Sekten, die sich hinter »Glauben« und »Liebe« verstecken, haben oft ein dunkles Geheimnis. Ein erschütterndes Beispiel liefert die Bewegung Children of God – gegründet von David Berg, der religiöse Texte missbrauchte, um Kindesmissbrauch zu rechtfertigen. Selbst seine eigenen Kinder blieben nicht verschont. Ein Fall, der zeigt, wie fanatischer Glaube und Machtmissbrauch zu seelischer Zerstörung und generationenübergreifendem Leid führen können. Und „inzestuöse Aktivitäten“ in Sekten keineswegs Verschwörungstheorien sind!
Ein weiteres Beispiel für Kindesmissbrauch in Sekten ist laut Stephen A. Kent, Doktor der Philosophie, Professor für Soziologie an der University of Alberta, lehrt Bachelor- und Masterkurse in Religionssoziologie und Soziologie sektiererischer Gruppen, die Sekte der Children of God (Die Kinder Gottes), auch bekannt als The family.

In seinem weit verbreiteten Schreiben mit dem Titel »Revolutionärer Sex« von Ende März 1973 behauptete Berg gegenüber seinen Anhängern: »ES GIBT AUCH VIELE BIBLISCHE AUSNAHMEN VON SOGENANNTEN INZESTEN oder der Heirat bestimmter naher Verwandter. Tatsächlich hätte es keine menschliche Rasse gegeben, wenn die beiden Söhne von Adam und Eva, Kain und Seth, ihre Schwestern nicht geheiratet hätten, denn es gab keinen anderen zum Heiraten! (…) Und wenn Sie das schockiert, solche Ehen von Brüdern und Schwestern, Müttern und Söhnen und sogar Vätern und Töchtern waren in der Antike sehr verbreitet und wurden nicht einmal als inzestuös angesehen, geschweige denn illegal, und waren seit 2.600 Jahren nicht verboten (…)! Es gibt so viele Beispiele dafür, von der Paarung von Adams Söhnen mit seinen Töchtern bis zur Heirat vieler Könige und Pharaonen mit ihren, einschließlich des klassischen Beispiels von Lot und seinen beiden Töchtern, die die beiden ganzen Nationen Moab und Ammon zeugten und zeugten (…) Und doch ist in unserer modernen westlichen Gesellschaft sogar die Heirat von nahen Cousins unter irgendeiner Regierung kriminell, während selbst das mosaische Gesetz dies nicht verbietet! Wir finden also wieder die Gesetze des Menschen im Widerspruch zu den Gesetzen Gottes!« (Berg, 1973, S. 1338 [ursprüngliche Hervorhebung und Großschreibung])
Stephen A. Kent weiter: Es überrascht nicht, dass eine von Bergs Töchtern – Deborah – ihren Vater beschuldigte, sie belästigen zu wollen (Davis with Davis, 1984, S. 9–10, 14, 58) und schließlich enthüllte, dass es ihm tatsächlich gelungen war (Shukan Bunshun , 1992, S. 3–6).
Eine andere Tochter – Faithy – die ihrem Vater bis nach seinem Tod in treuer Gefolgschaft blieb, implizierte in einer Veröffentlichung von Children of God (mit dem Untertitel »Faithys Reaktion auf Sex in der Kindheit«), dass es ihm gelungen sei, sie als Kind sexuell zu berühren: »Ich mag das! Es erinnerte mich daran, wie du [ihr Vater] mich immer eingeschläfert hast, als ich ein kleines Mädchen war, 3 oder 4. Daddy hat es am besten gemacht! (…) Die anderen, unsere verschiedenen Babysitter, haben dir nur den Rücken gerieben und es fühlte sich nicht einmal gut an, also tat ich so, als würde ich so schnell wie möglich einschlafen, damit sie aufhörten. Es fühlte sich so gut an, als sie aufhörten! Ha! ABER DADDY HAT MICH EINFACH GEMACHT, MICH GANZ GUT ZU FÜHLEN & ich wusste nicht warum, aber es würde mich wirklich mit einem Seufzer einschlafen lassen! PTL [Lobe den Herrn]! Ich glaube nicht, dass es mich [sic] überhaupt pervertiert hat, aber es hat mich definitiv zu Seinem Ruf bekehrt! Ich glaube also, unsere Eltern sollten es versuchen und unseren Kindern helfen, die natürliche Gewohnheit zu bekommen! WIR BETEN, DASS ES FUNKTIONIERT, dann wird Junior [der ein Neffe war] kein Sex-Idiot! Oh! Ich könnte ein Buch schreiben, aber das ist nur ein Blick in meinen Kindheitssex! (Familie der Liebe, 1988, S. 15)«.

Letztlich ist dies ein trauriges Beispiel dafür, wie sich pädokriminelles Verhalten von Eltern beziehungsweise anderen Erwachsenen auf die eigenen Kinder auswirkt, die später mitunter später selbst zu Tätern werden können!
Quellen: [i] Vgl. Stephen A. Kent, University of Alberta, Edmonton: »Religious Justifications for Child Sexual Abuse in Cults and Alternative Religions« in: International Journal of Cultic Studies Vol.3, 2012, 49–74 (https://www.icsahome.com/articles/religious-justifications-for-child-sexual-abuse-in-cults-kent-ijcs-2012)/Zugriff: 03.01.22
[ii] Vgl. Stephen A. Kent, University of Alberta, Edmonton: »Religious Justifications for Child Sexual Abuse in Cults and Alternative Religions« in: International Journal of Cultic Studies Vol.3, 2012, 49–74 (https://www.icsahome.com/articles/religious-justifications-for-child-sexual-abuse-in-cults-kent-ijcs-2012)/Zugriff: 03.01.22
Zuerst erschienen auf dem Blog von GuidoGrandt.de.

























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