Wikimedia Commons, Marlin Helene, CC BY 2.0, https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

Janika Pondorf: Wenn die Staats­macht die sakro­sankten Ver­däch­tigen drangsaliert

Janika Pondorf ist ein junges Mädchen, durch­drungen von der Sorge um das Wohl unseres Hei­mat­pla­neten, der Natur, um das Klima, das auf­grund mensch­licher Pras­serei und Pro­fit­sucht ent­gleitet. Also nimmt sie mutig den Kampf auf. Sie glaubt, dass sie gegen über­mächtige Kon­zerne kämpft, gegen finstere, rechte Mächte, denen die Erde egal ist, solange sie nur ordentlich Kasse machen. Aus ihrer Sicht gesehen, ist sie eine Art Augs­burger Greta Thunberg. 

Sie wird sicher viel Lob und Respekt aus den Kreisen bekommen haben, die hinter Fridays for Future, Extinction Rebellion, Klima-Akti­vis­ten­gruppen wie Green­preace und anderen stehen. Und das hat in ihr die Grund­über­zeugung gestärkt, dass sie auf der Seite des Wahren, Guten und Schönen steht und für das höchste Gut, unsere Erde, kämpft. Und ich meine das alles nicht spöt­tisch oder ironisch.

Wie das bei expo­nierten Per­sonen so ist, die sich nur in bestimmten Zirkeln bewegen, die man heute gerne „Echo­kammern“ nennt, man steigert sich gemeinsam in immer weitere Ideo­logien und Über­zeu­gungen hinein. Es ent­wi­ckelt sich das, was den „Ver­schwö­rungs­theo­re­tikern“ oder „Quer­denkern“ vor­ge­worfen wird: Ein Tun­nel­blick, der nur die Infor­ma­tionen ins Bewusstsein durch­dringen lässt, die die eigene Sicht bestätigen.

Schon im Nor­malfall erfordert es auch immer einen gewissen Grad von Selbst­über­windung, die Infor­ma­tionen auf­merksam und offenen Geistes anzu­schauen, die man eigentlich nicht zur Kenntnis will. Man bleibt lieber in seiner Blase. Das kennt jeder, der sich ein bisschen selbst reflek­tiert. Eine 15-Jährige ist dazu meistens noch nicht fähig. Im Gegensatz zu den Impf­kri­tikern und Quer­denkern wird den Fridays for Future- und Kli­ma­ak­ti­visten aber nicht schärfste Kritik, Hohn und Ver­achtung ent­ge­gen­ge­bracht, sondern die Medien und sehr viele Poli­tiker loben ja auch noch das Enga­gement und hofieren die Aktivisten.

Kein Wunder also, das die 15jährige Janika Pondorf sich selbst als eine Heldin sah und eine Art Trauma erlitt, als eines Morgens im Mai 2020 die Ermittler des Staats­schutzes unver­sehens in ihrem Zimmer stehen und ihr Selbstbild schwer anschlagen:

Um sieben Uhr in der Früh klingelt es an der Tür. Janika Pondorf liegt zu dieser Zeit noch auf dem Bett, ‚halb­nackt‘, wie sie sagt. Wenige Momente später stehen sieben Ermittler im Zimmer der damals 15-Jäh­rigen, so berichten es die Jugend­liche und ihre Mutter. Ange­führt werden die Beamten vom Augs­burger Staats­schutz — also jener Abteilung der Kripo, die für poli­tische Delikte zuständig ist. Über Stunden wird das Haus der Familie durch­sucht, berichtet Janika. ‚Erst stand ich noch halb­nackt vor den Poli­zisten.‘ Später sei sie dann alleine in einen Poli­zei­wagen gebracht worden, zuvor aber noch auf dem Gehweg durch­sucht worden.“

Unver­sehens findet sich die Augs­burger Kli­ma­heldin und gefeierte Zen­tral­figur des Kli­ma­camps vor dem Augs­burger Rathaus in der Rolle einer ter­ro­ris­ti­schen Straf­tä­terin. Eine 15-Jährige, ein halbes Kind, so zu behandeln ist aller­dings starker Tobak.

Der Stats­schutz-Überfall hatte seine Ursache in einer Aktion in der Nacht zum 29. November 2019:

„Die Nacht vor dem ‚Black Friday‘, dem Tag der Schnäppchen und Son­der­an­gebote. In Augsburg werden Geschäfte und Fuß­gän­gerzone mit abwasch­barer Kreide besprüht. ‚Brauchst Du das?‘ steht auf einem Gehweg. ‚Buy nothing‘ an einer Schau­fens­ter­scheibe. Noch am selben Tag bekennt sich Green­peace Augsburg in einer Pres­se­mit­teilung zu den Sprü­he­reien.“ 

Als Janika am nächsten Tag bei der Fridays for Future-Demo mit­mar­schiert, wo sie schon zum „harten Kern“ gehört und bekannt ist, wurde sie von einem Poli­zisten in Zivil ange­sprochen und gefragt, ob sie bei den Krei­desprü­he­reien dabei war. „Ich habe ‚Nein‘ gesagt“ erinnert sie sich. Der Polizist nahm ihre Per­so­nalien und ein Foto von ihr auf. Das war’s. So schien es jedenfalls.

Doch die Ermittler finden auf den Über­wa­chungs­ka­meras, die die Krei­desprüh­aktion auf­ge­nommen hatten, eine Person, die von der Statur her Janika Pondorf sein könnte und einen kha­ki­far­benen Mantel trägt, so, wie Janika auf der Fridays for Future Demo am nächsten Tag.

Die Kli­ma­ak­ti­visten um Janika Pondorf sehen den wahren Grund in den Aus­ein­an­der­set­zungen um die Bret­ter­buden vor dem Rathaus, die auch vor Gericht aus­ge­tragen wurden, und die die Kli­ma­ak­ti­visten für sich ent­scheiden konnten. Ober­bür­ger­meister Frau Eva Weber zog vor Gericht mehrfach den Kür­zeren. Aber es gibt noch einen wei­teren Grund:

„Volker Ullrich, Bun­des­tags­ab­ge­ord­neter und Chef der CSU-Augsburg, warf dem Kli­macamp vor, einen Spen­den­aufruf zugunsten der soge­nannten ‚Roten Hilfe‘ unter­stützt zu haben, ‚einem Verein, der im Phä­no­me­n­be­reich des Links­ex­tre­mismus vom Ver­fas­sungs­schutz beob­achtet wird.‘“ 

Die Durch­su­chung in Janika Pon­dorfs Wohnung und Zimmer hat nichts ergeben, das Ver­fahren wurde ein­ge­stellt. Aber Janika ist wegen der psy­chi­schen Schäden, die sie erlitten hat, in psy­cho­lo­gi­scher Behandlung. Jetzt, zwei Jahre später, schildert sie die erlit­tenen see­li­schen Schäden:

„Sie habe zwei schwere Jahre hinter sich, mit sta­tio­nären Klinik-Auf­ent­halten, Trauma-The­rapien, einer post­trau­ma­ti­schen Belas­tungs­störung. Auch ihr Abitur habe sie um ein Jahr nach hinten ver­schieben müssen. Und all das wegen der Ereig­nisse am Morgen des 20. Mai 2020 – dem Tag, an dem die Polizei plötzlich im Kin­der­zimmer der damals 15-Jäh­rigen stand und mit einer Durch­su­chung begann. Die Vor­würfe, die Pondorf heute erhebt, wiegen schwer. (…) So habe sie während der Aktion kaum Gele­genheit gehabt, sich ganz anzu­ziehen. Sie habe den sieben Beam­tinnen und Beamten ‚halb­nackt‘ gegen­über­ge­standen. Auch sei scheinbar wahllos in ihrem Tagebuch gelesen worden. Dieser weit­rei­chende Ein­griff in ihre Pri­vat­sphäre habe fort­wäh­rende gesund­heit­liche Pro­bleme ausgelöst.“

Frau Pondorf hat nicht unrecht mit dieser Beschreibung. Es mag ihr nicht gefallen, aber sie ist damit durchaus nicht allein. Nur haben die Men­schen, die eine noch wesentlich härtere Gangart der Polizei über sich ergehen lassen mussten – eben­falls grundlos und unge­recht­fer­tig­ter­weise. Diese Leute wurden als „mut­maßlich rechts­extrem“ ein­ge­stuft, und so wurden Haus­durch­su­chungen bei sechs voll­kommen unbe­schol­tenen Leuten durch­ge­führt, die einem pul­ver­kra­chenden US-Actionfilm alle Ehre gemacht hätten, mit allen Spe­zi­al­ef­fekten und Sah­ne­häubchen: Um vier Uhr morgens wurden die Haus­türen ein­ge­treten, Blend­gra­naten geworfen, Spür­hunde durch’s Haus geführt und alles durchwühlt.

Die der­artig Heim­ge­suchten waren eigentlich nie auf­fällig gewesen und geachtete Mit­bürger, die ganze Sache war ein ein­ziger Reinfall, denn es gab nichts, aber auch gar nichts Belas­tendes, außer Vor­räten im Keller und dass ihre Namen und Nummern auf dem Handy des obskuren „Franco A.“ gefunden worden waren. Dabei waren alle „Schwer­ver­däch­tigen“ voll­kommen harmlose Bürger: Ein geach­teter, völlig unauf­fäl­liger Hand­werks­meister, der sich vor­bildlich sozial enga­gierte, ein Kri­mi­nal­kom­missar, ein wei­terer Polizist, ein Rechts­anwalt und ein Bür­ger­schafts­ab­ge­ord­neter. Keiner der Herren war irgendwie vor­be­straft oder irgendwie schlecht aufgefallen.

Nachdem der Ruf und die Existenz der über­fal­lenen Prepper rui­niert war, kam dann nach der ersten Sep­tem­ber­woche der Rückzug: Es gab keine „Todes­liste“, niemand sei gefährdet gewesen, der Waf­fen­besitz war voll­kommen legal, es gab keine Straf­re­gister, keine Vor­ge­schichte von Gewalt, keine Ver­bin­dungen in eine rechte Szene, keine Affi­nität zu „Reichs­bürgern“. Die Ermitt­lungen wurden eingestellt.

Aber die Medien hatten sich wochenlang bis zur Bewusst­lo­sigkeit echauf­fiert, die Mär von der Todes­liste mit Poli­ti­ker­namen wurde überall durch­ge­he­chelt, die sechs fried­lichen Bürger ohne jede Vor­strafen oder Auf­fäl­lig­keiten wurden zum „rechten Ter­ro­ris­tennetz“, das linke Poli­tiker ermorden wollte. Soweit bekannt, hat keiner der sechs Herren nachher psy­cho­the­ra­peu­tische Behandlung in Anspruch genommen, und die Presse und Funk und Fern­sehen haben sich keine Ent­schul­digung für ihre mediale Hin­richtung abge­rungen. Sind ja auch nur Männer.

Frau Janika Pondorf hat es als junges Mädchen, Kli­ma­ak­ti­vistin und poli­tisch links stehend da schon deutlich leichter. Hier springen ihr die­selben Medien hilf­reich zur Seite, die jene sechs fried­lichen Bürger zu Bestien hoch­ge­stylt hatten. Sie darf sich in den Main­stream­m­edien aus­giebig  als Opfer prä­sen­tieren, ihre Lei­dens­ge­schichte aus­packen und Mas­sen­be­trof­fenheit erzeugen. Wohl­ge­merkt: Der Poli­zei­einsatz gegen Janika Pondorf war einfach voll­kommen über­zogen, und es ist auch nach­voll­ziehbar, dass ihr das sehr zuge­setzt hat.

Der Vorwurf geht an die Medien. Sie hät­scheln und pampern die Apo­lo­geten und „Akti­visten“ der links­grünen Kli­ma­krieger und ver­schaffen ihnen nur zu gerne eine Plattform, ver­schweigen die Untaten, machen sich zum Sprachrohr und Kom­bat­tanten. Auf Men­schen, die das Pech haben, irgendwie in die “rechte Ecke“ gestellt zu werden, wird blind­lings ein­ge­prügelt, auch wenn schon klar ist, dass die Vor­würfe gar nicht stimmen. Wenn es gegen – auch nur ver­meintlich – „Rechte“ geht, ist keine Beschimpfung zu grob, keine Schmähung zu belei­digend, keine Unter­stellung zu grotesk. Wer unter dem Label Links, Grün und Klima segelt, wird mit Samt­hand­schuhen ange­fasst. Dann darf sich das Opfer auf allen Kanälen aus­breiten und Klage erheben. Ist die Straf­barkeit der lieben rot-grünen Kli­ma­ak­ti­visten-Aktionen zu groß, die Nähe zur Antifa zu offen­sichtlich, wird alles unter einem Mantel des Schweigens erstickt.

An Janika Pon­dorfs Fall liefern die Main­stream-Medien den Beweis ihrer absichtlich gepflegten Vor­ein­ge­nom­menheit und Par­tei­lichkeit. Sie nennen es Jour­na­lismus mit Haltung. Ein schöner Euphe­mismus für Propaganda.