Nichts ist im Showbiz so nachhaltig verheerend, wie ein krachender Misserfolg. Dunja Hayali war der neue Star des Aktuellen Sportstudios. Mit schicken Pressefotos, wie sie sich auf einen Fußball lehnt und verschmitzt in die Kamera lächelt. So hoffnungsfroh wird sie nun nicht mehr dreinschaun.
Zum Auftakt für ihre erste Sendung hatte sie sich Sportprominenz eingeladen. Frau Hayali ist durchaus keine Anfängerin, die nichts vom Sport versteht. Sie hat an der Deutschen Sporthochschule studiert und war neun Jahre lang Sportmoderatorin bei der Deutschen Welle. Sie hatte sich darauf gefreut, wieder zu ihren beruflichen Wurzeln zurückzukehren.
Da DAS Thema im Fußball der letzten Zeit der Wirbel um Mesut Özil und sein Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan war, samt schriftlichen Anwürfen Mesut Özils und Kämpfen mit dem DFB, verschiedenen Trainern sowie Verlautbarungen verschiedener Fußballstars, lud Frau Hayali sowohl den verschnupften Mesut Özil als auch Vertreter des DFB ein. Sie wolle mit Herr Mesut Özil über das Sportliche und Rassismus „diskutieren“, sagte die 44jährige Fernsehfrau. Und einen DFB-Funktionär befragt, einen Bundestrainer, Teammangaer oder Präsidenten hätte sie dazu auch gern befragt, meinte sie.
Irgendwie goldig, oder?

Jeder aus dem ganzen Fußballkosmos, der noch drei lebende Gehirnzellen hat, würde einen Teufel tun, da aufzukreuzen und sich öffentlich den Kopf waschen zu lassen.
Genau das wäre nämlich passiert, wie Frau Hayali selbst sagt: „In dieser Geschichte hat sich niemand mit Ruhm bekleckert. Was ich fast noch tragischer finde, ist, dass bis heute die Beteiligten nicht wirklich Stellung bezogen oder auch den Blick nach vorne gerichtet haben. „Özil hat sicherlich dazu beigetragen, dass die Diskussion so geführt wurde, wie sie geführt wurde – nämlich nicht differenziert genug. Er hat zu lange und zu laut geschwiegen. Das gilt aber auch für den DFB. (…)Was mich ärgert: Auf der einen Seite kann man ja die bedrohenden und rassistischen Kommentare gegen Özil diskutieren. Da weiß ich ja, wovon er spricht (…) Aber auf der anderen Seite kann ich auch sehr wohl sein Verhalten, dieses Foto mit diesem Präsidenten, total kritisieren.“

Frau Hayalis „kritischer Journalismus“ hin oder her, ihre Engagements für Wirtschaftszweige, die nicht gerade ein strahlendes Saubermann-Image haben und das realitätsfremde Vorgehen bei ihrer Premieresendung für das Aktuelle Sportstudie sind schon beredter Ausdruck einer gewissen Instinktlosigkeit. Das bringt Frau Hayali aber keineswegs in nachdenkliche Stimmung, ob sie vielleicht ihr Selbstbild ein wenig korrigieren und den Realitäten annähern sollte.
Der Welt vertraute sie ihre Erkenntnis an: „Ein Fehler – und die Nation dreht hohl“.
























