Bergbau-Exzess im Ama­zonas-Becken für den Ausbau „grüner“ Energie — New York Times entsetzt

Auf der Titel­seite der heu­tigen New York Times findet sich ein großer Artikel, der die Leser offen­sichtlich über den neu­esten Umwelt­schreck auf­regen soll, der gestoppt werden muss. Die Schlag­zeile lautet: „Illegale Lan­de­bahnen, die gif­tigen Bergbau in Bra­si­liens indi­genes Land bringen“. Unter­schlag­zeile: „Die Times hat Hun­derte von Lan­de­bahnen aus­findig gemacht, die kri­mi­nellen Bergbau in die ent­le­gensten Winkel des Ama­zo­nas­ge­bietes bringen.“

Wow, das ist schlimm. Die Lan­de­bahnen sind „illegal“. Der Abbau ist „giftig“, und nicht nur das, sondern auch „kri­minell“. Und das alles geschieht an dem unbe­rühr­testen Ort, den es auf der ganzen Welt noch gibt, den „ent­le­gensten Winkeln des Ama­zonas“, von denen ein Großteil von dem unschul­digsten aller unschul­digen indi­genen Völker, den Yanomami, bewohnt wird.

Was also treibt diesen großen Ansturm von Berg­leuten in diese abge­le­genen Regionen? Könnte die so genannte „grüne Energie“ – mit ihrem enormen Bedarf an Roh­stoffen wie Nickel, Mangan, Alu­minium und Eisen – etwas damit zu tun haben? Wenn ja, wird man in der Times nichts darüber erfahren.

Der offen­sicht­liche Zweck dieses lang­at­migen Times-Artikels ist es, Sie über die kri­mi­nellen Bergbau-Wild­diebe zu empören, von denen es jetzt im Ama­zonas-Dschungel wimmeln soll. Der Artikel beginnt mit Nach­for­schungen, die die Times unter Ver­wendung von Satel­li­ten­fotos ange­stellt hat und die eine große Anzahl von Lan­de­bahnen – fast 1.300 an der Zahl – iden­ti­fi­ziert haben, die in den Ama­zo­nasdschungel gegraben wurden und die nun genutzt werden, um Nach­schub für die Erschließung neuer Minen heranzuschaffen.

Hun­derte von Flug­pisten wurden heimlich auf geschütztem Land in Bra­silien gebaut, um den ille­galen Bergbau zu fördern, wie eine Unter­su­chung der Times ergab, dar­unter 61 in diesem Gebiet der Yanomami-Indianer. Die Times iden­ti­fi­zierte mehr als 1.200 weitere nicht regis­trierte Flug­plätze im bra­si­lia­ni­schen Ama­zo­nas­gebiet – viele von ihnen sind Teil von kri­mi­nellen Netz­werken, die das Land der Indi­genen zer­stören und ihre Bevöl­kerung bedrohen… Ein­ge­bettet in die dichte, üppige Land­schaft, arbeiten die geheimen Lan­de­bahnen – weit­gehend unkontrolliert…

Und es wird Sie nicht über­ra­schen zu erfahren, dass diese unge­heu­er­lichen und ille­galen Akti­vi­täten von der gefühl­losen und gefühl­losen rechts­ge­rich­teten Regierung des der­zei­tigen bra­si­lia­ni­schen Prä­si­denten Jair Bol­sonaro unter­stützt werden.

Seit seinem Amts­an­tritt im Jahr 2019 hat sich Bol­sonaro für Indus­trien ein­ge­setzt, die die Zer­störung des Regen­waldes vor­an­treiben, was zu einer Abholzung in Rekordhöhe geführt hat. Er hat sowohl die Vor­schriften gelo­ckert, um die Abholzung und den Bergbau im Ama­zo­nas­gebiet aus­zu­weiten, als auch die Schutz­maß­nahmen zurück­ge­schraubt. Außerdem hat er Bun­des­mittel und Per­sonal gekürzt und damit die Behörden geschwächt, die für die Durch­setzung der Gesetze über die indigene Bevöl­kerung und den Umwelt­schutz zuständig sind.

Der illegale Bergbau fügt den indi­genen Völkern der Region großen Schaden zu, zumindest wenn man der Times glaubt:

Eine aktuelle Studie von Hutukara, einer gemein­nüt­zigen Orga­ni­sation der Yanomami, schätzt, dass mehr als die Hälfte der Men­schen, die im bra­si­lia­ni­schen Yanomami-Gebiet leben, durch den ille­galen Bergbau geschädigt wurden. Die Folgen sind laut dem Bericht unter anderem Unter­ernährung auf­grund zer­störter oder auf­ge­ge­bener Ernten und Malaria, die durch die Ver­breitung von Mos­kitos in offenen Berg­bau­gruben und abge­holzten Gebieten ver­breitet wird.

Okay, aber warum genau erfolgt dieser plötz­liche Ansturm von Berg­bau­un­ter­nehmen auf diese abge­le­genen Gebiete? Die Times bietet wenig Anhalts­punkte, im Grunde nur eine Zeile, in der es heißt, dass die ille­galen Flug­plätze „den ille­galen Abbau von Gold- und Zinnerz“ in abge­legene Gebiete tragen. Gold und Zinn sind jedoch Roh­stoffe mit relativ geringem Volumen auf den Welt­märkten. Könnten das wirklich die Haupt­gründe sein?

Eine etwas andere Per­spektive auf die Situation des Bergbaus im Ama­zo­nas­gebiet bietet dieser Artikel vom 28. Februar 2022 aus einer Publi­kation namens Undark (her­aus­ge­geben vom MIT) mit der Über­schrift [über­setzt] „Von den USA unter­stützte Unter­nehmen sind bestrebt, den Bergbau im Ama­zo­nas­gebiet auszubauen“.

Im November [2021] hatten neun große Berg­bau­un­ter­nehmen, die als Haupt­ak­teure bei der Gewinnung sel­tener Metalle für Elek­troauto-Bat­terien gelten, 225 aktive Anträge auf die Aus­weitung von Betrieben in oder in der Nähe indi­gener Gebiete im bra­si­lia­ni­schen Ama­zonas-Regenwald gestellt.

Aha! Die „Haupt­ak­teure“ des Berg­bau­an­sturms im Ama­zo­nas­gebiet sind große Unter­nehmen, die nach „sel­tenen Metallen für Elek­tro­fahrzeug-Bat­terien“ suchen. Warum bin ich nicht überrascht?

Handelt es sich bei den Mate­rialien, nach denen gesucht wird, haupt­sächlich um Gold und Zinn, oder gibt es noch viele andere, höher­wertige Mate­rialien, die gefunden werden können? Aus einer Ver­öf­fent­li­chung namens Mining Tech­nology, 12. Februar 2018:

Der Ama­zonas-Regenwald in Süd­amerika verfügt über große Mengen an Kupfer, Zinn, Nickel, Bauxit, Mangan, Eisenerz und Gold, was ihn für Berg­bau­un­ter­nehmen in aller Welt attraktiv macht.

Nickel und Mangan sind die wich­tigsten Roh­stoffe für die Bat­terien von Elek­tro­fahr­zeugen. Bauxit ist das Erz für Alu­minium, das zusammen mit Kupfer das wich­tigste Material für die rie­sigen Mengen an neuen Strom­lei­tungen ist, die zur Unter­stützung von Wind- und Solar­energie gebaut werden müssen. Eisenerz? Davon werden riesige Mengen für den kom­menden Ansturm auf Wind­kraft­an­lagen benötigt.

Undark erzählt uns, dass alle großen ame­ri­ka­ni­schen Finanz­in­stitute – die­selben, die jetzt die fossile Brenn­stoff­in­dustrie boy­kot­tieren – Schlange stehen, um die großen neuen Minen im Ama­zonas zu finanzieren:

Laut einem neuen Bericht von Amazon Watch und der Ver­ei­nigung der Indi­genen Völker Bra­si­liens (APIB) gehören Finanz­in­stitute mit Sitz in den USA zu den wich­tigsten Geld­gebern. … Der Bericht kon­zen­triert sich auf neun Berg­bau­un­ter­nehmen, dar­unter Vale, Anglo Ame­rican, Belo Sun und Glencore. … Capital Group, BlackRock und Van­guard, die zusammen 14,8 Mil­li­arden Dollar in die Berg­bau­un­ter­nehmen inves­tiert haben, sind die wich­tigsten US-Inves­toren, die in dem Bericht genannt werden. Der füh­rende US-ame­ri­ka­nische Kre­dit­geber ist die Bank of America, die den Unter­nehmen Kredite und Emis­si­ons­dienst­leis­tungen im Wert von 670 Mio. $ zur Ver­fügung stellte. Auch die Citigroup und JPMorgan Chase wurden als Top-Gläu­biger genannt.

Hey, das ist für EV-Bat­terien, Über­tra­gungs­lei­tungen, Wind­kraft­an­lagen und alle anderen guten Dinge, die die Welt „grün“ machen. Natürlich stehen alle großen Finanz­in­stitute dahinter. Es geht um ESG-Investitionen!

Und bitte werfen Sie den Leuten von der New York Times nicht vor, dass sie ihr eigenes unab­läs­siges und laut­starkes Ein­treten für grüne Energie unter­graben. Sie folgen lediglich den wesent­lichen Grund­sätzen der offi­zi­ellen pro­gres­siven New Yorker Ortho­doxie, wie sie auf der „About“-Seite von Man­hattan Con­trarian, die erstmals 2012 ver­öf­fent­licht wurde, brillant her­aus­ge­ar­beitet wurden – ins­be­sondere dieser Teil:

Weiser Gebrauch von Energie ist ein Men­schen­recht, aber alle derzeit bekannten Methoden der Ener­gie­er­zeugung sind öko­lo­gisch inakzeptabel. …

Der ganze Beitrag steht hier.

Link: https://wattsupwiththat.com/2022/08/05/miners-explore-amazon-basin-to-support-green-energy-new-york-times-horrified/

Über­setzt von Christian Freuer für das EIKE


Quelle: eike-klima-energie.eu