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Kunst­scho­kolade aus dem Kakao­butter-Reaktor im Labor gezüchtet

  1. Man nehme eine oder zwei Kakaobohnen;
  2. Extra­hiere lebende Zellen und bringe sie in ein nähr­stoff­reiches Umfeld aus Wasser, Zucker, Vit­aminen, Mine­ralien und Hormonen;
  3. Opti­miere die Wachs­tums­be­din­gungen, so dass rund ums Jahr Zell­teilung und ‑wachstum möglich ist, ein sich selbst-erhal­tender Zyklus;
  4. Die Zellen pro­du­zieren Bio­masse voller Tri­gly­ceride, an die die Fett­säuren gebunden sind, die Kakao­butter aus­machen (sollen);
  5. Durch kon­trol­liertes „bio-iden­ti­sches“ Zell­wachstum soll in Laboren Kakao­butter gezüchtet werden, deren Profil „echter“ Kakao­butter in der Zusam­men­setzung der Fett­säuren, Textur, Biss und Schmelz­punkt entspricht.
  6. Ist genügend Bio­masse vor­handen, 2 Kakao­bohnen sollen aus­reichen, um 10 Tonnen Kakao­butter her­zu­stellen, wird die Bio­masse geerntet, pro­zes­siert, um Nah­rungs­mit­tel­stan­dards zu erreichen und vor allem: gereinigt.

Klingt wie aus einem schlechten Science Fiction Film?
Ist Realität:

Cel­leste Bio ist eines von meh­reren Startups in Israel und der Schweiz, die sich mit der Züchtung von „Kunst-Kakao-Butter“ beschäftigen.

Das Besondere an Cel­leste Bio: Das Unter­nehmen wird u.a. von Mondelez finan­ziert. Mondelez hat sich an zwei „seeding-rounds“ beteiligt, mit denen Cel­leste Bio rund 60 Mil­lionen USD zusam­men­ge­worben hat, um die eigene Tätigkeit zu finan­zieren. Mondelez ist an beiden Runden mit einer Summe, über die sich beide Seiten aus­schweigen, beteiligt.

Mondelez ist nicht irgendein Unternehmen.

Mondelez gehört zu Kraft Foods, hat einen Jah­res­umsatz von zuletzt: 38,537 Mil­li­arden USD, einen Profit in Höhe von 2,45 Mil­li­arden USD, rund 91.000 Ange­stellte und ver­treibt Marken wie Cadbury’s, Milka, Toblerone, Daim, Marabou, belVita usw. und hat einen Markt­anteil von rund 9% des Scho­ko­laden-Welt­marktes. Das ist Platz drei hinter Mars und Ferrero, gemeinsam mit Nestlé/Hershey’s.

Stellen Sie sich also darauf ein, dass ihre Scho­kolade in abseh­barer Zeit aus dem Labor kommt, schon weil der Preis für Kakao­bohnen in den letzten Jahren Sprünge gemacht hat, die – wie es in den mafiösen Zeiten, in denen wir leben, so üblich ist, auf „Kli­ma­wandel“ geschoben werden (Sie haben es geahnt, oder?), Preis­sprünge von im Jah­res­durch­schnitt 2.426 USD/Tonne (2021), über 2.369 USD/Tonne (2022), 3.258 USD/Tonne (2023) auf 7.391 USD/Tonne (2024) und 7.788 USD/Tonne (2025).

Alles wegen Klimawandel?
Quatsch.

Es hat viel geregnet im Jahre 2023, was Pilz­krank­heiten befördert hat (man darf ja nicht mehr mit Fun­gi­ziden han­tieren). Viel Regen ist Kli­ma­wandel, ver­steht sich. Indes, vor allem in Ghana ist das Kakao-Schwel­lungs­stamm-Virus schon vor dem Regen weit ver­breitet gewesen und hat 2024 rund 81% der Ernte zer­stört. Von ille­galem Bergbau ver­gif­tetes Grund­wasser trägt seinen Teil zu Erkran­kungen bei Kakao­bäumen bei. Die Pro­bleme werden dadurch ver­schärft, dass viele Kakao­bäume ein Alter erreicht haben, in dem sie eigentlich ersetzt werden müssten, was sie aber nicht werden, weil die meisten Kakao­bauern Klein­bauern sind, die nicht über das not­wendige Kapital ver­fügen, und weil sie nicht über das not­wendige Kapital ver­fügen, bleiben not­wendige Inves­ti­tionen aus und Ernten fallen, mangels Kapital, das ein­ge­setzt werden könnte, um Kakao­bäume vor Schäd­lingen zu schützen und in ihrem Wachstum zu unter­stützen, gering aus.

Fair Trade.

Es ist kein Wunder, dass Scho­ko­la­den­un­ter­nehmen nach Alter­na­tiven von vor­her­sehbar geringer wer­denden Kakao­ernten suchen, indes die Idee, man könne Kakao­butter einfach im Labor „züchten“, hat etwas Unap­pe­tit­liches an sich, nicht nur deshalb, weil der Prozess, der in einem „Bio-Reaktor“ (deshalb die Über­schrift) durch­ge­führt wird, nicht weiter von dem, was man als „natür­liche Anbau­me­thode“ beschreiben kann, ent­fernt sein könnte, sondern vor allem wegen dem, was zuge­setzt wird, um das Wachstum im Bio-Reaktor zu kon­trol­lieren: HORMONE (der ein oder andere mag schon in der Ein­leitung daran hän­gen­ge­blieben sein).

Wir reden bei Hor­monen im Wesent­lichen von

  • Auxinen:
    • 2,4‑dichlorphenoxyacetylsäure
    • 1‑napthaleneacetylsäure
  • Cyto­ki­ninen
    • 6‑benzylaminopurin

Im Wesent­lichen… d.h. es gibt noch andere…

Aber, die hier zusam­men­ge­stellten, das sind die HORMONE, die am häu­figsten zum Einsatz kommen, wenn aus Zell­kul­turen Kakao­butter her­ge­stellt werden soll. Und wie so viele HORMONE, so haben auch die genannten NEBEN­WIR­KUNGEN, zum Teil erheb­liche, wobei sich die unter­schied­lichen Stoffe darüber einig sind, dass sie bei zu hoher Kon­zen­tration zu Erbrechen und Übelkeit führen, Leber und Niere schä­digen, Kopf­schmerzen und Wahr­neh­mungs­stö­rungen aus­lösen und alles, was mit Repro­duktion zu tun hat, schä­digen … können.

Zu den kleinen Neben­wir­kungen, die anfallen können, wenn genug „Hormone“ ange­futtert wurden:

Bonfim, Daniel José Pimentel, Letícia Rocha Magalhães, Pedro Hen­rique Nahas Chagas, Fer­nanda de Maria Serra, Liliane Apa­recida Tanus Benatti, and Gisele Albor­ghetti Nai (2020). Hepatic, renal, and pan­creatic damage asso­ciated with chronic exposure to oral and inhaled 2, 4‑dichlorophenoxy acetic acid (2, 4‑d): an envi­ron­mental exposure model in rats. Com­pa­rative Cli­nical Pathology 29(5): 1001–1010.

Demissie, Zekewos, Amsalu Bekele, and Abate BaneM (2022). A case of severe 2, 4‑dichlorophenoxyacetic acid poi­soning causing dia­gnostic and tre­atment chal­lenges. Inter­na­tional medical case reports journal: 389–392.

Madesh, S., Sanjai Gopi, Avra Sau, Raja­krishnan Rajagopal, S. Kar­thick Raja Nama­si­vayam, and Jesu Aro­ckiaraj (2024). Che­mical con­ta­mi­nants and envi­ron­mental stressors induced tera­to­genic effect in aquatic ecosystem–A com­pre­hensive review. Toxi­cology reports 13: 101819.

Martins, Rafael Xavier, Matheus Car­valho, Maria Eduarda Maia, Bruno Flor, Tere­zinha Souza, Thiago Lopes Rocha, Luís M. Félix, and Davi Farias (2024). 2, 4‑D Her­bicide-induced hepa­to­to­xicity: unveiling dis­rupted liver func­tions and asso­ciated bio­markers. Toxics 12(1): 35.

Martins, Rafael Xavier, Leo­nardo Vieira, Juliana Alves Costa Ribeiro Souza, Marília Guia Flor Silva, Marta Silva Muniz, Tere­zinha Souza, Fer­nando Ramos Queiroga, Mônica Rodrigues Fer­reira Machado, Patricia Mirella da Silva, and Davi Farias (2021). Exposure to 2, 4‑D her­bicide induces hepa­to­to­xicity in zebrafish larvae. Com­pa­rative Bio­che­mistry and Phy­siology Part C: Toxi­cology & Phar­ma­cology 248: 109110.

Rana­singhe, Ranmali, Michael Mathai, and Anthony Zulli (2023). Cyto­pro­tective remedies for ame­lio­rating neph­ro­to­xicity induced by renal oxi­dative stress. Life Sci­ences 318: 121466.

Shafeeq, Sehrish, and Tabassum Mahboob (2021). 2, 4‑Dichlorophenoxyacetic acid induced hepatic and renal toxi­co­lo­gical per­tur­ba­tions in rat model: Atte­nuation by selenium sup­ple­men­tation. Toxi­cology and Indus­trial Health 37(3): 152–163.

Tiwari, Arun (2017). Case report‑a rare sur­vival of 2, 4‑D (ethyl ester) inges­tions. Inter­na­tional Journal of Research in Medical Sci­ences.

Wang, Xiaoxia, and Weidong Hao (2023). Repro­ductive and deve­lo­p­mental toxicity of plant growth regu­lators in humans and animals. Pesticide Bio­che­mistry and Phy­siology 196: 105640.

Können.
Sie wissen schon.

Sie können anfallen – aber natürlich werden die Kon­zerne, die schließlich mit im Labor gezüch­teter Scho­kolade ihre Milka oder Cadbury’s Riegel bestücken, dafür Sorge tragen, dass keine schäd­lichen Rück­stände aus dem Pro­duk­ti­ons­prozess in ihrer Labor-Kakao­butter zurück­bleiben, bes­ten­falls so wenige, dass sie weit unter einem – natürlich von der European Food Safety Aut­hority oder anderen Kon­zern­schergen bestimmten: Grenzwert ver­bleibt. Dass die ver­wen­deten Hormone die Ange­wohnheit haben, sich im Auf­nah­me­or­ga­nismus anzu­rei­chern, soll uns an dieser Stelle nicht weiter stören, denn, die Aus­gangs­ver­un­rei­nigung in der im Labor gezüch­teten Kakao­butter ist „insi­gni­fikant“, so wie die DNA-Junk, die in COVID-19 Spritz­brühen nach deren Pro­duktion zurück­ge­blieben ist, „insi­gni­fikant“ (für Gewinn und Medi­en­auf­merk­samkeit, nicht für Betroffene) war.

Wir sollen Insekten essen.
Fleisch wird im Labor gezüchtet.
Bovaer wird Kühen ver­ab­reicht, damit Men­schen 3‑NOP (3‑nitrooxypropanol) auf­nehmen und daran erkranken können.
Super­markt-Nahrung ist voller Pflan­zenöle, um eine dau­er­hafte Ent­zündung bei denen, die das Zeug essen, herzustellen.
Ozempic einen GLP‑1 [Glu­cagon-like peptide‑1] receptor agonist – ein Hormon – spritzen, wenn wir zu fett geworden sind.

Haben Sie das Gefühl, zur Labor-Ratte in einem Freiluft-Expe­riment redu­ziert worden zu sein…?

All­gemein zur Labor­zucht von Kakaobutter:

Eibl, Regine, Philipp Meier, Irène Stutz, David Schild­berger, Tilo Hühn, and Dieter Eibl (2018). Plant cell culture tech­nology in the cos­metics and food indus­tries: current state and future trends. Applied micro­biology and bio­tech­nology 102(20): 8661–8675.

Der Artikel erschien zuerst hier: ScienceFiles.org

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