Pressefoto Marc Friedrich

Das Ende der Steuer-Dik­tatur — 12% Flat Tax für alle!

Ein Gast­beitrag von Marc Friedrich.

Lars Klingbeil plant eine Steu­er­reform, die keine ist, sondern am Ende lediglich noch mehr Steuern gene­riert um Löcher zu stopfen. So kann man keinen Staat machen. Fakt ist: Deutschland hat kein Ein­nah­me­problem, sondern ein dra­ma­ti­sches Aus­ga­be­problem. Statt zu sparen werden immer weitere Schulden gemacht und neue Steuern erfunden oder bestehende Steuern erhöht.

Deutschland hat über 100.000 Steu­er­rechts­normen. Und immer neue kommen hinzu. Das ist kein Rechts­system. Das ist ein Beschäf­ti­gungs­pro­gramm für Berater, Büro­kraten und Lob­by­isten — auf Kosten aller anderen. Es ist Zeit, dieses Monster zu begraben und eine Flat Tax ein­zu­führen. Aber schauen wir uns das mal im Detail an: Im Jahr 2025 hatte Deutschland Staats­aus­gaben von 2.208 Mil­li­arden Euro und Ein­nahmen von 2.081 Mil­li­arden Euro. Defizit: minus 119 Mil­li­arden Euro — und das, bevor wir auch nur eine einzige Steuer gesenkt haben. Die Staats­quote liegt bei knapp 48 Prozent des Brut­to­in­lands­pro­dukts. Fast jeder zweite Euro, den Deutsche erwirt­schaften, geht durch den Staat. Das ist keine Sozi­al­po­litik. Das ist wirt­schaft­licher Suizid. Gleich­zeitig wächst die Wirt­schaft real nahezu null. Zufall? Nein. Kausalität.

Was die wenigsten wissen: Von den gesamten Staats­ein­nahmen sind nur etwa 990 Mil­li­arden Euro echte Steu­er­ein­nahmen. Der Rest — rund 1.100 Mil­li­arden — sind Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­träge für Rente, Kranken- und Pfle­ge­ver­si­cherung. Das ist die eigent­liche Grundlage unserer Reform. Wir reden also über die Umge­staltung von 990 Mil­li­arden Euro, nicht von 2.200 Mil­li­arden. Das macht die Aufgabe hand­hab­barer als die Zahlen auf den ersten Blick ver­muten lassen.

Was ein per­fektes Steu­er­system leisten muss

Ein gutes Steu­er­system muss drei Kri­terien erfüllen. Nur drei. Nicht hundert, nicht tausend — drei:

  • Einfach: Der Steu­er­be­scheid passt auf eine Seite. Kein Mensch braucht einen Steu­er­be­rater, um seine Pflicht zu erfüllen.
  • Flach: Ein Satz für alle. Keine Pro­gression, die Leistung bestraft. Keine Aus­nahmen, die Lob­by­isten belohnen.
  • Niedrig: Der Staat nimmt, was er braucht — nicht was er kriegen kann. Der Rest bleibt bei denen, die es erwirt­schaftet haben.

Das deutsche System erfüllt keines dieser Kri­terien. Es ist komplex, pro­gressiv und hoch — das genaue Gegenteil dessen, was Wachstum erzeugt. Estland hat seit 1994 bewiesen, was das andere Modell leisten kann: flache Steuern, ein­fache Regeln, Kör­per­schaft­steuer nur auf aus­ge­schüttete Gewinne. Ergebnis: drei Jahr­zehnte Wachstum, die kaum ein EU-Land erreicht hat. Wir sollten dies als Blau­pause verwenden!

Der optimale Stu­fenplan: 28 → 22 → 17 → 12 Prozent

Eine radikale Sofort­reform ist poli­tisch und gesell­schaftlich nicht ver­tretbar. Meine Lösung ist ein unum­kehr­barer, im Grund­gesetz ver­an­kerter Stu­fenplan über zwölf Jahre. Vier Phasen. Vier klare Sätze. Kein Ermes­sens­spielraum für künftige Koalitionen.

Warum genau diese Sätze? Weil 28 Prozent — als ein­heit­licher Flat-Tax-Satz ohne alle Aus­nahmen — sofort mehr Steu­er­kon­for­mität erzeugt als heute. Der Wegfall von Gestal­tungs­mo­dellen, Steu­er­ver­meidung und Kapi­tal­flucht kom­pen­siert den schein­baren Ein­nah­men­rückgang weit­gehend. Und weil 12 Prozent — knapp unter Irlands Kör­per­schaft­steu­ersatz von 12,5 Prozent — das inter­na­tionale Optimum dar­stellt: Der stärkste Stand­ort­vorteil, den ein großes EU-Land je hatte. Damit könnten wir „Make Germay Great again“ machen.

Wichtig: Jede Stufe tritt nur in Kraft, wenn drei Bedin­gungen erfüllt sind: erstens, der Haushalt ist auf dem ver­ein­barten Kon­so­li­die­rungspfad; zweitens, das Wirt­schaftswachstum liegt über einem Prozent; drittens, der Bun­destag hat formell beschlossen. Kein blinder Auto­ma­tismus aber ein klarer, rechtlich ver­bind­licher Pfad.

Kon­kreter Staatsabbau

Die Ein­nahmen sinken in den ersten Jahren. Das ist die ehr­liche Antwort. Deshalb braucht es par­allel einen kon­se­quenten Abbau der Staats­aus­gaben — gestreckt über zwölf Jahre, sozi­al­ver­träglich, mit langen Über­gangs­fristen für jeden Einschnitt.

Gesamtes Spar­po­tenzial über zwölf Jahre: rund 290 Mil­li­arden Euro. Kom­bi­niert mit den Wachstums‑, Laffer- und Schwarz­geld­ef­fekten (zusammen kon­ser­vativ geschätzt plus 110 Mil­li­arden in der Ein­nah­men­rechnung) ergibt sich im End­zu­stand ein nahezu aus­ge­gli­chener Haushalt.

Der Laffer-Effekt, Wachstum und Schwarzgeld

Kri­tiker werden sagen: Die Rechnung geht nicht auf. Sie ver­gessen, dass sta­tische Steu­er­mo­delle grund­legend falsch sind. Sie tun so, als würden Men­schen, Unter­nehmen und Kapital nicht reagieren — als wären sie Steine, keine Akteure.

Drei Effekte, die jedes Modell ohne Ver­hal­tens­än­derung sys­te­ma­tisch unterschätzt:

  • Laffer-Effekt: Bei 28 Prozent lohnt sich teure Steu­er­ge­staltung nicht mehr. Deutschland ver­liert heute schät­zungs­weise 50 bis 80 Mil­li­arden Euro durch Gewinn­ver­la­gerung in Nied­rig­steu­er­länder, legale Hol­ding­struk­turen und Kapi­tal­flucht in die Schweiz oder nach Luxemburg. Bei flachen, nied­rigen Sätzen fließt das Geld zurück. Irland hat diesen Effekt in den 1990er-Jahren ein­drucksvoll demonstriert.
  • Schwarz­geld­effekt: Die deutsche Schat­ten­wirt­schaft umfasst schät­zungs­weise 350 bis 400 Mil­li­arden Euro — rund zehn bis zwölf Prozent des BIP. Ein ein­faches, faires System erhöht die Com­pliance radikal. Kon­ser­vativ geschätzt: plus 20 Mil­li­arden an Mehr­ein­nahmen durch Formalisierung.
  • Wachs­tums­effekt: Nied­rigere Steuern bedeuten mehr Kapi­tal­bildung, mehr Inves­ti­tionen, mehr Stand­ort­at­trak­ti­vität. Estland nach 1994: sechs bis acht Prozent BIP-Wachstum pro Jahr in der ersten Dekade. Für Deutschland rea­lis­tisch: plus 1,5 bis 3,5 Prozent über dem Trend — je nach Phase. Das sum­miert sich auf Hun­derte Mil­li­arden an Mehrwertschö

Gesell­schafts­ver­träg­lichkeit: Die fünf Schutzanker

Eine Flat Tax ist kein Angriff auf den sozialen Zusam­menhalt — sie ist eine Vor­aus­setzung dafür. Aber sie muss so gestaltet sein, dass Nied­rig­ver­diener pro­fi­tieren und niemand durch den Übergang fallen gelassen wird. Aus dem Grund schlage ich fünf Schutz­anker vor:

  • Wach­sender Grund­frei­betrag: Von heute 11.784 Euro auf 20.000 Euro im End­zu­stand (Phase 4). Wer wenig ver­dient, zahlt in der End­stufe gar nichts. Der relative Ent­las­tungs­effekt ist bei Nied­ri­gein­kommen am größten.
  • Sozi­al­ver­si­cherung bleibt unan­ge­tastet: Rente, Kranken- und Pfle­ge­ver­si­cherung mit ihren rund 1.100 Mil­li­arden Bei­trägen werden in dieser Reform nicht berührt. Keine Leis­tungs­kürzung in Phase 1.
  • Lange Über­gangs­fristen: Jede Stufe läuft zwei bis drei Jahre. Die Ren­ten­alter-Erhöhung wird mit 20 Jahren Vorlauf ange­kündigt — und gilt nur für Jahr­gänge unter 50. Niemand wird in ein bereits geplantes Leben hineingezwungen.
  • Ver­fas­sungs­ver­an­kerung: Der Stu­fenplan wird — wie die Schul­den­bremse — im Grund­gesetz ver­ankert. Keine Regierung kann ihn einfach stoppen. Das schafft die Pla­nungs­si­cherheit, die Inves­toren, Unter­nehmen und Bürger brau
  • Auto­ma­tische Bedin­gungen: Die nächste Stufe greift nur, wenn Haushalt und Wachstum stimmen. Kein Dog­ma­tismus — aber auch keine poli­tische Willkür.

„Das Problem ist nicht die Mathe­matik. Das Problem ist die Politik. Deutschland macht Reformen nur unter Schmerz. Der Schmerz kommt. Die Frage ist: Haben wir dann den Plan?”

Das Bitcoin-Argument — Hartes Geld als Fundament

Ein Steu­er­system ist nur so gut wie das Geld, in dem es deno­mi­niert ist. Bitcoin lehrt uns die tiefste fis­ka­lische Wahrheit: Geld, das nicht infla­tio­niert werden kann, macht Staats­ver­schuldung struk­turell unmöglich. Wer nicht durch die Noten­presse heimlich besteuern kann, muss ehrlich sein — über Aus­gaben, Schulden, Prioritäten.

Das beste Steu­er­system beginnt deshalb nicht im Steu­er­recht. Es beginnt mit hartem Geld. Solange Deutschland in einem Wäh­rungs­system ope­riert, das Inflation als Nor­mal­zu­stand akzep­tiert, ist jede Steu­er­reform nur Sym­ptom­be­kämpfung. Die Dia­gnose lautet: Weiches Geld macht den Staat scheinbar finan­zierbar — bis er es nicht mehr ist.

Was dieser Plan braucht:

  • Eine Bun­des­re­gierung mit echtem Mandat und Mut zur Mehrheitsentscheidung.
  • Einen Bun­destag, der den Plan per Ver­fas­sungs­än­derung (Zwei-Drittel-Mehrheit) bindet.
  • Gesell­schaft­liche Debatte, die Kom­ple­xität durch Ver­ständ­lichkeit ersetzt.
  • Zehn bis fünfzehn Jahre Geduld — und den Willen, sie aufzubringen.

Was dieser Plan nicht braucht:

  • Neue Steuern.
  • Neue Büro­kratie.
  • Neue Aus­nahmen.
  • Neue Son­der­fonds.

Ein­fachheit ist der einzige Maßstab. Ein Steu­er­ge­setzbuch, das auf eine Seite passt, ist kein radi­kaler Traum — es ist das Zeichen eines Staates, der sich selbst ver­traut. Deutschland hat dieses Ver­trauen ver­loren. Dieser Plan gibt es zurück. Schritt für Schritt! Laßt es uns anpacken.

 

Über den Autor
Marc Friedrich ist Deutsch­lands erfolg­reichster Sach­buch­autor (7 SPIEGEL Best­seller in Folge), aus­ge­wie­sener Finanz­ex­perte, gefragter Redner, YouTube-Star, bekannt aus Funk und TV, Vor­denker, Frei­geist und Hono­rar­be­rater. Sein neu­ester SPIEGEL Best­seller trägt den Titel “Die größte Revo­lution aller Zeiten – Warum unser Geld stirbt und wie Sie davon pro­fi­tieren” und beschäftigt sich aus­schließlich mit den Themen Bitcoin, Zyklen und Geld­ge­schichte. Außerdem ist Marc Friedrich Gründer und Initiator des Invest­ment­briefs Friedrich Report, in dem Ana­lysen zu ein­zelnen Aktien, aber auch zu Roh­stoffen und Bitcoin ver­öf­fent­licht werden.
Mehr Infor­ma­tionen: www.friedrich-partner.de; www.marc-friedrich.de und www.friedrich.report
Twitter und Instagram: @marcfriedrich7

 


Mei­nungs­ar­tikel · Wirt­schaft & Politik

Schluss mit dem Steuerchaos

Deutschland braucht keine Steu­er­reform. Es braucht eine Steuerrevo­lution. Hier ist der Plan konkret, durch­ge­rechnet, gesellschafts­ver­träglich.

Über 100.000 Steu­er­rechts­normen. Ein Spit­zen­steu­ersatz von 45 Prozent. Ein Staats­de­fizit von 119 Mil­li­arden Euro — schon heute, ohne jede Reform. Wer diese Zahlen kennt und trotzdem glaubt, Deutschland brauche nur Anpas­sungen, hat das Ausmaß des Pro­blems nicht verstanden.

Was Deutschland braucht, ist kein Fein­schliff. Es braucht den Neustart.

Die Grund­regel: Flach. Einfach. Niedrig.

Ein gutes Steu­er­system folgt drei Prin­zipien: Es ist flach — ein Satz für alle, keine Aus­nahmen. Es ist einfach — der Steu­er­be­scheid passt auf eine Seite. Und es ist niedrig — der Staat nimmt, was er braucht, nicht was er kriegen kann. Das deutsche System erfüllt keines dieser Kriterien.

Der optimale Weg ist ein im Grund­gesetz ver­an­kerter Vier­klang: 28 Prozent ab 2027, dann 22, dann 17, dann 12 Prozent bis 2038. Zwölf Jahre. Vier klare Stufen. Par­allel dazu: 290 Mil­li­arden Euro Staats­abbau über den­selben Zeitraum — gestreckt, sozi­al­ver­träglich, mit langen Übergangsfristen.

Die sta­tische Rechnung ist falsch

Kri­tiker werden rechnen: Die Ein­nahmen brechen ein. Stimmt — auf dem Papier. Aber sta­tische Steu­er­mo­delle igno­rieren, dass Men­schen reagieren. Drei Effekte ver­ändern das Bild fun­da­mental: Erstens greift der Laffer-Effekt — Deutschland ver­liert heute 50 bis 80 Mil­li­arden durch Steu­er­ver­meidung, die bei 28 Prozent schlicht unren­tabel wird. Zweitens for­ma­li­siert sich die Schat­ten­wirt­schaft — rund 400 Mil­li­arden Euro im Grau­be­reich, von denen ein Teil ins System kommt. Drittens: Wachstum. Estland nach der Flat-Tax-Ein­führung 1994 — sechs bis acht Prozent pro Jahr. Für Deutschland rea­lis­tisch: plus zwei bis drei Prozent über dem Trend.

Kom­bi­niert mit dem Staats­abbau ergibt sich im End­zu­stand 2038 ein nahezu aus­ge­gli­chener Haushalt. Kein Zau­ber­trick. Rechen­bares Ergebnis.

Sozi­al­ver­träglich — nicht trotzdem, sondern deswegen

Der Grund­frei­betrag wächst von heute 11.784 Euro auf 20.000 Euro im End­zu­stand. Wer wenig ver­dient, zahlt am Ende gar nichts. Die Sozi­al­ver­si­cherung — Rente, Kranken- und Pfle­ge­ver­si­cherung — bleibt voll­ständig unan­ge­tastet. Die Ren­ten­alter-Erhöhung wird mit 20 Jahren Vorlauf ange­kündigt, gilt nur für Jahr­gänge unter 50. Jede Stufe tritt nur in Kraft, wenn Haushalt und Wachstum stimmen.

Das ist kein Angriff auf den sozialen Zusam­menhalt. Es ist seine Vor­aus­setzung. Ein Staat, der sich sys­te­ma­tisch rui­niert, kann auf Dauer nichts soziales mehr leisten.

Das eigent­liche Problem

Der Plan ist öko­no­misch was­ser­dicht. Das eigent­liche Problem ist poli­tisch: Kein Ber­liner Poli­tiker überlebt zwölf Jahre mit einem solchen Pro­gramm — nicht in einem System, das alle vier Jahre neu ver­handelt. Deshalb ist die Ver­fas­sungs­ver­an­kerung kein Detail, sondern das Herz­stück. Nur was im Grund­gesetz steht, überlebt Koalitionswechsel.

Deutschland macht Reformen nur unter Schmerz. Der Schmerz kommt — durch demo­gra­fi­schen Kollaps, durch Schul­den­zinsen, durch Stand­ort­verlust. Die Frage ist nicht ob. Die Frage ist: Haben wir dann den Plan? Jetzt zu handeln, ist bil­liger als später zu reagieren. Das war immer so. Das wird immer so sein.

 

Marc Friedrich ist Best­sel­ler­autor, Finanz­ex­perte und Publizist. Dieses Kapitel erscheint in seinem Buch Make Germany Great Again.

@marcfriedrich7 · Mai 2026 · Quel­len­an­gaben: Sta­tis­ti­sches Bun­desamt (Destatis) 2025/2026

 

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