Ein Brief an Klaas Heufer-Umlauf und die dümmste Generation, die es je gab

Lieber Klaas,

ich muss zugeben, dass ich Deinen Auf­tritt in der „NDR Talk Show“ nicht ver­folgt habe. Eigentlich schaue ich so gut wie nie anderen Leuten beim Labern zu, und wenn ich beim Zappen zufällig den NDR ein­ge­schaltet und auf Dein Gesicht gestoßen wäre, dann hätte ich wahr­scheinlich eh ganz schnell wei­ter­ge­schaltet – so ähnlich ergeht es mir übrigens auch, wenn eine Deiner Sen­dungen auf Pro7 beginnt. Trotzdem kam ich nicht drum herum, mir irgendwann diese Woche den in diversen Medien so hoch­ge­lobten Aus­schnitt Deines Auf­trittes anzu­sehen, in dem Du eine Art Brandrede für Europa hältst.

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„Da sind Leute nicht zur Wahl gegangen. Was pas­siert? Brexit. Da gehen Leute zur Wahl – und zwar wahr­scheinlich mehr­heitlich die Men­schen, die das aus fal­schen Motiven tun oder fehl­ge­leitet sind durch was auch immer für eine Infor­ma­ti­ons­po­litik, und wählen Trump. Da sind Dinge kaputt gegangen – vor unseren Augen. Dinge, die wir nie für möglich gehalten hätten. Und des­wegen glaube ich, dass jetzt die beste Zeit ist, einen ‚Pulse of Europe’ oder über­haupt eine euro­päische Iden­tität wieder zu ent­wi­ckeln von Leuten, die Europa niemals in der Erschaffung erfahren haben, sondern eigentlich immer mit einem mitt­ler­weile erschaf­fenen Europa auf­ge­wachsen sind. Wir haben nicht das Gefühl gehabt, zum ersten Mal mit dem Fahrrad über die Grenze zu fahren. In meiner Generation gab es das alles schon. Das heißt: Jetzt weg von den ver­dammten Natio­na­li­täten, und zurück zur euro­päi­schen Iden­tität. Und man merkt, wenn wir das jetzt nicht machen, sind wir die dümmste Generation, die je gelebt hat, wenn wir Europa kaputt machen.“

Ich bin so erzogen worden, dass ich mir auch die Argu­mente der poli­ti­schen Gegen­seite anhöre, was eben­falls der Grund ist, warum ich die Twitter-Ergüsse von Ralf Stegner oder die Facebook-Ver­sager von Renate Künast lese, selbst wenn es manchmal weh tut – richtig weh tut. Aber bevor ich hier jetzt beginne, einen auf Marcel Reich-Ranicki oder Hans Meiser zu machen und berech­tig­ter­weise über die Qua­lität des Fern­sehens von heute her­zu­ziehen, ein paar Worte per­sönlich an Dich:

Ich stimme Dir tat­sächlich zu! Wir hier in Europa leben tat­sächlich in der dümmsten Generation, die es je gab. Peter Scholl Latour sagte einmal: „Wir leben in einer Zeit der totalen Mas­sen­ver­blödung, ins­be­sondere der medialen Mas­sen­ver­blödung.“ und damit hat er voll­kommen Recht! Denn diese Generation, zu der auch Du und ich gehören, lässt sich ihre Meinung eher von „TV-Stars“ wie Dir dik­tieren, als sich selbst selbst­ständig eine Meinung zu bilden. Es sind Men­schen wie Du, Klaas Heufer-Umlauf, der SPD-Wahl­kämpfer von 2013, der Du offen für Peer Stein­brück geworben oder Dich bei der Euro­pawahl 2014 für den damals wie heute über­zeugten Euro­kraten und jet­zigen SPD-Kanz­ler­kan­di­daten Martin Schulz aus­ge­sprochen hast. Men­schen wie Du oder Dein Kumpel, der ehem. MTV-Mode­rator Joko Win­ter­scheidt, der mehr­fache Stu­di­en­ab­brecher Jan Böh­mermann, der heute als Berufs­pöbler fein auf Kosten von Rund­funk­ge­bühren lebt, oder dieser Olli Schulz, zu dem ich mir jetzt meinen Kom­mentar ver­kneife, die ihr wie die Auf­zie­h­äffchen die Agenda eurer höheren Auto­rität vorklatscht.

Ihr alle habt eins gemeinsam: Ihr habt die Voll­kasko-Gesell­schaft ver­in­ner­licht! Ihr habt für wenig Anstrengung fette Löhne aus Rund­funk­bei­trägen bezogen, ihr wurdet von euren Gönnern in die höheren Kreise der Mei­nungs­mache und der Politik ein­ge­führt, durftet die Hände der wich­tigen Damen und Herren schütteln und euch wichtig fühlen, wenn man sich mit euch gezeigt hat. Schluss­endlich wurdet ihr durch die damit ver­bundene, ständige Indok­tri­nierung zum Sprachrohr des euro­kra­ti­schen Estab­lish­ments erzogen. Das Ziel ist klar: Los­ge­lassen auf den gemeinen Fern­seh­zu­schauer dürft ihr jetzt überall im öffentlich-recht­lichen oder pri­vaten Rundfunk „die Wahrheit“ ver­breiten, das Wort der hei­ligen krampf­haften Toleranz, der Schuld­kom­plexe und der wahr­haf­tigen Alter­na­tiv­lo­sigkeit. So was pas­siert nicht das erste Mal in der Geschichte, wenn eine Regierung das Ver­trauen ver­loren hat, dann zieht sie los und leiht es sich von anderen – und welcher unbe­scholtene, junge Mensch würde euch schon Böses unter­stellen, ihr seid doch nur „Spaß­macher“. Und wehe, einer will nicht mit euch im gol­denen Käfig sitzen, dann geht ihr auf ihn los, wie ihr es mit Xavier Naidoo tut – wie bei­spiels­weise Böh­mermann und Schulz und ganz aktuell Böh­mermann mit „Huren­söhne Mann­heims“.

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https://youtu.be/o7Z55ofvM7I

 

Aber um Dir, lieber Klaas, nicht nur verbale Ohr­feigen zu geben oder Dich hier bloß­zu­stellen, möchte ich Dir die Chance geben, Dich zu ver­tei­digen und Dir ein paar Fragen stellen. Wahr­scheinlich wirst Du sie mir nicht beant­worten, aber ich tue es trotzdem:

  1. Ist für Dich Europa bzw. die euro­päische Iden­tität gleich­be­deutend mit der heu­tigen Euro­päi­schen Union?
  2. Du redest davon, die Natio­na­li­täten abschaffen zu wollen, also alle Natio­nal­staaten. Wie soll das von­statten gehen und wer soll Europa dann regieren und auf welcher Grundlage?
  3. Wie soll diese Abschaffung der natio­nalen Par­la­mente, Gesetze etc. legi­ti­miert werden? Durch eine riesige Volks­ab­stimmung vielleicht?
  4. In Deinem Interview sagst Du, bei der Abstimmung zum Brexit wären nicht genügend Brexit-Gegner zur Wahlurne gegangen und bei der Wahl Trumps zum neuen US-Prä­sident nur Men­schen aus „fal­schen Motiven“ oder solche, die durch eine „Infor­ma­ti­ons­po­litik fehl­ge­leitet wurden“. Was wäre Deiner Meinung nach die richtige Vor­ge­hens­weise, wenn das Votum bei einer Abstimmung über die Zukunft der EU ähnlich aus­fallen würde? Was würdest Du tun? Vielleicht
  5. a) so lange wählen, bis das Ergebnis das „Richtige“ ist?
    b) ein­zelne Völker zum „Wohle“ des großen Ganzen einfach igno­rieren, oder
    c) eine ganz andere Lösung?
  6. Du erwähnst die „offene Gesell­schaft“. Hast Du jemals Karl Poppers Werk „Die offene Gesell­schaft und ihre Feinde“ oder „Die Ethik der Freiheit“ von Murray Rothbard gelesen? Bzw. auf welche wis­sen­schaft­lichen Thesen stützen sich Deine Forderungen?
  7. Hast Du Dich jemals damit beschäftigt, wie sehr die der­zeitige euro­päische Politik von Lob­by­ver­tretern und Groß­un­ter­nehmen geprägt ist, und wie sehr Dein Freund Martin Schulz, der laut dem Magazin Focus „der reichste Kanz­ler­kan­didat der Geschichte“ ist, in solche frag­wür­digen Machen­schaften, ja, man kann sagen anti-sozialen Machen­schaften, ver­wi­ckelt ist?
  8. Sind das für Dich alles krude Ver­schwö­rungs­theorien oder bist Du für eine „alter­native Wahrheit“ offen? Soll ich Dir ggf. ein Exemplar meines Buches zur Ver­fügung stellen? Kos­tenlos natürlich…

 

Ich möchte Dir, genauso wenig wie Deinen Freunden (naja, viel­leicht doch dem Böh­mermann), Bös­wil­ligkeit oder gezielten Lob­by­ismus aus Habgier unter­stellen. Politik, Wirt­schaft, Finanz­wesen etc. sind sehr weit­läufige und kom­plexe Felder, mit denen man sich wahr­scheinlich über Jahre intensiv befassen muss, um einen gewissen Ein­blick darin zu erhalten und wichtige globale Zusam­men­hänge ver­stehen zu können. Ich nehme nicht an, dass Du neben Deiner Berufs­blö­delei viel Zeit dafür gehabt hast, Dich in diesen Bereichen aus­führlich zu bilden und dass für Dich deshalb diese ober­fläch­lichen Parolen von Gleichheit, Brü­der­lichkeit sowie Barm­her­zigkeit wie das Wort eines poli­ti­schen Messias klingen. Aber glaub mir, sie sind es nicht, denn wenn alles so einfach wäre, wie uns die Extre­misten, egal ob links oder rechts, ver­suchen vor­zu­gaukeln, dann wären wir heute nicht da, wo wir sind. Und der, der Dir diese Worte ins Ohr flüstert, ist nicht der „Messias“, es ist einer von den vielen, die vom der­zei­tigen Chaos am aller­meisten pro­fi­tieren und sich die Taschen voll­machen auf Kosten der Demo­kratie, der Men­schen und auch der Mensch­lichkeit. Denn all dies würde bei der Gleich­schaltung der EU und der Gründung der EUdssR auf der Strecke bleiben.

 

Lieber Klaas & Co., ein altes Sprichwort sagt: „Wer in seiner Jugend kein Kom­munist war, hat kein Herz, wer es im Alter noch immer ist, hat keinen Verstand.“
Also bitte werdet erwachsen!

Hanno Vol­l­enweider ist der Autor des vor kurzem erschie­nenen Buches „Bankster – Wohin Milch und Honig fließen“ (ISBN: 978–3938656372), in dem er ein­drücklich seine mehr als 10-jährige Erfahrung in der – wie er sagt – Welt der „legalen orga­ni­sierten Kri­mi­na­lität“ schildert. Vol­l­enweider erklärt in seinem Buch ein­drücklich die Tricks und Kniffe der Finanz­in­dustrie und der für die mul­ti­na­tio­nalen Groß­un­ter­nehmen arbei­tenden Steu­erspar-Mafia sowie deren Ver­bin­dungen in höchste Kreise der Politik und EU – dies alles all­ge­mein­ver­ständlich und manchmal mit einen zwin­kernden Auge. Es ist das erste Buch dieser Art, in dem ein Whist­leb­lower kein Blatt vor den Mund nimmt und über 120 Namen von Firmen, Poli­tikern und Pro­mi­nenten nennt, die sich auf Kosten der steu­ern­zah­lenden Bevöl­kerung berei­chern. Er ent­larvt Geld­wä­scher, kom­pli­zierte Kon­strukte der orga­ni­sierten Kri­mi­na­lität und beschreibt die Ein­fluss­nahme von eli­tären Finanz-Clubs und nebu­lösen Orga­ni­sa­tionen auf die euro­päische Gesetz­gebung. Außerdem berichtet Vol­l­enweider einem Krimi gleich, wie er in Zürich zusammen mit einem Freund eine Ver­mö­gens­ver­waltung gründete und so Schwarz­gelder in Höhe von einer knappen Mil­liarde Euro wusch, gewinn­bringend anlegte und in einer Nacht-und-Nebel-Aktion die bis heute ver­schwunden geglaubten DDR-West-Mark Mil­lionen wieder in Umlauf brachte.

 

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