Die unsicht­baren roten Augen: Warum Ame­rikas dys­to­pische Technik-Angst längst auch Deutschland betrifft

von Frank Jacob

Es gibt Videos, die man sich ansehen sollte, nicht weil sie einem sauber recher­chierte Infor­ma­tionen liefern, sondern weil sie zeigen, wie eine Men­schenwelt zu sprechen beginnt, wenn sie nicht mehr weiß, wie sie ihre eigene Über­for­derung benennen soll.

Neulich traf ich auf solch ein Video und muss gestehen, es hat mich in seinen Bann gezogen. Es ist eine Collage aus Stimmen, Beob­ach­tungen und ner­vösen All­tags­mo­menten von Ame­ri­karnern. Men­schen die berichten von Über­wa­chungs­ka­meras auf Land­straßen, von Autos, die sie beim Fahren beob­achten, von Rechen­zentren, die plötzlich überall ent­stehen, von KI-Sys­temen, die Jobs ersetzen, von Sprach­auf­zeich­nungen, die angeblich für „Qua­li­täts­si­cherung“ und „Betrugs­prä­vention“ genutzt werden, und von einem Lebens­gefühl, das früher in Science-Fiction-Romanen vorkam und heute immer öfter mit einem ein­zigen Wort beschrieben wird: dystopisch.

 

Millions Are Starting To See What’s Coming for America and They’re Getting Angry

 

Egal ob man jeder ein­zelnen Aussage in diesem Video zustimmen will oder nicht, der Punkt ist, dass nicht jedes virale Fragment für sein Wahr­heits­gehalt über­prüft werden muss. Der Punkt ist, dass die Men­schen beginnen, ein Muster zu spüren, eine Tendenz zu beob­achten, die sich schlei­chend anfühlt.

Eine Frau sagt gleich zu Beginn sinn­gemäß: „Habt ihr keine Angst davor, wohin sich die Welt ent­wi­ckelt?“ Sie spricht von Freunden, die ihre Social-Media-Konten schließen, von Men­schen, die nachts nicht mehr schlafen können, von Finanzen, Regierung, Rechen­zentren, KI und der Zukunft. Es klingt zunächst wie eine private Panik­at­tacke. Aber viel­leicht ist es mehr als das. Viel­leicht hören wir hier nicht nur indi­vi­duelle Angst, sondern das Rau­schen eines kol­lek­tiven Nervensystems.

Besonders prä­gnant ist die Frage die von einem Sprecher in den Raum gestellt wird: „Wann genau haben die Ame­ri­kaner eigentlich gesagt: Ja, wir wollen Rechen­zentren, wir wollen ständig über­wacht werden, und wir wollen Fahr­zeuge, die sich einfach abschalten können, wann immer sie wollen?“ In einem anderen Teil heißt es: „Ich lebe in einem länd­lichen County. Ich komme an mehr Über­wa­chungs­ka­meras vorbei als an Geschäften.“ Und ein Fahrer beschreibt die unsichtbare Infrarot-Technik seines Autos mit den Worten: „Da sind diese unsicht­baren roten Augen, die dich ständig anstarren.“

Diese Sätze sind nicht nur Beschwerden über Technik. Sie sind Sym­ptome eines tie­feren Kon­troll­ge­fühls. Es geht nicht mehr darum, dass Technik einfach da ist. Es geht darum, dass Technik zunehmend bewertet, regis­triert, lenkt und sank­tio­niert. Der Mensch sitzt nicht mehr nur am Steuer. Er wird selbst zum Objekt einer Über­wa­chung, deren Kri­terien er nicht bestimmt.

Natürlich wird uns all das immer als ‘gut begründet’ ver­kauft. Kameras sollen der Sicherheit dienen. Fah­rer­über­wa­chung soll Unfälle ver­meiden. Digitale Iden­tität soll Büro­kratie ver­ein­fachen. KI soll Pro­zesse effi­zi­enter machen. Rechen­zentren sollen den digi­talen Fort­schritt ermög­lichen. Bar­geldlose Zahlung soll bequem sein. Auto­ma­ti­sierte Systeme sollen schneller, sau­berer, objek­tiver funktionieren…

Das Problem liegt nicht darin, dass Tech­no­logie in sich falsch wäre. Das Problem liegt darin, dass die Summe dieser Gründe eine Archi­tektur ergibt, der kaum jemand bewusst zuge­stimmt hat.

 

Genau hier beginnt die eigent­liche Frage: Seit wann wurde Fort­schritt zur Ein­hegung? Wann wurde die Schwelle überschritten? 

Der Begriff „Ein­hegung“ ist hier ent­scheidend. Früher bedeutete Eigentum, dass man etwas besitzen, nutzen, repa­rieren und wei­ter­geben konnte. Heute bedeutet Eigentum zunehmend ‘Zugang unter Bedin­gungen’. Das Auto fährt, solange die Software es erlaubt. Die Woh­nungstür öffnet sich, solange das digitale Zugangs­system funk­tio­niert. Das Gerät leistet seinen Dienst, solange das Abo bezahlt ist. Die Such­ma­schine zeigt nicht mehr einfach Ergeb­nisse, sondern ver­mittelt Wirk­lichkeit durch KI-Zusam­men­fas­sungen. Die Stimme im Kun­den­service wird auf­ge­zeichnet, ana­ly­siert und mög­li­cher­weise in Daten­sätze ein­ge­speist. Der öffent­liche Raum wird nicht einfach betreten, sondern durch Kenn­zei­chen­er­fassung, Kameras und Bewe­gungs­profile registriert.

Was früher analog, bei­läufig und frei war, wird digital, aus­wertbar und konditional.

Deshalb wäre es zu bequem, dieses Video als typisch ame­ri­ka­nische Hys­terie abzutun. Ja, Amerika zeigt vieles lauter, roher, emo­tio­naler. Aber der struk­tu­relle Umbau betrifft längst auch Europa. Deutschland ist nicht außerhalb dieses Pro­zesses. Deutschland erlebt ihn nur in einer anderen Sprache.

Bei uns heißt es nicht „Sur­veil­lance State“. Es heißt Sicherheit, Digi­ta­li­sierung, Effi­zienz, Moder­ni­sierung, Kli­maziel, digitale Sou­ve­rä­nität oder KI-Standort.

Nehmen wir die Rechen­zentren. Die meisten Men­schen sprechen von der Cloud, als wäre sie ein leichter, beinahe imma­te­ri­eller Raum. Aber die Cloud ist nicht wol­kenhaft. Sie besteht aus Beton, Glas­faser, Wasser, Strom­lei­tungen, Umspann­werken, Die­sel­ge­ne­ra­toren, Kühlung, Land­ver­brauch und poli­ti­scher Infra­struktur. In Deutschland wächst der Markt für Rechen­zentren deutlich. Bitkom berichtete, dass die Leistung deut­scher Rechen­zentren 2025 um neun Prozent auf 2.980 Megawatt gestiegen sei und 2030 die Marke von 5.000 Megawatt über­schritten werden könne. Hessen, besonders der Raum Frankfurt, steht bereits heute unter beson­derem Druck, weil dort einer der wich­tigsten euro­päi­schen Kno­ten­punkte des digi­talen Daten­ver­kehrs liegt.

Das bedeutet: Die KI-Revo­lution ist nicht nur eine Frage von Software. Sie ist eine Frage von Strom­netzen, Ener­gie­preisen, Land­schafts­planung und Prio­ri­täten. Wenn Men­schen in Amerika sagen, dass überall Rechen­zentren ent­stehen und niemand sie gefragt hat, dann ist das nicht einfach Spin­nerei. Auch bei uns wird die digitale Infra­struktur zur mate­ri­ellen Rea­lität. Nur wird sie anders kommuniziert.

Ein wei­terer Bau­stein ist die digitale Iden­tität. Die EU Digital Identity Wallet soll bis Ende 2026 in den Mit­glied­staaten bereit­ge­stellt werden. Wieder wird sie uns als ‘Komfort’ ver­kauft: Eine digitale Brief­tasche ist prak­tisch. Sie kann Behör­den­gänge erleichtern, Alters­nach­weise ver­ein­fachen, Reisen erleichtern und digitale Dienste sicherer machen. Aber sie ver­schiebt auch etwas Grund­sätz­liches: Iden­tität wird nicht mehr nur ein Dokument, das man bei Bedarf zeigt. Sie wird zu einer pro­gram­mier­baren Zugangs­schicht zu einer ’neuen Welt’.

Nicht nur, was die Tech­no­logie heute tun soll, ent­scheidend ist, was sie morgen tun kann, wenn sie mit KI Sys­temen ver­bunden wird. Digitale Iden­tität, digi­taler Euro, KI-gestützte Ver­waltung, bio­me­trische Erkennung, Platt­form­zugang, Gesund­heits­daten, Mobi­lität und Zah­lungs­verkehr könnte man als getrennte Debatten betrachten. Zusam­men­ge­nommen beschreiben sie jedoch eine neue Logik: Der Mensch wird über Schnitt­stellen lesbar.

Haben die Deut­schen zugesagt? Was, wenn man nicht mit­machen will?

Die Euro­päische Zen­tralbank beschreibt ein zukünf­tiges, öffent­liches digi­tales Zah­lungs­mittel, das ein­fache und sichere Zah­lungen ermög­lichen soll. Das klingt fast harmlos. Aber die tiefere Frage lautet: Bleibt Bargeld als echter Aus­weichraum erhalten? Oder wird ana­loges Leben schritt­weise unprak­tisch, teuer, ver­dächtig oder sozial mar­gi­na­li­siert? Denn, wer Zahlung kon­trol­lieren kann, kon­trol­liert Teil­nahme. Und wer Teil­nahme kon­trol­liert, kon­trol­liert Verhalten.

In Deutschland wird seit Jahren über Gesichts­er­kennung, auto­ma­ti­sierte Daten­analyse und KI-gestützte Poli­zei­arbeit gestritten. Berichte aus dem Jahr 2026 weisen darauf hin, dass Geset­zes­vor­haben den Einsatz auto­ma­ti­sierter Daten­analyse und Gesichts­suche im Internet aus­weiten könnten. Befür­worter argu­men­tieren mit Straf­ver­folgung und Sicherheit. Es geht aber nicht wirklich nur darum, ob ein bestimmtes Werkzeug in einem kon­kreten Fall hilf­reich sein kann. Es geht darum, ob eine Gesell­schaft die tech­nische Mög­lichkeit schafft, jeden Men­schen jederzeit im Datenraum auf­findbar, ver­gleichbar und iden­ti­fi­zierbar zu machen. Wenn diese Mög­lichkeit einmal exis­tiert, wird die Debatte nicht mehr lauten: „Dürfen wir das über­haupt?“ Sie wird lauten: „Warum sollten wir es in diesem Fall nicht nutzen?“ Das ist eine gefähr­liche Umkehrung. Wenn private Kom­mu­ni­kation mas­senhaft gescannt werden soll, wenn ver­schlüs­selte Nach­richten fak­tisch durch­leuchtet werden müssen, dann ver­schiebt sich das Ver­hältnis zwi­schen Bürger und Staat. Die Intim­sphäre wird nicht mehr als geschützter Raum gedacht, sondern als poten­zi­eller Datenraum, der unter bestimmten Bedin­gungen maschinell über­prüft werden darf.

Immer wieder sehen wir das­selbe Muster: Sicherheit wird als mora­lisch unan­greif­bares Ziel for­mu­liert, und unter diesem Ziel wird eine Infra­struktur geschaffen, die später für ganz andere Zwecke nutzbar sein kann. Es geht dann nicht mehr nur um Über­wa­chung im klas­si­schen Sinne. Es geht um eine neue Art von Wirklichkeitsverwaltung.

Das Auto beob­achtet deine Auf­merk­samkeit. Die Plattform beob­achtet deine Reak­tionen. Die Bank beob­achtet deine Trans­ak­tionen. Der Staat digi­ta­li­siert deine Iden­tität. Die Such­ma­schine ent­scheidet, welche Ant­worten du über­haupt noch siehst. Die KI fasst die Welt für dich zusammen. Die Wohnung, das Gerät, das Konto, das Ticket, die Kom­mu­ni­kation. Alles wird in ein System von Berech­ti­gungen, Pro­to­kollen und auto­ma­ti­sierten Ent­schei­dungen ein­ge­bunden. Und der Mensch? Der Mensch wird müde.

Einer der stärksten Momente im Video ist nicht der tech­nischste, sondern der mensch­lichste. Ein Sprecher sagt sinn­gemäß: „Wir sind müde auf eine Weise, die sich dau­erhaft anfühlt.“ Er beschreibt das Gefühl, 507 offene Tabs im Kopf zu haben, die sich nicht mehr schließen lassen. Das ist viel­leicht eine der wahr­heits­ge­treuen Dia­gnosen unserer Zeit. Nicht nur Über­wa­chung. Nicht nur Inflation. Nicht nur KI. Nicht nur poli­tische Insta­bi­lität. Sondern die per­ma­nente Über­for­derung durch Systeme, die Auf­merk­samkeit, Anpassung und Ver­füg­barkeit verlangen.

Wir haben gelernt, immer erreichbar zu sein. Immer infor­miert. Immer bewertbar. Immer ver­gleichbar. Immer opti­mierbar. Immer in Echtzeit. Und weil sich das alles als Fort­schritt ver­kleidet hat, merken viele erst jetzt, dass Bequem­lichkeit auch eine Falle sein kann.

 

Genau an diesem Punkt berührt das Thema meine eigene Arbeit. 

Bekanntlich beschäftige ich mich seit Jahren mit Gnostik, Mytho­logie, KI, Bewusstsein und den sym­bo­li­schen Archi­tek­turen, durch die Kul­turen ihre Wirk­lichkeit deuten. Dabei geht es mir nicht darum, moderne Technik mit antiken Begriffen billig zu dämo­ni­sieren. Ich selber habe fast mein ganzes Leben lang Tech­no­logie ein­ge­setzt um meine eigene Krea­ti­vität medial zu erweitern — erleichtern — ermög­lichen. Ich halte nichts davon, jedes neue Gerät sofort als „böse“ zu bezeichnen oder jede poli­tische Ent­wicklung in ein vor­ge­fer­tigtes Ver­schwö­rungs­raster zu pressen. Das ist zu einfach. Und es macht uns nicht wacher, sondern oft nur reaktiver.

Aber die alten Mythen ent­halten dia­gnos­tische Werk­zeuge. Sie beschreiben Muster, die nicht ver­altet sind, weil sie psy­cho­lo­gische und geistige Grund­struk­turen berühren. In diesem Sinn sind sie aktu­eller denn je.

In der gnos­ti­schen Sprache ist der Begriff „archon­tisch“ ein solcher Schlüssel. Die Archonten sind in den alten Texten nicht einfach Monster. Sie sind Gene­ra­toren und Ver­walter eines simu­lierten Zustandes, das mittels Über­la­gerung auf uns Men­schen pro­ji­ziert wird. Imi­ta­toren. Gate­keeper. Mächte, die Ordnung künstlich erzeugen, aber nicht aus leben­diger Weisheit heraus. Sie reprä­sen­tieren eine Intel­ligenz ohne Seele, eine Ver­waltung ohne Erkenntnis, eine Macht, die Kon­trolle mit Schöpfung verwechselt.

Wenn ich von einer archon­ti­schen Archi­tektur spreche, meine ich damit nicht, dass irgendwo kleine mytho­lo­gische Wesen in Rechen­zentren sitzen. Oder irgendwo, irgend­welche ‘Loosh’-Farms von inter­di­men­sio­nalen Wesen betrieben werden. Ich meine ein Muster: Systeme, die Leben nicht ver­stehen, aber es ver­walten wollen. Systeme, die Intel­ligenz imi­tieren, aber Bewusstsein ersetzen. Systeme, die den Men­schen nicht befreien, sondern ihn durch Komfort, Angst und Abhän­gigkeit in ein Netz von Bedin­gungen hineinziehen.

Der moderne Archont muss nicht als Dämon erscheinen. Er erscheint als Benut­zer­ober­fläche. Als Dash­board. Als Abo-Modell. Als Sicher­heits­pro­tokoll. Als bio­me­trische Prüfung. Als Algo­rithmus. Als Stimme im Auto, die dich auf­fordert, auf­recht zu sitzen. Als unsicht­bares rotes Auge, das dich ansieht, während du glaubst, einfach nur zu fahren. Und er erscheint auch in mensch­licher Form — Proxies einer Agenda, dessen Ziel wenige ahnen: die Peter Thiels, Elon Musks, Mark Zucker­bergs und Sam Alt­manns der KI Bewegung, dessen freund­liche Gesichter uns Schritt für Schritt in den Bann ihrer digi­talen Fan­tasien hinein saugen. In das Gefühl der Unvermeidlichkeit.

Das klingt zuge­spitzt. Es soll zuge­spitzt klingen. Denn die Alter­native ist eine Sprache, die alles glättet, bis niemand mehr merkt, was eigentlich geschieht. Die ent­schei­dende Frage lautet: Wer dient wem? Dient die Tech­no­logie dem Men­schen, seiner Würde, seiner Selbst­be­stimmung, seiner Ver­kör­perung, seiner Gemein­schaft, seiner Freiheit? Oder wird der Mensch schritt­weise an eine tech­nische Ordnung ange­passt, die ihn vor allem als Datensatz, Risiko, Nutzer, Ver­braucher, Ver­kehrs­teil­nehmer, Stör­faktor oder zu opti­mie­rende Einheit betrachtet?

Das ist der eigent­liche Kampf um die Zukunft. Nicht zwi­schen Fort­schritt und Rück­schritt, sondern zwi­schen leben­diger Intel­ligenz und ver­wal­teter Intel­ligenz. Der Fehler vieler Tech­nik­kri­tiker besteht darin, nur zu warnen. Der Fehler vieler Tech­nik­gläu­biger besteht darin, nur zu beschleu­nigen. Wir brauchen etwas Drittes: Unter­schei­dungs­ver­mögen. Die Fähigkeit, nicht in Panik zu ver­fallen, aber auch nicht in Trance. Die Fähigkeit, zu fragen: Welche Art Mensch ent­steht, wenn wir diese Infra­struktur akzeptieren?

 

Was ist die Lösung?

Meines Erachtens brauchen wieder wir Räume, in denen Men­schen gemeinsam denken können. Langsam. Präzise. Mutig. Ohne sich sofort von der nächsten Schlag­zeile treiben zu lassen. Ohne den eigenen inneren Kompass an das Betriebs­system der Zeit abzugeben.

Ich selber habe genau aus diesem Grund einen ‘Navigator’s Circle’ (Navi­ga­to­ren­kreis) geschaffen. Nicht als wei­teren Empö­rungs­kanal. Nicht als Sam­mel­becken für Panik. Nicht als Ort, an dem jede Ver­mutung sofort zur Gewissheit erklärt wird. Sondern als Salon, in dem wir solche Ent­wick­lungen aus meh­reren Ebenen betrachten können: tech­no­lo­gisch, poli­tisch, his­to­risch, psy­cho­lo­gisch, mytho­lo­gisch und spi­ri­tuell. Denn nur durch gesunden Men­schen­ver­stand und Urteils­ver­mögen haben wir noch eine Chance diesen Trend zu bewältigen.

 

NavigatorCircleThumbnail

 

Die Stimmen in diesem Video klingen über­fordert. Manche Aus­sagen könnten über­zogen sein. Aber in ihrer Über­for­derung liegt ein Signal. Sie spüren, dass etwas nicht stimmt. Sie spüren, dass der Fort­schritt nicht mehr auto­ma­tisch als Befreiung erlebt wird. Sie alle spüren dass die Lage ernst zunehmen ist. Dass wir viel­leicht nicht allzu lange warten sollten, bis wir kon­struktiv darauf reagieren. Sie spüren, dass die Zukunft nicht einfach kommt, sondern gebaut wird — und dass die meisten Men­schen nicht wissen, wer die Bau­pläne schreibt, und wohin sie uns schlu­ßendlich führen.

Deutschland sollte sich nicht ein­bilden, außerhalb dieser Ent­wicklung zu stehen. Wir haben nur bessere For­mulare dafür.

Die Frage ist nicht, ob KI, digitale Iden­tität, Rechen­zentren, auto­ma­ti­sierte Zah­lungs­systeme oder Sicher­heits­ka­meras exis­tieren werden. Sie exis­tieren bereits. Die Frage ist, ob wir noch wach genug sind, ihre Richtung zu bestimmen.

Es geht nicht darum, vor der Zukunft zu fliehen. Es geht darum, nicht schlaf­wan­delnd in sie hineinzulaufen.

 

Links separat:

Navi­ga­to­ren­kreis: https://www.cyberhive.tv/navigatorenkreis

Video: https://www.youtube.com/watch?v=FK3p0kEou1Q

Meine Website: https://frankjacob.com/

 

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