Gilbert Sternhoff
Die in diesem Beitrag vorgestellten Decknamen und Bezeichnungen deutscher Geheimwaffen gehen auf Äußerungen Werner Grothmanns zurück. Dieser hatte in den sogenannten Grothmann-Protokollen nicht nur eine entsprechende Nummerierung vorgenommen, sondern für einen Teil auch den konkreten Waffentyp zugeordnet. Auf diese Quelle, deren Aussagen die herkömmliche Zeitgeschichtsforschung vor erhebliche Herausforderungen stellt, wurde im Nachrichtendienst „Unter Verschluss“ schon wiederholt Bezug genommen. Ein Grundsatzartikel dazu erschien in der Ausgabe Nr. 6/2022 von Lars Müller, versehen mit einem Vorwort des Herausgebers Thomas Mehner.
Für neue Leser sei an dieser Stelle zur Einführung in die Thematik aus dieser Publikation zitiert: „Werner Grothmann ist unter Kennern der Geschichte des Dritten Reiches und besonders jener der SS kein unbeschriebenes Blatt. Als Chefadjutant des Reichsführers-SS, Heinrich Himmler, vom Herbst 1941 bis zur Gefangennahme seines Vorgesetzten durch die Briten am 21. Mai 1941, war er in viele Vorgänge dieser mächtigsten Organisation im damaligen Deutschen Reich involviert, und von daher muss seinen Äußerungen, so sie denn echt sind, ein besonderes Gewicht zugemessen werden …Die Befragungsprotokolle beziehen sich auf mehrere stattgefundene Gespräche über einen Zeitraum von zwei Jahren, beginnend im Sommer 2000.“ (1)
Zu den Bezeichnungen der Geheimwaffen innerhalb der SS erklärte Grothmann, „dass sich bereits eine Linie ziehen ließ von der V2 bis zur V9, Projekte also, die schon in der Vorstufe der Verwirklichung standen oder die doch schon ganz deutliche Fortschritte machten und die gleichzeitig völlig unkonventionell waren.“ (2)

Zur Effizienz der für die damalige Zeit technisch revolutionären Fernrakete V2 existiert meines Wissens keine vergleichbare Aufwands-Nutzenanalyse, hatte die britische Regierung während des Krieges doch über ihre Auswirkungen eine totale Nachrichtensperre verhängt. In mehreren Einträgen der Goebbels-Tagebücher, die sich auf Informanten in England stützen, werden diese als erheblich beschrieben und besonders die Schockwirkung auf das öffentliche Bewusstsein hervorgehoben. Goebbels und Hitler waren sich demnach bewusst, dass von den konventionellen Sprengköpfen dieser Waffe keine exorbitante Wirkung ausgehen konnte. Über längere Zeit musste ein massenhafter Beschuss von Großstädten mit der V2 aber zwangsläufig zu einer kaum zu beschreibenden Panik unter der Zivilbevölkerung führen, da die Einschläge ohne jegliche Vorwarnung erfolgten. Von daher – das sei an dieser Stelle in aller Deutlichkeit erwähnt – muss die V2 zu Recht mehr als psychologische denn als Vernichtungswaffe bezeichnet werden.
Zurück zu Grothmanns Angaben zu den SS-Geheimwaffen: Die Bezeichnung V3 wäre demnach für „die zwei durchkonstruierten Atombombentypen für Uran und Plutonium gewählt worden … Schon im Februar 1945 hätte man damit begonnen, eine Versuchslinie aufzubauen, wo man den Serienbau in kleinem Maßstab ausprobieren wollte. Allerhöchstens 20 Mann sollten innerhalb der nächsten Monate für eine Grundausstattung mit Atombomben sorgen.“ (2)
Die Fernraketen mit größerer Reichweite, die Amerika-Rakete und wahrscheinlich auch die Feststoffrakete, die am 16. März 1945 von Thüringen aus in Richtung Norwegen testweise gestartet wurde, liefen unter der Bezichnung V4. Laut Grothmann sollten im Herbst 1945 die ersten gegen Städte an der Ostküste der USA gerichteten Raketen mit Atomsprengkopf den Atlantik überqueren. (2)
Eine weitere konkrete Zuordnung von Waffentypen zu den Nummern V5 bis V9 durch Grothmann ist in den Protokollen nicht erfolgt. Bestimmten Angaben kann jedoch entnommen werden, dass es sich in einem Fall um eine Strahlenwaffe gehandelt haben muss, die ich von daher als V5 bezeichnen möchte.
Nun wird die Existenz solcher Waffen zwar immer wieder in Zweifel gezogen, es gibt jedoch mehr als einen Hinweis für deren Existenz. In seinem Buch „Hitlers Bombe“ schrieb der Historiker Rainer Karlsch dazu: „Himmler hatte eine ausgesprochene Schwäche für ‚Wunderwaffen‘. Projekte, die von der Forschungsführung des Heeres oder der Luftwaffe abgelehnt wurden, landeten nicht selten bei der SS. Bekannteste Beispiele dafür waren verschiedene Projekte mit ‚Todesstrahlen‘. Himmler setzte auch dafür Kammler als Verantwortlichen ein. Am 31. Januar 1945 wurde er zudem noch ‚Sonderbeauftragter des Führers für Strahlenwaffen‘“. (4) Allein diese Ernennung Kammlers sollte die Priorität solcher Waffenentwicklungen unterstreichen. Einige Kritiker nehmen an, dass die Bezeichnung „Strahlenwaffen“ sich auf die Raketen- bzw. Flugzeugproduktion bezogen hätte. Dem kann entgegnet werden, dass Hermann Göring schon am 22. Januar 1945 Kammler zum „Sonderbeauftragten für die Entwicklung, Beschaffung und Industrieerprobung auf dem Gebiet der Kampfmittel mit Raketenantrieb“ ernannt hatte, dem Hitler am 27. März die „Vollmacht über die Entwicklung und Produktion der Strahlflugzeuge“ folgen ließ. (5)
Bei den Strahlenwaffen scheint es sich um ein ganzes Bündel sowohl defensiver wie offensiver Waffen gehandelt zu haben, wobei das Wort „Strahl“ im Sinne von vielleicht Partikel‑, Licht- oder Laserstrahl nicht unbedingt wörtlich zu nehmen ist, sondern auch im Gebrauch der Bezeichnung „Feld“ als Ausdruck elektromagnetischer Wechselwirkungen verstanden werden kann. Hierzu einige Beispiele. In den Akten der „Operation LUSTY“ (6) fand sich folgender Hinweis: „Ziel: Daimler-Benz. Stadt: Unter-Türkheim/Stuttgart. Aktivität: Geheimwaffe. Aufgenommen: 25. April 1945. Bemerkungen: Stoppt Zündsystem eines Benzinmotors. Es gelang mit dem Apparat, ein Kraftfahrzeug mit magnetischer Zündung, nicht aber eines mit Batteriezündung, auf eine Entfernung von zwei bis drei Kilometern zu stoppen.“ (7)
Der schon erwähnte Rainer Karlsch schreibt an anderer Stelle: „Experimente mit elektromagnetischen Wellen als Waffe wurden seit 1943 durchgeführt. Vorbereitet und ausgeführt wurden die ‚Motorstopp Experimente‘ von der Gesellschaft für elektroakustische und mechanische Apparate mbH, Berlin-Köpenick (GEMA) … Forschungen über die Wirksamkeit elektromagnetischer Felder fanden auf der Versuchsstelle des Heereswaffenamtes bei Lünow statt, ca. 10 km von Kummersdorf entfernt … Mitte 1943 wurde Teile des GEMA-Werkes nach Liegnitz und Lauban in Niederschlesien verlegt … In der Endphase des Krieges fanden in Lauban Versuche mit Magnetfeldern statt. Darüber berichteten polnische Zeitungen nach dem Krieg. Demnach hatte die GEMA eine ca. 300 Meter lange Teststrecke auf der Straße zwischen Lauban und Görlitz eingerichtet. Diese Strecke wurde für den Verkehr geschlossen. Autos, die auf der Teststrecke fuhren, wurden mittels elektromagnetischer Wellen zum Halten gebracht … festzuhalten bleibt: es wurden von hoch qualifizierten Wissenschaftlern und angesehenen Firmen Experimente zur militärischen Nutzung von elektromagnetischen Feldern durchgeführt.“ (8)
Ob mit dieser Technologie, wie oft behauptet, auch die Motoren von in großer Höhe fliegenden Flugzeugen außer Betrieb gesetzt werden konnten, bleibt fraglich. Aus meiner Sicht kann es sich dabei bestenfalls um ein Zukunftsprojekt unter Einsatz deutlich stärkerer elektromagnetischer Felder gehandelt haben. Nicht unerwähnt will ich lassen, dass anscheinend dieselbe Technologie Jahrzehnte später im Zusammenhang mit dem UFO-Entführungsphänomen zum Einsatz gekommen ist. Was wiederum die von mir mit aller Konsequenz bejahte Frage aufwirft, ob nicht die Schöpfer dieser gleichartigen Technologien eng miteinander „verwandt“ sind.
Auch zu den Strahlenwaffen als „Todesstrahlen“ existieren Überlieferungen. So zitieren Edgar Mayer und Thomas Mehner einen Zeitzeugenbericht aus Thüringen in ihrem Buch „Geheime Reichssache“. Im Objekt Polte 2 hätte sich demnach eine große Anlage befunden, welche unter anderem der Erprobung von Strahlenwaffen diente. „Die Strahlenwaffen wurden im Mitteldeutschen Werk bei Arnstadt erprobt und dann zur Lufterprobung in das Polte-2-Werk gebracht. Diese Arbeiten wurden immer besonders von der SS überwacht. Wir durften bei vier Probeflügen diese aus 2000 Metern Höhe fotografieren. Dabei sahen wir, welche Wirkung die Strahlenwaffe hatte. Vom Flugzeug aus sahen wir, wie der Strahl abgefeuert wurde und mit welcher Genauigkeit das Ziel getroffen und vernichtet wurde. Dabei wurde bei Bittstädt einmal sogar die Strahlenwaffe an Kühen ausprobiert. Nach dem Abschuss und dem Treffen der Kühe war nur ein kurzes, helles glänzendes Licht zu sehen, dann waren die Kühe verschwunden. Wir sind diese Stelle mehrmals abgeflogen, es war nichts mehr von den Tieren zu sehen, nur ein Brandfleck war vorhanden.“
Was verbirgt sich hinter den V6 bis V9?
Die Fortschreibung der Nomenklatur wurde von Grothmann anscheinend nach dem Entwicklungsstand der Sonderwaffenprojekte vorgenommen. Mit der V2 angefangen, die seit Herbst 1944 im Einsatz war, den Atombomben und Fernraketen mit größerer Reichweite, die Anfang 1945 in das Stadium der Prototypen gelangten, zu jenen – wie wir sehen werden – in ihren Auswirkungen und Perspektiven noch fantastischeren Projekten, die erst in den letzten Kriegsmonaten ihre Entwicklungsreife erlangten. Dieser Prämisse folgend werde ich im weiteren Verlauf die weitere Zuordnung der Waffensysteme vornehmen.
Eines möchte ich noch hervorheben. Ich bin früher immer davon ausgegangen, dass hinter einer dieser Waffen das Projekt „Die Glocke“ zu suchen ist. Davon bin ich zwischenzeitlich abgekommen. Mit „Die Glocke“ war Grundlagenforschung verbunden, die letztendlich zur Beherrschung der Antigravitation sowie einer revolutionär neuen Methode der unbegrenzten Energiegewinnung führte. Diese wissenschaftlichen Durchbrüche dienten wiederum als Voraussetzung für die Entwicklung der V6 und V7.
Weit fortgeschritten scheint die Entwicklung der V6, des Supersprengstoffs RADgUM, gewesen zu sein, dessen finaler Test am 12. März 1945 auf dem TÜP Ohrdruf stattgefunden haben soll. Ich möchte an dieser Stelle nicht detailliert auf die Eigenschaften von RADgUM eingehen. Dazu ist in meinem Buch „Unter Verschluss“ in den letzten Jahren genug gesagt worden. Nur so viel: „Es handelt sich – um es kurz zu machen und vereinfacht darzustellen–, um eine bis heute der Forschung unbekannt gebliebene chemische Substanz, die bei ihrer Detonation mit dem Gravitationsfeld beziehungsweise der in ihm vorhandenen Energie in Wechselwirkung tritt, was letztlich eine ungeheure Vernichtungskraft freisetzt.“ (10) Der Bezug zum Projekt „Die Glocke“ ist nicht zu übersehen, sowohl was die Forschungen zur Gravitation als auch, wie ich vermute, die zur kontrollierten Energiegewinnung angeht.
Die Bezeichnung V7 ist die einzige, welche sich über Jahrzehnte als Konstante erwiesen hat und dürfte für jene revolutionären Flugobjekte stehen, die gemeinhin als Nurflügler, Flugscheiben oder Flugdisken bezeichnet werden. Mehrere Typen waren Anfang 1945 in der Entwicklung. Einer, die vergleichweise einfache Konstruktion von Habermohls Flugkreisel, soll am 14. Februar 1945 in Prag seinen erfolgreichen Erstflug absolviert haben. Inwieweit die Entwicklung von Miethes Flugdiskus zum Abschluss gekommen ist, bleibt unklar. Nach den Aussagen seines Konstrukteurs sei er fabrikationsreif gewesen. Nach dem Krieg kam es zu einer Renaissance dieses Typs in Gestalt der seit 1947 weltweit beobachteten UFOs. Eine detaillierte Übersicht zum Thema Entwicklung und Evolution des UFO-Phänomens gibt mein bei Jan van Helsing erschienenes Buch „Die Rückkehr der Dritten Macht“. (11)
In den Grothmann-Protokollen findet die V7 keine Erwähnung. Thomas Mehner hat mir gegenüber in einer privaten Korrespondenz erwähnt, dass Werner Grothmann hin und wieder auch Aussagen getroffen hätte, die nicht immer gleich protokolliert worden wären. Demnach habe er auch über die Flugscheibe gesprochen und berichtet, dass die größte 30 Meter Durchmesser hatte und bei Kriegsende vor den anrückenden Russen gesprengt wurde.
Bei der V8 muss es sich um die so bezeichneten Megra-Phiolen gehandelt haben. Thomas Mehner sagte dazu in einem Interview: „In eine andere Richtung gehen spezielle Phiolen (eine Phiole ist ein birnenförmiges Glasgefäß mit langem, engem Hals), welche bei ihrer ‚Inbetriebsetzung‘ damit beginnen, alle im Umfeld befindliche Materie in ein bestimmtes chemisches Element umzuwandeln. Dieser Prozess kann nicht gestoppt werden, sondern endet erst, wenn die in der Phiole befindliche Substanz aufgebraucht ist. Die betroffene Fläche kann 50, 100 oder 1.000 Quadratmeter groß sein – aber auch so groß wie ganze deutsche Bundesländer. Nach oben hin gibt es keine Grenze.“ Ein Gegenmittel existiere nicht. (12) Diese Waffe fand erstmals Erwähnung in einem Brief an den tschechoslowakischen Staatspräsidenten Edvard Beneŝ, verfasst im Januar 1946 von dem deutschen Ingenieur Helmut Lindner, mit dem er wohl darauf hinweisen wollte, welche Gefahren sich durch gewisse Waffenentwicklungen auf dem Gebiet des ehemaligen Reichsprotektorats Böhmen und Mähren dort im Untergrund verbergen. Im Brief wurden zudem die Auswirkungen von RADgUM erwähnt und darüber hinaus ausführlich das Vernichtungspotenzial einer weiteren Geheimwaffe geschildert. (13)
Bei dieser, hier als V9 benannt, handelt es sich um eine „Strahlenwaffe“ völlig neuen Typs. Helmut Lindner schreibt: „… völlig gelöst ist das Problem, durch Strahlung vor allem Panzer und Flugzeuge zu vernichten, aber auch Festungswerke und Munitionsdepots, den gesamten Nachschub usw. Nur so die Strahlen auf Metall einfallen, werden sie wirksam, lassen alles damit Zusammenhängende in Flammen aufgehen, sodass damit aber auch jeder einzelne Soldat, weil er Metallisches an sich hat (Munition), vernichtet werden kann und somit praktisch jede Kriegsführung des Gegners zum Erliegen kommen muss. Von entscheidenstem Wert aber ist diese Waffe wohl in der Seekriegsführung zur Vernichtung jeder feindlichen Schiffseinheit. Praktische Versuche mit diesen Strahlen ergaben bereits eine einwandfreie Reichweite von mehreren Kilometern.“ (13)
Nachdem ich diesen Text das erste Mal gelesen hatte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen, verstand ich doch jetzt eine Aussage Grothmanns in den Protokollen, die mir über viele Jahre ein Rätsel geblieben war: „Ich bin der festen Überzeugung, ein dreiviertel Jahr noch, und der Krieg wäre für uns unverlierbar geworden … der Krieg wäre innerhalb von wenigen Tagen zu Ende gewesen, weil die Amerikaner die Russen nicht mehr mit Kriegsgerät beliefert hätten, und wir mir einer Neuentwicklung, die nach meiner Kenntnis so gut wie fertig war, jedoch noch nicht hergestellt wurde, die Ostfront stabilisiert hätten.“ (2) Eine Waffe, die ganze Schiffskonvois vernichten und Panzerarmeen verschrotten konnte, erklärt freilich alles. Das besagt wiederum, Grothmann hatte genaue Kenntnis von der V9 und liefert damit indirekt eine Bestätigung für den Wahrheitsgehalt des Briefes von Helmut Lindner.
Wenn sich RADgUM, die Megra-Phiolen und jene besondere, Metall entflammende „Strahlenwaffe“ nicht nur auf dem Gebiet des Protektorats entwickelt worden, sondern, folgt man Lindner, auch dort noch im Untergrund befinden sollen, stellt sich die Frage: Wo? Auch dazu hat uns Grothmann einen Fingerzeig gegeben, wie er eindeutiger nicht sein könnte. Er sprach von neben dem AWO-Gebiet acht weiteren Anlagen, die unter der Kontrolle der SS standen und in denen „an fortschrittlichster Technologie für den ‚Endsieg‘“ gearbeitet wurde. (2) In meinem zuletzt erschienenen Buch „DER KONTAKT zur Dritten Macht“ habe ich alle diese Anlagen identifiziert. (14) Eine davon befand sich im Protektorat, die noch „völlig intakt sein soll“. (2) Von Bedeutung ist in diesem Zusammenhang noch eine andere Bemerkung Grothmanns: „Sehen Sie, wir haben zum Beispiel ein Bauprojekt gehabt, das ist auch fertig geworden, bei dem ist zum Bau ein Fluss umgleitet worden, und später hat man ihn dann wieder in sein altes Bett gelassen, gerade über die Anlage hinweg. Die soll noch dicht sein.“ (2) Damit ist klar, dass es sich dabei nur um die noch „völlig intakte“ handeln kann.
Nebenbei gesagt, beweist diese Aussage, dass um die Jahrtausendwende die von mir so bezeichneten WÄCHTER, von anderen „Gralshüter“ genannt, nicht allein nur im AWO-Gebiet noch aktiv waren. Wie hätte Grothmann sonst davon wissen sollen?
Existiert im ehemaligen Protektorat ein Ort, der genau jenen von Grothmann genannten Bedingungen entspricht? Ja, bei Stechowitz, auf dem Gelände des ehemaligen „SS-TÜP Böhmen“. Hier 25 Kilometer südlich von Prag gelegen, fließt der Fluss Moldau durch eine felsige Berglandschaft. Das Wahrzeichen der Stadt ist heute die 124 Meter lange und 22,5 Meter hohe Staumauer. Der See selbst ist nur 80 bis 120 Meter breit, dafür aber an die zehn Kilometer lang. Als Teil der Moldau-Kaskaden wurde das Staubecken zwischen 1937 und 1945 erbaut. (15) Das heißt, die Fertigstellung fiel in die letzten Monate des Dritten Reiches. Vor Baubeginn eines Stauwerks muss das entsprechende Gebiet trockengelegt werden. Dazu werden in der Regel Umlenkungsstollen errichtet. Dabei handelt es sich um Tunnel, die als Umleitung des eigentlichen Flussverlaufes in die Talflanken gesprengt werden. Nach Fertigstellung des Stauwerkbaus werden diese wieder geschlossen. Der Fluss fließt bis zur Staumauer nun wieder in seinem alten Bett.
Ein Zweifel ist damit gänzlich ausgeschlossen. Die von Grothmann erwähnte, noch intakte Anlage befindet sich direkt unter dem Stechowitzer Stausee! Und dort, sofern sie bei Kriegsende nicht evakuiert worden sind, besteht die Chance auf Forschungsunterlagen, Teile des Fertigungsprozesses und eventuell sogar die kompletten Systeme von RADgUM, den Megra-Phiolen, jener mysteriösen „Strahlenwaffe“ und vielleicht gar der V7 zu stoßen.
Machen wir uns auf den Weg! Diesen kleinen Scherz wird mir hoffentlich niemand verübeln. Nein, im Gegenteil, wir sollten das Schicksal nicht herausfordern. Dass an jener Stelle etwas zu finden wäre, ist seit Jahrzehnten sicher auch Institutionen bewusst, die finanziell und materiell ganz anders ausgestattet sind. Warum hat sich von diesen nie eine dieser vielversprechenden Aufgabe angenommen? Es muss die pure Angst vor den Konsequenzen sein. Thomas Mehner hat mir in diesem Zusammenhang mitgeteilt, ich zitiere: „Die Anlage unter dem Moldau-Stausee ist vermint. Man geht von 1.000 Minen aus. Mein damaliger tschechischer Kontakt sagte, dass die Verantwortlichen befürchten, dass, wenn die Minen hochgehen, Prag drei Meter unter Wasser steht.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.
Quellenverzeichnis:
(1) Müller, Felix: Die Grothmann-Protokolle, Unter Verschluss Ausgabe 6/2022, Kopp Verlag
(2) Grothmann-Protokolle, aufgezeichnet von Wolf Krotzky 2000–2002
(3) Mayer, Edgar und Mehner, Thomas: Die Lügen der Alliierten und die deutschen Wunderwaffen, Kopp Verlag 2010
(4) Karlsch, Rainer: Hitlers Bombe, Deutsche Verlags-Anstalt, 2005
(5) Tyas, Steven und Witte, Peter: Himmlers’diary 1945, Fonthill Media 2014
(6) Wikipedia englisch: Operation LUSTY
(7) Cook, Nick: The Hunt for Zero Point, Arrow 2002
(8) Karlsch, Rainer: Die „Thüringer Protokolle“: Über den Wert oder Unwert von Zeitzeugenaussagen, 2006 (kann im
Internet abgerufen werden)
(9) Mayer, Edgar und Mehner, Thomas: Geheime Reichssache – Thüringen und die deutsche Atombombe,
Kopp Verlag 2004
(10) Mehner, Thomas: Der Supersprengstoff RADgUM und SS-Oberführer Emil Klein, „Unter Verschluss“
Ausgabe 1/2023, Kopp Verlag
(11) Sternhoff, Gilbert: Die Rückkehr der Dritten Macht, Amadeus Verlag 2021
(12) Die Warnung – ein Interview mit dem Chefredakteur des Informationsdienstes Unter Verschluss Thomas
Mehner, „Unter Verschluss“ Sonderausgabe 1/2022, Kopp Verlag
(13) Mayer, Edgar und Mehner, Thomas: Untätige Behörden, nicht gehobene „Altlasten“ und die einzige wirkliche
Wunderwaffe, Unter Verschluss Ausgabe 6/2025, Kopp Verlag
(14) Sternhoff, Gilbert: DER KONTAKT zur Dritten Macht, HJB Verlag 2023
(15) visitvltava.cz/de/wasseranlage-stechovice/28/























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