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Islamismus & Terror

Islamistischer Anschlag in Mosambik: Breitet sich der IS jetzt im Süden Afrikas aus?

15. April 2021

Der Islamische Staat rühmt sich mit dem jüngsten Angriff auf die Stadt Palma in Mosambik, bei dem laut IS-Sprachrohr AMAQ 55 »Christen und Ausländer« getötet wurden. Laut dem Sicherheitsexperten Joe van der Walt ist die IS-Darstellung aber reine Propaganda.

Am Mittwoch, den 25.3. griffen Kämpfer der Miliz Al Sunnah wa Jama’ah (ASWJ) den Ort Palma in der muslimisch dominierten Provinz Mosambiks Cabo Delgado an und töteten laut AMAQ über fünf Tage »dutzende mosambikanische Soldaten und Christen«. Einheimische sagen auch einfach Al Shabab dazu («Die Jugend«), die aber keine Verbindung zur somalischen Al Shabab haben.

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Der Angriff wurde mit äußerster Brutalität durchgeführt, Menschen sollen geköpft worden sein und auf Kleinkinder geschossen.

Die Regierung spricht dagegen von sieben Toten. Mindestens zwei Ausländer sollen unter den Opfern sein. Die französische Total unterhält ein Erdgas-Werk bei Palma. Die meisten Einwohner sollen geflohen sein. Ausländer wurden von privaten Sicherheitsfirmen mit Booten und Hubschraubern aus dem Amarula Hotel evakuiert.

Der »Islamische Staat« wollte sich den Angriff auf die eigene Fahne schreiben. Beobachter fürchteten schon, eine neue Bastion der Islamisten entstehe in Mosambik. Die Zeitung »Carta de Mocambique« wies aber darauf hin, dass das Foto, das AMAQ veröffentlichte, ganz offenbar nicht aus Palma, sondern aus Mocimboa da Praia stammt, das vor einem Jahr von Milizen angegriffen wurde.

CEO Joe van der Walt von der südafrikanischen Sicherheitsfirma Focus Group sagte gegenüber Freie Welt, dass die Drohungen des  »Islamischen Staates« wenig mit der Wirklichkeit zu tun haben. Die Al-Shabab Kämpfer seien bereits wieder aus Palma verschwunden, nachdem sie Munition, 90 Tonnen Lebensmittel des Welternährungsprogramms und drei Banken geplündert hatten. »Die feiern jetzt irgendwo wahrscheinlich eine große Party.«

Die mosambikanische Regierung habe nun erklärt, Palma »zurückerobert« zu haben. Das liege aber daran, dass die Milizen die Stadt mit ihrer Beute freiwillig geräumt haben. »Die haben jetzt ein gutes Geschäftsmodell entdeckt. Die Regierung ist offenbar nicht in der Lage, sie aufzuhalten. Warum sollten sie dann aufhören?«

Das Vorgehen der Al-Shabab beim Angriff sei sehr koordiniert, mit Granatwerfern und Mörsern bewaffnet aus mehreren Richtungen gleichzeitig erfolgt. Aufständische hätten die Stadt vorher infiltriert, Waffen versteckt und sich als Zivilisten verkleidet. Andere Angreifer hätten Uniformen der mosambikanischen Armee getragen, um sich zu tarnen, berichtet die Focus Group.

Der Angriff auf Palma ähnele aber eher traditionellen afrikanischen Stammesfehden und keinem wiedererstarkten »Islamischen Staat«, so van der Walt. Die Gefahr einer Ausbreitung des islamischen Terrors im südlichen Afrika sei dennoch nicht zu unterschätzen. »Der IS hat das jedenfalls auf dem Schirm. Wenn man nichts unternimmt, könnte das zum Problem werden. Es ist momentan ein Gegner ohne Kopf, man weiß nicht, wer dahintersteckt. Deshalb ist es schwer, sie zu bekämpfen. Das größte Problem sind jetzt die Flüchtlingslager südlich von Pemba. Dort könnten sich leicht Schläfer mit Verbindungen zu den Aufständischen verstecken.«

Die Einheimischen seien zu Recht unzufrieden mit der Regierung, die ebenfalls brutal gegen die Bevölkerung vorgehe, so van der Walt. »Die Armut ist so groß, das Analphabetentum bei 80%. Die Ölriesen wie Total machen hier enorme Gewinne mit Erdgas, aber das Geld kommt nicht bei den Leuten an, sondern landet bei irgendwelchen korrupten Beamten. Da ist natürlich die Unzufriedenheit groß.«


Quelle: freiewelt.net