Foto: Bildschirmfoto von Demo auf YouTube

Xavier Naidoo: „In Deutschland ist der Abgrund genauso tief”

Unter dem Motto „Trans­parenz, Rechts­staat und Schutz von Min­der­jäh­rigen – Auf­klärung im Kontext mög­licher deut­scher Bezüge im inter­na­tio­nalen Epstein-Komplex“ ver­sam­melten sich heute einige tausend Men­schen an der Ber­liner Sie­ges­säule. Stargast war der Soul- und R&B‑Star Xavier Naidoo. (von David Berger)

Einige Minuten nach dem offi­zi­ellen Start der Kund­gebung um 14 Uhr betritt Xavier Naidoo die Bühne. Auf­ge­rufen hat er zusammen mit anderen Orga­ni­sa­tionen zu einer Kin­der­schutzdemo. Anlass dazu der Epstein-Skandal, der auf scho­ckie­rende Weise gezeigt hat, dass Naidoo – der für seine War­nungen von den gleich­ge­schal­teten Medien bis heute als „Spinner“ und „Ver­schwö­rungs­theo­re­tiker“ beschimpft wird – mit seinen Sorgen und Ver­mu­tungen rund um ritu­ellen Kin­des­miss­brauch Rea­li­täten benannt hat, die einfach viele nicht wahr­haben wollten. Was den Tätern natürlich in die Hände spielt.

Mit 8 Jahren sexuell missbraucht

Auf beein­dru­ckende Weise berichtet er von seinem eigenen Miss­brauch mit 8 Jahren in Süd­afrika durch den Gärtner seiner Tante, der ihn innerhalb einer halben Stunde „zu einem anderen hat werden lassen.“ Zu einem, der „anders auf das Leben und die Welt schaut“. Und der dadurch eine besondere Sen­si­bi­lität für das Thema hat. So als er, noch bevor der Dutroux-Skandal Belgien erschüt­terte, durch Char­lerois fuhr und dabei ein selt­sames Gefühlt hatte, dass dort etwas ganz und gar nicht stimmt.

Eine Sendung der ARD über ritu­ellen Miss­brauch zu Beginn des Jahr­tau­sends weckte dann die Ver­mutung, dass sich das, was wir aus Belgien und anders­woher erfahren, auch bei uns abspielt – genau zu jener Zeit real, in der wir genau darüber nachdenken.

Naidoos Sorge war so groß, dass er damit an die Öffent­lichkeit ging. Was ihm nicht nur einen Kar­rie­re­knick ver­ur­sachte, sondern ihn auch zur Zufluchts­adresse für viele Opfer machte, die ihm ihr Ver­trauen schenkten. Aus dieser Per­spektive heraus muss man es ernst nehmen, dass er auf der Bühne auch wissen ließ, dass der Epstein-Skandal nicht aus­schließlich irgend­welche weit ent­fernten Länder betrifft. Ganz im Gegenteil, der „Abgrund in Deutschland ist genauso tief“.

Rechts­extreme und Reichsbürger?

Umso erstaun­licher sei es, dass die großen Medien in Deutschland wei­terhin bemüht seien, die Auf­klärer in Sachen Kin­der­schutz zu dis­kre­di­tieren, statt den deut­schen Ver­flech­tungen in die Epstein-Netz­werke nach­zu­gehen. So habe die Deutsche Bank alleine für Epstein 40 Konten geführt.

Als wolle man die Kritik Naidoos unter­füttern erschien, noch während er auf der Bühne stand, im linken „Tages­spiegel“ ein Artikel, der die Kund­gebung als Demo ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­scher und rechts­extremer Gruppen dif­fa­mierte. Um dann abschließend anzu­merken: „Seine Fans zeigten sich größ­ten­teils völlig unbe­ein­druckt von anti­se­mi­ti­schen und Reichs­bürger-Aus­sagen des Soul-Sängers in der Vergangenheit.“

Ich war zusammen mit einem Kol­legen per­sönlich dort und wir haben das Publikum eben­falls auf­merksam beob­achtet: Weder rechts­extreme noch anti­se­mi­tische Plakate oder Aus­sagen waren dort zu sehen oder zu hören, noch Reichs­bürger in irgend­einer Form bemerkbar. Aber wo eine Deutsch­land­fahne schon als Zeichen für aggres­siven Rechts­extre­mismus gilt, sieht man am Ende natürlich nur noch „Nazis“, wenn man diese für seinen ver­mutlich schon vor­ge­schrie­benen Artikel braucht. Schließlich lief die Ver­an­staltung noch auf Hoch­touren als der Artikel beim „Tages­spiegel“ bereits frei­ge­schaltet war.

Jour­na­listen für Pädo-Rechte

Dass man so – obwohl man es spä­testens nach dem Epstein-Skandal besser wissen könnte – wei­terhin Täter­schutz betreibt, scheint die „Tagesspiegel“-Kollegen nicht zu beeindrucken.

Schließlich gehört der „Tages­spiegel“ zur selben Medi­en­holding wie die „Zeit“. Dort ver­öf­fent­lichte der damalige Feuil­le­tonchef Rudolf Walter Leon­hardt eine Arti­kel­serie, in der er für die Ent­kri­mi­na­li­sierung sexu­eller Kon­takte zwi­schen Erwach­senen und Kindern plä­dierte – der Schaden für Kinder inter­es­sierte ihn dabei so gut wie gar nicht …

Aber auch dafür hat Naidoo die rich­tigen Worte gefunden, als er nach einer seiner kurzen Mode­ra­ti­ons­an­sprachen seinen Hit „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg ist steinig und schwer“ sang.

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Der Artikel erschien zuerst bei philosophia-perennis.com.

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