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Sozialer Spreng­stoff Wohnen: Ein selbst­ver­ständ­liches Stück Freiheit wird für Deutsche unbe­zahlbar — Selbst für Gut­ver­diener rückt das Eigenheim in weite Ferne

Zwi­schen 75 und 80 Prozent der Bun­des­bürger wün­schen sich nach wie vor ein eigenes Haus oder eine Eigen­tums­wohnung. Doch die Rea­lität hat sich dra­ma­tisch ver­schärft. Fast die Hälfte der Men­schen hält Immo­bilien in ihrer Region inzwi­schen für kaum leistbar – ein spür­barer Anstieg innerhalb eines Jahres.

Das durch­schnitt­liche Budget, das die Men­schen für den Erwerb einer Immo­bilie ein­planen, liegt inzwi­schen bei rund 384.000 Euro. Die Schere zwi­schen denen, die sich Eigentum leisten können oder bereits besitzen, und allen anderen klafft immer weiter aus­ein­ander. Was früher als selbst­ver­ständ­licher Teil eines Lebens­plans galt, wird für große Teile der Bevöl­kerung zur uner­füll­baren Vision.

Neubau-Kosten von 550.000 bis 650.000 Euro: Ein Budget nur für Spitzenverdiener

Für einen durch­schnitt­lichen Neubau mit 140 bis 150 Qua­drat­metern Wohn­fläche inklusive Grund­stück berechnet das Bau­be­ra­tungs­un­ter­nehmen Dr. Klein ein rea­lis­ti­sches Gesamt­budget von 550.000 bis 650.000 Euro. Um eine solche Summe solide zu finan­zieren, ist ein Haus­halts­net­to­ein­kommen von etwa 6.000 bis 8.000 Euro pro Monat erfor­derlich. Das ist selbst für viele Gut­ver­diener eine hohe Hürde. Gleich­zeitig zeigt sich: Die Men­schen kal­ku­lieren oft mit deutlich nied­ri­geren Beträgen, als der tat­säch­liche Markt ver­langt. Die Kluft zwi­schen Wunsch und Mach­barkeit wird dadurch noch deutlicher.

Die wahren Kos­ten­treiber: Grund­stücke, Zinsen und poli­tische Vorgaben

Die stärksten Preis­treiber sind die extrem gestie­genen Grund­stücks­preise, höhere Finan­zie­rungs­zinsen, teurere Bau­ma­te­rialien und die kräftig gestie­genen Löhne im Bau­ge­werbe. Hinzu kommen ver­schärfte Kli­ma­schutz- und Ener­gie­ef­fi­zi­enz­vor­gaben, die zusätz­liche Kosten ver­ur­sachen und viele Bau­vor­haben ver­teuern oder sogar ver­hindern. Seit 2020 haben sich die Kosten für Bauen spürbar erhöht – um etwa die Hälfte. Was als not­wendige Moder­ni­sierung ver­kauft wird, wirkt in der Praxis als wei­terer Preisschub.

Die Eigen­ka­pital-Hürde von 60.000 bis 70.000 Euro: Die unsichtbare Barriere

Oft über­sehen werden die hohen Bau­ne­ben­kosten. Grund­er­werb­steuer, Notar- und Grund­buch­ge­bühren sowie mög­liche Mak­ler­kosten sum­mieren sich auf 15 bis 20 Prozent der Gesamt­kosten. Diese Beträge müssen in der Regel aus eigenem Ver­mögen auf­ge­bracht werden und lassen sich nicht über den Kredit finan­zieren. 60.000 bis 70.000 Euro aus eigener Tasche bereit­zu­stellen, über­fordert die aller­meisten Haus­halte. Damit wird der Weg ins Eigentum für viele schlicht unmöglich.

Junge Men­schen und Familien: Lebens­pläne scheitern am unbe­zahl­baren Wohnen

Besonders hart trifft es junge Men­schen, die eine Familie gründen und sich ein eigenes, sicheres Zuhause ohne Ver­mieter wün­schen. Für sie rückt der Traum vom Eigenheim in weite Ferne. Ganze Lebens­ent­würfe – von der Fami­li­en­gründung über die beruf­liche Sta­bi­lität bis hin zur lang­fris­tigen Absi­cherung – geraten ins Wanken. Wohnen wird durch staat­liche Steuern, strenge Dämm- und Hei­zungs­vor­gaben sowie weitere Regu­lie­rungen immer mehr zu einem Luxus, den sich nur noch eine Min­derheit leisten kann.

Sozialer Spreng­stoff durch ver­zerrte Märkte: Zuwan­derung, Regu­lierung und feh­lende Fachkräfte

Wohnen hat sich zur Frage mit der größten sozialen Spreng­kraft ent­wi­ckelt. Mas­sen­ein­wan­derung hat das Gleich­ge­wicht von Angebot und Nach­frage massiv ver­zerrt und den Druck auf den Woh­nungs­markt weiter erhöht. Gleich­zeitig führt die Unbe­zahl­barkeit von Wohnraum in vielen Regionen dazu, dass Men­schen in durch­schnittlich bezahlten Schlüs­sel­be­rufen – in Pflege, Handel, im Sicher­heits­ge­werbe oder anderen wich­tigen Bereichen – keine bezahlbare Wohnung mehr in der Nähe ihres Arbeits­platzes finden.

Der viel­be­schworene Fach­kräf­te­mangel hängt auch mit dieser Woh­nungsnot zusammen. In Deutschland liegt die Wohn­ei­gen­tums­quote bei nur etwa 47 Prozent – ein Wert, der in Europa nur von der Schweiz unter­boten wird. Diese Ent­wicklung greift tief in die Lebens­pläne junger Gene­ra­tionen ein und birgt erheb­lichen gesell­schaft­lichen Sprengstoff.

Zuerst erschienen bei freiewelt.net.

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