Müssen wir uns auch nach 2022 durch Gly­phosat ver­giften lassen? Erst ver­boten, jetzt wieder erlaubt: Käserei aus Bayern erlaubt Milch­bauern wieder Gly­phosat-Einsatz! (+Videos)

Das Unkraut­be­kämp­fungs­mittel Roundup (Gly­phosat) ist in der Luft, im Regen, im Grund­wasser, in der Erde und in den meisten Nah­rungs­mitteln zu finden. Laut einer aktu­ellen Studie, wurde Gly­phosat in Mut­ter­milch, im Blut und Urin gefunden. Wis­sen­schaft­liche Studien belegen die Schä­digung lebender Orga­nismen und der Umwelt durch Pes­tizide, ein­schließlich Bestäuber und immer mehr wis­sen­schaft­liche For­schungen weisen auf dessen krebs­för­dernde Eigen­schaften hin. Dar­aufhin haben bereits viele Länder den Einsatz von Gly­phosat ver­boten, wie aktuell Mexiko. Doch obwohl bekannt ist, was Gly­phosat anrichtet, müssen wir uns bis 2023 wei­terhin von Bay­er­Mon­santos Gly­phosat ver­giften lassen. So will es das EU-Recht. Und stellen Sie sich vor, sollte Gly­phosat in der EU auch nach 2023 wieder zuge­lassen werden, könne Gly­phosat nicht ohne wei­teres in Deutschland ver­boten werden. Genau das sagte Dr. Kristian Kather von der Bayer AG und Vor­sit­zender der Arbeits­gruppe ‚Gly­phosate EU Regu­latory Group‘ (GRG) der Industrie. „Gly­phosat ist ein wich­tiger Bau­stein im Werk­zeug­kasten der Unkraut­be­kämpfung“, so Kather von der Bayer AG. Was er aber lieber ver­schweigt: Acht­und­dreißig Unkraut­arten haben inzwi­schen eine Resistenz gegen Gly­phosat ent­wi­ckelt, die in 37 Ländern und in 34 ver­schie­denen Kul­turen ver­breitet sind. Gly­phosat-resis­tente Unkräuter bedrohen Obst­plan­tagen, Wein­berge, Äcker für Getreide und sogar Weiden für Vieh. Das Geschäft hat offen­sichtlich Vorrang vor der Gesundheit von Mensch und Natur, denn Milch­vieh­halter, die an die Gold­steig Käse­reien liefern, dürfen ab sofort wieder gly­pho­sat­haltige Pflan­zen­schutz­mittel ver­wenden, so eine aktuelle Meldung aus der Milch­wirt­schaft.  Zur Begründung ver­weist die Mol­kerei auf die hohen Kosten der Milch­er­zeuger. In dieser Situation sollen die Betriebe ent­lastet werden. Deutschland ist nicht nur der größte Fleisch­pro­duzent in der EU, sondern auch der größte EU-Milch­pro­duzent. Die Milch­wirt­schaft pro­du­ziert ​​ca. 32 Mil­lionen Tonnen Kuh­milch im Jahr. Das Tierleid wird mit rund 3,2 Mil­li­arden Euro Sub­ven­tionen gefördert, denn soviel bekommt der Agrar­sektor im Jahr. Jetzt zahlen wir sogar dafür, dass wir mit Gly­phosat ver­giftet werden.

Die Gold­steig Käse­reien heben das Gly­phosat-Verbot für ihre Milch­er­zeuger bis auf Wei­teres auf

Wie Agrar­heute am 14.April 2022 berichtete, infor­mierte der Milch­ver­ar­beiter seine Lie­fe­ranten jetzt in einem Rund­schreiben, dass die Gold­steig Käse­reien Bay­erwald GmbH ihren Milch­er­zeugern die Ver­wendung von gly­pho­sat­hal­tigen Pflan­zen­schutz­mitteln wieder erlaubt. Das Verbot war im Januar 2018 viel beachtet worden. Nun dürfen die Milch­bauern die Mittel wieder ver­wenden. Zur Begründung ver­weist die Mol­kerei auf die hohen Kosten der Milch­er­zeuger. In dieser Situation sollen die Betriebe ent­lastet werden.

Im Rahmen des Ukraine-Krieges aber auch als mit­tel­fristige Folge ver­schie­dener Teue­rungs­wellen habe sich die Lage auf den Beschaf­fungs­märkten zuge­spitzt, heißt es in dem Rund­schreiben der Gold­steig Käse­reien. Ins­be­sondere Fut­ter­mittel, Kraft­futter oder auch Dünger hätten im Preis stark ange­zogen oder seien generell knapp.

2018, als das Unter­nehmen Gly­phosat unter­sagte,  hatte es noch geheißen, dass die bäu­er­lichen Auf­sichts­gremien des Unter­nehmens den Schritt intensiv dis­ku­tiert hätten und sich letzt­endlich an den Wün­schen der Ver­braucher ori­en­tierten. Man wolle sich recht­zeitig und klar posi­tio­nieren, denn Gly­phosat steht  im Ver­dacht, krebs­er­regend zu sein.

Der BUND Natur­schutz in Bayern kri­ti­sierte die Auf­hebung des Gly­phosat-Verbots durch die Mol­kerei Gold­steig. Der BN-Vor­sit­zende Richard Mergner sagte: „Statt die Land­wirte, die in den letzten vier Jahren auch ohne Gly­phosat zurecht­kamen, wieder zu umwelt­schäd­lichem Ver­halten zu ani­mieren, könnte Gold­steig als wirk­liche Unter­stützung den Milch­aus­zah­lungs­preis erhöhen.“ Mit der Auf­hebung des Verbots würden Ver­brau­cher­ver­sprechen gebrochen.

Ein­zugs­gebiet der Milch von https://www.goldsteig.de – Screenshot

Laut Wiki­pedia fol­gende Daten: Rund 3.100 in Genos­sen­schaften zusam­men­ge­schlossene Erzeu­ger­be­triebe, über­wiegend aus Ost­bayern, aber auch etwa 150 aus dem angren­zenden Tsche­chien, liefern jährlich etwa 890 Mio. kg Milch an. Diese werden zu rund 102.300 Tonnen Pro­dukten ver­ar­beitet, die in alle Länder der Euro­päi­schen Union abge­setzt werden. Rund 720 Mit­ar­beiter, davon viele Leih­ar­beiter, erzielen einen Jah­res­umsatz von etwa 470 Mio. Euro, bei einem Jah­res­über­schuss von ca. 1,7 Mio. Euro. Die Milch­geld­aus­zah­lungen betrugen 314 Mio. Euro.

Es gibt viele Gründe, warum sich immer mehr Men­schen für eine Alter­native zu Milch entscheiden

 

Immer mehr Men­schen wollen die Grau­sam­keiten in der Fleisch – und Milch­in­dustrie nicht mehr unter­stützen und greifen daher lieber zu Alter­na­tiven. Noch nie sah sich die Agrar­lobby mit soviel Protest kon­fron­tiert. Ob es die grau­samen Tier­trans­porte sind, die Unmengen an Gülle, die das Trink­wasser ver­seuchen, oder die Skandale um die kranken Kühe, die geschlachtet werden und dann im Handel als bil­liges Fleisch landen.

Schon lange ist bekannt, was die deutsche sub­ven­tio­nierte Fleisch- und Milch­in­dustrie an Umwelt­zer­störung in anderen Ländern ver­ur­sacht Außerdem ist die Milch­un­ver­träg­lichkeit eine der häu­figsten Nah­rungs­mit­tel­all­ergien, und damit wieder mehr Milch getrunken wird, gibt es Maß­nahmen, die einen erschaudern lassen. Die Euro­päische Union hat zur Unter­stützung der Land­wirte den größten Milchpulver–Berg seit über 20 Jahren ange­häuft und wird die Milch nicht los. Sogar ein EU-Schul­milch­pro­gramm wurde erlassen. Für die Abgabe von Schul­milch stellt die EU jährlich ein Budget von 100 Mil­lionen Euro zur Ver­fügung. Obwohl die Medien noch vor ein paar Jahren über die Kalzium-Lüge berich­teten, besagen gewisse Studien plötzlich, dass Milch doch viel gesünder sei als ver­mutet. Irgendwie erinnert alles an die Verlän­gerung von Gly­phosat, denn plötzlich tauchten auch dort Studien auf, die besagen: alles nicht so schlimm, ist doch harmlos, mit freund­lichen Grüßen Ihr Landwirtschaftsministerium. 

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Ver­län­gerung von Glyphosat

Im März 2022 sagte Dr. Kristian Kather von der Bayer AG und Vor­sit­zender der Arbeits­gruppe ‚Gly­phosate EU Regu­latory Group‘ (GRG) laut Agrar­heute der Industrie: „Wird der Wirk­stoff in der EU wieder zuge­lassen, könne er nicht „ohne wei­teres“ in Deutschland ver­boten werden.“  Jedes Land könne zwar über Anträge zu Gly­phosat-Pro­dukten selbst ent­schieden, aber nur fak­ten­ba­siert, also nach Daten­anlage. „Einfach so einen Wirk­stoff ablehnen“ gehe eher nicht. Vielmehr müsse „ein Kom­promiss“ gefunden werden. Das könnten etwa eigene Auf­lagen und spe­zi­fische Ein­satz­vor­schriften sein, um Risiken zu mini­mieren. Als Bei­spiel gilt etwa das ‚spot spraying‘, bei dem nur einige Stellen des Ackers behandelt werden.

„Am 12. Dezember 2017 ver­län­gerte die Kom­mission die EU-Zulassung von Gly­phosat nach einer posi­tiven Abstimmung mit qua­li­fi­zierter Mehrheit der Mit­glied­staaten um fünf Jahre. Dies bedeutet, dass Gly­phosat in der EU bis zum 15. Dezember 2022 als Wirk­stoff in Pflan­zen­schutz­mitteln (PPP) ver­wendet werden kann. Jedes Pflan­zen­schutz­mittel muss jedoch nach einer Bewertung seiner Sicherheit von den zustän­digen Behörden in den EU-Ländern zuge­lassen werden. Pflan­zen­schutz­mittel werden auch Pes­tizide genannt,“ so die Gly­phosate Renewal Group (GRG)

Die GRG änderte ihren Namen Ende 2019 von Gly­phosate Task Force 2, um Ver­wechs­lungen mit frü­heren Gly­phosat-Ein­rei­chungen zu ver­meiden. Der­zeitige Mit­glieder der GRG sind Albaugh Europe SARL, Barclay Che­micals Manu­fac­turing Ltd., Bayer Agri­culture bvba, Ciech Sarzyna SA, Indus­trias Afrasa SA, Nufarm GMBH und Co.KG, Sinon Cor­po­ration, Syn­genta Crop Pro­tection AG. Die GRG begrüßt das Interesse anderer Unter­nehmen, die die Erneuerung von Gly­phosat unter­stützen, so die GRG.

„Darüber hinaus bieten wir Zugang zu dem Gly­phosat-Dossier 2012, das den EU-Behörden zu diesem Zeit­punkt vor­gelegt wurde.“

Ein Bei­spiel von der Web­seite der GRG

https://glyphosate.eu/useful-information/environment-biodiversity/is-glyphosate-dangerous-for-bees/

Eine Studie bestä­tigte 2018, dass Gly­phosat  Bienen schädigt. Wis­sen­schaftler der Uni­versity of Texas haben den Zusam­menhang zwi­schen Bienen und Gly­phosat unter­sucht. Das  Ergebnis: Das Her­bizid Gly­phosat ist für Bienen gefährlich. Die Studie wurde in dem Wis­sen­schafts­ma­gazin „Pro­cee­dings of the National Academy of Sci­ences“ (PNAS) veröffentlicht.

Und was schreibt die GRG?

Gly­phosat und Pro­dukte auf Gly­pho­sat­basis wurden sowohl in Labo­ra­torien als auch auf Feldern aus­giebig getestet, um die poten­zielle Toxi­zität für Honig­bienen zu bewerten. Das Ergebnis dieser Tests zeigt, dass sie weder akute noch chro­nische Neben­wir­kungen auf Honig­bienen haben. Dies bedeutet, dass Bienen weder getötet noch beschädigt werden, wenn sie mit Gly­phosat in Kontakt kommen. Sie beziehen sich auf eine Studie aus 2014! 

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Anderes Bei­spiel:

https://glyphosate.eu/useful-information/environment-biodiversity/why-are-herbicides-essential-for-modern-agriculture/

Fakt: Gly­phosat-resis­tente Unkräuter stellen die größte Bedrohung für land­wirt­schaft­liche Groß­kul­turen dar. Die Gly­phosat-Resistenz trat erstmals 1996 in Aus­tralien auf einer Apfel­plantage auf, iro­ni­scher­weise in dem Jahr, in dem die erste gly­phosat-resis­tente Kul­tur­pflanze (Soja­bohne) in den USA ein­ge­führt wurde. Es han­delte sich dabei um Lolium Rigidum oder auch Steif-Lolch und ist eine ein­jährige krautige Pflanze. Sie erreicht Wuchs­höhen von 18 bis 45, in Extrem­fällen 6 bis 70 Zen­ti­metern. Acht­und­dreißig Unkraut­arten haben inzwi­schen eine Resistenz gegen Gly­phosat ent­wi­ckelt, die in 37 Ländern und in 34 ver­schie­denen Kul­turen ver­breitet sind. Gly­phosat-resis­tente Unkräuter bedrohen Obst­plan­tagen, Wein­berge, Äcker für Getreide und sogar Weiden für Vieh. Siehe auch: Die Natur schlägt immer zurück und sie tut es bereits! Farmer ver­lieren den Kampf gegen Gly­phosat-Resistenz und Men­schen werden krank!

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Das ist der Stand der Dinge bei der EU-Zulassung von Glyphosat

Laut der Arbeits­ge­mein­schaft Gly­phosat (AGG) mit den vier EU-Ländern und der Gly­phosate Renewal Group (GRG) der Industrie lässt sich der Stand der EU-Zulassung so zusammenfassen:

  • 12/2017 – erneute EU-Zulassung für 5 Jahre,
  • 07/2019 – erster Aus­tausch der Arbeits­ge­mein­schaft Gly­phosat mit EU-Behörden,
  • 12/2019 – Antrag auf Ver­län­gerung eingereicht,
  • 06/2020 – Ver­län­ge­rungs­dossier eingereicht,
  • 06/2021 – erste wis­sen­schaft­liche Bewertung fertig: Renewal Assessment Report (RAR), Dossier zu har­mo­ni­sierter Klas­si­fi­zierung und Kenn­zeichnung an ECHA ein­ge­reicht, Beginn der Bewertung,
  • 09/2021 bis 11/2022 – EFSA ver­öf­fent­licht RAR, öffent­liche Konsultation,
  • Q2/2022 – EFSA ver­öf­fent­licht finale wis­sen­schaft­liche Bewertung, der Aus­schuss für Risi­ko­be­wertung (RAC) fina­li­siert seine Meinung zur Klassifizierung,
  • Ende 2022: Vor­schlag für oder gegen Gly­phosat zur Abstimmung durch die EU-Mitgliedsstaaten

So läuft das Zulas­sungs­ver­fahren für Gly­phosat ab

Paradox – schreibt doch die Lobby von Gly­phosat: Unkraut­be­kämpfung – Ent­schei­dender Faktor für nach­haltige Land­wirt­schaft – das Glyphosat
Wie­der­zu­las­sungs Dossier finden Sie hier: glyphosate.eu

Screen­shoot glyphosate.eu

Gly­phosat ist ein wich­tiger Bau­stein im Werk­zeug­kasten der Unkraut­be­kämpfung, so Kather. Das Total­her­bizid ist seit rund 50 Jahren weltweit im Einsatz. Es wird über grüne Pflan­zen­teile auf­ge­nommen und wandert in Rhizome, so dass es auch schwer bekämpfbare Unkräuter trifft.

Die EU-Gesetz­gebung für die Zulassung von Pflan­zen­schutz­mitteln sei eines der strengsten Regel­werke weltweit. Dabei gelten Posi­tiv­listen für che­mische Sub­stanzen mit Höchst­mengen an Rück­ständen, auch für den Import, und einer ein­heit­lichen Klas­si­fi­zierung und Kenn­zeichnung. Das Zulas­sungs­ver­fahren läuft wie folgt ab:

  • Schritt 1: Zulassung des Wirk­stoffs auf EU-Ebene: Das geht mit der Bewertung durch EU-Länder, EU-Behörden und per Geneh­migung durch die EU-Kommission.
  • Schritt 2: Zulassung for­mu­lierter Pro­dukte in den ein­zelnen EU-Ländern als nationale Zulassung in den EU-Mitgliedstaaten.

Diese Behörden sind bei der Zulassung von Gly­phosat beteiligt

Grundlage für die wis­sen­schaft­liche Bewertung von Gly­phosat ist das aktuelle Dossier zur EU-Zulassung des Wirk­stoffs in Pflan­zen­schutz­mitteln. Beteiligt sind dabei fol­gende EU-Ämter:

  • AGG = Bewer­tungs­gruppe für Gly­phosat mit vier EU-Ländern,
  • EFSA = Euro­päische Agentur für Lebensmittel-Sicherheit,
  • ECHA = Euro­päische Chemikalienagentur,
  • DG Sante = Gene­ral­di­rektion Gesundheit der EU-Kom­mission, die für die EU-Richt­linie zur Lebens­mit­tel­si­cherheit und Gesundheit ver­ant­wortlich ist

Gly­phosat in Roundup im Zusam­menhang mit der Parkinson-Krankheit

Unter­su­chungen der japa­ni­schen Chiba-Uni­ver­sität vom Mai 2020 deuten darauf hin, dass die Expo­sition gegenüber Gly­phosat , dem Wirk­stoff des weltweit am häu­figsten ver­wen­deten Pes­tizids Roundup , ein Risi­ko­faktor für die Ent­wicklung der Par­kinson-Krankheit sein kann.

Kann das Spritzen von Pes­ti­ziden Par­kinson aus­lösen? Genau das ist auch die Frage, die man sich in der Schweiz stellt.  Das Staats­se­kre­tariat für Wirt­schaft in der Schweiz ver­weist auf die Meta-Analyse der schwe­di­schen Uni­ver­sität Örebro, die wis­sen­schaft­liche Studien über­prüft hat: Wer beruflich irgend­einem Pes­tizid aus­ge­setzt ist, hat ein min­destens 50 Prozent höheres Risiko, an Par­kinson zu erkranken. In Frank­reich ist Par­kinson seit 2012 eine aner­kannte Berufs­krankheit bei Bäue­rinnen und Bauern.

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Gly­phosat ist überall

Gly­phosat

Wis­sen­schaftler der aus­tra­li­schen Uni­versity of Sydney haben weltweit erstmals eine Über­sichts-Karte ver­öf­fent­licht, auf der sie die Belastung der Böden mit dem umstrit­tenen Unkraut­ver­nichter Gly­phosat  der Bayer AG zeigen. Die Karte publi­zierten die Agrar­wis­sen­schaftler Federico Maggi und Alex McBratney im Fach­blatt Sci­en­ce­Direct. Sie fanden heraus, dass Gly­phosat und damit ver­bundene Neben­pro­dukte der Che­mi­kalie in der Mehrzahl der Böden der Erde nach­ge­wiesen wurden.

„Es ist fast überall auf der Welt zu finden“, sagte Dr. Maggi. Der Haupt­autor des Papiers, Asso­ciate Pro­fessor Federico Maggi vom Sydney Institute of Agri­culture, sagte, die Karte beruhe auf For­schungen, die über Jahre glo­baler Studien durch­ge­führt wurden .

„Gerade weil die Wis­sen­schaft zurzeit aber noch immer darüber streitet, ob das Pflan­zengift für Men­schen wirklich gefährlich sei“, sagt Pro­fessor Alex McBratney, „sollten wir bei der Anwendung daher besonders vor­sichtig vorgehen.“

„Was wir die ‚Hot­spots‘ nennen, sind Europa, China, Süd­ost­asien, Nord­amerika, ein bisschen in Süd­amerika und Aus­tralien“, sagte er.

Dr. Maggi sagte, das Neben­produkt von Gly­phosat, Ami­no­me­thyl­p­hos­phon­säure (AMPA), könne ein grö­ßeres Risiko dar­stellen und dass die Aus­wir­kungen auf die Umwelt und die mensch­liche Gesundheit unbe­kannt seien. „Zumindest für Pflanzen ist es giftig, und wir wissen nicht viel über dieses Molekül“, sagte er. 

Neue Ent­hül­lungen zeigen, dass der mil­li­ar­den­schwere Mon­santo viel Zeit, Geld und Per­sonal auf­brachte, um unliebsame Jour­na­listen und Kri­tiker zum Schweigen zu bringen.

 

Mon­santo soll sogar auch den Tech­no­lo­gie­konzern Google bezahlt haben, um unliebsame Such­ergeb­nisse zu unter­drücken.Schon lange stehen Gegner von Mon­santo auf der „Abschuss­liste“.  Mon­santo hat sogar eine geheime Liste von Kri­tikern in Frank­reich geführt. Kri­tische Poli­tiker, Wis­sen­schaftler und Jour­na­listen wollte der Konzern demnach „erziehen“, besonders hart­nä­ckige Gegner von Mon­santo sogar „über­wachen“. Dar­unter auch die damalige Umwelt­mi­nis­terin Segolene Royal, sie war bekannt für ihre negative Haltung gegenüber Mon­santo und sein Gly­phosat. Sie wurde auf der Liste als  „null beein­flussbar“ gelistet. Auch Neil Young gehört  zu den Opfern. Der Agro­che­mie­konzern ermit­telte auch gegen den Sänger und schrieb ein internes Memo zu seinen Social-Media-Akti­vi­täten und seiner Musik. Etwa 1.500 Per­sonen wurden von Mon­santo in Europa gelistet. Unter den auf­ge­führten Namen sind auch siebzehn NGOs.

Die Ver­tei­digung von Gly­phosat ist kein kleines Geschäft

Laut Lemonde : Sechzehn Mil­lionen Dollar (14,4 Mil­lionen Euro) Vertrag, ein Verbund von einem halben Dutzend PR-Firmen, mehr als sechzig Vollzeit-Berater, fast 1.500 Mit­ar­beiter in sieben Ländern und 7 Mil­lionen Dollar zweck­ge­bunden für die Anwerbung von „Dritten“ – nicht ver­bundene Per­sön­lich­keiten mit Mon­santo, die in der öffent­lichen Debatte oder im wis­sen­schaft­lichen Bereich für das Unter­nehmen sprechen. Die Kern­ele­mente des am Don­nerstag, 5. Sep­tember 2019, ver­öf­fent­lichten Berichts der Anwalts­kanzlei Sidley Austin zur „Mon­santo-Affäre“ geben ein Maß für das Ausmaß der Ein­fluss­nahmen des ame­ri­ka­ni­schen Agrar­che­mikers, der heute zu Bayer gehört, in Europa.

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Mal ehrlich: Müssen wir uns das alles gefallen lassen? Wir zahlen mit unseren Steu­er­geldern dafür, dass wir „ver­giftet“ werden. Unglaublich, oder?

Netzfrau Doro Schreier


Quelle: netzfrauen.org