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Suchtpotenzial bei Sportwetten ähnlich hoch wie bei Drogen: ARD-Sportschau wird von Sportwetten-Anbieter gesponsert

4. September 2021

Die ARD-Sportschau wird in der kommenden Fußballsaison von einem Sportwetten-Anbieter gesponsert. Alleine in Deutschland verlieren die Bürger bei Sportwetten und Glücksspielen über 13 Milliarden Euro pro Jahr. Das Suchtpotenzial bei Sportwetten und anderen Glücksspielen ist ähnlich hoch wie bei Drogen.

Für viele Fußballfans in diesem Land ist das Anschauen der Berichterstattung über die Spieltage in den höchsten Profiligen in der samstäglichen ARD-Sportschau noch immer ein festes Ritual. Jene ARD-Sportschau wird in der kommenden Fußballsaison von einem Sportwetten-Anbieter gesponsert. In Deutschland verlieren die Menschen bei Sportwetten und anderen Online-Glücksspielen (Toto und Lotto nicht einberechnet) pro Jahr etwa 13 Milliarden Euro. Diese Verluste der Menschen sind der Gewinn der Anbieter von Sportwetten und Online-Glücksspielen.

Psychologen haben in umfangreichen Untersuchungen und Testreihen festgestellt, dass das Suchtpotenzial bei Sportwetten und anderen Glücksspielen ähnlich hoch ist wie bei Drogen. Kleine Gewinne und Einstiegsangebote mit verlockenden »Gratisprämien« sollen die Spieler anlocken und zum Einsatz von immer größeren Summen animieren. Aggressive Werbung auf allen Kanälen, auch gerne mit alten, ausrangierten ehemaligen Fußballgrößen, die sich so ein erkleckliches Zubrot mit dem Leid der Abgezockten erheischen, trägt seinen Teil dazu bei, die einmal süchtig gemachten Menschen bei der Stande zu halten.

Die ARD-Sportschau reiht sich jetzt in die Reihe der »Dealer« ein, die den Bürgern das Geld aus der Tasche leiern wollen. Dabei gibt es reichlich Warnhinweise seitens der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bezüglich der Glücksspielsucht und der Wettsucht. Die ARD ficht das nicht an. Und das, obwohl sich in ihrer eigenen Mediathek ein Bericht genau über dieses Thema findet.

Einige Zitate aus dem Beitrag: »Mit kaum einer anderen Sucht gerät man so schnell in die Abhängigkeit und damit in den Ruin«. Und: »Die Selbstmordrate unter Betroffenen ist extrem hoch.« Doch auch das ficht die ARD nicht an. Wie viel die ARD durch den Vertrag einstreicht, ist ein gut gehütetes Geheimnis. Zum Vergleich: ein anderer Sportwettenabieter hat für die Platzierung seiner Werbung bei der vergangenen Fußballeuropameisterschaft die »Kleinigkeit« von 800 Millionen Euro alleine an ARD und ZDF berappt.


Quelle: freiewelt.net