Im medizinischen Fachjournal „The Lancet“ wurde vor kurzem eine Serie von Studien publiziert, die die gesundheitlichen Risiken und die Rolle der Industrie bei der Verbreitung solcher Produkte detailliert aufarbeiten. Das Fazit der UNICEF: Maximaler Profit für Big Food, maximaler Schaden für die Gesundheit der Kinder in aller Welt. Erschreckend: Weltweit litten in diesem Jahr mehr Kinder unter Übergewicht als Untergewicht – und waren dennoch mangelernährt.

In vielen Industrieländern stammen inzwischen über 50 Prozent der täglichen Kalorien aus ultra-hochverarbeiteten Lebensmitteln (UPFs = Ultra-processed Food). Softdrinks voller Zucker, Burger, Pommes, Pizza voller raffiniertem Salz, billigem Fett und toxischen Zusätzen, fördern Übergewicht, weil sie viele dicht gepackte Kalorien haben und ständig Appetit auf mehr machen. Gleichzeitig begünstigen diese Produkte Mangelernährung, weil sie kaum mehr echte Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe liefern, und weil immer mehr Kinder zu diesen Produkten mit ihren starken synthetischen Aromen statt zu naturbelassenen LEBENSmitteln greifen. Die Folge: chronische Wachstumsstörungen, Depression, Hyperaktivität, mangelnde Lern- und Leistungsfähigkeit. Laut UNICEF drohen Staaten Milliardenkosten durch chronische Krankheiten, Produktivitätsverluste und Gesundheitsausgaben.
Wird sich durch diese Analyse irgendetwas ändern? Ich fürchte nein. Schon lange schlagen Ernährungswissenschaftler Alarm: Ultrahochverarbeitete Nahrungsmittel – von Lebensmitteln kann man hier nicht sprechen, eher von Tötungsmitteln – machen krank und bringen viele Menschen ins Grab. Schon als ich 2020 das Buch „Iss richtig oder stirb“ schrieb, war ich der Meinung, dass Big Food Big Pharma in die Hände spielt mit der sogenannten „modernen Ernährung“ – die aktuelle UNICEF-Analyse bestätigt meine Einschätzung. Es geht schon lange nicht mehr um das Wohlergehen der Verbraucher, sondern darum, durch die Kontrolle der Nahrungsmittel die Weltherrschaft über diese zu erlangen. Weg von der traditionellen Ernährung mit naturbelassenen echten Lebensmitteln, hin zur ultraverarbeiteten „Welteinheitsernährung der Konzerne“. „Wenn es um Lebensmittel geht, hat die Demokratie Pause.“, schreibt Ulrich Grimm in seinem Buch „Food War“. Und der Mediziner Rüdiger Dahlke sagte in einem Interview, keine Industrie agiere so „unter der Gürtellinie“ wie die Ernährungsindustrie. Die Agenda wird weiterverfolgt, ohne Rücksicht auf das gesundheitliche Wohl der Bevölkerung. Mit mordernen Gentechnikverfahren veränderte Lebensmittel sollen in der EU künftig ohne spezielle Kennzeichnung im Supermarkt verkauft werden können.
Seit Jahrzehnten tischt man uns Ernährungslügen auf vom bösen Frühstücksei, der gesunden Milch, dem gesunden Soja oder Rapsöl, und man wollte uns die Butter vom Brot nehmen. Eine Freundin, deren Mutter in einem Dorf an der türkischen Ägäis aufwuchs, erzählte mir, dass auch dort vor Jahrzehnten plötzlich Margarine ganz modern wurde. Der Händler, der auf dem Markt jede Woche seine Butter angeboten hatte, tauchte eines Tages nicht mehr auf. Einige Dorfbewohner machten sich auf den Weg zu ihm und fragten, warum er nicht mehr zum Markt komme. Er sagte, er habe hohen Besuch bekommen von „Männern in schwarzen Anzügen“. Seitdem wage er nicht mehr, seine Butter auf dem Markt feilzubieten. So läuft Lobbyismus in der Nahrungsmittelbranche, seit Jahrzehnten schon und auf der ganzen Welt.

Welche Bedeutung das Salz – in diesem Fall das Meersalz – tatsächlich hat und welche Krankheiten damit behandelt werden können, beschreibe ich in meinem neuesten Buch „Trink Meer – Gesund wie eine Delfin mit Meerwasser und Sauerstoff“.
Liebe Leserinnen und Leser, die UNICEF-Analyse zeigt, dass Big Food Kinder weltweit krank macht. Lassen Sie sich bitte weder die Butter vom Brot nehmen, noch gutes, naturbelassene Salz madig machen, denn Sie wissen: Was hinter den Kulissen von Big Food läuft, ist eine Riesensauerei!
Quellen:
Wagner, Vera, „Iss richtig oder stirb“, Amadeus-Verlag 2020.
Higa, Teruo. EM-Salz.Goldmann Arkana 2. Auflage 2004.
Artikelbild: https://pixabay.com/photos/fast-food-hamburger-fries-7158255/

























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