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Isla­mis­ti­scher Anschlag in Mosambik: Breitet sich der IS jetzt im Süden Afrikas aus?

Der Isla­mische Staat rühmt sich mit dem jüngsten Angriff auf die Stadt Palma in Mosambik, bei dem laut IS-Sprachrohr AMAQ 55 »Christen und Aus­länder« getötet wurden. Laut dem Sicher­heits­experten Joe van der Walt ist die IS-Dar­stellung aber reine Propaganda.

Am Mittwoch, den 25.3. griffen Kämpfer der Miliz Al Sunnah wa Jama’ah (ASWJ) den Ort Palma in der mus­li­misch domi­nierten Provinz Mosambiks Cabo Delgado an und töteten laut AMAQ über fünf Tage »dut­zende mosam­bi­ka­nische Sol­daten und Christen«. Ein­hei­mische sagen auch einfach Al Shabab dazu («Die Jugend«), die aber keine Ver­bindung zur soma­li­schen Al Shabab haben.

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Der Angriff wurde mit äußerster Bru­ta­lität durch­ge­führt, Men­schen sollen geköpft worden sein und auf Klein­kinder geschossen.

Die Regierung spricht dagegen von sieben Toten. Min­destens zwei Aus­länder sollen unter den Opfern sein. Die fran­zö­sische Total unterhält ein Erdgas-Werk bei Palma. Die meisten Ein­wohner sollen geflohen sein. Aus­länder wurden von pri­vaten Sicher­heits­firmen mit Booten und Hub­schraubern aus dem Amarula Hotel evakuiert.

Der »Isla­mische Staat« wollte sich den Angriff auf die eigene Fahne schreiben. Beob­achter fürch­teten schon, eine neue Bastion der Isla­misten ent­stehe in Mosambik. Die Zeitung »Carta de Mocam­bique« wies aber darauf hin, dass das Foto, das AMAQ ver­öf­fent­lichte, ganz offenbar nicht aus Palma, sondern aus Mocimboa da Praia stammt, das vor einem Jahr von Milizen ange­griffen wurde.

CEO Joe van der Walt von der süd­afri­ka­ni­schen Sicher­heits­firma Focus Group sagte gegenüber Freie Welt, dass die Dro­hungen des  »Isla­mi­schen Staates« wenig mit der Wirk­lichkeit zu tun haben. Die Al-Shabab Kämpfer seien bereits wieder aus Palma ver­schwunden, nachdem sie Munition, 90 Tonnen Lebens­mittel des Welt­ernäh­rungs­pro­gramms und drei Banken geplündert hatten. »Die feiern jetzt irgendwo wahr­scheinlich eine große Party.«

Die mosam­bi­ka­nische Regierung habe nun erklärt, Palma »zurück­er­obert« zu haben. Das liege aber daran, dass die Milizen die Stadt mit ihrer Beute frei­willig geräumt haben. »Die haben jetzt ein gutes Geschäfts­modell ent­deckt. Die Regierung ist offenbar nicht in der Lage, sie auf­zu­halten. Warum sollten sie dann aufhören?«

Das Vor­gehen der Al-Shabab beim Angriff sei sehr koor­di­niert, mit Gra­nat­werfern und Mörsern bewaffnet aus meh­reren Rich­tungen gleich­zeitig erfolgt. Auf­stän­dische hätten die Stadt vorher infil­triert, Waffen ver­steckt und sich als Zivi­listen ver­kleidet. Andere Angreifer hätten Uni­formen der mosam­bi­ka­ni­schen Armee getragen, um sich zu tarnen, berichtet die Focus Group.

Der Angriff auf Palma ähnele aber eher tra­di­tio­nellen afri­ka­ni­schen Stam­mes­fehden und keinem wie­der­erstarkten »Isla­mi­schen Staat«, so van der Walt. Die Gefahr einer Aus­breitung des isla­mi­schen Terrors im süd­lichen Afrika sei dennoch nicht zu unter­schätzen. »Der IS hat das jeden­falls auf dem Schirm. Wenn man nichts unter­nimmt, könnte das zum Problem werden. Es ist momentan ein Gegner ohne Kopf, man weiß nicht, wer dahin­ter­steckt. Deshalb ist es schwer, sie zu bekämpfen. Das größte Problem sind jetzt die Flücht­lings­lager südlich von Pemba. Dort könnten sich leicht Schläfer mit Ver­bin­dungen zu den Auf­stän­di­schen verstecken.«

Die Ein­hei­mi­schen seien zu Recht unzu­frieden mit der Regierung, die eben­falls brutal gegen die Bevöl­kerung vorgehe, so van der Walt. »Die Armut ist so groß, das Analpha­be­tentum bei 80%. Die Ölriesen wie Total machen hier enorme Gewinne mit Erdgas, aber das Geld kommt nicht bei den Leuten an, sondern landet bei irgend­welchen kor­rupten Beamten. Da ist natürlich die Unzu­frie­denheit groß.«


Quelle: freiewelt.net