Vera Wagner: Fast Food macht krank! — Laut UNICEF waren 2025 weltweit erstmals mehr Kinder über­ge­wichtig als untergewichtig

Im medi­zi­ni­schen Fach­journal „The Lancet“ wurde vor kurzem eine Serie von Studien publi­ziert, die die gesund­heit­lichen Risiken und die Rolle der Industrie bei der Ver­breitung solcher Pro­dukte detail­liert auf­ar­beiten. Das Fazit der UNICEF: Maxi­maler Profit für Big Food, maxi­maler Schaden für die Gesundheit der Kinder in aller Welt. Erschre­ckend: Weltweit litten in diesem Jahr mehr Kinder unter Über­ge­wicht als Unter­ge­wicht – und waren dennoch mangelernährt.

Wie werden Mittel, die uns am Leben erhalten sollen, heute her­ge­stellt? Mit einer ordent­lichen Portion Chemie. Nie war unser Essen gif­tiger als heute, und es wird immer gif­tiger. Die meisten ver­ar­bei­teten Pro­dukte, die in den Super­markt­re­galen liegen, ent­halten unzählige Sub­stanzen, von denen nur ein geringer Teil per Gesetz als Zusatz­stoffe gekenn­zeichnet werden muss. Außerdem unzählige Aro­ma­stoffe und Geschmacks­ver­stärker wie Glutamat, aus gen­tech­nisch ver­än­derten Schim­mel­pilzen her­ge­stellte Zitro­nen­säure als Kon­ser­vie­rungs­stoff, aus Säge­spänen her­ge­stelltes Erdbeer-Aroma und und und…

In vielen Indus­trie­ländern stammen inzwi­schen über 50 Prozent der täg­lichen Kalorien aus ultra-hoch­ver­ar­bei­teten Lebens­mitteln (UPFs = Ultra-pro­cessed Food). Soft­drinks voller Zucker, Burger, Pommes, Pizza voller raf­fi­niertem Salz, bil­ligem Fett und toxi­schen Zusätzen, fördern Über­ge­wicht, weil sie viele dicht gepackte Kalorien haben und ständig Appetit auf mehr machen. Gleich­zeitig begüns­tigen diese Pro­dukte Man­gel­er­nährung, weil sie kaum mehr echte Nähr­stoffe wie Vit­amine und Mine­ral­stoffe liefern, und weil immer mehr Kinder zu diesen Pro­dukten mit ihren starken syn­the­ti­schen Aromen statt zu natur­be­las­senen LEBENS­mitteln greifen. Die Folge: chro­nische Wachs­tums­stö­rungen, Depression, Hyper­ak­ti­vität, man­gelnde Lern- und Leis­tungs­fä­higkeit. Laut UNICEF drohen Staaten Mil­li­ar­den­kosten durch chro­nische Krank­heiten, Pro­duk­ti­vi­täts­ver­luste und Gesundheitsausgaben.

Wird sich durch diese Analyse irgend­etwas ändern? Ich fürchte nein. Schon lange schlagen Ernäh­rungs­wis­sen­schaftler Alarm: Ultra­hoch­ver­ar­beitete Nah­rungs­mittel – von Lebens­mitteln kann man hier nicht sprechen, eher von Tötungs­mitteln – machen krank und bringen viele Men­schen ins Grab. Schon als ich 2020 das Buch „Iss richtig oder stirb“ schrieb, war ich der Meinung, dass Big Food Big Pharma in die Hände spielt mit der soge­nannten „modernen Ernährung“ – die aktuelle UNICEF-Analyse bestätigt meine Ein­schätzung. Es geht schon lange nicht mehr um das Wohl­ergehen der Ver­braucher, sondern darum, durch die Kon­trolle der Nah­rungs­mittel die Welt­herr­schaft über diese zu erlangen. Weg von der tra­di­tio­nellen Ernährung mit natur­be­las­senen echten Lebens­mitteln, hin zur ultra­ver­ar­bei­teten „Welt­ein­heits­er­nährung der Kon­zerne“. „Wenn es um Lebens­mittel geht, hat die Demo­kratie Pause.“, schreibt Ulrich Grimm in seinem Buch „Food War“. Und der Medi­ziner Rüdiger Dahlke sagte in einem Interview, keine Industrie agiere so „unter der Gür­tel­linie“ wie die Ernäh­rungs­in­dustrie. Die Agenda wird wei­ter­ver­folgt, ohne Rück­sicht auf das gesund­heit­liche Wohl der Bevöl­kerung. Mit mor­dernen Gen­tech­nik­ver­fahren ver­än­derte Lebens­mittel sollen in der EU künftig ohne spe­zielle Kenn­zeichnung im Super­markt ver­kauft werden können.

Seit Jahr­zehnten tischt man uns Ernäh­rungs­lügen auf vom bösen Früh­stücksei, der gesunden Milch, dem gesunden Soja oder Rapsöl, und man wollte uns die Butter vom Brot nehmen. Eine Freundin, deren Mutter in einem Dorf an der tür­ki­schen Ägäis auf­wuchs, erzählte mir, dass auch dort vor Jahr­zehnten plötzlich Mar­garine ganz modern wurde. Der Händler, der auf dem Markt jede Woche seine Butter ange­boten hatte, tauchte eines Tages nicht mehr auf. Einige Dorf­be­wohner machten sich auf den Weg zu ihm und fragten, warum er nicht mehr zum Markt komme. Er sagte, er habe hohen Besuch bekommen von „Männern in schwarzen Anzügen“. Seitdem wage er nicht mehr, seine Butter auf dem Markt feil­zu­bieten. So läuft Lob­by­ismus in der Nah­rungs­mit­tel­branche, seit Jahr­zehnten schon und auf der ganzen Welt.

Man hat uns Angst gemacht vor Salz, das einst so kostbar war, dass es mit Gold auf­ge­wogen wurde. Man hat uns ver­schwiegen, dass nur das raf­fi­nierte, che­misch auf­be­reitete Kochsalz (Natri­um­chlorid) – aller wei­teren wert­vollen Sub­stanzen beraubt, die extra­hiert und gewinn­bringend an die Industrie ver­kauft werden, dafür voller che­mi­scher Zusätze – unserer Gesundheit schadet, dass Gesundheit jedoch ohne natur­be­las­senes, reines Salz nicht möglich ist. In unzäh­ligen wis­sen­schaft­lichen Ver­suchen wurde nach­ge­wiesen, dass raf­fi­niertes Kochsalz toxisch ist. In seinem Buch „EM-Salz“ schrieb der Wis­sen­schaftler Teruo Higa bereits vor 25 Jahren, dass die Salz­re­striktion „die Japaner zu Wasch­lappen gemacht hat“: „In Japan wurde 1971 per Gesetz die Her­stellung von natür­lichem Meersalz in Salz­feldern ein­ge­stellt und durch ein völlig neues che­mi­sches Ver­fahren der Salz­her­stellung ersetzt, das Elek­tro­ly­se­ver­fahren mittels Ionen­aus­tauschmembran. Dahinter stand zunächst die Absicht, das bis­herige kost­spielige Ver­fahren der Salz­pro­duktion durch ein kos­ten­güns­ti­geres zu ersetzen. Gleich­zeitig mit der Ein­führung von raf­fi­niertem Kochsalz kam die Bewegung zur Salz­re­striktion in Gang – mit unab­seh­baren Folgen für die Gesundheit der japa­ni­schen Bevöl­kerung, die sozu­sagen einem gigan­ti­schen phy­sio­lo­gi­schen Expe­riment aus­ge­setzt wurde.“

Welche Bedeutung das Salz – in diesem Fall das Meersalz – tat­sächlich hat und welche Krank­heiten damit behandelt werden können, beschreibe ich in meinem neu­esten Buch „Trink Meer – Gesund wie eine Delfin mit Meer­wasser und Sau­er­stoff“.

Liebe Lese­rinnen und Leser, die UNICEF-Analyse zeigt, dass Big Food Kinder weltweit krank macht. Lassen Sie sich bitte weder die Butter vom Brot nehmen, noch gutes, natur­be­lassene Salz madig machen, denn Sie wissen: Was hinter den Kulissen von Big Food läuft, ist eine Riesensauerei!

Quellen:

Wagner, Vera, „Iss richtig oder stirb“, Amadeus-Verlag 2020.

Higa, Teruo. EM-Salz.Goldmann Arkana 2. Auflage 2004.

 

Arti­kelbild: https://pixabay.com/photos/fast-food-hamburger-fries-7158255/

www.weihrauchplus.de

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