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Warum die EU unbe­dingt den Feind Russland braucht

Der pol­nische Minis­ter­prä­sident Tusk hat in einem Interview offen gesagt, dass die Einheit der EU einen „gemein­samen, klar defi­nierten Feind“ erfordere. Das war aus­ge­sprochen ehrlich, aber warum ist das eigentlich so?

Ich habe am Montag in einer Kurz­meldung über ein Interview berichtet, das der pol­nische Minis­ter­prä­sident Tusk der Gazeta Wyborcza gegeben hat. Darin äußerte er die Befürchtung, der Westen könne gespalten werden. Und er sagte, dass die Einheit der EU einen „gemein­samen, klar defi­nierten Feind“ erfordere. Von Thomas Röper

Und er fügte hinzu:

„Ich weiß, dass das ein unpo­pu­lärer Ansatz ist, aber ich werde meine Meinung nicht ändern und alles dafür tun, dass diese außer­ge­wöhn­liche Situation so lange wie möglich anhält.“

Im Klartext sagte Tusk damit, dass er alles dafür tun werde, dass die Feind­schaft der EU und ihrer Mit­glied­staaten mit Russland so lange wie möglich anhält.

Tusk hat damit nur die Wahrheit aus­ge­sprochen, die euro­päische Poli­tiker sonst immer ver­schweigen, nämlich dass der Westen den Ukraine-Krieg bewusst pro­vo­ziert hat, weil der Westen, in diesem Falle die EU, einen Feind braucht, um zu überleben.

Bei der NATO bei­spiels­weise ist das offen­sichtlich, denn welchen Sinn hat ein teures Mili­tär­bündnis, wenn es keinen Feind gibt? Die NATO braucht einen Feind, um ihre Existenz zu rechtfertigen.

Aber warum ist das bei der EU so? Warum braucht die unbe­dingt einen Feind?

Wer die Erklä­rungen aus Brüssel nicht nur der letzten Jahre, sondern der letzten zwei Jahr­zehnte ver­folgt hat, der hat immer gehört, dass die EU immer mehr “zusam­men­wachsen” soll und dass die Mit­glieds­staaten der EU immer mehr Kom­pe­tenzen an Brüssel abgeben sollen.

Das bedeutet im Klartext, dass es das Ziel ist, die EU in eine Art föde­ralen Quasi-Staat zu ver­wandeln. Das wie­derum würde bedeuten, dass die natio­nalen, gewählten Par­la­mente der Mit­glieds­staaten immer weniger zu sagen haben, weil alles in Brüssel ent­schieden wird.

Aber die Idee, die natio­nalen Par­la­mente zugunsten von Brüssel zu ent­machten, ist in den EU-Staaten aus­ge­sprochen unbe­liebt. Daher braucht die EU, wenn sie trotzdem immer mehr Rechte an sich reißen will, eine äußere Bedrohung, mit der sie diese Ver­la­gerung von Kom­pe­tenzen begründen kann. (Russland sta­tio­niert moderne Luft­ver­tei­di­gungs­systeme in Vene­zuela, während US-Truppen mit dem Dschun­gel­kriegs­training beginnen)

Das haben wir bei Covid gesehen, als die EU das Recht an sich gerissen hat, die mRNA-”Impfstoffe” zentral zu bestellen und die Mit­glied­staaten zu Sta­tisten gemacht hat. Und die EU hat dabei auch den Daten­schutz aus­ge­hebelt, indem sie die Kom­pe­tenzen für den EU-Impfpass an sich gerissen hat, der nun schnell zu einer Daten­sammlung aller mög­lichen Daten über jeden ein­zelnen EU-Bürger mutiert.

Der Krieg in der Ukraine hat der EU neue Mög­lich­keiten erschaffen, die sie ohne den Krieg nicht hätte. Die EU reißt gerade die Kon­trolle über die Rüs­tungs­auf­träge in der EU an sich, wofür in der EU-Kom­mission eigens ein Kom­missar für Ver­tei­digung geschaffen wurde. Und die EU ver­sucht gerade, mit diversen Tricks, endlich eigene Steuern erheben zu können, um finan­ziell mäch­tiger zu werden.

Dass die EU außerdem vehement dafür kämpft, das Veto­recht in der EU abzu­schaffen, ist eben­falls ein Schritt in diese Richtung.

Kurz und gut, die EU soll in einen föde­ralen Quasi-Staat umge­wandelt werden, in dem die Mit­glieds­staaten bes­ten­falls noch so begrenzte Rechte haben, wie die Bun­des­länder in Deutschland. Und dazu braucht die EU einen „gemein­samen, klar defi­nierten Feind“ als Vorwand.

Knapp eine Woche vor der ehr­lichen Aussage des pol­ni­schen Minis­ter­prä­si­denten Tusk hat ein Analyst in einem Artikel das gleiche erklärt, nämlich dass es der EU gar nicht darum geht, Russland zu besiegen, sondern das Ziel ist es, die Zeit des Krieges zu nutzen, um voll­endete Tat­sachen zu schaffen und die EU de facto zu einem föde­ralen Staat zu machen, in dem die Mit­glied­staaten de facto ent­machtet und die Macht in allen wich­tigen Fragen nach Brüssel ver­lagert wurden. Ich habe den Artikel zur Infor­mation übersetzt.

Beginn der Übersetzung:

Was ist der wahre Grund, warum der Eco­nomist will, dass Europa weitere 400 Mil­li­arden US-Dollar für die Ukraine ausgibt?

Die Föde­ra­li­sierung der EU – nicht die poli­tische Fan­tasie, Russland zu besiegen – ist das eigent­liche Ziel, das weitere vier Jahre Stell­ver­tre­ter­krieg und min­destens 400 Mil­li­arden US-Dollar erfordert, um voll­endet zu werden.

von Andrew Korybko

Das Magazin The Eco­nomist plä­dierte dafür, dass die EU und Groß­bri­tannien den geschätzten Finan­zie­rungs­bedarf der Ukraine von 390 Mil­li­arden US-Dollar in den kom­menden vier Jahren decken sollten. Wörtlich heißt es: „Ein wei­teres halbes Jahr­zehnt [der sich angeblich ver­schlech­ternden wirt­schaftlich-finan­zi­ellen Lage Russ­lands] würde wahr­scheinlich eine Wirt­schafts- und Ban­ken­krise in Russland aus­lösen“, während „jede lang­fristige Finan­zie­rungs­lösung für die Ukraine Europa helfen würde, die finan­zi­ellen und indus­tri­ellen Muskeln auf­zu­bauen, die es braucht, um sich selbst zu ver­tei­digen.“ Dies koste nur 0,4 Prozent des BIP pro NATO-Mit­glied (die USA ausgenommen).

Zugleich wird Angst geschürt: „Die Alter­native wäre, dass die Ukraine den Krieg ver­liert und zu einem ver­bit­terten, halb geschei­terten Staat wird, dessen Armee und Ver­tei­di­gungs­in­dustrie von Herrn Putin als Teil einer neuen, gestärkten rus­si­schen Bedrohung aus­ge­nutzt werden könnten.“

Obwohl es unwahr­scheinlich ist, dass sich die Ukraine je mit Russland zusam­mentun würde, um ein NATO-Land zu bedrohen, könnten die Men­schen in der Ukraine Polen für ihre Nie­derlage ver­ant­wortlich machen und – so eine Warnung – ihre ultra­na­tio­na­lis­tische Dia­spora könnte in Polen eine ter­ro­ris­tisch-sepa­ra­tis­tische Kam­pagne unterstützen.

Unab­hängig davon, wie man dieses Sze­nario bewertet, wendet The Eco­nomist eine klas­sische „Zuckerbrot-und-Peitsche“-Rhetorik an, um das euro­päische Publikum davon zu über­zeugen, dass es weniger kosten wird, die Rechnung von 390 Mil­li­arden US-Dollar über die nächsten vier Jahre zu bezahlen, als es nicht zu tun.

Der unmit­telbare Kontext ist der ver­schärfte US-ame­ri­ka­nische Abnut­zungs­krieg gegen Russland, Teil von Trumps neuer drei­pha­siger Stra­tegie, die darauf abzielt, den Kreml wirt­schaftlich zu rui­nieren und in Russland innere Unruhen zu provozieren.

Diese Stra­tegie wird hier nicht befür­wortet, sondern hier wird lediglich erläutert, warum The Eco­nomist meint, dass seine Leser­schaft derzeit emp­fänglich für diesen Appell sein könnte. Dennoch wird es schwierig, die Men­schen im Westen davon zu über­zeugen, die Ukraine in diesem Umfang zu sub­ven­tio­nieren, zumal das bedeuten würde: höhere Steuern und Kür­zungen bei den Sozialausgaben.

Immerhin haben die 100 bis 110 Mil­li­arden US-Dollar, die in diesem Jahr bereits aus­ge­geben wurden – die bislang höchste Summe – Russland nicht zurück­ge­drängt. Der­selbe Betrag über die nächsten vier Jahre wird das wahr­scheinlich ebenso wenig bewirken.

Russ­lands Kriegs­kasse ist groß genug, um den Kon­flikt über diesen Zeitraum hinaus weiter zu finan­zieren, sodass der Vor­schlag von The Eco­nomist lediglich den Status quo auf­recht­erhalten würde, anstatt ihn zugunsten des Westens zu verändern.

Die Dynamik könnte sich sogar weiter zu Gunsten Russ­lands ver­schieben, wenn – wie das Magazin ehrlich ein­räumt – „Russland auf China als Geld­quelle zurück­greifen kann“.

In diesem Fall müsste die EU ihre eigene Bevöl­kerung finan­ziell „anzapfen“, um eine ver­gleichbare Summe auf­zu­bringen, was die wirt­schaft­liche Belastung ihrer Bürger weiter ver­schärfen würde, ohne dass ein Ende in Sicht wäre.

The Eco­nomist schreibt: „Wenn die EU gemeinsam Anleihen aus­geben würde, ent­stünde ein grö­ßerer Pool gemein­samer Schulden, der den ein­heit­lichen Kapi­tal­markt Europas ver­tiefen und die Rolle des Euro als Reser­ve­währung stärken würde. Ein mehr­jäh­riger Zeit­ho­rizont für die Beschaffung von Waffen würde Europa helfen, den Aufbau seiner Ver­tei­di­gungs­in­dustrie zu planen.“

Das deckt sich mit meiner Ein­schätzung vom Juli 2024, wonach „die geplante Trans­for­mation der EU in eine Mili­tär­union ein föde­ra­lis­ti­sches Macht­spiel ist“. Die Föde­ra­li­sierung der EU, und nicht der Sieg über Russland, ist somit das wahre Ziel.

Diese Ein­sicht erklärt, warum die EU-Eliten – ins­be­sondere in der füh­renden EU-Nation Deutschland – die US-Sank­ti­ons­po­litik gegen Russland trotz eigener wirt­schaft­licher Kosten mit­ge­tragen haben. Im Gegenzug für die Neu­tra­li­sierung des Euro als mög­licher Kon­kurrent zum US-Dollar durften die EU-Eliten den Prozess der Föde­ra­li­sierung beschleu­nigen und so ihre eigene Macht festigen.

Die USA stimmten zu, nachdem sie die nun unter­ge­ordnete EU nicht länger als poten­zielle Bedrohung betrach­teten. Nun sind weitere vier Jahre Stell­ver­tre­ter­krieg und min­destens 400 Mil­li­arden US-Dollar erfor­derlich, um diesen Prozess abzuschließen.

Quellen: PublicDomain/anti-spiegel.ru am 15.11.2025

Zuerst erschienen bei pravda-tv.com.
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