»Stell­ver­tre­ter­kriege, Unter­drü­ckung, Aus­beutung!« – Chinas Abrechnung mit den USA!

Am 20. Februar 2023 ver­öf­fent­lichte das chi­ne­sische Außen­mi­nis­terium einen Report über die „US-Hege­monie und ihre Gefahren.“

Hier:

Letztlich ist dieser Report des chi­ne­si­schen Außen­mi­nis­te­riums nichts anderes, als eine gna­denlose Abrechnung mit der USA und ihrer Hegemonial-Angriffskriege.

Lesen Sie selbst:

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US-Hege­monie und ihre Gefahren

Inhalt:

I.        Poli­tische Hege­monie – den allei­nigen Herr­scher markieren
II.      Mili­tä­rische Hege­monie – will­kür­liche Anwendung von Gewalt
III.    Wirt­schaft­liche Hege­monie – Plün­derung und Ausbeutung
IV.     Tech­no­lo­gische Hege­monie – Mono­po­li­sierung und Unterdrückung
V.       Kul­tu­relle Hege­monie – Ver­breiten fal­scher Narrative
VI.     Schluss­fol­gerung

Ein­leitung

Seitdem die Ver­ei­nigten Staaten nach den beiden Welt­kriegen und dem Kalten Krieg zum mäch­tigsten Land der Welt auf­ge­stiegen waren, haben sie sich immer dreister in die inneren Ange­le­gen­heiten anderer Länder ein­ge­mischt: Sie haben Hege­monie ange­strebt, behauptet und miss­braucht, Umstürze und Infil­tra­tionen vor­an­ge­trieben, vor­sätzlich Kriege geführt und der inter­na­tio­nalen Gemein­schaft Schaden gebracht.

Die Ver­ei­nigten Staaten ent­wi­ckelten das Drehbuch ihrer Hege­monie, um unter dem Deck­mantel zur För­derung von Demo­kratie, Freiheit und Men­schen­rechten «Farb- Revo­lu­tionen» anzu­stiften, regionale Kon­flikte anzu­zetteln und auch direkt Kriege zu führen. Gemäss der Men­ta­lität des Kalten Krieges haben die Ver­ei­nigten Staaten Block­po­litik ange­heizt und Kon­flikte und Kon­fron­ta­tionen geschürt. Sie haben das Konzept der natio­nalen Sicherheit über­stra­pa­ziert, Export­kon­trollen miss­braucht und anderen ein­seitige Sank­tionen auf­ge­zwungen. Sie sind mit inter­na­tio­nalem Recht und inter­na­tio­nalen Regeln selektiv umge­gangen, haben diese nach Gut­dünken ein­ge­setzt oder ver­worfen und ver­sucht, im Namen der Auf­recht­erhaltung einer «regel­ba­sierten inter­na­tio­nalen Ordnung» Regeln durch­zu­setzen, die nur auf ihre eigenen Inter­essen zuge­schnitten sind.

Dieser Bericht ver­sucht durch die Dar­legung rele­vanter Fakten den Miss­brauch von Hege­monie durch die USA im poli­ti­schen, mili­tä­ri­schen, wirt­schaft­lichen, finan­zi­ellen, tech­no­lo­gi­schen und kul­tu­rellen Bereich bloss­zu­legen und die inter­na­tionale Auf­merk­samkeit auf die Gefahren zu lenken, welche besagte US-Prak­tiken für den Welt­frieden, die Sta­bi­lität und das Wohl­ergehen aller Völker darstellen.

I. Poli­tische Hege­monie – den allei­nigen Herr­scher markieren

Die Ver­ei­nigten Staaten ver­suchen seit langem, im Namen der För­derung von Demo­kratie und Men­schen­rechten andere Länder samt Welt­ordnung nach eigenen Werten und ihrem poli­ti­schen System zu prägen.

● Es gibt zahl­reiche Bei­spiele für die Ein­mi­schung der USA in die inneren Ange­le­gen­heiten anderer Länder. Im Namen der «För­derung von Demo­kratie» ver­folgten die Ver­ei­nigten Staaten in Latein­amerika eine «Neo-Monroe-Doktrin», stif­teten «Farb-Revo­lu­tionen» in Eurasien an und insze­nierten den «Ara­bi­schen Frühling» in West­asien und Nord­afrika, der viele Länder in Chaos und Kata­strophen stürzte.

Im Jahr 1823 ver­kün­deten die Ver­ei­nigten Staaten die Monroe-Doktrin. Während sie für ein «Amerika für Ame­ri­kaner» warben, war das, was sie wirklich wollten, vielmehr ein «Amerika für die Ver­ei­nigten Staaten».

Seitdem war die Politik ver­schie­dener US-Admi­nis­tra­tionen gegenüber Latein­amerika und der Karibik von poli­ti­scher Ein­mi­schung, mili­tä­ri­scher Inter­vention und Regime-Change geprägt. Von der 61 Jahre wäh­renden Feind­se­ligkeit und Blo­ckade Kubas bis zum Sturz der Allende-Regierung in Chile hat die US-Politik gegenüber dieser Region auf dieser Maxime beruht: «Wer sich unter­wirft, wird Erfolg haben; wer sich wider­setzt, wird zugrunde gehen!»

Das Jahr 2003 mar­kierte den Beginn einer Reihe von «Farb-Revo­lu­tionen»: die «Rosen­re­vo­lution» in Georgien, die «Orangene Revo­lution» in der Ukraine und die «Tul­pen­re­vo­lution» in Kir­gi­sistan. Das US-Aus­sen­mi­nis­terium gab offen zu, eine «zen­trale Rolle» bei diesen «Regime­wechseln» gespielt zu haben. Die Ver­ei­nigten Staaten mischten sich auch in die inneren Ange­le­gen­heiten der Phil­ip­pinen ein, nachdem sie 1986 Prä­sident Fer­dinand Marcos Sr. und 2001 Prä­sident Joseph Estrada über soge­nannte «People Power Revo­lu­tionen» absetzen liessen.

Im Januar 2023 ver­öf­fent­lichte der ehe­malige US-Aus­sen­mi­nister Mike Pompeo sein neues Buch «Gib nie einen Zen­ti­meter nach: Kämpfen für das Amerika, das ich liebe». Darin ent­hüllte er, dass die Ver­ei­nigten Staaten geplant hatten, in Vene­zuela zu inter­ve­nieren. Der Plan sah vor, die Regierung Maduro zu einer Einigung mit der Oppo­sition zu zwingen, Vene­zuela die Mög­lichkeit zu nehmen, Öl und Gold gegen Devisen zu ver­kaufen, starken Druck auf die Wirt­schaft des Landes aus­zuüben und die Prä­si­dent­schafts­wahlen 2018 zu beeinflussen.

● Die USA messen inter­na­tionale Regeln mit zwei­erlei Mass. Indem sie ihr Eigen­in­teresse an erste Stelle setzen, haben sich die Ver­ei­nigten Staaten von inter­na­tio­nalen Ver­trägen und Orga­ni­sa­tionen ent­fernt und ihr natio­nales Recht über inter­na­tio­nales Recht gestellt. Im April 2017 kün­digte die Trump-Admi­nis­tration an, dass sie dem Bevöl­ke­rungs­fonds der Ver­einten Nationen (UNFPA) sämt­liche US-Finanz­mittel streichen werde. Die Begründung lautete, dass die Orga­ni­sation «ein Pro­gramm zur Zwangs­ab­treibung oder unfrei­wil­ligen Ste­ri­li­sation bzw. sich am Management eines solchen Pro­gramms» beteilige. Die Ver­ei­nigten Staaten sind 1984 und 2017 zweimal aus der UNESCO aus­ge­treten. Im Jahr 2017 kün­digten sie an, aus dem Pariser Abkommen zum Kli­ma­wandel aus­zu­treten. Im Jahr 2018 kün­digten sie ihren Aus­tritt aus dem UN-Men­schen­rechtsrat an und begrün­deten dies mit der «Vor­ein­ge­nom­menheit» der Orga­ni­sation gegenüber Israel und dem Ver­sagen, die Men­schen­rechte wirksam zu schützen. 2019 kün­digten die Ver­ei­nigten Staaten ihren Rückzug aus dem Vertrag über nukleare Mit­tel­stre­cken­waffen an, um die unge­hin­derte Ent­wicklung fort­schritt­licher Waffen zu ermög­lichen. Für 2020 kün­digten sie an, aus dem Vertrag zum «Offenen Himmel» aus­steigen zu wollen.

Die Ver­ei­nigten Staaten stellen das Hin­dernis zur Kon­trolle bio­lo­gi­scher Waffen dar, indem sie Ver­hand­lungen zum Veri­fi­ka­ti­ons­pro­tokoll für ein Bio­waf­fen­über­ein­kommen (BWC – Bio­lo­gical Weapon’s Con­vention) ver­eiteln und die inter­na­tionale Über­prüfung der Akti­vi­täten von Ländern im Zusam­menhang mit bio­lo­gi­schen Waffen behindern. Als ein­ziges Land, das im Besitz von Che­mie­waffen ist, haben die Ver­ei­nigten Staaten die Ver­nichtung von Che­mie­waffen wie­derholt ver­zögert und sind ihren Ver­pflich­tungen nur zögerlich nach­ge­kommen. Sie sind zum grössten Hin­dernis für die Ver­wirk­li­chung einer «che­mie­waf­fen­freien Welt» geworden.

● Die Ver­ei­nigten Staaten setzen mit ihrem Bünd­nis­system auf kleine Blöcke. Sie zwingen der asia­tisch-pazi­fi­schen Region eine «Indo-Pazifik-Stra­tegie» auf, stellen exklusive Klubs wie die Five Eyes, Quad (qua­tri­la­te­raler Sicher­heits­dialog zwi­schen USA, Aus­tralien, Indien & Japan) und AUKUS (tri­la­te­rales Sicher­heits­bündnis zwi­schen USA, UK & Aus­tralien) zusammen und zwingen die Länder der Region, Partei zu ergreifen. Solche Prak­tiken dienen im Wesent­lichen dazu, die Region zu spalten, Kon­fron­ta­tionen anzu­fachen und Frieden zu unterminieren.

● Die USA fällen will­kürlich Urteile über die Demo­kratien in anderen Ländern und fabri­zieren das falsche Nar­rativ von «Demo­kratie gegen Auto­ri­ta­rismus», um Ent­fremdung, Spaltung, Riva­lität und Kon­fron­tation zu schüren. Im Dezember 2021 rich­teten die Ver­ei­nigten Staaten den ersten «Gipfel für Demo­kratie» aus, der von vielen Ländern kri­ti­siert und abge­lehnt wurde, weil er den Geist der Demo­kratie ver­höhnt und die Welt spaltet. Im März 2023 werden die Ver­ei­nigten Staaten ein wei­teres «Gip­fel­treffen für Demo­kratie» aus­richten, dass uner­wünscht bleibt und erneut keine Unter­stützung finden wird.

II. Mili­tä­rische Hege­monie – Will­kür­licher Einsatz von Gewalt

Die Geschichte der Ver­ei­nigten Staaten ist von Gewalt und Expansion geprägt. Seit ihrer Unab­hän­gigkeit im Jahr 1776 haben die Ver­ei­nigten Staaten ständig ver­sucht, mit Gewalt zu expan­dieren: Sie schlach­teten Indianer ab, fielen in Kanada ein, führten einen Krieg gegen Mexiko, zet­telten den Ame­ri­ka­nisch-Spa­ni­schen Krieg an und annek­tierten Hawaii. Nach dem Zweiten Welt­krieg haben die USA unter anderem den Korea­krieg, den Viet­nam­krieg, den Golf­krieg, den Koso­vo­krieg, den Afgha­ni­stan­krieg, den Irak­krieg, den Liby­en­krieg und den Syri­en­krieg pro­vo­ziert bzw. begonnen ihre mili­tä­rische Hege­monie zu miss­brauchen, um den Weg für expan­sio­nis­tische Ziele zu legen. In den letzten Jahren hat das durch­schnitt­liche jähr­liche Mili­tär­budget der USA 700 Mil­li­arden Dollar über­schritten und macht damit 40 Prozent des welt­weiten Gesamt­budgets aus, mehr als die 15 Länder hinter den USA zusammen. Die Ver­ei­nigten Staaten ver­fügen über etwa 800 Mili­tär­stütz­punkte in Übersee und haben 173.000 Sol­daten in 159 Ländern stationiert.

Laut dem Buch «America Invades: How We’ve Invaded or been Mili­tarily Involved with almost Every Country on Earth» (zu Deutsch: «Wie wir in fast jedes Land der Welt ein­fielen oder mili­tä­risch ver­wi­ckelt sind») haben die Ver­ei­nigten Staaten mit nur drei Aus­nahmen gegen fast alle der rund 190 von den Ver­einten Nationen aner­kannten Länder gekämpft oder waren in sie mili­tä­risch invol­viert. Nur drei Länder wurden «ver­schont», weil die Ver­ei­nigten Staaten sie auf der Land­karte nicht finden konnten.

● Wie der ehe­malige US-Prä­sident Jimmy Carter es aus­drückte, sind die Ver­ei­nigten Staaten zwei­fellos die krie­ge­rischste Nation der Welt­ge­schichte. Einem Bericht der Tufts Uni­versity zufolge, «Intro­ducing the Military Inter­vention Project: A new Dataset on U.S. Military Inter­ven­tions, 1776–2019» haben die Ver­ei­nigten Staaten über jenen Zeitraum weltweit fast 400 Mili­tär­in­ter­ven­tionen durch­ge­führt, davon 34 Prozent in Latein­amerika und der Karibik, 23 Prozent in Ost­asien und dem Pazifik, 14 Prozent im Nahen Osten und Nord­afrika und 13 Prozent in Europa. Gegen­wärtig nehmen die mili­tä­ri­schen Inter­ven­tionen im Nahen Osten und Nord­afrika sowie in den afri­ka­ni­schen Ländern südlich der Sahara zu.

Alex Lo, ein Kolumnist der South China Morning Post, wies darauf hin, dass die Ver­ei­nigten Staaten seit ihrer Gründung nur selten zwi­schen Diplo­matie und Krieg unter­schieden hätten. Im 20. Jahr­hundert stürzten sie in vielen Ent­wick­lungs­ländern demo­kra­tisch gewählte Regie­rungen und ersetzten sie umgehend durch pro-ame­ri­ka­nische Mario­net­ten­regime. Heute folgen die Ver­ei­nigten Staaten in der Ukraine, im Irak, in Afgha­nistan, Libyen, Syrien, Pakistan und im Jemen ihrer alten Taktik, Stell­ver­tre­ter­kriege, Kriege nied­riger Inten­sität und Droh­nen­kriege zu führen.

● Die mili­tä­rische Hege­monie der USA hat zu huma­ni­tären Tra­gödien geführt. Seit 2001 haben die Kriege und Mili­tär­ope­ra­tionen, die von den Ver­ei­nigten Staaten im Namen der Ter­ro­ris­mus­be­kämpfung geführt wurden, über 900.000 Men­schen­leben gefordert, dar­unter etwa 335.000 Zivi­listen, Mil­lionen an Ver­letzten und dut­zende Mil­lionen von Ver­trie­benen. Der Irak­krieg von 2003 hatte 200.000 bis 250.000 zivile Todes­opfer gekostet, dar­unter mehr als 16.000, die direkt vom US-Militär getötet worden waren, und hin­ter­liess mehr als eine Million Obdachlose.

Die Ver­ei­nigten Staaten haben 37 Mil­lionen Flücht­linge auf der ganzen Welt ver­ur­sacht. Allein die Zahl der syri­schen Flücht­linge hat sich seit 2012 ver­zehn­facht: Zwi­schen 2016 und 2019 wurden 33.584 zivile Todes­opfer auf­grund von Kämpfen in Syrien doku­men­tiert, dar­unter 3.833 Tote durch Bom­bar­die­rungen von der US-geführten Koalition – die Hälfte davon Frauen und Kinder. Der Public Broad­casting Service berichtete am 9. November 2018, dass allein bei den Luft­an­griffen der US-Streit­kräfte auf Raqqa 1.600 syrische Zivi­listen getötet worden waren.

Der zwei Jahr­zehnte andau­ernde Krieg in Afgha­nistan hat das Land ver­wüstet. Ins­gesamt 47.000 afgha­nische Zivi­listen und 66.000 bis 69.000 afgha­nische Sol­daten und Poli­zisten, die nichts mit den Anschlägen vom 11. Sep­tember zu tun hatten, wurden bei US-Mili­tär­ope­ra­tionen getötet, und mehr als 10 Mil­lionen Men­schen ver­trieben. Der Krieg in Afgha­nistan zer­störte die Grund­lagen der wirt­schaft­lichen Ent­wicklung des Landes und stürzte die afgha­nische Bevöl­kerung ins Elend. Nach dem «Kabul-Debakel» im Jahr 2021 kün­digten die Ver­ei­nigten Staaten an, Ver­mö­gens­werte der afgha­ni­schen Zen­tralbank in Höhe von rund 9,5 Mil­li­arden Dollar ein­frieren zu lassen, was als «Plün­derung pur» zu bezeichnen ist.

Im Sep­tember 2022 erklärte der tür­kische Innen­mi­nister Süleyman Soylu auf einer Kund­gebung, dass die Ver­ei­nigten Staaten einen Stell­ver­tre­ter­krieg in Syrien geführt, Afgha­nistan in ein Opi­umfeld und eine Hero­in­fabrik ver­wandelt, Pakistan in Aufruhr ver­setzt und Libyen in ständige Unruhen gestürzt hätten. Die Ver­ei­nigten Staaten täten alles, was nötig sei, um die Bevöl­kerung eines Landes mit Boden­schätzen aus­rauben und ver­sklaven zu lassen.

Auch im Krieg haben die Ver­ei­nigten Staaten schreck­liche Methoden ange­wandt. Während des Korea­kriegs, des Viet­nam­kriegs, des Golf­kriegs, des Koso­vo­kriegs, des Afgha­ni­stan­kriegs und des Irak­kriegs setzten die Ver­ei­nigten Staaten massive Mengen che­mi­scher und bio­lo­gi­scher Waffen sowie Streu­bomben, Vakuum-Bomben, Gra­phit­bomben und abge­rei­cherte Uran-Bomben ein und ver­ur­sachten enorme Schäden an zivilen Ein­rich­tungen mit unzäh­ligen zivilen Opfern samt blei­bender Umweltverschmutzung.

III. Wirt­schaft­liche Hege­monie – Plün­derung und Ausbeutung

Nach dem Zweiten Welt­krieg waren die Ver­ei­nigten Staaten feder­führend an der Ein­richtung des Bretton-Woods-Systems, des Inter­na­tio­nalen Wäh­rungs­fonds und der Weltbank beteiligt, die zusammen mit dem Mar­shall-Plan das inter­na­tionale Wäh­rungs­system mit dem US-Dollar im Zentrum bil­deten. Darüber hinaus haben die Ver­ei­nigten Staaten eine insti­tu­tio­nelle Hege­monie im inter­na­tio­nalen Wirt­schafts- und Finanz­sektor auf­gebaut, indem sie gewichtete Abstim­mungs­systeme, Regeln und Ver­ein­ba­rungen der inter­na­tio­nalen Orga­ni­sa­tionen, ein­schliesslich der «Zustimmung mit 85-pro­zen­tiger Mehrheit», sowie ihre natio­nalen Han­dels­ge­setze und ‑vor­schriften mani­pu­lierten. Indem sie den Status des Dollars als wich­tigste inter­na­tionale Reser­ve­währung aus­nützen, kas­sieren die Ver­ei­nigten Staaten im Grunde «Seig­ni­orage» (Geld­schöp­fungs­gewinn) von der ganzen Welt. Indem sie ihre Kon­trolle über inter­na­tionale Orga­ni­sa­tionen ausüben, nötigen sie andere Länder, der poli­ti­schen und wirt­schaft­lichen Stra­tegie der USA zu dienen.

● Die Ver­ei­nigten Staaten beuten den Reichtum der Welt mit Hilfe der «Seig­ni­orage» aus. Die Her­stellung eines 100-Dollar-Scheins kostet nur etwa 17 Cent, aber andere Länder müssen Waren im Wert von 100 Dollar bereit­stellen, um einen solchen Schein zu erhalten. Schon vor mehr als einem halben Jahr­hundert wurde darauf hin­ge­wiesen, dass die Ver­ei­nigten Staaten exor­bi­tante Pri­vi­legien, wie Defizite ohne Schaden am Dollar für sich nützen können, indem sie wertlose Papier­noten drucken lassen, um die Res­sourcen und Pro­duk­tionen anderer Nationen zu plündern.

 Die Hege­monie des US-Dollars ist die Haupt­quelle für Insta­bi­lität und Unsi­cherheit in der Welt­wirt­schaft. Während der Covid-19-Pan­demie haben die Ver­ei­nigten Staaten ihre globale Finanz­he­ge­monie miss­braucht und Bil­lionen an Dollar in den Welt­markt gepumpt, wobei andere Länder, ins­be­sondere Schwel­len­länder, den Preis dafür zu ent­richten hatten. Im Jahr 2022 beendete die US-Notenbank ihre ultra­lo­ckere Geld­po­litik und ging zu aggres­siven Zins­er­hö­hungen über, was zu Tur­bu­lenzen auf den inter­na­tio­nalen Finanz­märkten und zu erheb­lichen Abwer­tungen anderer Wäh­rungen wie des Euros führte und viele der Wäh­rungen auf ein 20-Jahres-Tief fallen liess. Infol­ge­dessen sahen sich zahl­reiche Ent­wick­lungs­länder mit hoher Inflation, Wäh­rungs­ab­wer­tungen und Kapi­tal­ab­flüssen kon­fron­tiert. Es war genau das, was einst Nixons Finanz­mi­nister John Connally in Selbst­zu­frie­denheit, doch scharf umriss: «Der Dollar ist unsere Währung, aber er ist euer Problem!»

● Mit ihrer Kon­trolle über inter­na­tionale Wirt­schafts- und Finanz­or­ga­ni­sa­tionen knüpfen die Ver­ei­nigten Staaten zusätz­liche Bedin­gungen für ihre Unter­stützung anderer Länder. Um Hin­der­nisse für US-Kapi­tal­zu­flüsse und Spe­ku­la­tionen abzu­bauen, müssen die Emp­fän­ger­länder eine finan­zielle Libe­ra­li­sierung vor­an­treiben und ihre Finanz­märkte öffnen, damit ihre Wirt­schafts­po­litik mit der ame­ri­ka­ni­schen Stra­tegie in Ein­klang stehe. Laut Review of Inter­na­tional Poli­tical Economy wurden mit den 1550 Schul­den­er­lass­pro­grammen, die der IWF seinen 131 Mit­glieds­ländern zwi­schen 1985 und 2014 gewährte, an die 55.465 zusätz­liche poli­tische Bedin­gungen geknüpft.

● Die Ver­ei­nigten Staaten unter­drücken ihre Kon­kur­renten vor­sätzlich mit wirt­schaft­lichem Zwang. In den 1980er Jahren brachten die Ver­ei­nigten Staaten ihre hege­mo­niale Finanz­macht gegen Japan in Stellung: Sie schlossen das Plaza-Abkommen, um die wirt­schaft­liche Bedrohung durch Japan aus­zu­räumen und in den Dienst des stra­te­gi­schen Ziels der USA zu stellen, um die Sowjet­union zu kon­fron­tieren und die Welt zu beherr­schen. Infol­ge­dessen wurde der Yen in die Höhe getrieben, und Japan sah sich gezwungen, seinen Finanz­markt zu öffnen und sein Finanz­system neu aus­zu­richten. Das Plaza-Abkommen ver­setzte der Wachs­tums­dy­namik der japa­ni­schen Wirt­schaft einen schweren Schlag und führte in Japan zu dem, was später als «die drei ver­lo­renen Jahr­zehnte» in die Geschichte einging.

● Die wirt­schaft­liche und finan­zielle Hege­monie der USA ist zu einer geo­po­li­ti­schen Waffe geworden. Die Ver­ei­nigten Staaten setzen ver­stärkt auf ein­seitige Sank­tionen und «weit­rei­chende Recht­spre­chung» und haben inner­staat­liche Gesetze erlassen, wie: den Inter­na­tional Emer­gency Eco­nomic Powers Act, den Global Mag­nitsky Human Rights Accoun­ta­bility Act und den Coun­tering America’s Adver­s­aries Through Sanc­tions Act sowie eine Reihe von Durch­füh­rungs­ver­ord­nungen zur Sank­tio­nierung bestimmter Länder, Orga­ni­sa­tionen oder Per­sonen. Sta­tis­tiken zeigen, dass die Sank­tionen der USA gegen aus­län­dische Ein­rich­tungen zwi­schen 2000 und 2021 um 933 Prozent gestiegen waren. Allein die Trump-Admi­nis­tration hat mehr als 3.900 Sank­tionen ver­hängt, was drei Sank­tionen pro Tag bedeutete. Bislang haben die Ver­ei­nigten Staaten Wirt­schafts­sank­tionen gegen fast 40 Länder auf der ganzen Welt ver­hängt, dar­unter Kuba, China, Russland, die Demo­kra­tische Volks­re­publik Korea, den Iran und Vene­zuela und fast die Hälfte der Welt­be­völ­kerung betrifft. Die «Ver­ei­nigten Staaten von Amerika» haben sich in «die Ver­ei­nigten Staaten von Sank­tionen» ver­wandelt. Und die «weit­rei­chende Gerichts­barkeit» ist zu einem reinen Instrument für die Ver­ei­nigten Staaten geworden, um ihre staat­lichen Macht­mittel zur Unter­drü­ckung wirt­schaft­licher Kon­kur­renten und zur Ein­mi­schung in normale inter­na­tionale Geschäfte ein­zu­setzen. Dies ist eine schwer­wie­gende Abkehr von den Grund­sätzen einer libe­ralen Markt­wirt­schaft, derer sich die Ver­ei­nigten Staaten seit langem rühmen.

IV. Tech­no­lo­gische Hege­monie – Monopol und Unterdrückung

Die Ver­ei­nigten Staaten ver­suchen, die wis­sen­schaft­liche, tech­no­lo­gische und wirt­schaft­liche Ent­wicklung anderer Länder durch die Aus­übung von Mono­pol­macht, Unter­drü­ckungs­mass­nahmen und Tech­no­lo­gie­be­schrän­kungen in Hoch­tech­no­lo­gie­be­reichen zu hemmen.

Die Ver­ei­nigten Staaten mono­po­li­sieren geis­tiges Eigentum im Namen des Schutzes. Unter Aus­nutzung der schwachen Position anderer Länder, ins­be­sondere der Ent­wick­lungs­länder, bei den Rechten an geis­tigem Eigentum und der insti­tu­tio­nellen Lücke in den ent­spre­chenden Bereichen erzielen die Ver­ei­nigten Staaten durch Monopole über­mässige Gewinne. Im Jahr 1994 setzten die Ver­ei­nigten Staaten das Über­ein­kommen über «Han­dels­be­zogene Aspekte der Rechte geis­tigen Eigentums» (TRIPS – Trade-Related Aspects of Intellectual Pro­perty) durch und erzwangen damit ame­ri­ka­ni­sierte Ver­fahren und Stan­dards zum Schutz geis­tigen Eigentums, um ihr Tech­no­lo­gie­mo­nopol zu festigen.

Um die Ent­wicklung der japa­ni­schen Halb­lei­ter­industrie ein­zu­dämmen, lei­teten die USA in den 1980er Jahren die «301»-Untersuchung ein, bauten ihre Ver­hand­lungs­macht in bila­te­ralen Ver­hand­lungen durch mul­ti­la­terale Abkommen aus, drohten den Handel mit Japan als «unfair» ein­zu­stufen, und ver­hängten Ver­gel­tungs­zölle, was Japan zur Unter­zeichnung des «US-Japan Halb­lei­ter­ab­kommens» zwang. Infol­ge­dessen wurden die japa­ni­schen Halb­lei­ter­un­ter­nehmen fast voll­ständig aus dem glo­balen Wett­bewerb ver­drängt, wobei ihr Markt­anteil von 50 Prozent auf 10 Prozent sank. Mit Unter­stützung der US-Regierung nutzten zahl­reiche US-Halb­lei­ter­un­ter­nehmen die Gele­genheit, um sich einen grös­seren Markt­anteil zu sichern.

● Die Ver­ei­nigten Staaten ver­po­li­ti­sieren bzw. setzen tech­no­lo­gische Fragen als Waffen und ideo­lo­gische Werk­zeuge ein. Indem sie das Konzept der natio­nalen Sicherheit über­stra­pa­zieren, mobi­li­sierten die Ver­ei­nigten Staaten ihre Staats­macht, um das chi­ne­sische Unter­nehmen Huawei zu ver­drängen und zu sank­tio­nieren. Sie schränkten den Zugang von Huawei-Pro­dukten zum US-Markt ein, unter­brachen Huaweis Ver­sorgung mit Chips bzw. Lie­fer­ketten und zwangen andere Länder, Huawei vom Aufbau lokaler 5G-Netze aus­zu­schließen. Sie haben Kanada sogar dazu über­redet, die Finanz­chefin von Huawei, Meng Wanzhou, unge­recht­fertigt für fast drei Jahre in Haft nehmen zu lassen.

Die Ver­ei­nigten Staaten haben eine ganze Reihe von Vor­wänden erfunden, um gegen global wett­be­werbs­fähige Hightech-Unter­nehmen aus China vor­zu­gehen. Die USA haben mehr als 1000 chi­ne­sische Unter­nehmen auf Sank­ti­ons­listen gesetzt. Darüber hinaus haben sie Kon­trollen für Bio­tech­no­logie, künst­liche Intel­ligenz und andere Spit­zen­tech­no­logien imple­men­tiert, Export­be­schrän­kungen ver­schärft, Inves­ti­ti­ons­prü­fungen ver­schärft, chi­ne­sische Social-Media-Apps wie TikTok und Wechat unter­drückt und gegenüber den Nie­der­landen und Japan darauf hin­ge­wirkt, die Ausfuhr von Chips bzw. [zur Chip-Pro­duktion] benö­tigte Maschinen und Tech­no­logien nach China zu unterbinden.

Die Ver­ei­nigten Staaten haben auch in ihrer Politik gegenüber Tech­no­lo­gie­fach­leuten aus China mit zwei­erlei Maß gemessen. Um chi­ne­sische For­scher ins Abseits zu stellen bzw. zu ver­drängen, wurde seit Juni 2018 die Gül­tig­keits­dauer von Visa für chi­ne­sische Stu­denten bestimmter Hightech-Dis­zi­plinen ver­kürzt. Es gab wie­derholt Fälle, bei denen chi­ne­sische Wis­sen­schaftler oder Stu­denten, die zu Aus­tausch­pro­grammen oder Stu­di­en­zwecken in die Ver­ei­nigten Staaten reisten, unge­recht­fertigt abge­wiesen und schi­ka­niert wurden. Dazu wurden groß ange­legte Ermitt­lungen gegen chi­ne­sische Wis­sen­schaftler, die in den Ver­ei­nigten Staaten arbeiten, angestrengt.

● Die Ver­ei­nigten Staaten fes­tigen ihr tech­no­lo­gi­sches Monopol im Namen des Schutzes von Demo­kratie. Durch den Aufbau kleiner Tech­no­lo­gie­blöcke wie der «Chip-Allianz» und des «sau­beren Netz­werks» haben die Ver­ei­nigten Staaten Hoch­tech­no­logie das Etikett «Demo­kratie» und «Men­schen­rechte» umge­hängt und tech­no­lo­gische Fragen in poli­tische und ideo­lo­gische ver­wandelt, um Vor­wände für ihre Tech­no­lo­gie­blo­ckade gegen andere Länder zu erfinden. Im Mai 2019 luden die Ver­ei­nigten Staaten 32 Länder zur Prager 5G-Sicher­heits­kon­ferenz in der Tsche­chi­schen Republik ein und ver­öf­fent­lichten den Prager Vor­schlag in dem Versuch, Chinas 5G-Pro­dukte aus­zu­schließen. Im April 2020 kün­digte der damalige US-Außen­mi­nister Mike Pompeo den «5G clean path (5G sau­berer Weg)» an, einen Plan, der darauf abzielt, eine tech­no­lo­gische Allianz im Bereich 5G mit Partnern auf­zu­bauen, die durch ihre gemeinsame Ideo­logie der Demo­kratie und die Not­wen­digkeit des Schutzes der «Cyber­si­cherheit» ver­bunden wären. Die Maß­nahmen stellen im Wesent­lichen der Versuch der USA dar, ihre tech­no­lo­gische Hege­monie über Tech­no­logie-Alli­anzen aufrechtzuerhalten.

● Die Ver­ei­nigten Staaten miss­brauchen ihre Tech­no­logie-Hege­monie, indem sie Cyber­an­griffen und Abhör­ak­tionen nach­gehen. Sie sind seit langem als «Hacker-Imperium» berüchtigt und ihnen werden weltweit Zügel­lo­sigkeit bei Cyber­dieb­stählen nach­gesagt. Sie ver­fügen über alle mög­lichen Mittel, um Cyber­an­griffe und Über­wa­chung flä­chen­de­ckend anzu­wenden, dar­unter fällt die Nutzung ana­loger Basis­sta­ti­ons­si­gnale, um auf Mobil­te­lefone zuzu­greifen und Daten zu stehlen, Apps für Mobil­te­lefone zu mani­pu­lieren, Cloud-Server zu infil­trieren und über Unter­see­kabel Daten zu stehlen. Die Liste ließe sich weiter fortsetzen.

Die Über­wa­chung durch die USA ist wahllos. Alle können zum Ziel ihrer Über­wa­chung werden, ob Rivalen oder Ver­bündete: Sogar die Führer ver­bün­deter Länder, wie die ehe­malige deutsche Bun­des­kanz­lerin Angela Merkel und mehrere fran­zö­sische Prä­si­denten. Cyber-Über­wa­chung und Angriffe der Ver­ei­nigten Staaten wie «Prism», «Dirtbox», «Irritant Horn» und «Tele­screen Ope­ration» sind der Beweis dafür, dass die Ver­ei­nigten Staaten ihre Ver­bün­deten und Partner eng über­wachen. Das Abhören von Ver­bün­deten und Partnern hat bereits weltweit für Empörung gesorgt. Julian Assange, der Gründer von Wiki­leaks und der Web­seite, die Über­wa­chungs­pro­gramme der USA auf­deckte, ließ wissen: «Erwarten Sie nicht, dass eine globale Über­wa­chungs-Super­macht mit Ehre oder Respekt handelt. Es gibt nur eine Regel: Es gibt keine Regeln.»

V. Kul­tu­relle Hege­monie – Ver­breitung fal­scher Narrative

Die globale Aus­breitung der ame­ri­ka­ni­schen Kultur ist ein wich­tiger Teil der externen Stra­tegie der USA. Die Ver­ei­nigten Staaten haben oft kul­tu­relle Instru­mente ein­ge­setzt, um ihre Hege­monie über die Welt zu ver­stärken bzw. aufrechtzuerhalten.

● Die Ver­ei­nigten Staaten ver­ankern ame­ri­ka­nische Werte in ihren Pro­dukten, zum Bei­spiel in Filmen. Ame­ri­ka­nische Werte und ein ame­ri­ka­ni­scher Lebensstil werden in Filmen, Fern­seh­sen­dungen, Publi­ka­tionen, Medi­en­in­halten und Pro­grammen von staatlich finan­zierten gemein­nüt­zigen Kul­tur­ein­rich­tungen ver­mittelt. Auf diese Weise ent­steht ein kul­tu­reller und öffent­licher Mei­nungsraum, in dem die ame­ri­ka­nische Kultur regiert und die kul­tu­relle Hege­monie fort­schreibt. In seinem Artikel «Die Ame­ri­ka­ni­sierung der Welt» hat der ame­ri­ka­nische Wis­sen­schaftler John Yemma die wahren Waffen der kul­tu­rellen Expansion der USA ent­larvt: Hol­lywood, die Image-Design-Fabriken in der Madison Avenue und die Pro­duk­ti­ons­linien von Mattel Company und Coca-Cola.

Es gibt ver­schiedene Mittel, mit denen die Ver­ei­nigten Staaten ihre kul­tu­relle Hege­monie erhalten. Ame­ri­ka­nische Filme sind das am meisten genutzte Mittel: Sie halten heute einen Welt­markt­anteil von mehr als 79 Prozent. Die Ver­ei­nigten Staaten nutzen ihre kul­tu­relle Vielfalt geschickt aus, um ver­schiedene Ethnien anzu­sprechen. Wenn Hol­lywood-Filme auf die Welt nie­der­gehen, schreien sie die mit ihnen ver­bun­denen ame­ri­ka­ni­schen Werte in die Welt hinaus.

● Die ame­ri­ka­nische kul­tu­relle Hege­monie zeigt sich nicht nur in «direkter Inter­vention», sondern auch über «mediale Infil­tration» als «Laut­sprecher an die Welt». Die von den USA domi­nierten west­lichen Medien spielen eine besonders wichtige Rolle bei der Kon­di­tio­nierung der glo­balen öffent­lichen Meinung zugunsten der Ein­mi­schung der USA in die inneren Ange­le­gen­heiten anderer Länder.

Die US-Regierung ver­hängt über alle Social-Media-Unter­nehmen Zensur und fordert Kada­ver­ge­horsam. Der CEO von Twitter, Elon Musk, gab am 27. Dezember 2022 zu, dass alle Social-Media-Platt­formen mit der US-Regierung zusam­men­ar­beiten, um Inhalte zu zen­sieren, wie Fox Business Network berichtete. Die öffent­liche Meinung in den Ver­ei­nigten Staaten unter­liegt staat­lichen Zugriffen, um unliebsame Äuße­rungen zu unter­binden. Google lässt oft Seiten verschwinden.

Das US-Ver­tei­di­gungs­mi­nis­terium mani­pu­liert soziale Medien. Im Dezember 2022 ent­hüllte The Intercept, eine unab­hängige US-Inves­ti­gativ Website, dass im Juli 2017 der Beamte des U. S. Central Command Nathaniel Kahler das Public-Policy-Team von Twitter ange­wiesen hätte, die Präsenz um 52 ara­bisch­spra­chige Nutzer gemäß einer von ihm über­mit­telten Liste zu erhöhen, von denen sechs vor­rangig behandelt worden wären. Einer der sechs Accounts war der Recht­fer­tigung von US-Drohnen-Angriffen im Jemen gewidmet, mit bei­spiels­weise der Behauptung, die Angriffe wären präzise und töteten nur Ter­ro­risten, doch keine Zivi­listen. Nach Kahlers Anweisung setzte Twitter diese ara­bisch­spra­chigen Konten auf eine «weiße Liste», um so bestimmte Inhalte zu verstärken.

● Die Ver­ei­nigten Staaten messen mit zwei­erlei Mass, was Pres­se­freiheit angeht. Sie unter­drücken Medien anderer Länder brutal und bringen sie mit ver­schie­denen Mitteln zum Schweigen. Die Ver­ei­nigten Staaten und Europa lassen rus­sische Main­stream-Medien wie Russia Today und Sputnik in ihren Ländern sperren. Platt­formen wie Twitter, Facebook und YouTube schränken offi­zielle Konten Russ­lands offen ein. Netflix, Apple und Google haben rus­sische Kanäle und Apps von ihren Diensten und App-Stores aus­ge­schlossen. Inhalte, die Russland betreffen werden einer bei­spiellos dra­ko­ni­schen Zensur unterworfen.

● Die Ver­ei­nigten Staaten miss­brauchen ihre kul­tu­relle Hege­monie, um eine «fried­liche Evo­lution» in sozia­lis­ti­schen Ländern zu initi­ieren. Sie gründen Nach­rich­ten­medien und kul­tu­relle Ein­rich­tungen, die auf sozia­lis­tische Länder ange­setzt sind. Sie stecken gewaltige Summen öffent­licher Gelder in Radio- und TV-Netz­werke, die ihre ideo­lo­gische Unter­wan­derung stützen: Diese Sprach­rohre bom­bar­dieren sozia­lis­tische Länder in dut­zenden Sprachen Tag und Nacht mit auf­rüh­re­ri­scher Propaganda.

Die Ver­ei­nigten Staaten setzen Des­in­for­ma­tionen als Speer­spitze ein, um andere Länder anzu­greifen, und haben dazu eine indus­trielle Kette herum orga­ni­siert: Es gibt Gruppen und Ein­zel­per­sonen, die Geschichten erfinden und weltweit damit hau­sieren gehen, um die öffent­liche Meinung dank nahezu unbe­grenzter finan­zi­eller Unter­stützung so in die Irre zu führen.

VI. Schluss­fol­gerung

Eine gerechte Sache ver­schafft ihrem Ver­fechter breite Unter­stützung, während eine unge­rechte Sache ihre Betreiber dazu ver­ur­teilt, Aus­ge­stoßene zu sein. Die hege­mo­nialen, herrsch­süch­tigen und tyran­ni­schen Prak­tiken, die darin bestehen, Stärke ein­zu­setzen, um die Schwachen ein­zu­schüchtern, anderen mit Gewalt und List etwas weg­zu­nehmen und Null­sum­men­spiele anzu­strengen, richten großen Schaden an. Die his­to­ri­schen Trends zu Frieden, Ent­wicklung, Zusam­men­arbeit und gegen­sei­tigem Nutzen sind unauf­haltsam. Die Ver­ei­nigten Staaten haben sich mit ihrer Macht über die Wahrheit hin­weg­ge­setzt und das Recht mit Füssen getreten, um nur Eigen­in­ter­essen zu dienen. Diese ein­sei­tigen, ego­is­ti­schen und regres­siven hege­mo­nialen Prak­tiken stoßen in der inter­na­tio­nalen Gemein­schaft auf wach­sende, heftige Kritik und Widerstand.

Die Länder müssen sich gegen­seitig respek­tieren und als Gleich­be­rech­tigte behandeln. Große Länder sollten sich so ver­halten, wie es ihrem Status ent­spricht, und die Initiative zur Rea­li­sierung eines neuen Modells der Bezie­hungen unter den Staaten ergreifen, welche auf Dialog und Part­ner­schaft und nicht auf Kon­fron­tation oder Alli­anzen setzt. China wendet sich gegen alle Formen von Hege­monie und Macht­po­litik und lehnt die Ein­mi­schung in die inneren Ange­le­gen­heiten anderer Staaten ab. Die Ver­ei­nigten Staaten müssen eine ernst­hafte Gewis­sens­er­for­schung betreiben. Sie müssen kri­tisch prüfen, was es bewirkt und ihre Arroganz und Vor­ur­teile ablegen, um ihre hege­mo­nialen, herrsch­süch­tigen und schi­ka­nösen Prak­tiken aufzugeben.

Quelle: https://www.fmprc.gov.cn/mfa_eng/wjbxw/202302/t20230220_11027664.html?fbclid=IwAR16C-Ce6iGVJcT1hVZOQccZLu9rpX74BPiUAjVkEgfSwbElGsszVOpDHAs


Guido Grandt — Dieser Beitrag erschien zuerst auf dem Blog des Autors www.guidograndt.de