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Himm­lische Zecken­ka­nister: Wie doof darf Ver­schwö­rungs­theorie sein?

Niemand hätte geglaubt, dass es Wesen gibt, die mensch­liche Ange­le­gen­heiten ganz genau und inter­es­siert beob­achten …, dass wir genau beob­achtet und stu­diert wurden, etwa so, wie ein Mensch mit einem Mikroskop die win­zigen Geschöpfe stu­diert, die in einem Was­ser­tropfen wimmeln und sich ver­mehren. Mit unend­licher Selbst­zu­frie­denheit gingen die Men­schen über den Erdball hin und her und waren über­zeugt von ihrer Herr­schaft über die Materie. Und doch über dem Abgrund des Raumes hinweg betrach­teten uns über­legene Wesen, kleine, krib­belige, unsym­pa­thische Wesen, mit nei­di­schen Augen und schmie­deten langsam, aber sicher ihre Pläne gegen uns [frei nach HG Wells]:

ANGRIFF DER KIL­LER­ZECKEN [Fort­setzung von Angriff der Killertomaten]!!!

Quelle

Sie fallen in Büchsen vom Himmel. Blech­con­tainer, in denen sich Mil­lionen arg­lis­tiger, bös­ar­tiger, böses pla­nender Zecken zusam­men­ge­rottet haben, um sich nach ihrem Ein­treffen aus dem Himmel, in dem sie frei­ge­setzt wurden (Hölle wäre besser, aber Hölle ist unten, also muss es Himmel sein) über die Nager oder Säu­ge­tier­po­pu­lation her­zu­machen, immer im Dienste ihrer Mission: mensch­liche Fleisch­fresser mit einer All­ergie gegen Galactose-α‑1,3‑Galactose (Alpha-Gal) auszustatten.

Span­nende Sache. Denn Alpha-Gal, so der Kurzname für die­je­nigen, die nicht mehr wissen wollen, ist ein Zucker, kein Protein, mithin der einzige?, einer der wenigen Zucker, auf die das mensch­liche Immun­system all­er­gisch reagiert, in diesem Fall sind es IgE, die Anti­körper gegen Alpha-Gal bilden, die so dau­erhaft sind, dass ab sofort tie­rische Pro­dukte von Rind, Schwein, allem, was Hufe hat und Säu­getier ist, mit dem Damo­kles­schwert einer hef­tigen all­er­gi­schen Reaktion, einer Ana­phy­laxis, oft genug mit dem Ergebnis „Tod durch Ersticken“, ver­sehen sind.

Jeder isst eben auf eigene Gefahr.

Besonders fies am Alpha-Gal-Syndrom: Es setzt erst 3 bis 6 Stunden nach dem Verzehr von rotem Fleisch oder Pro­dukten, die auf rotem Fleisch basieren, z.B. eine Reihe von Medi­ka­menten, die mit Säu­ge­tier­gewebe ver­feinert werden, ein. Wer’s krib­belig mag… drei bis sechs Stunden warten auf Godot.

Indes, Ana­phy­laxis muss nicht am Ende von Alpha-Gal-Syndrom stehen. Ob sie das tut, ist abhängig von einer Reihe von Dingen, dar­unter die Blut­gruppe und die Genetik, wer hätte es gedacht. „Milde“ Fälle ver­bleiben bei Magen-Darm-Ver­stimmung, oder einem Nes­sel­aus­schlag oder einem Angioödem … Nah, nicht mild, eher heftig.

Alpha-Gal, und hier schließt sich der Kreis, wird von Zecken über­tragen und Bill Gates hat mit seiner Stiftung schon einmal „etwas mit Zecken“ gefördert und deshalb lässt Bill Gates in den USA, an Stellen, die kaum ein Jäger findet, Blech­büchsen aus­legen oder abwerfen, in denen sich eine Armee von Zecken auf ihren über­fall­ar­tigen Einsatz vorbereitet.

Das jeden­falls erzählt Alex Jones in der für ihn eigenen sehr red­un­danden und mit wenig bis kei­nerlei Belegen ange­rei­cherten Art:

 

Die Boxen voller Zecken an sich sind sehr flüchtig.
Es gibt sie nur vom Hörensagen:

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Damit haben wir die Beleglage wohl erschöpfend besprochen und können uns den span­nenden Dingen des Lebens zuwenden:

ZECKEN.

Zecken sind inter­es­sante Tiere.

Sie durch­leben vier Stadien im Zuge ihres Lebens, vom Ei über die Larve zur Nymphe zur Zecke und in jedem Stadium benö­tigen Sie einen bestimmten Wirt. Bevor­zugte Wirte für Larven sind Mäuse und andere Nager, die an sich schon ein reiches Reservoir an Patho­genen dar­stellen und quasi auf Larven warten, um dieses Reservoir anzu­zapfen, um z.B. Bor­re­liose (Lyme-Bor­re­liose) zu ver­breiten. Larven nutzen dieses Reservoir aus­giebig, saugen sich voll, um ins nächste Studium über­zu­treten, zur Nymphe zu werden. Nymphen haben 8 Beine und somit zwei mehr als Larven, sind etwas größer und wei­terhin auf Nager und Vögel spe­zia­li­siert, ver­schmähen indes auch den gele­gent­lichen Men­schen nicht als Wirt, um sich mit seinem Blut dick zu saufen. Erst mit dem Status als erwach­sener Parasit wird es für Zecke wichtig, Säu­ge­tiere, Rotwild, Hirsche im Wesent­lichen zu finden, um sich dort nicht nur voll­zu­saugen, sondern zu vermehren.

Ohne Rotwild kaum Ver­mehrung (Rinder, Hunde oder Men­schen sind nur bedingt zur Ver­mehrung geeignet).
Je mehr Hirsche, desto mehr Zecken.

Das sind zwei ein­fache Zusam­men­hänge, die man auch dann finden kann, wenn man ideo­lo­gisch benebelt ist und überall Bill Gates, Super-Bill, quasi, lugen sieht.

Und damit sind wir bei den beiden Beob­ach­tungen, von denen Alex Jones im Video oben min­destens viermal spricht: Das Alpha-Gal-Syndrom findet recht flotte Ver­breitung und Zecken ver­breiten sich auch immer weiter.

Fangen wir mit den Zecken an.

Sie werden häu­figer, weil die Bedin­gungen für Zecken besser werden.

Nachdem Rotwild nicht nur in den USA, aber vor allem in den USA Anfang des 20. Jahr­hun­derts überjagt war und die Bestände im Schwinden waren, haben Schutz­maß­nahmen und Ansied­lungs­maß­nahmen zu einer schnellen Erholung der Bestände geführt.

Das ist schön.

Nicht so schön ist, dass es Hirsche, Rotwild, viele Huf­tiere nicht ohne Zecken gibt.
Je mehr Hirsche, desto mehr Zecken. Vor allem die in den USA für die Ver­breitung von Alpha-Gal-Syndrom ver­ant­wort­liche LoneStar-Zecke gedeiht unter diesen Bedin­gungen her­vor­ragend. In Europa sieht es für Ixodes ricinus, den gemeinen Holzbock nicht schlechter aus. Weil Zecken in feuchten wal­digen Gebieten besonders gut gedeihen, sind auch Auf­fors­tungs­maß­nahmen, wie sie in den USA häufig sind, ein Grund dafür, dass sich Zecken aus­breiten, denn mehr Wald bringt mehr Hirsch… um es einfach aus­zu­drücken. Aber auch die Frag­men­tierung von Wäldern, deren Zer­sä­belung durch Wind­tur­binen oder Infra­struktur oder Wohn­ge­biete fördert die Zecke. Ihre Lieb­lings­wirte, Mäuse für die frühen Stadien, Rotwild für die nächsten, mögen besonders die Wald­rand­ge­biete. Sie bieten ihnen optimale Bedingungen.

Und wo sich Maus und Hirsch wohl­fühlen, da fühlt sich auch Zecke wohl.

Die Über­leitung zur Zunahme von Zecken­ge­bis­senen unter Men­schen und damit der Zunahme von Ence­pha­litis und dem Alpha-Gal-Syndrom und anderen Net­tig­keiten, sie ist nicht das Ergebnis von Boxen „out of space“, die vom Himmel fallen, sondern das Ergebnis von häu­fi­geren Kon­takten zwi­schen Men­schen und Zecken.

Aber nicht nur davon.

Das Alpha-Gal-Syndrom, die All­ergie gegen Galactose-α‑1,3‑Galactose wurde 2007/2008 erstmals in Aus­tralien nach­ge­wiesen. Mit dem Nachweis kam die Dia­gnostik und mit der Dia­gnostik die Fall­zahlen, und es ist irgendwie ein­leuchtend, dass etwas, das man bis vor­gestern nicht kannte und bis gestern nicht nach­weisen konnte, seit es nach­weisbar ist und seit die Tests, die es nach­weisen, immer besser werden, immer häu­figer nach­ge­wiesen wird. Ein Zusam­menhang, der gänzlich ohne Super-Bill auskommt.

Schließlich ist auch die Praxis, Tiere von einem Ort an den anderen zu ver­frachten, um sie dort zu töten und Leuten zum Fraß vor­zu­werfen, eine Methode, Zecken zu verbreiten.

Und siehe da, wir können die Zunahme von Zecken­bissen, von Alpha-Gal und die zuneh­mende Ver­breitung von Zecken einfach so und ganz ohne Bill Gates und Kanister voller Zecken, von denen es keine Auf­nahmen gibt, erklären und – haben Sie es bemerkt – auch ganz ohne Klimawandel …

In den USA gibt es derzeit geschätzt rund 450.000 vom Alpha-Gal-Syndrom Betroffene. In Deutschland gibt es wie üblich keine Daten.

 

Das sind übrigens SELF-MADE Tick­fallen-Kanister, die aus dem Interior von Klo­pa­pier­rollen gemacht und unter Vor­spie­gelung metal­li­scher Beschaf­fenheit ver­breitet werden. Ob sie vom Himmel geworfen werden, ist unbekannt.

Wenn Sie nach­bauen wollen. Die Anleitung zu den Zecken-Kanistern, viel­leicht für Berlin gut geeignet, findet sich beim Wright Road Journal.

Zuerst erschien der Artikel bei ScienceFiles.com.

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