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Ein Duft von Krieg liegt in der Luft

4. Mai 2021

Die Bevölkerung ächzt unter den Lockdowns und den repressiven Maßnahmen, die Volkswirtschaften werden gegen die Wand gefahren, die Lieferketten brechen und eine Inflation bahnt sich an. Aber die Staaten rüsten überall auf. Seit Präsident Joe Biden an der Macht ist, hat sich der Ton gegen Russland sehr verschärft und die Nato-Partner ziehen mit. 2020 steigen die Rüstungsausgaben auf Rekordhöhe. Während der IWF eine Schrumpfung des globalen Bruttosozialprodukts 2020 um 4,4 Prozent kundgab, stiegen die Ausgaben für das Militär global um 2,6 Prozent. Das schwedische Friedensforschungsinstitut SIPRI errechnete eine Summe von fast zwei Billionen Dollar, die die Staaten weltweit für Rüstung ausgegeben haben. Und das dürfte erst der Anfang sein.

Allen voran gab die USA ihre Rüstungsausgaben auf 778 Milliarden Dollar an. Das sind fast vierzig Prozent aller globalen Militärausgaben und ein Zuwachs von 4,4 Prozent in einem Staat, der kurz davorsteht, an sich selbst zu zerbrechen. Zusammen mit den NATO-Staaten stellt das 55 Prozent aller weltweiten Militärausgaben dar. So viel Investitionen müssen sich schließlich auch mal rechnen. Wie sagte Mr. Henry Kissinger? „Wenn ihr die Kriegstrommeln nicht hört, müsst ihr taub sein“.

Otto von Bismarck richtete seine Politik nach der Maxime aus „Frieden mit den Nachbarn, namentlich mit Russland!“, und er hat damit Europa als Ganzem eine blühende Friedenszeit geschenkt.

Heute zündeln die deutschen Außenpolitiker und Regierungsberater wieder einmal emsig an der Kriegslunte in Europa. Bundesaußenminister Heiko Maas nutzte seine erste Rede vor den UN, um Russland anzupatzen. Man arbeitet zielgerichtet an einer immer weiteren Verschärfung der Konflikte mit Russland, erst recht, seit die Falken hinter der Marionette Joe Biden wieder an den Strippen ziehen. Und die dämliche deutsche Politik spurt. Wir können keinen besseren Verbündeten haben als Russland – und das genau will man in den USA nicht. Vonseiten der USA ist das nicht nett, aber logisch und nachvollziehbar. Europa, der wirtschaftliche (Noch-)Riese und politische Zwerg als Anhängsel und Deutschland als Spielfigur am Rande des russischen Einflussbereiches, das ist unbezahlbar. Deutschland und Europa im Verbund mit Russland in einem blühenden Eurasien – das ist eine Horrorvision, wie es George Friedman einmal in einem Geopolitik-Vortrag so unverblümt erklärte.

Der FDP-Außenpolitikexperte Otto Graf Lambsdorff sagte kürzlich sogar, man müsse „Russland dort treffen, wo es weh tut“. Die Stiftung „Wissenschaft und Politik“ (SWP) möchte allen Ernstes verschiedene militärische Maßnahmen gegen Russland, wie beispielsweise „militärische Missionen im Schwarzen Meer“. Russland soll vom internationalen Zahlungssystem SWIFT ausgeschlossen werden. Es gehe darum, „Moskau einzuschüchtern“.

Bundesverteidigungsminister Frau Annegret Kramp-Karrenbauer unterstellt „Moskau“, bereits mitten in Europa Krieg zu führen. Gemeint ist wohl die Ukraine. Nur haben wir das irgendwie noch gar nicht bemerkt. Welch ein schlagender Beweis, wie klammheimlich und gerissen Moskau agiert! Der Westen arbeitet sich in der Ukraine aber aus rein edlen und humanitären Gründen aggressiv und immer weiter vor, und das direkt bis vor Russlands Grenze. Das ist natürlich alles gar keine Provokation.

Aber nicht nur vor den Grenzen Russlands wühlt „der Westen“. Gleichzeitig wird mit allen möglichen Mitteln innerhalb Russlands destabilisiert. Der im Westen gefeierte Rassist und Aufrührer Alexej Nawalny ist ein von den USA ausgebildeter Einflussagent und muss ständig mit internationalem Medienrummel die Vorlage für Russland-feindliche Berichterstattung liefern.

Weh tun wird ein Konflikt mit Russland vor allem Europa, das unter den Lockdowns und Eindämmungsmaßnahmen in die Knie geht und eigentlich jeden Konflikt aussetzen und Zusammenarbeit suchen müsste, dass alle aus dem Tal der Tränen wieder herauskommen können.

Die russische Regierung verliert langsam die Geduld und redet nicht mehr von den „westlichen Partnern“, sondern setzt sich gegen Sanktionen sowie weitere Strafmaßnahmen der EU zur Wehr. Ende vergangener Woche verhängte Russland Gegensanktionen gegen mehrere EU-Politiker.

Nachdem die EU im März russische Amtsträger mit Einreisesperren belegte und deren Vermögenswerte hier im Westen einfror, hat Moskau nun vice versa acht Amtspersonen aus der EU Einreisesperren auferlegt. Moskaus Kommentar dazu: Das Verhalten der EU verstoße gegen die Charta der Vereinten Nationen und den Standards des internationalen Rechts. Und redet von durch die Medien angeheizter „antirussischer Hysterie“.

Die Sanktionen der EU hätten zweifelsohne das Ziel, „Russlands Entwicklung um jeden Preis zu bremsen“ und eine „Weltordnung“ zu errichten, bei der ständige Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten unter Bruch des Völkerrechts Weltpolitik gemacht werde.

Damit hat Russland einen bedeutenden Punkt angesprochen. Es geht augenscheinlich um eine „Neue Weltordnung“ und da passen souveräne Staaten nicht mehr hinein.

Auf diesem Hintergrund steht besonders Deutschland als bisher wirtschaftliches Herz Europas im Fokus. Berlin zeigt sich seit einiger Zeit auch entsprechend auffallend aggressiv. Deutschland hat auch gleichzeitig seinen Militäretat noch stärker als die USA erhöht: 5,9 Prozent mehr Geld floss in    Rüstung und Sonstiges. Damit steht Deutschland nicht mehr weltweit auf Platz 8, sondern auf Platz 7, und steht jetzt hinter China. Mit 52,8 Milliarden Euro für den Wehretat in Zeiten wie diesen, wo die Deutschen in Scharen ihre Existenz verlieren und die Volkswirtschaft ächzt, besteht da doch Erklärungsbedarf.

Oder auch nicht. Die Welt steuert insgesamt in eine tiefe Krise, weil das Weltwirtschafts- und Finanzsystem durch die Orgien an Schulden, Nullzinsen und „Gelddruckerei“ seit dreizehn Jahren den beginnenden und fälligen Crash des Finanzsystems 2008 einfach unter Bergen von Fiat Money zugeschüttet hat. Aber der überfällige Crash ist nicht ewig abzuwenden. Der „Great Reset“ ist der Versuch, einen Weltkollaps kontrolliert ablaufen zu lassen. Das würde sowieso knochenhart werden, für ziemlich alle. Aber wenn‘s schon scheppert, dann ist das doch DIE Gelegenheit, die lang geplante „Neue Weltordnung“ durchzuziehen und die lückenlose Macht und Überwachung über alles und jeden zu erlangen.

Nicht alle wollen das. Deshalb werden jetzt den Staaten und Menschen, die nicht so richtig mitmachen wollen, die Daumenschrauben angelegt. Die Koalitionen und Kampflinien nehmen langsam Gestalt an. Extern und intern. Regierungen, Bündnisse und Bürger rüsten auf für den Showdown.