Bildcollage aus freien Pixabaybildern

Himm­lische Zecken­ka­nister: Wie doof darf Ver­schwö­rungs­theorie sein?

Niemand hätte geglaubt, dass es Wesen gibt, die mensch­liche Ange­le­gen­heiten ganz genau und inter­es­siert beob­achten …, dass wir genau beob­achtet und stu­diert wurden, etwa so, wie ein Mensch mit einem Mikroskop die win­zigen Geschöpfe stu­diert, die in einem Was­ser­tropfen wimmeln und sich ver­mehren. Mit unend­licher Selbst­zu­frie­denheit gingen die Men­schen über den Erdball hin und her und waren über­zeugt von ihrer Herr­schaft über die Materie. Und doch über dem Abgrund des Raumes hinweg betrach­teten uns über­legene Wesen, kleine, krib­belige, unsym­pa­thische Wesen, mit nei­di­schen Augen und schmie­deten langsam, aber sicher ihre Pläne gegen uns [frei nach HG Wells]:

ANGRIFF DER KIL­LER­ZECKEN [Fort­setzung von Angriff der Killertomaten]!!!

Quelle

Sie fallen in Büchsen vom Himmel. Blech­con­tainer, in denen sich Mil­lionen arg­lis­tiger, bös­ar­tiger, böses pla­nender Zecken zusam­men­ge­rottet haben, um sich nach ihrem Ein­treffen aus dem Himmel, in dem sie frei­ge­setzt wurden (Hölle wäre besser, aber Hölle ist unten, also muss es Himmel sein) über die Nager oder Säu­ge­tier­po­pu­lation her­zu­machen, immer im Dienste ihrer Mission: mensch­liche Fleisch­fresser mit einer All­ergie gegen Galactose-α‑1,3‑Galactose (Alpha-Gal) auszustatten.

Span­nende Sache. Denn Alpha-Gal, so der Kurzname für die­je­nigen, die nicht mehr wissen wollen, ist ein Zucker, kein Protein, mithin der einzige?, einer der wenigen Zucker, auf die das mensch­liche Immun­system all­er­gisch reagiert, in diesem Fall sind es IgE, die Anti­körper gegen Alpha-Gal bilden, die so dau­erhaft sind, dass ab sofort tie­rische Pro­dukte von Rind, Schwein, allem, was Hufe hat und Säu­getier ist, mit dem Damo­kles­schwert einer hef­tigen all­er­gi­schen Reaktion, einer Ana­phy­laxis, oft genug mit dem Ergebnis „Tod durch Ersticken“, ver­sehen sind.

Jeder isst eben auf eigene Gefahr.

Besonders fies am Alpha-Gal-Syndrom: Es setzt erst 3 bis 6 Stunden nach dem Verzehr von rotem Fleisch oder Pro­dukten, die auf rotem Fleisch basieren, z.B. eine Reihe von Medi­ka­menten, die mit Säu­ge­tier­gewebe ver­feinert werden, ein. Wer’s krib­belig mag… drei bis sechs Stunden warten auf Godot.

Indes, Ana­phy­laxis muss nicht am Ende von Alpha-Gal-Syndrom stehen. Ob sie das tut, ist abhängig von einer Reihe von Dingen, dar­unter die Blut­gruppe und die Genetik, wer hätte es gedacht. „Milde“ Fälle ver­bleiben bei Magen-Darm-Ver­stimmung, oder einem Nes­sel­aus­schlag oder einem Angioödem … Nah, nicht mild, eher heftig.

Alpha-Gal, und hier schließt sich der Kreis, wird von Zecken über­tragen und Bill Gates hat mit seiner Stiftung schon einmal „etwas mit Zecken“ gefördert und deshalb lässt Bill Gates in den USA, an Stellen, die kaum ein Jäger findet, Blech­büchsen aus­legen oder abwerfen, in denen sich eine Armee von Zecken auf ihren über­fall­ar­tigen Einsatz vorbereitet.

Das jeden­falls erzählt Alex Jones in der für ihn eigenen sehr red­un­danden und mit wenig bis kei­nerlei Belegen ange­rei­cherten Art:

 

Die Boxen voller Zecken an sich sind sehr flüchtig.
Es gibt sie nur vom Hörensagen:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzep­tieren Sie die Daten­schutz­er­klärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von videopress.com zu laden.

Inhalt laden

Damit haben wir die Beleglage wohl erschöpfend besprochen und können uns den span­nenden Dingen des Lebens zuwenden:

ZECKEN.

Zecken sind inter­es­sante Tiere.

Sie durch­leben vier Stadien im Zuge ihres Lebens, vom Ei über die Larve zur Nymphe zur Zecke und in jedem Stadium benö­tigen Sie einen bestimmten Wirt. Bevor­zugte Wirte für Larven sind Mäuse und andere Nager, die an sich schon ein reiches Reservoir an Patho­genen dar­stellen und quasi auf Larven warten, um dieses Reservoir anzu­zapfen, um z.B. Bor­re­liose (Lyme-Bor­re­liose) zu ver­breiten. Larven nutzen dieses Reservoir aus­giebig, saugen sich voll, um ins nächste Studium über­zu­treten, zur Nymphe zu werden. Nymphen haben 8 Beine und somit zwei mehr als Larven, sind etwas größer und wei­terhin auf Nager und Vögel spe­zia­li­siert, ver­schmähen indes auch den gele­gent­lichen Men­schen nicht als Wirt, um sich mit seinem Blut dick zu saufen. Erst mit dem Status als erwach­sener Parasit wird es für Zecke wichtig, Säu­ge­tiere, Rotwild, Hirsche im Wesent­lichen zu finden, um sich dort nicht nur voll­zu­saugen, sondern zu vermehren.

Ohne Rotwild kaum Ver­mehrung (Rinder, Hunde oder Men­schen sind nur bedingt zur Ver­mehrung geeignet).
Je mehr Hirsche, desto mehr Zecken.

Das sind zwei ein­fache Zusam­men­hänge, die man auch dann finden kann, wenn man ideo­lo­gisch benebelt ist und überall Bill Gates, Super-Bill, quasi, lugen sieht.

Und damit sind wir bei den beiden Beob­ach­tungen, von denen Alex Jones im Video oben min­destens viermal spricht: Das Alpha-Gal-Syndrom findet recht flotte Ver­breitung und Zecken ver­breiten sich auch immer weiter.

Fangen wir mit den Zecken an.

Sie werden häu­figer, weil die Bedin­gungen für Zecken besser werden.

Nachdem Rotwild nicht nur in den USA, aber vor allem in den USA Anfang des 20. Jahr­hun­derts überjagt war und die Bestände im Schwinden waren, haben Schutz­maß­nahmen und Ansied­lungs­maß­nahmen zu einer schnellen Erholung der Bestände geführt.

Das ist schön.

Nicht so schön ist, dass es Hirsche, Rotwild, viele Huf­tiere nicht ohne Zecken gibt.
Je mehr Hirsche, desto mehr Zecken. Vor allem die in den USA für die Ver­breitung von Alpha-Gal-Syndrom ver­ant­wort­liche LoneStar-Zecke gedeiht unter diesen Bedin­gungen her­vor­ragend. In Europa sieht es für Ixodes ricinus, den gemeinen Holzbock nicht schlechter aus. Weil Zecken in feuchten wal­digen Gebieten besonders gut gedeihen, sind auch Auf­fors­tungs­maß­nahmen, wie sie in den USA häufig sind, ein Grund dafür, dass sich Zecken aus­breiten, denn mehr Wald bringt mehr Hirsch… um es einfach aus­zu­drücken. Aber auch die Frag­men­tierung von Wäldern, deren Zer­sä­belung durch Wind­tur­binen oder Infra­struktur oder Wohn­ge­biete fördert die Zecke. Ihre Lieb­lings­wirte, Mäuse für die frühen Stadien, Rotwild für die nächsten, mögen besonders die Wald­rand­ge­biete. Sie bieten ihnen optimale Bedingungen.

Und wo sich Maus und Hirsch wohl­fühlen, da fühlt sich auch Zecke wohl.

Die Über­leitung zur Zunahme von Zecken­ge­bis­senen unter Men­schen und damit der Zunahme von Ence­pha­litis und dem Alpha-Gal-Syndrom und anderen Net­tig­keiten, sie ist nicht das Ergebnis von Boxen „out of space“, die vom Himmel fallen, sondern das Ergebnis von häu­fi­geren Kon­takten zwi­schen Men­schen und Zecken.

Aber nicht nur davon.

Das Alpha-Gal-Syndrom, die All­ergie gegen Galactose-α‑1,3‑Galactose wurde 2007/2008 erstmals in Aus­tralien nach­ge­wiesen. Mit dem Nachweis kam die Dia­gnostik und mit der Dia­gnostik die Fall­zahlen, und es ist irgendwie ein­leuchtend, dass etwas, das man bis vor­gestern nicht kannte und bis gestern nicht nach­weisen konnte, seit es nach­weisbar ist und seit die Tests, die es nach­weisen, immer besser werden, immer häu­figer nach­ge­wiesen wird. Ein Zusam­menhang, der gänzlich ohne Super-Bill auskommt.

Schließlich ist auch die Praxis, Tiere von einem Ort an den anderen zu ver­frachten, um sie dort zu töten und Leuten zum Fraß vor­zu­werfen, eine Methode, Zecken zu verbreiten.

Und siehe da, wir können die Zunahme von Zecken­bissen, von Alpha-Gal und die zuneh­mende Ver­breitung von Zecken einfach so und ganz ohne Bill Gates und Kanister voller Zecken, von denen es keine Auf­nahmen gibt, erklären und – haben Sie es bemerkt – auch ganz ohne Klimawandel …

In den USA gibt es derzeit geschätzt rund 450.000 vom Alpha-Gal-Syndrom Betroffene. In Deutschland gibt es wie üblich keine Daten.

 

Das sind übrigens SELF-MADE Tick­fallen-Kanister, die aus dem Interior von Klo­pa­pier­rollen gemacht und unter Vor­spie­gelung metal­li­scher Beschaf­fenheit ver­breitet werden. Ob sie vom Himmel geworfen werden, ist unbekannt.

Wenn Sie nach­bauen wollen. Die Anleitung zu den Zecken-Kanistern, viel­leicht für Berlin gut geeignet, findet sich beim Wright Road Journal.

Zuerst erschien der Artikel bei ScienceFiles.com.

  • Top Artikel

  • Service-Hotline:
    0179-6695802

  • Servicezeiten:
    Mo. und Do.: 10:00 - 12:00 Uhr
    Mi.: 15:00 - 18:00 Uhr