co2 am Himmel? - Photo By: Zappys Technology Solutions - https://www.flickr.com/photos/102642344@N02/ - CC BY 2.0

Die CO2-Kon­zen­tration in der Atmo­sphäre steigt als Ergebnis einer ERWÄRMUNG, nicht umge­kehrt – von “ange­schwipsten” Wetterdienstlern

Der Tag, an dem die Erde still­stehen wird, er naht … behauptet ein Hirni von WetterOnline.

Ein Leser hat eine Pres­se­meldung in unserem Telegram-Kanal geteilt, die uns ver­ärgert hat…, weil der Inhalt so strunzdumm ist:

“Laut Mes­sungen des Mauna Loa Obser­va­to­riums auf Hawaii lag der neue Höchstwert der CO2-Kon­zen­tration im Mai bei 421 Parts pro Million (Teile pro Mil­lionen). Vor der indus­tri­ellen Revo­lution war dieser Wert lange stabil bei etwa 280 Parts pro Million. Damit liegt nun ein Anstieg von mehr als 50 Prozent vor. Björn Gold­hausen, Pres­se­sprecher von Wet­te­rOnline ordnet den Anstieg ein: “Unsere Erde hat sich einen ordent­lichen CO2-Drink genehmigt und ist quasi ange­schwipst! Ihr aktu­eller Pro­mille-Wert beträgt 0,421. Die meisten Men­schen würden jetzt schon nicht mehr ins Auto steigen, aber unser Planet dreht weiter seine Kreise. Not­ge­drungen nimmt er dabei weitere CO2-Cock­tails in sich auf. Die absolute “Dreh­un­tüch­tigkeit” ist aber nicht mehr weit. “

Wir wissen nicht, was man bei Wet­te­rOnline trinkt, aber offen­kundig hat sich Herr Gold­hausen einen ordent­lichen Schluck aus der Pulle genehmigt und hat – als Folge davon oder bereits apriori – seine Denk­fä­higkeit ver­loren. Wenn ein Pres­se­sprecher von Wet­te­rOnline von einer “Dreh­un­tüch­tigkeit” schwafelt, also sug­ge­rieren will, dass die CO2-Kon­zen­tration in der Atmo­sphäre einen Wert erreichen kann, der die Erde zum Still­stand bringen, ihre Rotation beenden kann, dann ist der Punkt erreicht, ab dem man bei Wet­te­rOnline daran denken sollte, Hoch­pro­zen­tiges – wie ver­lo­ckend es auch sein mag, über­haupt etwas mit Geist im Haus zu haben – zumindest während der Dienstzeit zu verbieten.

Wir haben nun also einen Spinner in Potsdam, der der Ansicht ist, er könne das Klima kon­trol­lieren und einen bei Wet­te­rOnline, der der Ansicht ist, CO2 wirke sich bremsend auf die Rotation der Erde aus, so dass die Gefahr eines Still­stands drohe, eines Ende der Erdumdrehung.

Wir nehmen diesen Bullshit zum Anlass, um einmal wieder darauf hin­zu­weisen, dass die Kon­zen­tration von CO2 in der Atmo­sphäre NICHT die Tem­pe­ratur der Erde beein­flusst, sondern umge­kehrt: Die Tem­pe­ratur der Erde bestimmt die Höhe der CO2-Kon­zen­tration. Das ist, zuge­geben, für manche schwierig mit der Ideo­logie zu ver­ein­baren, die nun schon seit Jahr­zehnten in die Köpfe Ahnungs­loser gehämmert wird, aber es ist der Stand der Wis­sen­schaft, der die Kli­ma­hö­rigen doch eigentlich folgen wollen, oder?

Beginnend in den 1980er Jahren haben Wis­sen­schaftler der dama­ligen Sowjet­union eine Reihe von Löchern in das Eis­schild der Ant­arktis bei ihrer Station “Vostok” gebohrt. Das tiefste der Bohr­löcher reicht in eine Tiefe von 3.623 Metern und wurde aus Sorge, den Vostok See zu ver­un­rei­nigen, in dieser Tiefe gestoppt. Eis aus der letzten Eiszeit findet sich bereits in einer Tiefe von 400 Metern. Die gesamten 3.623 Meter Bohrkern geben Auf­schluss über kli­ma­tische Ver­än­de­rungen für die letzten 420.000 Jahre, 420.000 Jahre, in denen vier Eis­zeiten gekommen und gegangen sind.

Petit et al. (1999) haben auf Basis der che­mi­schen Zusam­men­setzung der Bohr­kerne die Kon­zen­tration an CO2 und die Tem­pe­ratur über die 420.000 Jahre zusam­men­ge­tragen und die fol­gende Abbildung, die ein deut­liches Muster der Ent­wicklung zwi­schen CO2 und Tem­pe­ratur zeigt, erstellt:

Petit, Jean-Robert, Jean Jouzel, Domi­nique Raynaud, Nar­cisse I. Barkov, J‑M. Barnola, Isa­belle Basile, Michael Bender et al. (1999). Climate and atmo­spheric history of the past 420,000 years from the Vostok ice core, Ant­ar­ctica. Nature 399(6735): 429–436.

Her­aus­ge­kommen ist dabei die oben dar­ge­stellte Abbildung, die ein Muster in der Ent­wicklung von Tem­pe­ratur und CO2-Kon­zen­tration auf­zeigt, mit einer CO2-Kon­zen­tration, die heute so hoch ist, wie in den letzten 420.000 Jahren nicht mehr, aber natürlich im Rahmen der Ent­wick­lungs­ge­schichte der Erde eher ein Witz ist:

Die Frage, die sich mit Daten ver­bindet, die Muster ergeben, wie sie für die Ent­wicklung von CO2-Kon­zen­tration und Tem­pe­ratur aus den Bohr­kernen der Ant­arktis rekon­struiert werden können, ist natürlich immer die­selbe: Gibt es einen Zusam­menhang zwi­schen beiden und wenn ja, in welche Richtung ver­läuft er? Aus der Sicht heu­tiger CO2-Apostel ist die Antwort klar: Natürlich gibt es einen Zusam­menhang: Mit einer stei­genden Co2-Kon­zen­tration geht eine Erhöhung der Erd­tem­pe­ratur einher. Die Richtung ist also klar: Zuerst erhöht sich die CO2-Kon­zen­tration, dann erhöht sich die Tem­pe­ratur der Erde. Indes, wer sich mit dem extra­or­dinär großen Problem, vor das eine Eiszeit-Erde gestellt ist, die wieder in eine Warmzeit über­gehen will, befasst hat, der weiß, dass die Idee, das Ende der Eiszeit sei einer Erhöhung der CO2-Kon­zen­tration geschuldet, falsch ist.

Tat­sächlich ist das Gegenteil der Fall: ZUERST erhöht sich die Tem­pe­ratur, DANN erhöht sich die CO2-Kon­zen­tration und sorgt dafür, dass das Ent­kommen der Erde aus einer Eiszeit von einiger Dauer sein kann. Dass dem so ist, das zeigen wis­sen­schaft­liche Bei­träge, die schon etwas älter sind und ver­mutlich nicht ohne Grund in Ver­ges­senheit geraten sind oder wurden.

Fischer et al. (1999) unter­suchen die letzten 250.000 Jahre aus den 420.000 Jahren (in drei Phasen zerlegt), die die Vostok-Eis­bohr­kerne umfassen. wobei sie den Zeitraum von 70.000 bis 160.000 Jahren in der Ver­gan­genheit in kleine Inter­valle von 100 bis 2000 Jahre zer­legen, um die Frage, welcher Zusam­menhang zwi­schen Tem­pe­ratur und CO2-Kon­zen­tration besteht, beant­worten zu können. Was Fischer et al. (1999) mit ihrer Analyse her­aus­ar­beiten, ist für alle drei Phasen eine Ver­zö­gerung um 600 bis 1000 Jahre, mit der der Anstieg der CO2-Kon­zen­tration dem Anstieg der Tem­pe­ratur nachfolgt.

Wäre CO2 die Ursache des Tem­pe­ra­tur­an­stiegs, der Anstieg der Tem­pe­ratur müsste dem Anstieg der CO2-Kon­zen­tration folgen, was nicht der Fall ist. Das heißt indes nicht, dass CO2 keinen Ein­fluss auf die Tem­pe­ratur hat, spricht aber vielmehr dafür, dass eine stei­gende Kon­zen­tration von CO2 über die damit ein­her­ge­hende grünere Erde zu einer Sta­bi­li­sierung der Tem­pe­ratur in einem für Men­schen ange­nehmen Bereich beträgt, was indes nur ein Teil der Erklärung sein kann, denn wie die erste Abbildung oben zeigt, ent­wi­ckelt sich die CO2-Kon­zen­tration zyklisch, nicht, wie von Kli­ma­wandel-Hys­te­rikern sug­ge­riert, stetig und auf einen Punkt spon­taner Selbst­ent­zündung des Pla­neten zu. Offen­kundig gibt es “Kräfte”, die nicht nur Erwärmung in Gang setzen, sondern auch die Rückkehr in eine Eiszeit befördern, CO2 gehört nicht zu diesen Kräften, die man wohl eher außerhalb des Pla­neten suchen muss …

Fischer, Hubertus, Martin Wahlen, Jesse Smith, Derek Mastroianni, and Bruce Deck (1999). Ice core records of atmo­spheric CO2 around the last three glacial ter­mi­na­tions. Science 283 (5408): 1712–1714.

Caillon et al. (2003) ana­ly­sieren auf Basis von Argon-Iso­topen, die sie als Proxy-Variable für die Ent­wicklung der Tem­pe­ratur in der Ant­arktis benutzen, den Zeitraum von 240.000 Jahren bis in die Gegenwart und kommen auf Basis einer ver­än­derten Methode zum selben Ergebnis, zu dem auch Fischer et al. (2003) gekommen sind:

“We confirm the close cor­re­lation between CO2 and Vostok tem­pe­rature during deg­la­cia­tions (1). However, Fig. 3 indi­cates that CO2 increases and peaks at a shal­lower depth in the core than σ40Ar. To closely examine their phase rela­ti­onship, we searched for the best fit between those two pro­perties by adjusting the scaling ratio between σ40Ar and CO2. The best cor­re­lation (R2 = 0.88) was obtained when we shifted the CO2 profile by 800 ± 100 years (Fig. 4). Com­bining this uncer­tainty with the uncer­tainty intro­duced by ice accu­mu­lation (800 σ 0.2, i.e., 160 years), we obtain an overall uncer­tainty of 200 years, indi­cating that the increase in CO2 lags Ant­arctic warming by 800 ± 200 years, which we must con­sider a mean phase lag because of the method we used to make the cor­re­lation. We cannot think of a mechanism that would make σ40Ar lead the tem­pe­rature change, alt­hough a lag is pos­sible if the tem­pe­rature or accu­mu­lation change affects the non­dif­fusive zone (…). This result is in accordance with recent studies (…) but, owing to our wen method, more precise. This con­firms that CO2 is not the forcing that initially drives the cli­matic system during a deg­la­ciation. Rather, deg­la­ciation is pro­bably initiated by some inso­lation forcing (…), which influences first the tem­pe­rature change in Ant­ar­ctica (and pos­sibly in part of the Sou­thern Hemi­sphere) and then the CO2.”

Damit ist gezeigt, dass CO2 NICHT Treiber eines Tem­pe­ra­tur­an­stiegs ist, bes­ten­falls eine Größe, die den Tem­pe­ra­tur­an­stieg unter­stützt, wenn er durch das, was Callion et al. (2004) “inso­lation forcing” nennen, ange­stoßen wurde, wobei Son­nen­strahlung wohl einer der hei­ßesten Kan­di­daten zur Erklärung einer Erwärmung, die aus­reicht, um die Eiszeit zu ver­lassen, ist.

Zudem bestä­tigen Callion et al. (2004) Ergeb­nisse, die Petit et al. (1999) ver­öf­fent­licht haben, Ergeb­nisse, die zeigen, dass ein extra­ter­res­tri­sches Ereignis in einem Ausmaß, das aus­reicht, eine dau­er­hafte Erwärmung ein­zu­leiten, sie nennen es “orbital forcing”, und wer sich genauer für die ent­spre­chenden Mecha­nismen inter­es­siert, dem emp­fehlen wir unseren Beitrag über die Milan­ko­vitch-Zyklen nach­zu­lesen, die Erwärmung starten muss, die dann durch Son­nen­ein­strahlung, Albedo und Treib­hausgase auf­recht erhalten wird, die alle dazu bei­tragen, dass die Erde BEWOHNBAR ist. Nicht umsonst ist CO2 eines der ersten Moleküle, nach dem Wis­sen­schaftler suchen, die wissen wollen, ob ein Planet bewohnbar sein kann.

Die Idee, Men­schen hätten über die Ver­brennung fos­siler Brenn­stoffe so viel Ein­fluss auf das Klima, dass sie die oben abge­bil­deten Zyklen (Abbildung 1) außer Kraft setzen, Zyklen, die deutlich machen, dass die CO2-Kon­zen­tration ebenso wie die Tem­pe­ratur ein Maximum erreicht, nach dessen Über­schreiten der Weg in die nächste Eiszeit vor­ge­zeichnet und nicht mehr auf­haltbar ist, sie ist einfach nur lächerlich. Nichts desto trotz ist sie zum Ver­kaufs­schlager der letzten Jahr­zehnte geworden und trägt derzeit massiv dazu bei, dass eine kleine Clique bös­ar­tiger Akteure mit Hilfe einer grö­ßeren Menge leicht instru­men­ta­li­sier­barer Ein­fäl­tiger den Wohl­stand von vielen zu wenigen umver­teilen und damit für die Mehrheit zer­stören kann, den Wohl­stand, der in west­lichen Gesell­schaften über rund 150 Jahre auf­gebaut wurde.

Es gibt Men­schen, die können es nicht mit ansehen, wenn es vielen gut geht, die zer­stören müssen, weil sie mit ihrem Geld nichts Bes­seres anzu­fangen wissen.

Sie nennen sich selbst Phil­an­thropen, wir nennen sie Philantropathen.


Quelle: sciencefiles.org