Vor dem Hintergrund der jüngsten Äußerungen von Bundeswehr-Spitzen und Politikern drängt sich für viele Bürger ein beunruhigender Eindruck auf: Die Deutschen werden offenbar psychologisch auf einen möglichen Krieg gegen Russland eingestimmt – begleitet von immer schrillerer Kriegsrhetorik und unverhohlenem Säbelrasseln. Dabei geht es nicht um irgendeinen Gegner, sondern um die größte Atommacht der Welt: Russland! Weder Deutschland noch die NATO wurden bislang angegriffen. Dennoch fallen Begriffe wie »Fight Tonight«, »kriegstüchtig« oder »heute Nacht kämpfen«. Das ist längst keine verantwortungsvolle Sicherheitspolitik mehr, sondern eine gefährliche Normalisierung des Undenkbaren!

Generalleutnant Holger Neumann, Chef der Luftwaffe erklärte in einem Interview mit dem Telegraph, Deutschland sei bereit, »heute Nacht zu kämpfen«.
Wörtlich heißt es, die Luftwaffe sei bereit, »heute Nacht« gegen Russland zu kämpfen, falls ein NATO-Verbündeter angegriffen werde. Zudem sprach er davon, dass die NATO in einem solchen Fall mit »vernichtenden Luftangriffen« reagieren würde.
Generalleutnant Neumann: »Wir werden mit allem reingehen, was wir in Deutschland haben, die Luftwaffe aber auch in der NATO, um unser Land, unsere Werte, unsere Bevölkerung und unser Bündnis zu verteidigen.«
Übrigens: Wenn ein Krieg mit Russland ausbricht, wird erwartet, dass die gesamte deutsche Luftwaffe an die Ostflanke der NATO verlegt wird.
Als »Kanonenfutter« oder wie?
Erst kürzlich hatte Bundeskanzler Friedrich Merz gefordert, Deutschland müsse »jetzt schon abschreckungs- und verteidigungsbereit sein, fähig zum ›fight tonight‹«– also jederzeit kampfbereit. Und er will die Bundeswehr zur »stärksten konventionellen Armee Europas« aufbauen!
Man muss sich diese Entwicklung einmal vor Augen führen.
Jahrzehntelang wurde den Deutschen vermittelt, dass die Bundeswehr eine reine Verteidigungsarmee sei. Dass von deutschem Boden nie wieder Krieg ausgehen dürfe. Dass Diplomatie Vorrang habe.
Heute scheint die politische und militärische Sprache eine andere geworden zu sein.

Doch die entscheidende Frage lautet:
Wer treibt hier eigentlich wen in diese militärische Logik hinein?
Bislang wurde weder Deutschland noch ein NATO-Mitglied von Russland angegriffen. Für wahr – der Krieg in der Ukraine ist völkerrechtswidrig. Aber er ist nicht automatisch ein Krieg Deutschlands. Und dennoch entsteht zunehmend der Eindruck, als werde die Bundesrepublik Schritt für Schritt psychologisch auf einen direkten Konflikt mit einer Atommacht eingestimmt.
Dabei wäre gerade jetzt politische Besonnenheit gefragt.
Wo bleibt die Sprache der Diplomatie?
Wo sind die Politiker, die unmissverständlich erklären, dass alles getan werden muss, um eine direkte militärische Konfrontation zwischen der NATO und Russland zu verhindern?
Stattdessen hören die Bürger seit Monaten Begriffe wie »kriegstüchtig«, »abschreckungsbereit« oder eben »Fight Tonight«. Die öffentliche Debatte verschiebt sich immer weiter weg von der Friedenssicherung hin zu einer Normalisierung militärischer Eskalationsrhetorik.
Besonders irritierend wirkt dies vor dem Hintergrund des tatsächlichen Zustands der Bundeswehr. Über Jahre hinweg wurde die Truppe kaputtgespart. Mangelnde Einsatzbereitschaft, fehlende Ausrüstung und Personalmangel waren Dauerthemen. Noch vor wenigen Jahren galt die Bundeswehr vielen Kritikern als ein bürokratischer Papiertiger.
Und nun soll ausgerechnet diese Armee der Bevölkerung vermitteln, man sei bereit, »heute Nacht« gegen die größte Atommacht der Welt zu kämpfen?
Das ist eine Botschaft, die Fragen aufwirft.
Denn verantwortungsvolle Sicherheitspolitik bedeutet nicht, ständig neue Eskalationssignale auszusenden. Sie bedeutet Abschreckung mit Augenmaß, Verteidigungsfähigkeit ohne Kriegsbegeisterung und vor allem die unermüdliche Suche nach politischen Lösungen.

Sicherheit ohne Kriegsdenken. Stärke ohne Eskalation. Verteidigung ohne Dauerkriegsmodus.
Denn eines ist klar: Ein direkter Krieg zwischen der NATO und Russland wäre keine gewöhnliche militärische Auseinandersetzung. Er wäre eine Katastrophe für ganz Europa – mit unabsehbaren Folgen.
Gerade deshalb sollten Politiker und Militärs ihre Worte sorgfältig wählen.
Wer ständig vom Kampf spricht, darf sich nicht wundern, wenn die Angst wächst.
Und wer Diplomatie nur noch als Randnotiz behandelt, läuft Gefahr, genau jene Eskalationsspirale zu befördern, die er angeblich verhindern will.
Die eigentliche Aufgabe deutscher Politik müsste daher lauten:
Nicht die Bevölkerung auf den Krieg vorzubereiten – sondern alles dafür zu tun, dass es niemals dazu kommt!
Quelle u.a.: https://www.bild.de/politik/ausland-und-internationales/deutscher-luftwaffenchef-warnt-putin-wir-sind-bereit-heute-nacht-zu-kaempfen-6a2ed9c57e682fc37fbf9b6d?fbclid=IwZnRzaASdDgRleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEeII7UrWIbNGIEHiHJi2WOat01M5W0iIHa-h4YXtNwS98svVuf2LkNyG3sYvA_aem_xaNm_BB9CJhfZbTfwywBJA&t_ref=https%3A%2F%2Fm.bild.de%2Fpolitik%2Fausland-und-internationales%2Fdeutscher-luftwaffenchef-warnt-putin-wir-sind-bereit-heute-nacht-zu-kaempfen-6a2ed9c57e682fc37fbf9b6d%3Ffbclid%3DIwZnRzaASdDgRleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAo2NjI4NTY4Mzc5AAEeII7UrWIbNGIEHiHJi2WOat01M5W0iIHa-h4YXtNwS98svVuf2LkNyG3sYvA_aem_xaNm_BB9CJhfZbTfwywBJA%26t_ref%3Dhttps%3A%2F%2Ffacebook.com%2F
Zuerst erschien der Beitrag bei GuidoGrandt.de.
























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