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Die nächste hypermoralische Gleichstellungsstiftung – teuer und wahrscheinlich sinnlos

2. April 2021

Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau ist gut und richtig, keine Frage. Gleichstellung ist etwas ganz anderes, deshalb hat man ja auch den Begriff gewählt. Das ist etwa so, wie bei dem R-Wert und den Inzidenzzahlen. Nun gibt es eine neue Stiftung im Reigen der Frauenförderung. Es wird viel Geld hineingesteckt, herauskommen wird Aktivismus und jede Menge Genderstudien und Forderungen, besser wird davon nichts, wie fast immer. Nur der Graben zwischen Männern und Frauen wird immer tiefer. Beide geraten immer mehr unter Druck.

Man muss nur die Vorstellung auf der Seite der BMFSFJ (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) ansehen. Schon die wunderschöne Überschrift „Die Bundesregierung wird eine ‚Bundesstiftung Gleichstellung‘ errichten. Die Formulierungshilfe für ein entsprechendes Gesetz wurde vom Bundesgleichstellungsministerium vorgelegt. Die Stiftung wird ein offenes Haus werden, in dem sich Menschen treffen, vernetzen und bestärken“ kann man in einen Satz übersetzen: Wir wollen auch so einen trendgerechten Heitzefeitz machen.

Wirklich helfen tut das nur denen, die was daran verdienen, indem sie den Heitzefeitz eifrig vorantreiben und sich und ihrem Umfeld Geld zuschustern. Den Frauen „da draußen“ wird das wenig helfen, sie werden wahrscheinlich gar nichts davon bemerken, denn irgendwie kennen sich die Betreiber all dieser Ausschüsse, Arbeitsgruppen und Stiftungen immer untereinander und bilden eine Gesellschaft in der Gesellschaft und in diesem nicht gerade kleinen Treibhaus wachsen die seltsamsten Pflanzen. Ich kenne ein paar solcher Leute – und das sind nicht nur Frauen!

Auffallend ist dabei, dass wenn irgendwelche neuen Modebegriffe im Gleichstellungs- und Gendertreibhaus heranwachsen, diese dann auf den entsprechenden Foren und Seiten und auch in Gesprächen plötzlich überall sind. Begriffe, die fast alle destruktiv und frauenverachtend sind, aber begeistert aufgenommen werden.

Statt „Frau“ sind es plötzlich „gebärfähige Körper“ oder „menstruierende Menschen“. Statt Papa und Mama sind es „Elter und Elter2“. Statt Muttermilch „menschliche Milch“ usw..

Fällt diesen verirrten Geistern eigentlich nicht auf, dass die „Frau“ hier aus unserer „Muttersprache“ komplett eliminiert wird? Das alles, was die Frau als solche ausmacht, ausgemerzt wird? Dass ihre biologische und seelische Identität, ihre Hunderttausend Jahre alte Geschichte und soziale Identität und Signifikanz verliert? Und wer treibt das am allermeisten voran? Ausgerechnet die Frauen! So etwas kann man doch nur aus einem komplett verqueren Selbsthass machen, oder?

Die konsequente Weiterentwicklung, die ja im Trend des Transhumanismus liegt, ist die komplette Abschaffung der Frau, denn künstliche Gebär-Elter1-Vorrichtungen (Gebärmutter darf es ja dann auch nicht mehr heißen) kann man sicher auch bald herstellen. Und dann liegt es im Ermessen der Herrschenden, ob und wenn ja, wie viele Menschen hergestellt und von Künstlicher Intelligenz aufgezogen und herangebildet werden. Die sprachliche Auslöschung der Frau wäre dann nur der erste Schritt.

Jetzt haben wir also noch so eine tolle Einrichtung auf Steuerzahlerkosten. Was da geschehen soll, können wir hier nachlesen. Informationen sollen bereitgestellt werden. Natürlich auch Workshops, das ist immer prima, und Studien und wissenschaftliche Dossiers. So bleibt auch alles schön im eigenen Biotop und ernährt seine Flora und Fauna.

Dabei gäbe es wirklich die Lösungen, die es auch dringend braucht. Tatsächlich ist eine Frau, die im gebärfähigen Alter ist, faktisch benachteiligt. Der potenzielle Arbeitgeber scheut den Mutterschaftsurlaub und weiß, danach liegt die Kindererziehung wahrscheinlich bei der Frau. Sie wird ewig lange fehlen in der Kinderzeit, dann nur halbtags da sein und wegen Kinderkrankheit usw. immer wieder nicht einsatzfähig sein. Sind all diese Probleme durch das Heranwachsen der Kinder erledigt, ist sie zu lange raus aus dem Job und nicht mehr auf der Höhe und daher für Arbeitgeber uninteressant.

In der freien Wirtschaft ist es in der Tat für eine Frau sehr viel schwieriger, voranzukommen. In Behörden oder staatlichen Organisationen sieht das schon wesentlich besser aus. Nur müssen die ja auch nicht profitabel arbeiten.

Man stärkt die Praxis nicht wirksam und nachhaltig durch – wie auf der Seite zu lesen steht – „Stärkung der praktischen Gleichstellungsarbeit durch Service und Beratung von Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft bei der Entwicklung von Lösungsansätzen und deren Umsetzung“ – also durch schöne Reden und Appelle, maximal noch durch staatliche Fördersummen. Das sind fast alles Berater, die keine wirtschaftliche Betriebsführung kennen.

Es gibt bessere Ideen, die gar nicht so furchtbar originell sind. Beispielsweise ein „Soziales Jahr“ für ALLE jungen Leute. Damit wäre der Pflegenotstand in den Krankenhäusern und Altenheimen sofort vorbei, junge Familien haben ein Anrecht auf eine Hilfs- und Betreuungskraft. Diese unterstützt entweder den Vater oder die Mutter oder denjenigen, der sich um das Kleine kümmert, und zwar den ganzen Tag. Im Haushalt, bei Besorgungen, in der Kinderbetreuung. Jeder von beiden Eltern nimmt sich ein halbes oder Dreivierteljahr Familienurlaub und zwar abwechselnd. Homeoffice sollte unter Mithilfe einer solchen Sozialjahr-Kraft auch noch möglich sein, so dass keiner der Eltern den Anschluss verliert. Wenn alle das machen, ist auch eine Elternzeit im Lebenslauf eines Mannes kein „Makel“ und ein Arbeitgeber wäre eher bereit, eine qualifizierte Frau einzustellen, weil sie für ihn kein „Verlustgeschäft“ mehr ist.

Bei Bewerbungen sollte nur noch die Qualifikation zählen. Der Bewerber m/w/d sollte grundsätzlich seine Bewerbung ohne jeden Hinweis auf sein Geschlecht/Gender abgeben. Danach sollte ausgewählt werden. Natürlich wird bei dem dann persönlichen Vorstellungsgespräch dann klar, um wen es sich handelt. Aber dann hat man sich schon aufgrund der Unterlagen ein gewisses Bild gemacht und wird den Kandidaten m/w/d mit anderen Augen betrachten.

Was überhaupt nie eine gute Lösung sein kann: Im Rahmen von Frauenförderungsprogrammen eine Position mit einer Frau zu besetzen, einfach nur, weil sie eine Frau ist. Womöglich noch einen qualifizierteren Mann dafür hintenrunter fallen zu lassen. Die Frau, die diesen Posten als „Quotenfrau“ bekommt, hat schon von Anfang an nichts zu lachen. Insbesondere dann, wenn eigentlich ein Kollege aus dem Haus selbst der Gewünschte für die Position gewesen wäre. Das passiert dauernd, führt nie zu etwas Gutem und ist allen gegenüber ungerecht. Es führt nur zu Männerbünden und Konfrontationen und wird für die „geförderte Frau“ ein Spießrutenlauf, den sie nicht gewinnen kann.