In dem im April erschienenen Artikel mit dem Titel “Sind wir bald alle Milliardäre?” beschrieb ich, dass wir hartnäckig auf eine Hyperinflation zusteuern. Lediglich der genaue Zeitablauf war noch etwas unklar. Nun, drei Monate später, zeichnet er sich immer klarer vor unseren Augen ab, denn bereits ab Spätsommer oder Herbst dieses Jahres werden die Preise für viele Produkte deutlich nach oben schnellen, und im Winter steht die nächste Teuerungswelle bevor.
Ich gehe davon aus, dass sich die Preise für viele essentielle Produkte in Europa und den USA bis Ende dieses Jahres möglicherweise verdoppeln werden. Damit könnte die Hyperinflation rein rechnerisch in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 eintreten. Warum?
Energie-Experten beschrieben die aktuelle Lage zuletzt immer wieder als “die größte Energiekrise der Menschheitsgeschichte”, was viele Menschen für völlig übertrieben hielten, da sie die Auswirkungen dieser künstlich und absichtlich herbeigeführten Situation, einer Art schwelendem Dritten Weltkrieg, noch nicht in vollem Umfang zu spüren bekamen. Aber das werden sie noch, und zwar schon in wenigen Wochen. Lassen Sie mich erklären, warum.
In allen Waren, die wir kaufen und verkaufen, sind Energiekosten enthalten. Sie machen zwar nur einen kleinen Teil des Endpreises aus, aber je mehr Verarbeitung und Transport in einem Produkt steckt, desto mehr wird sein Endpreis von den Preisen auf den Energiemärkten beeinflusst. Durch die Sperrung der Straße von Hormus, deren Auswirkungen ich in meinem Buch “Schattengeld – Die verborgenen Strukturen hinter der neuen Geldordnung” vorhergesagt hatte, wurden nicht nur Erdöl und Erdgas künstlich verknappt, was ihre Preise bislang um 50% bis 100% in die Höhe trieb.
Die Folgen durften wir alle seit Wochen beim Tanken an den Zapfsäulen beobachten: Die Spritpreise sind in Europa zunächst um 20% bis 25% gestiegen, in den USA um rund 50%. Das war die erste von drei Teuerungswellen, die wir durchlaufen haben. Die zweite Welle wird nun vermutlich Ende des Sommers folgen, also in wenigen Wochen. Mit der dritten Teuerungswelle müssen wir gegen Ende des Jahres rechnen. Warum ist das so?
Nun, weil es nur wenige Branchen gibt, denen es möglich ist, solche Preissprünge direkt und unmittelbar weiterzugeben. Neben den Tankstellen sind das beispielsweise Airlines. Sie alle haben im Zuge der ersten Welle ihre Preise deutlich erhöht und wenig rentable Strecken gestrichen. Nun behalten sie sich vor, jeden einzelnen Flug, der nicht voll ausgebucht ist, abzusagen oder zu verändern, was (neben dem deutlich gestiegenen Preis) Fliegen zunehmend unattraktiv und unberechenbar macht und diese Branche bereits verändert hat. Aber nicht nur die Luftfahrtbranche hat sich zuletzt immer wieder auf “höhere Gewalt2 (Force Majeure) berufen und ihre Preise und Regeln nach Belieben geändert.
All das war lange geplant und gewollt, und ich habe das in meinem Buch “IQ 100 – Die Auslese hat begonnen” deutlich dargelegt.
Die zweite und die dritte Inflationswelle kommen dadurch zustande, dass viele Branchen, wie beispielsweise Handelsketten, mittel- bis langfristige Verträge mit ihren Zulieferern haben. Das bedeutet, dass Produzenten und Zwischenhändler seit März ihre Produkte beispielsweise an Supermarktketten oder Baumärkte weiterhin zu einem festgelegten Preis verkaufen mussten, der aber oft nicht einmal ihre eigenen Kosten deckte. Saisonale und jährliche Verträge laufen aber nach und nach aus, weshalb die zweite Teuerungswelle mit 3 bis 6 Monaten (Juni – September) Verspätung kommt und die dritte mit 9 bis 12 (Dezember – Februar) Monaten.
Je länger die Quasi-Sperrung der Straße von Hormus andauert, desto undeutlicher, aber gleichzeitig gravierender werden die Auswirkungen sein.
Wann immer also nun ein solcher Zuliefervertrag ausläuft, werden die Preise in die Höhe schnellen müssen, um bereits entstandene Defizite auszugleichen und für weitere Preisanstiege auf den Energiemärkten gerüstet zu sein. Denn die müssen kommen. Die erste Welle war nämlich dank der Freigabe zahlreicher staatlicher strategischer Erdölreserven recht milde ausgefallen. Doch auf längere Sicht kann der Ausfall von rund 20% bis 25% der weltweiten Energieversorgung nicht weiter abgemildert werden.

Eine Rückkehr zum Zustand vor diesem absurden und sinnlosen Krieg würde Jahre dauern, da viele Öl- und Gasanlagen schwer beschädigt wurden und die Kosten für Schiffsmieten, Container und Versicherungen mittlerweile drastisch angestiegen sind. Darüber hinaus steigen in Europa die CO₂-Abgaben kontinuierlich. Die Energiepreise werden daher weltweit weiter hoch bleiben, was zu immer höherer Inflation, also bewusster Enteignung der unteren 90% in der Einkommenspyramide, führt.
Die großen Handelsketten, allen voran die Supermarkt- und Baumarkt-Giganten, werden die höheren Preise ihrer Zulieferer akzeptieren und zwangsläufig an den Endkunden weitergeben müssen. Vermutlich werden sie gleichzeitig einen großen Teil ihres Sortiments streichen. In Summe wird all dies das Ende für zahlreiche weitere Betriebe bedeuten, was den wirtschaftlichen Niedergang, vor allem in Europa, noch deutlich beschleunigen wird. Dies ist keine negative Geisteshaltung, sondern simple Mathematik. Ich schreibe dies nicht, um Panik zu schüren, sondern um meine Leser zu vorausschauendem Handeln zu motivieren.
Zusätzlich zur Energie und Logistik steigen gerade die Preise für Speicherchips deutlich, angetrieben von der hohen Nachfrage im Bereich der KI-Rechenzentren. Es ist die Rede von rund 20–25%, die mittelfristig noch zu all dem obendrauf zu höheren Kosten bei allen Betrieben führen müssen. Und es gibt so gut wie nichts, was die Politik in Europa dagegen tun kann – abgesehen davon, dass das entsprechende Personal gar nicht dafür aufgestellt wurde, um die Lage zu verbessern. Was genau ich damit meine, können Sie meinem Buch “Schattengeld” entnehmen.
Man könnte die Lage entspannen, indem man alles wieder zurück auf die Füße stellt, Frieden mit Russland und von ihnen preiswerte Energie bezieht, so wie es früher war. Aber die derzeitigen Kriege machen die Besitzer der Banken und der Rüstungskonzerne sehr, sehr reich. Also wird alles Geld in Form neuer Staatsschulden von den Bürgern abgesaugt und nach ganz oben umverteilt.
Wie die Teuerungen in der zweiten und dritten Welle genau aussehen werden, ist schwer zu sagen, aber es ist wahrscheinlich, dass für viele Haushalte die Heizkosten im kommenden Winter zu einer großen Herausforderung werden dürften. Da Europa seine absurde Energiepolitik nach dem “Merit-Order-Prinzip” ausgerichtet hat, ist der jeweils teuerste Strompreis an den Börsen bindend für alle anderen Stromarten – je höher also der Gaspreis, desto teurer wird jeglicher Strom. Und da der Gaspreis bereits um etwa 100% gestiegen ist und mit der Heizsaison weiter steigen wird, kann man sich leicht an einer Hand ausrechnen, was das für jeden einzelnen Haushalt bedeuten wird.
Da die hochverschuldeten Staaten zunehmend zwangsläufig die Steuern erhöhen und neue Abgaben einführen müssen, damit Politiker über die Legislaturperiode kommen, werden die Bürger von mehreren Seiten in die Zange genommen. So führt Österreich zu allem Übel noch eine neue Paketabgabe ein, die Online-Bestellungen verteuern wird. In mehreren EU-Ländern werden demnächst E‑Autos, Kryptowerte und Tabakprodukte künstlich verteuert.
Österreich, Deutschland und Norwegen verschärfen die Wegzugsbesteuerung, weil die wenigen noch verbliebenen Nettosteuerzahler in Scharen fliehen – der Letzte macht das Licht aus! Jedes Jahr fliehen Millionen Leistungsträger aus Europa, wie ich ausführlich berichtet habe. Die Kosten steigen, die Schulden explodieren und die Steuereinnahmen gehen kontinuierlich zurück. Es gibt keinen anderen Ausweg als die Hyperinflation. Sie ist gewollt, sie ist geplant und sie wird knallhart durchgezogen.
In Deutschland werden neben Tabak auch Limonaden künftig stärker besteuert und vor allem die Sozialabgaben deutlich erhöht, was letztlich auch wiederum auf alles andere durchschlagen muss. Der Konsum muss daher zwangsläufig immer weiter zurückgehen, was noch mehr Insolvenzen und Arbeitslose und noch geringeren Konsum nach sich ziehen wird. Im Euroraum stieg die Geldmenge in den letzten 12 Monaten um rund 3% – was man nicht mit der “Inflation” verwechseln darf. Die wird zusätzlich noch durch all die eben angesprochenen Punkte angeheizt.
Ich gehe davon aus, dass wir in Europa ab Herbst reale Inflationsraten von bis zu 50% p. a. sehen werden und gegen Ende des Jahres vielleicht bereits 100%. Natürlich wird bei den offiziellen Raten immer aus liebgewordener Tradition die Null weggestrichen. In den USA könnten die Teuerungen sogar noch höher ausfallen – da wird vieles vom Ausgang der Midterm-Wahlen abhängen.
Rechnet man all das zusammen, dann gibt es aus meiner Sicht kein Szenario, das nicht in Richtung Hyperinflation zeigt. Lediglich der Zeitrahmen hängt von zahlreichen Faktoren ab, die derzeit vor allem von den USA, dem Iran und Israel abhängen.
Wenn man sich die Zahlen früherer Hyperinflationen ansieht, dann kann man erkennen, dass der Übergang von hoher Inflation zu Hyperinflation meist sehr schnell ging. Wenn man die Weimarer Republik als Beispiel hernimmt, so lag die Inflation im Januar 1922 bei etwa 20% – 30% p. a. (pro Jahr). Das ist der Wert, den wir (meiner Beobachtung nach) in Europa bereits erreicht haben. Vier Monate später, im April 1922, lag er bereits bei 2% – 5% p. m. – also pro Monat! Das entspricht einer jährlichen Rate von 27–80% (p. a.). Weitere drei Monate später lag er bei 50% p. m. und Ende des Jahres bei 100% p. m., was einer Inflationsrate von mehr als 400.000% pro Jahr entspricht.
Ein knappes Jahr später, im Oktober 1923, lag die Inflationsrate bei 30.000% p. m., was 5.530.000.000.000.000.000.000.000.000.000% pro Jahr entspricht – nur um es anschaulich zu machen und zu warnen.
Was war innerhalb dieser eineinhalb Jahre passiert? Ganz einfach: Die Schulden waren so ausgeufert, dass sie das Wirtschaftswachstum auffraßen, was zu einer Situation führte, in der Politik und Zentralbank keine Macht mehr über die Geldentwertung hatten. Entscheidend ist in einer solchen Situation immer: Wie rasch erkennt die Bevölkerung das? Der Moment, in dem die Mehrheit versteht, dass ihr Geld nichts mehr wert ist und sie in andere, stabilere Währungen wie Gold und Silber oder Schweizer Franken fliehen, ist der Moment, an dem die Inflation durch die Decke geht und es kein Halten mehr gibt.
Die entscheidende Frage lautet aktuell also: Wann werden die Europäer mehrheitlich erkennen, dass das Spiel zu Ende ist? Wenn sich die Produktpreise verdoppeln? Wenn sie sich verzehnfachen? Dass die Reaktionen dieser Abkehr vom eigenen Geld, also dem Euro, rascher vonstattengehen könnte als vor hundert Jahren, lässt sich dank moderner Technologien und sozialer Medien vermuten. Kurz gesagt: Wer bislang noch nicht vorgesorgt hat, könnte den richtigen Zeitpunkt verpassen, um sein hart erarbeitetes Geld in Edelmetalle und Fremdwährungen umzutauschen. Wer sein gesamtes Vermögen – wie klein oder groß es im Moment auch noch sein mag – in Europa und in Euro behält, ist zu bedauern.
Hyperinflation wird nicht an einem bestimmten Tag oder durch ein bestimmtes Ereignis allein ausgelöst. Sie ist die unausweichliche Folge eines kranken Geldsystems, das ich in meinen Büchern immer wieder leicht verständlich beschrieben habe, eines Geldsystems, das zyklisch abläuft und immer mit einer Währungsreform beginnt und endet. Das Ende des Eurodollar- und des Petrodollarsystems wird die ganze Welt betreffen, aber keine Region vermutlich so hart wie die Eurozone.
Die USA, die im Zentrum all der Veränderungen auf Erden stehen, sind wesentlich flexibler, offener, freier und kreativer als die Europäer. Warum genau das so ist, habe ich bereits mehrfach ausführlich erklärt. Aber jedes Mal, wenn ich als geborener Europäer aus Nord- oder Mittelamerika auf den alten Kontinent zurückkomme, bin ich aufs Neue erstaunt, wie langsam, träge und uninspiriert hier alles abläuft. Das Leben in Europa erinnert mich an „Malen nach Zahlen“: Es ist alles akkurat vorgegeben und eingegrenzt, es lässt kaum Freiheit und Kreativität zu – und die europäische Bevölkerung schien das bislang zu lieben.
Das Schlimmste daran ist für mich jedes Mal zu sehen, dass die Europäer (vor allem die Mitteleuropäer) dieses geistige Gefängnis für „normal“ halten und nicht bemerken, wie frustriert, verbissen und destruktiv sie sich mittlerweile verhalten. Die wenigen Prozent der Bevölkerung, die es erkennen, gehen still und heimlich. Sie gehen dorthin, wo sich das Leben mit mehr Freude, Leichtigkeit und Kreativität meistern lässt.
Zu den Millionen Nettosteuerzahlern, die in den vergangenen Jahren Europa den Rücken kehrten und durch einen schier endlosen Pool an fremden Fachkräften und Wählern ersetzt wurden, gesellen sich seit etwa einem Jahr zwei neue Gruppen von Auswanderern. Die einen sind jene mit kleinen Kindern, denen sie die zunehmend einseitig ausgelegte Beschulung ersparen wollen. Die anderen fliehen, weil sie ihren jugendlichen Kindern den Militärdienst und den Heldentod ersparen möchten. Wir sprechen hier von einer großen Zahl an Familien, die sich entschlossen haben, ihr Leben von Grund auf zu verändern und zu verbessern.
Ich möchte daher die wenigen noch in Europa verbliebenen, selbstständig denkenden Menschen daran erinnern, dass das Zeitfenster zum Handeln immer kleiner wird und sich irgendwann so schnell schließen wird, dass unser träger Geist es gar nicht mehr mitbekommt. Wem das Umstellen Deutschlands auf Kriegswirtschaft nicht als Wink mit dem Vorschlaghammer genügt, dem kann ich nur von Herzen “Alles Gute” wünschen – denn er wird es brauchen.
Ein Letztes noch als Abschluss, weil ich des Öfteren gefragt werde, ob Gold und Silber aus meiner Sicht immer noch ein gutes Investment sind: Ja, die Preise für die beiden Metalle sind seit dem Irankrieg deutlich gefallen, was vor allem daran lag, dass die Energiepreise stiegen. Da zuvor die meisten Staaten das sinkende Schiff US-Dollar verlassen und ihre US-Staatsanleihen abgestoßen hatten, waren sie nun plötzlich gezwungen, US-Dollar zu kaufen, da Öl und Gas zum größten Teil noch immer in der sterbenden Weltleitwährung gehandelt werden.
Dafür mussten einige von ihnen im großen Stil Gold verkaufen, was zusammen mit den manipulativen Papiermärkten eine Abwärtsspirale auslöste. Doch da die Nachfrage ungetrübt ist und gerade erst knapp die Hälfte aller Zentralbanken bestätigte, dass sie auch weiterhin Gold kaufen werden, sehe ich hier wenig Grund zur Skepsis – eher eine gute Gelegenheit, aktuell zu deutlich günstigeren Preisen zu kaufen.
Ob der Boden bei den Edelmetallen bereits erreicht ist, kann niemand exakt beantworten. Das treibt derzeit viele Edelmetallhändler und Investoren um. Aber sicher scheint mir zu sein, dass der nächste Anstieg mit der zweiten und dritten Inflationswelle im kommenden Herbst und Winter unvermeidbar ist, und ich vermute, dass die Edelmetallpreise selbst die zu erwartenden hohen Inflationswerte übertreffen werden.
All das waren nur einige Denkanstöße. Was jeder der Wenigen, die sie lesen werden, damit anfängt, liegt nicht in meiner Hand. Ich wünsche Ihnen allen daher einen wunderschönen Sommer. Wer für die kommenden spannenden Tage vorgesorgt hat, kann und sollte ihn in vollen Zügen genießen! Denn alles auf Erden verläuft zyklisch, vom Geldsystem bis hin zu den Jahreszeiten. Wer dieses Prinzip verstanden hat und sich daran orientiert, dürfte klar im Vorteil sein.























Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.