Dies ist die weitere Leseprobe aus meinem neuen Merkel-Buch, das Sie ab jetzt im Verlag bei Achgut (und überall, wo es Bücher gibt) erwerben können. (von Vera Lengsfeld)

Robin Alexanders Buch “Die Getriebenen” war reiner Sprengstoff. Wäre es in der Ära Kohl erschienen, hätte es die Regierung Kohl am nächsten Tag nicht mehr gegeben. Merkel dagegen hat es nicht geschadet, obwohl ihre sogenannte Flüchtlingspolitik als ein einziges Gewebe aus Fehlinformationen, Täuschungen, Kanzlerinnen-Alleingängen, Abwesenheiten in entscheidenden Momenten, Trotzreaktionen, Ahnungslosigkeit und Inkompetenz beschrieben wird. Es macht fassungslos, zu lesen, wie diese Gemengelage aus koordinierter Verantwortungslosigkeit das Schicksal nicht nur Deutschlands, sondern ganz Europas auf eine schiefe Ebene gebracht hat, von der man bis heute nicht weiß, wohin sie uns noch rutschen lässt.
Noch beunruhigender ist das Schweigen der Mainstream-Medien, die in der “Flüchtlingskrise” eine ungute Rolle gespielt haben. Sie haben sich längst von ihrer Bestimmung als Kontrolleure der Macht gelöst und sind Teil des Machtkartells geworden. Robin Alexander bemerkt das fast nebenbei: “Unter Angela Merkel hat sich das Bundespresseamt gewandelt von einer Behörde, die über die Arbeit der Regierung informiert, zu einer Behörde, die vor allem für die Regierung ermittelt, was die Bürger denken und fühlen.” Oder angeblich denken und fühlen, denn an den Resultaten dieser Ermittlungen kann man erhebliche Zweifel haben.
Eine der Thesen von Alexander, die er zur Entlastung von Merkel entwickelt hat, ist, sie sei von der Volksmeinung zur Grenzöffnung getrieben worden. Eine Woche nach der Grenzöffnung sei laut Umfragen für 82 Prozent der Deutschen das Thema “Flüchtlinge” das wichtigste gewesen. Weitere elf Prozent hätten sich für die Themen Ausländer, 
Ich bin der festen Überzeugung, dass es von der Bevölkerung wenig Widerstand gegeben hätte, wären die Grenzen am 13.09.2015 tatsächlich wieder geschlossen worden. Nur mit dem Widerstand der Medien und der Flüchtlings-Profiteure wäre zu rechnen gewesen. Grund genug für die mediensüchtige Kanzlerin, ihren fatalen Fehler nicht zu korrigieren. Ihr Image war alles, Verantwortung für die Gesellschaft und ihre Politik fühlte sie nicht. Sie sagte das in einer Bundestagsfraktionssitzung, bei der sie Kritik einstecken musste, selbst: “Ist mir egal, ob ich schuld am Zustrom der Flüchtlinge bin, nun sind sie halt da.” Allein dieser Satz, der den Titel dieses Buches inspirierte, disqualifizierte sie als Kanzlerin. Um die “Flüchtlingspolitik” fortsetzen zu können, wurde mit einer Propagandakampagne das Land gespalten. “Nazi oder Flüchtlingshelfer? Jeder muss sich jetzt entscheiden” (Alexander). Als einer der ersten bekam das der Historiker Jörg Baberowski zu spüren, der sehr früh die Grenzöffnung kritisierte. Seitdem wird die Nazikeule gegen Andersdenkende exzessiv geschwungen und die Meinungsfreiheit immer mehr eingeschränkt. Gleichzeitig wurden von Politik, Medien und ihren willigen Helfern Legenden um die Flüchtlinge gesponnen: “Der Flüchtling als Erlöser von schrecklicher deutscher Vergangenheit, von peinlichen ostdeutschen Landsleuten und überhaupt allen schlechten Gewohnheiten […] Die Flüchtlinge sollen die Deutschen nicht nur von ihrer unseligen Vergangenheit befreien, sondern auch vor ihrem zukünftigen Schicksal als überaltertes Volk bewahren” (Alexander).
Während die SED-Propagandisten nicht selbst an ihre Legenden glaubten, fiel die Merkel-Regierung auf die von ihr angestoßene Propaganda selbst herein. Sie schrieb einen Wettbewerb aus. Gemeinden könnten sich um die Aufnahme und Integration von Flüchtlingen bewerben. Ob auch nur eine einzige Bewerbung einging, ist unbekannt. Kurz nach dieser absurden Initiative wurden die Gemeinden förmlich überrannt.

Auch Robin Alexander verwechselte diesen Propagandafeldzug mit der Bevölkerungsmeinung und sprach Merkel eine “Mitschuld” zu, weil sie auf der “Bevölkerungsbegeisterung gesurft” sei. Die Bevölkerung hatte keine Zeit für Begeisterung, sie war viel zu beschäftigt. Irgendeine Vorbereitung auf den Massenansturm von zeitweilig zehntausend Menschen am Tag gab es seitens der Regierung nicht. Dass es nicht zur Katastrophe…
Der Artikel erschien zuerst bei vera-lengsfeld.de.

























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