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Wegen Bärbel Bas: Lachen über Poli­tiker soll in Zukunft strafbar sein

Für Spaß und Scherze hielten sie, was eigentlich Hass und Hetze ist: Die ver­kom­menen, groß­ka­pi­ta­lis­ti­schen Arbeit­geber haben es tat­sächlich getan. Unsere ver­diente Arbeits­mi­nis­terin Bärbel Bas, zen­trale Figur der SPD, erst ein­ge­laden und dann aus­ge­lacht. Höchste Zeit, dass hier etwas zum Schutz „Unserer Demo­kratie“ geschieht. (von David Berger)

Zurecht Empörung in ganz Deutschland, wo man bisher davon aus­ge­gangen war, dass uns das Lachen doch längst ver­gangen sein müsste. Immer nur empören ist aber nicht genug in einem Land, in dem inzwi­schen die Rechten so pro­vo­zieren, dass den anti­fa­schis­ti­schen Schutz­wall­freunden nichts mehr anderes übrig bleibt, als Poli­zisten dienst­un­fähig zu prügeln. Gießen hat das ja anschaulich gezeigt.

„Wir lassen nichts liegen. Wir ver­schweigen nicht, wo gehandelt werden muss. Tat­säch­liche Pro­bleme gehen wir an!“ – so Bun­des­prä­sident Stein­meier in seiner epo­chalen Rede zum 9. November vor einigen Wochen. Aber was ist nun ange­sichts des skan­da­lösen Ver­haltens der Arbeit­geber zu tun? Dass wir ihnen mit Bärbel Bas den Krieg erklärt haben, ist schon mal ein guter Anfang. Aber reicht das wirklich aus?

Den Kampf gegen Majes­täts­be­lei­digung ausweiten!

Nein, reicht es nicht. Hier muss auch rechtlich vor­ge­beugt werden, damit das Aus­lachen der Poli­tiker nicht zu einer neuen Waffe wird, mit der man diese schadlos kri­ti­sieren kann. Fest­steht schon einmal, dass das „Aus­lachen einer Minis­terin gar nicht geht“. Zumal das Lachen oft die letzte Rück­zugs­sphäre der Macht­losen gegen die Mäch­tigen ist, die sich dann gerne mit der Warnung gebrüstet haben: „Das Lachen wird euch auch noch vergehen“.

Aber was heißt das konkret?

Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt: Die von der deut­schen Gesetz­gebung frü­herer Zeiten inspi­rierte Neu­fassung des § 188 StGB, der „gegen Per­sonen des poli­ti­schen Lebens gerichtete Belei­digung“ besonders hart bestraft, hat sich mehr als bewährt. Tau­sende Übel­täter konnten bereits über­führt und zu hohen Geld- und Haft­strafen ver­ur­teilt werden: Bestrafe Tau­sende und erziehe Millionen!

Erwei­terung des § 188 StBG

Nach dem Geschehen der letzten Tage besteht aber erneut Hand­lungs­bedarf bei unserer Legis­lative. Von dem ver­dienten Gert Wöllmann, seines Zei­chens Lan­des­vor­stand der FDP Hamburg, kommt daher nun der Vor­schlag, den § 188 um einen Absatz zu erweitern, der der neuen Gefah­ren­si­tuation für unsere Poli­tiker gerecht wird:

§ 188a StGB – Gegen Per­sonen des poli­ti­schen Lebens gerich­tetes Lachen

(1) Wird gegen eine im poli­ti­schen Leben des Volkes ste­hende Person öffentlich, in einer Ver­sammlung oder durch Ver­breiten eines Inhalts ein Lachen aus Beweg­gründen begangen, die mit der Stellung des Belei­digten im öffent­lichen Leben zusam­men­hängen, und ist die Tat geeignet, sein öffent­liches Wirken erheblich zu erschweren, so ist die Strafe Frei­heits­strafe bis zu drei Jahren oder Geld­strafe. Das poli­tische Leben des Volkes reicht bis hin zur kom­mu­nalen Ebene.

Quelle: X.

Der Jurist Stephan Altenburg hat den Vor­schlag noch um zwei Absätze erweitert:

 (2) Wer die Bun­des­mi­nis­terin für Arbeit und Soziales nicht jederzeit mit bedin­gungs­loser Demut und unter­wür­figem Respekt behandelt, wird mit Frei­heits­strafe nicht unter einem Jahr bestraft. 

(3) Absatz 2 gilt auch dann, wenn die Bun­des­mi­nis­terin für Arbeit und Soziales abso­luten Blödsinn stammelt.“

Quelle: X.

Mehr Geld für Meldestellen!

So wichtig diese Ergänzung des Gesetzes ist, darf man nicht ver­gessen, dass Übel­täter nicht immer so leicht dingfest zu machen sind, wie bei dem Lachen über Bärbel Bas in der von Schein­werfern beleuch­teten Öffent­lichkeit. Immer öfter wird über Poli­tiker auch im Kreise der Familie, in Büros usw. gelacht.

Um hier regime­kri­tische Kri­mi­nelle dingfest zu machen, haben sich schon länger die Mel­de­stellen bewährt. Durch den ver­stärkten Arbeits­aufwand müssen diese freilich zusätz­liche Gelder von unserer Regierung bekommen. Aber das ist das, worum wir uns derzeit am wenigsten Sorgen machen müssen. Auch hier ist unsere Regierung gut „anti­fa­schis­tisch“ gewillt.

Kurzum: Das Lachen wird uns auch noch vergehen!

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Der Artikel erschien zuerst auf dem Blog philosophia-perennis.com.

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