sind und waren. Männer haben eben dadurch das seit Jahrmillionen für den Erhalt der eigenen Art wichtige „Helden-Gen“. Und das wurde – zu Recht – auch immer von allen respektiert und geehrt. Denn der Mann beschützte die Seinen mit seinem Leben – das er auch nicht selten opferte, um das der anderen zu erhalten.

Das findet man heute wie damals – und zwar ganz besonders bei Menschen, die noch in ursprünglichen Familien- und Stammesverbänden leben. Überall auf der Welt. Das ist keine irgendwie zusammenerfundene „Erzählung“ breitspuriger Dumm-Machos, sondern ein Millionen Jahre altes Überlebensprinzip. Natürlich findet dieses grundlegende Prinzip auch Widerhall in den Heldenepen der ganzen Welt, quer durch die menschliche Geschichte. Auch heute beruhen Actionfilme wie „James Bond“, „Stirb langsam“, „Jurassic World“ oder Historienschinken, wie „Ben Hur“ etc., auf diesem Urbild des Helden, der in Gefahr über sich hinauswächst und die Sache rettet.

Prof. Pohl beschäftigt sich also hauptberuflich mit Männlichkeit. Und er behauptet, dass es sich bei der vorherrschenden Form von Männlichkeit in männlich dominierten Kulturen und Gesellschaften grundsätzlich um ein fragiles und krisenhaftes Konstrukt handelt. Er bescheinigt den Männern, die das Männerbashing und die pauschale Rolle des dominanten, empathielosen Macho-A*lochs leid haben „ein entkontextualisiertes, und damit scheinheiliges Gerede, mit dem ‚der‘ Mann larmoyant zum beklagenswerten Opfer der als ‚feminisiert‘ angeprangerten Verhältnisse stilisiert wird.“

Besieht man sich dann die drei Männer, die als Protagonisten für sein behauptetes „fragiles Männerbild“ herangezogen werden, beschleicht einen doch Verwunderung. Alle drei sind sehr gut gebaut, gutaussehend, muskulös, selbstsicher, mutig und tapfer. Sie wissen, wofür sie stehen und haben auch den A*** in der Hose, massive Angriffe durchzustehen. „Fragil“ ist so ziemlich das letzte Wort, was einem dazu einfällt. Sie trotzen massiven Schikanen und sind intelligent und tüchtig genug, dennoch auch wirtschaftlich Erfolg zu haben und können sich sehr gut ausdrücken. Diese drei Männer gehen ihren Weg mit Bravour. Sie sind Führungsnaturen. Man muss ja nicht ihrer Ansicht sein, aber das kann man ihnen wirklich nicht absprechen.

Wer ist eigentlich Veronika Kracher? Der Sidekick des Professors in dem Video hat noch nicht die Lorbeeren eines eigenen Wikipedia Eintrages errungen. Also muss man suchen. Sie beschäftigt sich mit Dingen, von denen auch gesellschaftlich Interessierte noch nichts gehört haben. Hätten Sie gewusst, wer oder was „Incels“ sind? Nun, jedenfalls ist sie eine marxistische Feministin und eine knallharte Ideologin, die ihrem Nachnamen Ehre macht. Am liebsten schreibt sie offenbar über die Misogynie (Frauenhass) rechter Männer. Ihren ziemlich unverhohlenen, pauschalen Hass auf Männer findet sie aber in Ordnung. In einem Interview auf belltower.news packt sie ihr ganzes marxistisch-feministisches Weltbild auf den Tisch. (Also, wäre ich ein Mann, würde ich ihr weiträumig aus dem Weg gehen.)

Vor der Kamera scheint sie entweder nicht besonders eloquent zu sein oder die Macher des Videos können nicht schneiden und zerhacken die Statements der Dame zu aneinandergeklebten Schnipseln.

Frau Kracher sieht Attila Hildmanns Weg zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Grundrechtedemos als den selbstquälerisch-harten Versuch eines dicklichen Nobody-Losers, durch „Selbstoptimierung“ ein echter „krasser“ Mann zu werden. Schlank, muskulös, gutaussehend, selbstbewusst. Wenn das so war, dann Hut ab und Respekt, Herr Hildmann! Frau Krachers Auftreten ließe übrigens auch Raum für Selbstoptimierung. Vielleicht wäre sie dann auch glücklicher?

Auch an KenFM lässt sie kaum ein gutes Haar. Sie kann ihm zwar sein hohes, intellektuelles Niveau nicht absprechen, aber hält ihm vor, sich zu inszenieren. Dass er sehr genau recherchiert, sehr seriös berichtet, mutig auch heiße Eisen anfasst und sich nicht einschüchtern lässt, reicht aber schon, um als ein „fragiler Macho“ und übler Verschwörungstheoretiker hier verwurstet zu werden.

Zack! Auch das sind ganz stark männliche Erzählungen, diagnostiziert Prof. Pohl. Aufklärerisch-aufrührerische Heldenkomponente. Und, ganz besonders verwerflich: Er ist opferbereit!!!
Ach, Herr Pohl…

Auch Heiko Schrang macht sich der heldenhaften Komponente und des Verschwörungstheoretikertums schuldig, weil er sich als „Verbreiter von Wahrheit“ sieht. (Frage am Rande: Was tun eigentlich Priester auf der Kanzel oder Politiker und Herr Prof. Drosten anderes?)

Wie langweilig, offensichtlich und unoriginell. Wenn es doch nur nicht so unverhohlen durchsichtig konstruiert daherkäme, so bemüht diffamierend, wissenschaftlich angehaucht.

Wenn Herr Prof. Pohl über diese Männer sagt: „Sie halten sich für Genies, sie halten sich für unglaublich intelligent, sie halten sich für unglaublich bedeutsam“, dann kann man das 1:1 auf ihn selbst übertragen. Nur, dass diese besagten Männer wirklich bedeutsam sind, denn sie stehen (in Deutschland) an der Spitze einer riesigen Volksbewegung, die gerade überall auf der Welt entsteht und sehr, sehr viele Menschen setzen ihre Hoffnungen auf solche Männer, wie diese drei es sind. Nicht auf Männer wie Prof. Pohl.

Wenn Frau Kracher sagt: „Alle diese drei Typen vertreten eine Form von Männlichkeit, die gerade gesellschaftlich als die ideale Form von Männlichkeit anerkannt wird und die quasi eine Form von Männlichkeit ist, nach der sich andere Männer richten sollten“, …dann hat sie vielleicht doch etwas begriffen. Oder der Cutter Anton Zabriski hat ihr mit den vielen Schnitten in diesem einen Satz ein böses Ei auf die Schiene genagelt.