Darum sind euro­päische Fin­techs derzeit auf dem Vormarsch

Der Einsatz moderner Tech­no­logien weitet sich auf immer mehr Bereiche aus. Auf­grund der Corona-Pan­demie hat dieser Digi­ta­li­sie­rungs­schub auch noch einmal Fahrt auf­ge­nommen. Ins­be­sondere euro­päische Fin­Techs pro­fi­tieren von tech­no­lo­gi­schen Fort­schritten. Dank der modernen Tech­niken und FinTech-Finan­zie­rungs­runden, die jährlich Rekord­werte erreichen, haben sich über die letzten Jahre zahl­reiche Unter­nehmen am Markt eta­bliert. Doch was sind Fin­Techs und warum boomen gerade euro­päische Firmen?

Was sind FinTechs?

FinTech setzt sich aus den zwei Begriffen Finanz­dienst­leistung und Tech­no­logie zusammen. Die Bezeichnung wird häufig als Sam­mel­be­griff für junge Unter­nehmen oder Startups ver­wendet, die die Finanz­branche mit inno­va­tiven Tech­no­logien ver­ändern. Bei den Tech­no­logien handelt es sich meist um wei­ter­ent­wi­ckelte Finanz­in­no­va­tionen, die dazu führen, dass neue Finanz­in­stru­mente, ‑dienst­leis­tungen oder ‑inter­me­diäre in Kom­bi­nation mit neuen Tech­no­logien ent­stehen. Dadurch werden Pro­zesse opti­miert und mehr Wett­bewerb am Markt geschaffen. FinTech-Unter­nehmen bieten somit eine alter­native Lösung zu tra­di­tio­nellen Unter­nehmen am Finanz­markt. Die modernen Lösungen gehen dabei meist mit weniger Büro­kratie und flachen Struk­turen, Kun­den­ori­en­tierung sowie Anpas­sungs­fä­higkeit einher – das macht sie besonders attraktiv für Investoren.

Diese Fin­Techs prägen den deut­schen Markt

Finanz-Apps, Neo­banken, oder Finanz­dienst­leister, die auf Block­chain-Tech­no­logien basieren: Fin­Techs revo­lu­tio­nieren derzeit das Finanz­wesen. In Europa, und dabei vor allem in Deutschland, sind FinTech-Unter­nehmen auf der Über­holspur. Derzeit sind über 400 deutsche Unter­nehmen in der FinTech-Branche aktiv, das macht Deutschland nach Groß­bri­tannien zur euro­päi­schen FinTech-Hochburg. Ein Ende dieses Auf­wärts­trends ist derzeit nicht in Sicht. Im Jahr 2021 betrugen die welt­weiten Finan­zie­rungen 132 Mil­li­arden US-Dollar – damit waren die Inves­ti­tionen doppelt so hoch wie im Jahr 2020. Laut der Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft KPMG floss besonders viel Geld in Start-ups, welche in den Bereichen Zah­lungs­verkehr, Block­chain und Krypto aktiv sind.

N26

Das Ber­liner FinTech N26 durfte sich 2021 über die zweit­größte Finan­zie­rungs­runde in Europa freuen. Die Neobank N26 hat sich dabei auf die Kon­to­führung per Smart­phone spe­zia­li­siert. Kunden wird es ermög­licht, ein kos­ten­loses Giro­konto, inklusive Kre­dit­karte, zu eröffnen. Die Kon­to­führung funk­tio­niert dabei aber nicht über das klas­sische Online-Banking auf dem Com­puter, sondern mittels einer ein­fachen und benut­zer­freund­lichen App über das Smart­phone. Das Smart­phone dient dabei auch als Authen­ti­fi­zierung. So ist das Konto bestens vor dem Zugriff vor Dritten geschützt. Im Ver­gleich zu klas­si­schen Haus­banken ist N26 ein relativ junger Anbieter auf dem deut­schen Finanz­markt. Doch das Unter­nehmen ist bereits seit 2013 aktiv und zählt mehr als 7 Mil­lionen Kunden.

Moss

Moss ist eine tech­no­lo­gie­ge­stützte Plattform für Aus­ga­ben­ma­nagement aus Berlin. Die Aus­ga­ben­lösung hat sich auf phy­sische und vir­tuelle Fir­men­karten spe­zia­li­siert. Ebenso können aber Rech­nungen digital erfasst und frei­ge­geben, Mit­ar­bei­ter­aus­lagen effi­zient abge­rechnet und ein zuver­läs­siges Liqui­di­täts­ma­nagement durch­ge­führt werden. Ermög­licht werden all diese Aspekte durch eine umfas­sende Buch­hal­tungs­au­to­ma­ti­sierung. Die Fir­men­kre­dit­karten können mit ein paar wenigen Klicks in unbe­grenzter Anzahl erstellt und anschließend für alle anfal­lenden unter­neh­me­ri­schen Aus­gaben bequem ver­wendet werden. So erhalten Finanz­ab­tei­lungen mit Moss in Echtzeit einen ganz­heit­lichen Über­blick über alle Aus­gaben und können damit nicht nur optimal planen und steuern, sondern auch die Pro­duk­ti­vität im gesamten Unter­nehmen steigern. Kunden sind dabei vor allem Start-ups, mit­tel­stän­dische Unter­nehmen sowie Digitalunternehmen.

Trade Republic

Trade Republic ist ein deut­scher Online-Broker. Das Unter­nehmen ver­schafft Kunden über eine mobile App oder per Web­an­wendung Zugang zum Kapi­tal­markt. Über Trade Republic können Anleger in rund 7.300 Aktien, 500 ETFs, vier Kryp­to­wäh­rungen und 40.000 Derivate inves­tieren. Durch die schlanke Struktur kann der Online-Broker mit nied­rigen Gebühren sowie schnellen und fle­xiblen Han­dels­mög­lich­keiten über­zeugen. So erhebt Trade Republic keine Order­pro­vision – für Anleger fällt lediglich eine Fremd­kos­ten­pau­schale in Höhe von einem Euro pro Handel an. Derzeit ist Trade Republic für deutsche, öster­rei­chische sowie fran­zö­sische Kunden verfügbar.

Gründe für den euro­päi­schen FinTech-Boom

Fort­schritte in der Technologie

Kryp­to­währung, künst­liche Intel­ligenz, Big Data – der rasante tech­no­lo­gische Fort­schritt der letzten Jahre lässt sich schon alleine an diesen Stich­worten erkennen. Gleich­zeitig besitzt heut­zutage nahezu jeder Europäer ein Smart­phone bzw. Laptop oder hat ander­weitig Zugang zum Internet. Fin­Techs zeichnen sich durch die Ver­wendung inno­va­tiver Tech­no­logien aus – aus diesem Grund pro­fi­tieren sie stark vom Digi­ta­li­sie­rungs­schub der letzten Jahre. Durch die Vielzahl an tech­no­lo­gi­schen Mög­lich­keiten können junge, digitale Unter­nehmen schneller und ein­facher Output erzeugen, während gleich­zeitig auch weniger Arbeit und Pro­duk­ti­ons­mittel inves­tiert werden müssen.

Ver­än­de­rungen im Konsumentenverhalten

Das kon­taktlose Bezahlen mit EC-Karte, Kre­dit­karte, dem Smart­phone oder einer Smart­watch ist heut­zutage keine Neuheit mehr – ob im Pri­vaten oder Geschäft­lichen. Doch ins­be­sondere während der Corona-Pan­demie hat sich das kon­taktlose Bezahlen auf zahl­reiche Bereiche aus­ge­weitet. Die Mög­lichkeit zur digi­talen Bezahlung wird heut­zutage von Kon­su­menten vor­aus­ge­setzt – die Bezahl­vor­gänge müssen bequem, schnell und sicher sein. Fin­Techs haben die Ver­än­de­rungen im Kon­su­men­ten­ver­halten früh erkannt und können dank dezen­traler Struk­turen schneller auf die geän­derten Kun­den­be­dürf­nisse ein­gehen als tra­di­tio­nelle Zah­lungs­dienst­leister. Daher können sich Fin­Techs über eine stetig stei­gende Zahl an Kunden freuen, wodurch sich auch immer mehr Unter­nehmen am Markt etablieren.

Fazit

Fin­Techs setzen moderne Tech­no­logien im Bank- und Finanz­wesen ein und ent­wi­ckeln mit inno­va­tiven Lösungen meist bestehende Systeme weiter oder ent­wi­ckeln neue Anwen­dungen. Ins­be­sondere Unter­nehmen in den Bereichen Zah­lungs­verkehr, Block­chain und Krypto boomen in Europa und Deutschland. Mit Unter­nehmen wie Moss, N26 oder Trade Republic gehört die FinTech-Branche zu einer der stärksten Indus­trien Deutsch­lands. Ein Ende dieses Trends ist derzeit nicht in Sicht. Schließlich ergeben sich für den Kon­su­menten zahl­reiche Vor­teile, da diese neuen Unter­nehmen für mehr Wett­bewerb und Inno­vation sorgen.