Foto: KI-Bild (Canva.com/Magic-Media)

»BIBLISCHE AUS­NAHMEN VON INZEST!«- Pädo­kri­mi­na­lität bei den »Children of God«


Sekten, die sich hinter »Glauben« und »Liebe« ver­stecken, haben oft ein dunkles Geheimnis. Ein erschüt­terndes Bei­spiel liefert die Bewegung Children of God – gegründet von David Berg, der reli­giöse Texte miss­brauchte, um Kin­des­miss­brauch zu recht­fer­tigen. Selbst seine eigenen Kinder blieben nicht ver­schont. Ein Fall, der zeigt, wie fana­ti­scher Glaube und Macht­miss­brauch zu see­li­scher Zer­störung und gene­ra­tio­nen­über­grei­fendem Leid führen können. Und „inzes­tuöse Akti­vi­täten“ in Sekten kei­neswegs Ver­schwö­rungs­theorien sind!


Ein wei­teres Bei­spiel für Kin­des­miss­brauch in Sekten ist laut Stephen A. Kent, Doktor der Phi­lo­sophie, Pro­fessor für Sozio­logie an der Uni­versity of Alberta, lehrt Bachelor- und Mas­ter­kurse in Reli­gi­ons­so­zio­logie und Sozio­logie sek­tie­re­ri­scher Gruppen, die Sekte der Children of God (Die Kinder Gottes), auch bekannt als The family.

Kent: Der Gründer von Children of God, David Berg (1919–1994), infor­mierte seine Herde über diese biblische Unter­lassung, und im Nach­hinein war dies eine Recht­fer­tigung für seine eigenen inzes­tuösen Akti­vi­täten mit vielen jungen Mit­gliedern seiner unmit­tel­baren Familie (siehe Kent, 1994 .)., S. 157–160).

In seinem weit ver­brei­teten Schreiben mit dem Titel »Revo­lu­tio­närer Sex« von Ende März 1973 behauptete Berg gegenüber seinen Anhängern: »ES GIBT AUCH VIELE BIBLISCHE AUS­NAHMEN VON SOGE­NANNTEN INZESTEN oder der Heirat bestimmter naher Ver­wandter. Tat­sächlich hätte es keine mensch­liche Rasse gegeben, wenn die beiden Söhne von Adam und Eva, Kain und Seth, ihre Schwestern nicht gehei­ratet hätten, denn es gab keinen anderen zum Hei­raten! (…) Und wenn Sie das scho­ckiert, solche Ehen von Brüdern und Schwestern, Müttern und Söhnen und sogar Vätern und Töchtern waren in der Antike sehr ver­breitet und wurden nicht einmal als inzestuös ange­sehen, geschweige denn illegal, und waren seit 2.600 Jahren nicht ver­boten (…)! Es gibt so viele Bei­spiele dafür, von der Paarung von Adams Söhnen mit seinen Töchtern bis zur Heirat vieler Könige und Pha­raonen mit ihren, ein­schließlich des klas­si­schen Bei­spiels von Lot und seinen beiden Töchtern, die die beiden ganzen Nationen Moab und Ammon zeugten und zeugten (…) Und doch ist in unserer modernen west­lichen Gesell­schaft sogar die Heirat von nahen Cousins ​​unter irgend­einer Regierung kri­minell, während selbst das mosaische Gesetz dies nicht ver­bietet! Wir finden also wieder die Gesetze des Men­schen im Wider­spruch zu den Gesetzen Gottes!« (Berg, 1973, S. 1338 [ursprüng­liche Her­vor­hebung und Großschreibung])

Stephen A. Kent weiter: Es über­rascht nicht, dass eine von Bergs Töchtern – Deborah – ihren Vater beschul­digte, sie beläs­tigen zu wollen (Davis with Davis, 1984, S. 9–10, 14, 58) und schließlich ent­hüllte, dass es ihm tat­sächlich gelungen war (Shukan Bunshun , 1992, S. 3–6).

Eine andere Tochter – Faithy – die ihrem Vater bis nach seinem Tod in treuer Gefolg­schaft blieb, impli­zierte in einer Ver­öf­fent­li­chung von Children of God (mit dem Unter­titel »Faithys Reaktion auf Sex in der Kindheit«), dass es ihm gelungen sei, sie als Kind sexuell zu berühren: »Ich mag das! Es erin­nerte mich daran, wie du [ihr Vater] mich immer ein­ge­schläfert hast, als ich ein kleines Mädchen war, 3 oder 4. Daddy hat es am besten gemacht! (…) Die anderen, unsere ver­schie­denen Baby­sitter, haben dir nur den Rücken gerieben und es fühlte sich nicht einmal gut an, also tat ich so, als würde ich so schnell wie möglich ein­schlafen, damit sie auf­hörten. Es fühlte sich so gut an, als sie auf­hörten! Ha! ABER DADDY HAT MICH EINFACH GEMACHT, MICH GANZ GUT ZU FÜHLEN & ich wusste nicht warum, aber es würde mich wirklich mit einem Seufzer ein­schlafen lassen! PTL [Lobe den Herrn]! Ich glaube nicht, dass es mich [sic] über­haupt per­ver­tiert hat, aber es hat mich defi­nitiv zu Seinem Ruf bekehrt! Ich glaube also, unsere Eltern sollten es ver­suchen und unseren Kindern helfen, die natür­liche Gewohnheit zu bekommen! WIR BETEN, DASS ES FUNK­TIO­NIERT, dann wird Junior [der ein Neffe war] kein Sex-Idiot! Oh! Ich könnte ein Buch schreiben, aber das ist nur ein Blick in meinen Kind­heitssex! (Familie der Liebe, 1988, S. 15)«. 

Beachten Sie, dass Faithy die Eltern anscheinend ange­wiesen hat, ihre Kinder zu mas­tur­bieren – eine Akti­vität, die zu der ero­ti­sierten Umgebung bei­getragen hat, in der die Kinder in ihrer Orga­ni­sation während der 1980er Jahre lebten.

Letztlich ist dies ein trau­riges Bei­spiel dafür, wie sich pädo­kri­mi­nelles Ver­halten von Eltern bezie­hungs­weise anderen Erwach­senen auf die eigenen Kinder aus­wirkt, die später mit­unter später selbst zu Tätern werden können!


Quellen: [i] Vgl. Stephen A. Kent, Uni­versity of Alberta, Edmonton: »Reli­gious Jus­ti­fi­ca­tions for Child Sexual Abuse in Cults and Alter­native Reli­gions« in: Inter­na­tional Journal of Cultic Studies Vol.3, 2012, 49–74 (https://www.icsahome.com/articles/religious-justifications-for-child-sexual-abuse-in-cults-kent-ijcs-2012)/Zugriff: 03.01.22

[ii] Vgl. Stephen A. Kent, Uni­versity of Alberta, Edmonton: »Reli­gious Jus­ti­fi­ca­tions for Child Sexual Abuse in Cults and Alter­native Reli­gions« in: Inter­na­tional Journal of Cultic Studies Vol.3, 2012, 49–74 (https://www.icsahome.com/articles/religious-justifications-for-child-sexual-abuse-in-cults-kent-ijcs-2012)/Zugriff: 03.01.22

Zuerst erschienen auf dem Blog von GuidoGrandt.de.

  • Top Artikel

  • Service-Hotline:
    0179-6695802

  • Servicezeiten:
    Mo. und Do.: 10:00 - 12:00 Uhr
    Mi.: 15:00 - 18:00 Uhr