Der Grooming-Gang-Skandal in Großbritannien offenbart eines der größten politischen und moralischen Versagen der Nachkriegsgeschichte: Während tausende Mädchen ihren Peinigern ausgeliefert wurden, schwiegen Behörden und Politiker aus Angst vor Rassismusvorwürfen. Heute berufen sich dieselben Eliten plötzlich auf den Schutz der Kinder, um neue Eingriffe in Familie, Erziehung und Meinungsfreiheit zu rechtfertigen. (David Berger)

Die eigentliche Anklage richtet sich jedoch nicht nur gegen die Täter. Sie richtet sich auch gegen jene Behörden, Politiker und Institutionen, die über Jahre hinweg wegschauten, Hinweise ignorierten oder aus Angst vor Erpressung bzw. politischen Konsequenzen nicht entschlossen handelten. Frühere Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass Opfer häufig nicht ernst genommen wurden und Warnungen versandeten. In Städten wie Rotherham konnten organisierte Missbrauchsnetzwerke über Jahre nahezu ungestört agieren.
Angst vor Rassismus-Vorwürfen
Ein besonders tragischer Aspekt der Debatte betrifft die ethnische und kulturelle Herkunft vieler Tätergruppen. In zahlreichen bekannten Fällen stammten die Haupttäter aus pakistanisch-muslimischen Milieus. Dies bedeutet selbstverständlich nicht, dass eine gesamte Bevölkerungsgruppe unter Generalverdacht gestellt werden darf. Zugleich wäre es jedoch ebenso falsch, diesen Umstand aus politischen Gründen zu verschweigen.
Gerade hierin sehen viele Kritiker eines der zentralen Probleme: Aus Angst vor Rassismusvorwürfen hätten Behörden, Politiker und Medien über Jahre hinweg davor zurückgeschreckt, offensichtliche Muster offen zu benennen und konsequent zu untersuchen. Dass selbst Politiker und Journalisten, die auf diese Zusammenhänge hinwiesen, teilweise massiv angegriffen wurden, ist mittlerweile gut dokumentiert.
Wer glaubt, dass das in Deutschland nicht möglich ist, sei an den Skandal um das Neuköllner Jugendzentrum erinnert: In einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln wurde laut Medienberichten vom März diesen Jahres (PP berichtete) eine 17-jährige kurdisch-türkische Schülerin vergewaltigt und anschließend erpresst. In einem anderen Fall soll es zu sexuellen Übergriffen auf das Mädchen durch neun arabischstämmige Jungen gekommen sein. Das Jugendamt und die zuständige Stadträtin der Linken stellten keine Strafanzeige – offenbar, weil die Täter mutmaßlich Muslime waren. Martin Reichardt kommentierte zurecht: „Wir blicken in einen Abgrund der politisch korrekten Niedertracht und Schäbigkeit, der seinesgleichen sucht. Dass das Opfer offenbar eiskalt im Stich gelassen und schwere sexuelle Übergriffe ignoriert wurden, erinnert an die Vertuschung der Missbrauchsfälle im englischen Rochdale, bei der die pakistanischen Täter aus Angst vor Rassismusvorwürfen gedeckt wurden.“
Starmer will auf einmal Kinder schützen
Vor diesem Hintergrund wirkt eine aktuelle Initiative der britischen Regierung bemerkenswert – und für viele Bürger zugleich kaum glaubwürdig. Premierminister Keir Starmer kündigte vor wenigen Tagen weitreichende Verbote sozialer Medien für Jugendliche unter 16 Jahren an. Die Regierung begründet dies mit dem Schutz von Kindern vor Mobbing, Missbrauch und psychischen Belastungen. Kinder sollten ihre Kindheit zurückerhalten, soziale Medien machten junge Menschen unglücklich und erleichterten Missbrauch.

Hinzukommt: Während der Staat bei seinen ureigensten Kernaufgaben – dem Schutz von Kindern vor Gewalt, Ausbeutung und organisierter Kriminalität – versagte, greift er zunehmend in Bereiche ein, die traditionell in die Verantwortung der Eltern fallen. Eltern werden immer stärker entmündigt, während politische Eliten gleichzeitig ihre eigene Verantwortung für frühere Fehlentwicklungen nicht aufarbeiten. Mit der von den Sozialisten gewünschten „Lufthoheit über die Kinderbetten“ wird dabei nur ein neues, ebenso perfides, weil zunächst pädagogisch daherkommendes Kapitel des Missbrauchs von Kinder und Jugendlichen aufgeschlagen: Über Frühsexualisierung, Gender- und Transpädagogik sollen möglichst entwurzelte und schwache Sklaven für die neue linksgrüne, posthumanistische Weltordnung herangezüchtet werden. Das über Jahrzehnte dauernde Versagen der Institutionen beim Schutz der schwächsten Mitglieder der Gesellschaft und deren Pläne, die weitreichende Eingriffe in das Leben von Familien vorsehen, sind in Wirklichkeit nur zwei Seiten einer Medaille.
Wer glaubwürdig den Schutz von Kindern zum politischen Leitmotiv erklären möchte, muss zunächst Rechenschaft darüber ablegen, weshalb so viele junge Mädchen trotz zahlreicher Warnungen ihren Peinigern überlassen wurden. Er muss in Deutschland Rechenschaft ablegen über den Jahre langen Missbrauch vor allem von Jungen im Rahmen des Kentler-Experiments und durch die AL-Grünen in Berlin. Diese und die Opfer der Grooming-Gangs haben Anspruch auf mehr als Betroffenheitsbekundungen. Sie haben Anspruch auf Wahrheit, Verantwortung und eine schonungslose Aufarbeitung des größten Kinderschutzversagens in der modernen Geschichte Großbritanniens. Und ihre Kinder ein recht5 darauf, vor der genannten Lufthoheit, die ein besonders perfides Kapitel des Dramas der immer stärker werdenden Übergriffigkeit totalitärer Staaten darstellen, geschützt zu werden.
Ursula von der Leyen und der Missbrauch des Missbrauchs
Die Entwicklung erinnert zudem an eine Debatte, die auch in Deutschland bereits vor fast zwei Jahrzehnten geführt wurde. Als die damalige Familienministerin Ursula von der Leyen Internetsperren forderte, geschah dies unter dem kaum angreifbaren Argument des Kampfes gegen Kinderpornographie und des Schutzes von Kindern. Wer konnte schon gegen ein solches Anliegen sein? Doch nachdem die rechtlichen und technischen Voraussetzungen für staatliche Eingriffe in die digitale Kommunikation einmal geschaffen waren, verschob sich der Fokus zunehmend. Die missbrauchten Kinder wurden – nachdem man sie ein zweites Mal für seine Machtinteressen missbraucht hatte – auf einmal uninteressant. Das Interesse an der Bekämpfung von Kinderpornographie und Kindesmissbrauch besaß längst nicht mehr die gleiche politische Priorität wie die Durchsetzung neuer Kontrollmechanismen. Aus den ursprünglich versprochenen Maßnahmen gegen schwerste Straftaten entwickelte sich Schritt für Schritt ein immer weiter ausgreifender Instrumentenkasten staatlicher Überwachung, Regulierung und Kontrolle von Meinungsäußerungen im Internet.

Gerade vor dem Hintergrund der britischen Grooming-Gang-Skandale und einer angenommenen hohen Dunkelziffer ähnlicher Vorfälle auch in Deutschland scheint das Interesse daran, Kinder tatsächlich dort zu schützen, wo sie konkret gefährdet sind, gegen Null zu gehen, zumal wenn die Täter nicht ins Goldstücke-Narrativ passen. Die Verweise auf den Kinderschutz dienen fast immer nur als Pressure-„Argument“, um Maßnahmen durchzusetzen, deren eigentlicher Zweck an ganz anderer Stelle liegt. Besonders dann, wenn es darum geht, unliebsame Vorkommnisse wie die Grooming-Skandale möglichst mit Zensur unsichtbar zu machen. Diabolisch? Ja, ist es!
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Dieser Artikel erschien zuerst bei philosophia-perennis.com.























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